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Im März erscheint das Debüt-Album von Breaths. Gründer Jason hat sich jetzt meinem Interview gestellt. Wir haben uns über Musik und Veganismus unterhalten. Und seine ganz persönliche Art, mit der Pandemie umzugehen.

Ich habe Jasons Debüt-LP „Lined in Silver“ bereits gehört – für mich ist sie bei den Entdeckungen des Jahres jetzt schon ganz vorne mit dabei. Einen kleinen Vorgeschmack zur Platte erhaltet Ihr weiter unten. Fans von Post-Metal, Blackgaze und Post-Rock kommen bei Breaths auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Anne: Hi Jason! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst! Ich bin sehr gespannt darauf, Dich besser kennenzulernen. Wie geht es Dir im Moment?

Jason: Es geht mir gut. Meine Familie ist gesund und mein Job ist sicher. Ich habe also eine Menge Gründe, in diesen verrückten Zeiten dankbar zu sein.

Anne: Du planst, Dein Debüt-Album „Lined In Silver“ am 26. März zu veröffentlichen (Ich habe schon eine Rezension zur Vorauskopplung „The Forgotten Ones“ geschrieben). Das muss ganz schön spannend für Dich sein, oder?

„Ich habe das Album ganz alleine aufgenommen“

Jason: Ich bin so gespannt! Das ist die erste LP (und das erste Set aus Songs), das ich als Solo-Künstler veröffentliche. Ich bin wirklich überrascht, wie gut alles gelaufen ist mit dem Schreiben und dem Recording für die Platte. Zu Breaths ist es tatsächlich gekommen, weil ich ein paar Songs geschrieben hatte, die nicht ganz zu meinem anderen Projekt (CHNNLR, ein Duo mit einem Freund aus meiner alten Heimat Austin, Texas) passen wollten. Ich habe mich dann einfach dazu entschieden, sie selbst zu veröffentlichen. Als etwas Eigenes, außerhalb der Band.

Anne: Ich hatte die Ehre „Lined In Silver“ schon vor dem Release-Tag zu hören und ich finde, die Platte ist wirklich großartig geworden. Großes Kompliment an dieser Stelle. Bist Du selbst auch zufrieden mit dem Ergebnis Deiner Arbeit?

Jason: Erstmal vielen Dank, dass Du Dir die Platte angehört hast! Es freut mich wirklich sehr, dass sie Dir gefällt!

„Ich bin sehr zufrieden mit der Platte“

Musik und Veganismus – Breaths im InterviewIch persönlich bin mehr als glücklich mit „Lined in Silver“. Als ich das Album gemacht habe, ist irgendwie ein Licht bei mir aufgegangen. Ich habe eine Menge über Home Recording gelernt, als ich diesen Sommer an der EP für CHNNLR gearbeitet habe. Meine Rolle auf der EP waren die Gitarren- und Vocal Parts. Ich habe sie an meinen Freund geschickt, der die Bassspur aufgenommen und alles zusammengefügt hat. Einen Teil des Mixings haben wir gemeinsam in Konferenz-Calls gemacht. Aus der gemeinsamen Arbeit mit ihm konnte ich so viel mitnehmen. Außerdem hat mir die Tatsache, dass ich seit über 25 Jahren in verschiedenen Bands Gitarre spiele und so viele Alben, EPs und Singles aufgenommen habe, hat mir sehr geholfen.

Um ehrlich zu sein: Am Anfang war ich nicht komplett sicher, ob es mir wirklich gelingen würde, beides alleine hinzukriegen: den musikalischen Teil und das technische Arrangement. Ich hatte nie zuvor Drums programmiert, eine Bassspur aufgenommen oder Vocals bearbeitet. Auch das Mixing und Mastering waren komplettes Neuland für mich. Zuerst habe ich den Titel-Track fertiggemacht und als ich damit fertig war, habe ich mir gedacht „Vielleicht kriege ich das hin!“

Inzwischen schreibe ich tatsächlich schon an meinem nächsten Album. Hoffentlich gelingt es mir, noch einmal in diesen Flow zu kommen und eine weitere Platte zu erschaffen, auf die ich stolz bin.

