Drei Könige gingen über die Straße in eine Bar und spielten zusammen Backgammon. Es kam ein Sturm auf und so mussten sie austrinken, ihr Spiel auf den nächsten Tag verschieben und in ihren Königreichen nach dem Rechten sehen.

Zum Glück passierte nicht allzu viel. Nur eine Markise ging kaputt und ein paar Obstkisten flogen davon. Am nächsten Tag war das Wetter wieder schön und sie konnten ihr Spiel sogar draußen vor der Bar fortsetzen. Die Frau des einen Königs kam mit ihrem Hund vorbei, setzte sich kurz dazu, trank eine Tasse Tee und ging weiter.

Die Sonne schien wunderschön, der Himmel war ganz blau, also wollte sie gerne noch eine kleine Runde drehen. Vorbei am Brunnen mit der großen Statue im Park. Hoch zum Rathaus, durch die breite Einkaufsmeile hindurch, um dann am großen Postgebäude rechts abzubiegen und runter zum Fluss zu gehen.

Am Abend trafen sich alle drei Könige mit ihren Familien zu Klönschnack, Bier und Pizza. An der Hauswand gegenüber malte indes ein altes Mütterchen in aller Seelenruhe ein farbenfrohes Graffito. Sie winkte freundlich herüber und lächelte.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute

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Flarf-Gedichte Wegweiser

  1. Die Poesie der Vernetzung
  2. Straßenlaternen der Welt
  3. Sonne und Frieden
  4. Manieren der Boshaftigkeit
  5. Das übersetzte Wetter im Spiegel
  6. Die seltsame Stimmung der knalligen Blüten
  7. Elbe schwarz-weiß bunt
  8. Pizza und Backgammon
  9. Liebe Sternschanze
  10. Haters rest in poetry
  11. Die Sehnsucht der Postmoderne
  12. In den Straßen von St. Pauli