Anne: Dein Song „The Forgotten Ones“ handelt von all den Tieren, die wir in Käfige sperren und jeden Tag hinter den Wänden von Schlachthöfen quälen und töten lassen. Handelt das komplette Album von diesem Thema? Falls nicht: Gibt es ein anderes Konzept, das Du beim Schreiben der Songs verfolgt hast?

„Meine Schlafparalyse hat mich zu dem Album inspiriert“

Jason: Das Album dreht sich nicht um Veganismus. Das trifft tatsächlich nur auf diesen einen Song zu. Die Platte ist aber auf jeden Fall ein Konzeptalbum. Es fing alles mit meiner ersten (und zum Glück bisher einzigen) Schlaf-Paralyse-Episode an. Das war im Februar 2020, als mein Sohn geboren wurde. Die Schlafparalyse war eine verrückte Erfahrung. Von ihr handelt der Song „In Nightmares“. Da war dieser Schatten in meinem Zimmer und ich hörte ein leises Grollen in meinem Ohr, als ich paralysiert war.

Ein paar Wochen später begann die Pandemie in den USA richtig Fahrt aufzunehmen. Meine Idee war also, dass mich mein Alptraum aus dem Schlaf in die reale Welt verfolgt und sich in dieser verrückten Pandemie manifestiert hatte. Der Song „The Weight & The Bellows“ handelt von diesem Gedanken.

Als Nächstes wurde George Floyd ermordet und alles, was sich daraus entwickelt hat, ging los. Der Song „A Year on Fire“ handelt von den Geschehnissen des letzten Sommers. Es ist im Grunde mein Protestsong.

„Meine Familie gibt mir Hoffnung“

Der Rest der Songs handelt von den Gefühlen, die durch die Isolation und alles, was wir als Gesellschaft in der Pandemie erleben, aufkamen. Oder auch: Wie ich es mir vorstelle, wie die Menschen fühlen. Eine Menge davon ist sehr persönlich. Aber es gibt Hoffnung an den finstersten Orten. Ich habe also versucht, mich in andere Menschen hineinzuversetzen und das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Das Album selbst, der Titelsong und auch das letzte Stück „In Response“ handeln von meiner Familie, die für mich in dieser finsteren Zeit der Silberstreifen am Horizont ist. Meine Frau und meine Kinder haben mich durch das letzte Jahr gebracht und sie begleiten mich weiter durch diese harten Zeiten. Meine dreijährige Tochter hat übrigens den Songs „Lined in Silver“ und „Like Wires“ ihre Stimme geliehen.

Anne: Deine Musik ist gut komponiert – voll und glatt und gleichzeitig rau und hart. Ich liebe es, wie Du Shouting und Screaming mit harmonischem Gesang vermischst. Ich glaube, das könnte Dein Markenzeichen sein. Mir gefällt auch die kreative Mischung aus Post-Metal, Doomgaze und Post-Rock sehr gut. Wie viele Künstler⋆innen haben auf „Lined in Silver“ mitgewirkt oder bist das wirklich alles Du (Bis auf die Songs, bei denen Deine Tochter gesungen hat) oder hast Du mit anderen Musiker⋆innen zusammengearbeitet?

„Mit 16 habe ich angefangen in Bands zu spielen“

Jason: Das bin alles ich auf „Lined in Silver“. Ich habe aufgenommen, die Technik gemacht, programmiert, gesungen, abgemischt und das Album gemastert. Die Songs mit meiner Tochter sind wirklich die einzigen Ausnahmen.

Anne: Erzähl mir von Deinen Bandprojekten vor Breaths.

Jason: Ich spiele in Bands, seit ich 16 war. Jetzt bin ich 39. Da kommt also eine Menge zusammen. Als ich ein Teenager war, habe ich in einer Metal Band Gitarre gespielt. Sie hieß Eighth Ground, das war Ende der 1990er, Anfang der 2000er. Wir haben eine Mischung aus Nu-Metal und Hardcore gemacht. Danach habe ich einer Alternative Combo mit dem Namen Subcore Gitarre gespielt. Wir wurden dann später zu Furthest from the Star.

Diese beiden Bands haben mich den größten Teil der 2000er Jahre begleitet. Dann habe ich mich für fast ein Jahrzehnt von der Musikszene verabschiedet. Als Gitarrist war ich 2015 kurz Teil einer Indie Band, habe dann aber ziemlich schnell entschieden, dass das nicht das Richtige für mich war.

2017 habe ich dann meine Frau kennengelernt und wir sind zusammen von Austin, Texas nach Richmond, Virginia gezogen. Sie hat mich sehr dabei unterstützt wieder mit der Musik anzufangen. Ich dann hier eine Band gefunden und wieder mit Gitarre Spielen angefangen. Es sollte ein Instrumental-Projekt sein, aber ich wollte schon immer in einer Band singen und irgendwie schaffte ich es, sie davon zu überzeugen, es mal zu versuchen. Wir haben uns auf den Namen Conductor geeinigt und 2019 eine EP mit drei Songs veröffentlicht. Es war meine erste Aufnahme, bei der ich die Lead Vocals übernommen habe. Das hat mir wirklich geholfen, an mich zu glauben.

„CHNNLR ist ein Remote-Projekt“

Als sich das Ende von Conductor abzuzeichnen begann, habe ich zusammen mit mein Freund in Austin das Remote-Projekt CHNNLR gestartet. Ungefähr ein Jahr später ging es dann auch mit Breaths los.

Anne: Wo liegen Deine Einflüsse? Ich meine musikalisch und insgesamt?

Jason: Musikalisch gibt es so viele. Ich habe eine Schwäche für Metal. Damit bin ich aufgewachsen. Und es ist so vieles daraus entstanden. Einige meiner All-Time-Favourites sind Deftones, Cave in, Dredg, Radiohead, Converge, Boysetsfire, Agent Fresco, Leprous, Deafheaven, Isis, Underoath, Zao, Hum, Nothing, Between the Buried and Me, Mono, Copeland, Thrice, Thursday – ich könnte einfach immer so weitermachen.

Ich stehe auch auf distopische Fiktion (bei Büchern und bei Filmen). Das beeinflusst mich also auch sehr. Ich ziehe viele meine Ideen und Emotionen aus diesen grandiosen Konzepten.

Anne: Wenn Du Dir eine Lieblingsplatte aller Zeiten aussuchen müsstest. Welche wäre es?

Jason: „El Cielo“ von Dredg. Ich höre diese Platte jetzt seit Dredg sie 2002 veröffentlicht haben und sie wird einfach nie alt. Sie ist sehr zeitlos und jedes Mal, wenn ich sie höre, entdecke ich neue Details. Ich liebe sie wirklich. Vermutlich ist sie auch die Platte, die ich am häufigsten gehört habe. Wenn man die Spielzeit auswerten würde, würde man das sicher sehen.

Anne: Das ist cool. Genau so geht es mir auch mit „El Cielo“. Das stimmt wirklich. Jedes Mal, wenn man das Album nach einiger Zeit wieder auflegt, entdeckt man etwas Neues. Das ist wirklich spannend. Dredg sind aber auch wirklich eine fantastische Band.

Du hast mir erzählt, dass Du und Deine Familie jetzt seit vier Jahren vegan lebt. Was hat Euch überzeugt? Hattet Ihr Vorbilder?

„Earthlings hat alles verändert“

Jason: Als ich 22 war, habe ich aufgehört, „rotes Fleisch“ zu mir zu nehmen. Das ist jetzt 22 Jahre her. Mit 29 oder 30 habe ich dann auch Hühnchen und Schweinefleisch weggelassen. Fisch habe ich weiterhin konsumiert. Es ging dann sechs Jahre lang immer wieder hin und her zwischen Vegetarier und „Pescetarier“. Meine Frau (die damals noch meine Freundin war) lebte schon früher vegan und wurde dann irgendwann wieder zur Vegetarierin. Sie forderte mich schließlich heraus, es doch auch mal für einen Monat mit vegan zu versuchen. Für mich hat das eigentlich nur bedeutet, Käse und Eier aufzugeben. Ich sagte also ja.

Ein paar Wochen später habe ich mir dann auf ihre Empfehlung hin „Earthlings“ angeschaut. Diese Dokumentation hat für mich alles verändert. Von diesem Moment an wusste, ich, dass es kein Zurück mehr geben konnte. Ich wusste, dass ich ab sofort aus ethischen Gründen vegan leben würde. Wir haben uns dazu entschieden, diesen Lebensstil mit voller Überzeugung und ohne Kompromisse zu leben. Meine Kinder und mein Hund leben auch vegan und erfreuen sich bester Gesundheit.

Anne: Es scheint eine Menge Menschen zu geben, die einem immer wieder erzählen, dass sie Tiere lieben, während sie auf ihren Steaks herumkauen. Seit ich vegan wurde, ertappe ich mich fast jeden Tag dabei, dass ich denke „Dude, es ist so offensichtlich! Du musst aufhören, Tiere zu essen, wenn Du sagst, dass Du sie liebst.“ Was glaubst Du, woran das liegt?

„Wenn Du nicht vegan lebst, liebst Du HAUStiere und keine Tiere“

Musik und Veganismus – Breaths im InterviewJason: Ich bin überzeugt davon, dass Du keine Tiere liebst, wenn Du nicht vegan lebst – Du liebst HAUStiere. Ich denke, dass die Tiere das, was sie essen von den Tieren als Persönlichkeiten trennen. Es gibt eine Grenze zwischen dem Moment, in dem sie ein niedliches Kälbchen und Schweinchen sehen und dem Moment, in dem sie Fleisch auf ihrem Teller liegen haben. Für mich hat „Earthlings“ diese Grenze aufgehoben. Diese Dokumentation hat mir dabei geholfen, die Verbindung herzustellen und echte Empathie und Leidenschaft zu spüren. Es ist schon vorgekommen, dass ich mich mit Menschen unterhalten habe, die die Verbindung hergestellt haben, denen es aber schlichtweg egal ist. Zumindest geben sie vor, dass es ihnen egal ist. Ich glaube aber, dass das insgesamt ein anderes Problem ist.

Anne: Nur ungefähr zwei Prozent der Menschen leben vegan. Sollte es nicht mehr von uns geben?

Jason: Ich finde, es sollte ganz natürlich sein, dass wir als Menschen Tieren kein Leid antun wollen. Das Problem ist aber, dass wir durch unsere Kulturen, Traditionen und allgemeinen gesellschaftliche Normen gelernt haben, dass es okay und normal ist, Tiere zu essen. Dass das nicht stimmt, müssen wir erst lernen. Wir Veganer⋆innen haben diese Programmierung verlernt.

Anne: Blackgaze, Shoegaze und Post-Rock: Verdammt großartig und nur wenige Menschen interessieren sich dafür. Ich denke, ich kann eine kleine Ähnlichkeit erkennen. Ist diese Musik der Sound des Veganismus?

Jason: Ich glaube, es erfordert eine Menge Leidenschaft, Empathie und Bereitschaft, wenn man vegan leben möchte. Als Musiker⋆in einen Musikstil zu spielen, die nicht unbedingt förderlich für Deine Karriere ist, brauchst Du davon auch eine große Portion von diesen Eigenschaften.

Musik und Veganismus – die Dichotomie der Schönheit und Brutalität

Harte Musik besitzt außerdem die Dichotomie von Schönheit und Brutalität. Beides kann zur gleichen Zeit existieren. Das trifft auf eine Art auch auf den Veganismus genauso zu. Du musst die Brutalität sehen und Dich mit ihr auseinandersetzen, um zu erkennen, wie schön es ist, Veganer⋆in zu sein.

Earth Crisis haben mich eigentlich schon in den 1990er Jahren in die Idee des Veganismus eingeführt, lange bevor ich vegan wurde. Dann waren da noch Cattle Decapitation, die mir wirklich gezeigt haben, dass die Idee nicht nett präsentiert werden muss oder leicht verdaulich ist. Es kann brutal und anschaulich sein, wie es in der Realität ist. Veganismus hat also definitiv starke Wurzeln im Bereich der extremen Musik.

Anne: Belinda und Justin von Crippled Black Phoenix, die auch beide schon lange vegan leben, haben mir erzählt, dass sie ihre Musik dazu nutzen, das Gefühl von Mitgefühl und Empathie gegenüber Tieren zu transportieren. Würdest Du sagen, dass das auch eine Deiner Intentionen ist, wenn es um Musik geht?

Musik und Veganismus: „Ich möchte mehr Songs mit veganem Bezug schreiben“

Jason: Auf jeden Fall! Ich plane, auf dem nächsten Album und in Zukunft mehr Songs mit veganem Bezug zu schreiben. „The Forgotten Ones“ war sozusagen mein erster Versuch in diese Richtung. Jetzt fühle ich mich wohl damit. Ich bin mir sicher, dass ich auf eine Art und Weise über den Veganismus schreiben kann, die Raum für Interpretationen bietet. In Zukunft werde ich aber vermutlich ein paar direktere Songs machen. Das Schöne daran ist, dass ich niemandem Rechenschaft ablegen muss (Label, PR, Management) und das hier nicht als meinen Hauptjob betrachte. Ich bin frei, mit meiner Musik alle Klänge, Genres und Themen zu erforschen.

Anne: Wie bist Du auf Deinen Bandnamen gekommen? Der klingt wunderbar eingängig und lässt auch Raum für Interpretationen. Hat er eine besondere Bedeutung für Dich?

Jason: Ich habe über Bandnamen nachgedacht, nachdem mir die Idee für das Album-Konzept gekommen war. Mir kam dann COVID in den Sinn und wie einem das Virus sprichwörtlich den Atem raubt. Mit dem Mord an George Floyd kam dann der Gedanke auf, wie schrecklich und beängstigend das für ihn gewesen sein muss, auf diese Weise zu sterben. Genau wie bei COVID-19-Patienten, die ersticken, deren Lungen versagen. Ersticken ist für mich eine der unheimlichsten und schlimmsten Arten zu sterben. Ich wollte mit dem Namen all denjenigen, die noch atmen können, etwas mitteilen.

Anne: Was steht als Nächstes auf dem Plan für Breaths? Du hast sicher schon Pläne für Deine große Veröffentlichung gemacht. Ich denke mal, eine Tour ist im Moment nicht wirklich eine Option im Angesicht der Pandemie?

„Ich arbeite schon an meinem nächsten Album“

Jason: Ich versuche, die Veröffentlichung so gut wie möglich zu promoten, alleine und mit meinem Vollzeitjob und meiner Familie. Ich habe ja auch schon erzählt, dass ich schon mit dem nächsten Album angefangen habe. Ich bin noch nicht sehr weit, habe aber schon eine anständige Menge Songs aufgenommen. Bis jetzt habe ich hauptsächlich daran gearbeitet, die richtigen Drum-Sounds hinzukriegen. Sie sollen die nächste Platte noch viel größer machen.

Ich arbeite außerdem mit meinem Kumpel und Bandkollegen an einer CHNNLR LP. Wir haben schon einen Arbeitstitel und ein Konzept für die Platte. An zwei Songs arbeiten wir schon.

Anne: Vielen Dank für das sympathische Interview! Es war toll, ein paar Einblicke in Deine Musik und Dein Leben zu bekommen! Ich freue mich auf „Lined In Silver“ und wünsche Dir alles Gute für die Veröffentlichung! Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie ein voller Erfolg für Dich wird!

Jason: Vielen Dank, dass Du mich mit Deinen Fragen herausgefordert hast und ich ein Teil von dem sein darf! Ich weiß das wirklich zu schätzen!

Mit seiner Mischung aus Post-Metal, Post-Rock Doomgaze und Blackgaze trifft Jason genau den Puls der Zeit. Einen kleinen Vorgeschmack zur kommenden LP bekommt Ihr in meiner Review zur Vorauskopplung „The Forgotten Ones“.

Breaths bei Bandcamp


[⋆] English version

„Heavy music has a lot in common with veganism“ – Interview with Breaths

The debut album of Breaths will be released in March. I had the chance to talk to founder Jason now. We talked about his music and his vegan life.

I have already listened to Jason’s debut LP „Lined in Silver“ – for me it is already one of the year’s discoveries. You can get a little taste of the record below. If you are a fan of post-metal, blackgaze and post-rock, you definitely need to give Breaths a try.

Anne: Hi Jason! Thank you very much for agreeing to this interview! I am pleased to get to know you better. How are you doing these days?

Jason: Overall I’m doing well. My family is healthy, my job is intact, so I have a lot to be thankful for during these crazy times.

Anne: You are planning to release your debut album „Lined In Silver“ on March, 26th (I already wrote a piece about the pre-released song „The Forgotten Ones“). You must be excited about that, are you?

I recorded the album all by myself

Jason: I am excited! It is the first full-length album (and the first set of songs) I’m releasing as a solo artist. I’m amazed at how well everything fell into place with the writing and recording of the record. I actually started Breaths because I was writing a bunch of songs that just didn’t fit with where my other project (CHNNLR, a duo with my friend back in Austin, TX) was going, so I decided to record them on my own and release them as something outside of that project.

Anne: I had the honour to listen to „Lined In Silver“ before the release, and I think it is pretty awesome. Are you also happy with the outcome of your work?

Jason: First of all, thank you for listening to the album, and I’m really humbled that you enjoyed it!

„I am pretty happy with my record“

Interview with BreathsI am personally more than happy with how „Lined in Silver“ turned out. The album was sort of lightning in a bottle moment in time for me. I had learned a lot about home recording while working on the EP my other project (CHNNLR) released this past summer. My role on that EP was to record my guitar and vocal parts and send them to my friend who then tracked bass, mixed and edited everything together, and mastered it. We did some mixing together on conference calls, and I just learned so much from working with him on that.

The fact that I’d played guitar in bands for over 25 years off and on, and recorded EP’s, albums, and singles in studios all around also helped a lot. In all honesty, though, I wasn’t super confident at first that I could capture what I was going for both musically and with the production/engineering. I had never programmed drums, tracked bass, edited vocals, mixed, or mastered before. I finished the title track for the album first, and when I was done with that track, I just remember thinking to myself „maybe I can pull this off.“

I’m writing for the next album already, so hopefully, I can capture that magic again and make another album I’m this proud of.

Anne: „The Forgotten Ones“ is about all the animals we put into cages and behind slaughterhouse walls which are being tortured and killed every day. Is the whole album about this topic? If not: Did you follow any other concept when writing the songs?

„My sleep paralysis inspired me“

Jason: I did not centre the whole album around veganism – just that song. The album as a whole is a concept album that started with my first and (so far) only episode of sleep paralysis a few weeks after my son was born last February. The sleep paralysis was a crazy experience, and that’s what the song „In Nightmares“ on the record is about. There was this shadow in my room and a low growl in my ear, and I was paralysed.

A few weeks after that, the pandemic came into full swing in the US, so the idea was really that my nightmare followed me from sleep into the real world and was manifesting in this crazy pandemic. The song „The Weight & The Bellows“ on the record is about that idea.

Then you had the murder of George Floyd and all that stemmed from that. The song „A Year on Fire“ on the record is about all of that this past summer. It’s basically my protest song, for lack of a better description.

The rest of the songs deal with feelings brought upon by isolation and everything universally that we as a collective people experienced during the pandemic. Or at least, how I imagined people could be feeling. A lot of it is personal, but the really dark places still have hope and were more of me putting myself in others‘ shoes and trying to shine a light in the darkness.

„My daughter joined me on two of the songs“

The album itself and the title track, and then the last track „In Repose“ are about my family being the silver lining surrounding all of the darkness. My wife and kids got me through this last year and will continue to help me through tough times. My three-year-old daughter makes a guest vocal appearance on both the title track, „Lined in Silver“ and the song „Like Wires“ on the album.

Anne: Your music sounds very well composed – whole and polished and also rough and hard. I love how you combine shouting/screaming with singing. I think this could be your brand mark. Also, the creative mixture of post-metal, doomgaze, blackgaze and post-rock catches me. How many artists are there on „Lined In Silver“. I mean: Is that all you (except in the songs, your daughter sang in) or did you collaborate with any guest musicians?

Jason: „Lined in Silver“ is all me. I recorded, engineered, programmed, did all the singing/screaming, mixed, and mastered it all. The only exception would be the two clips of my daughter on the record.

Anne: Tell me about your music projects before you started Breaths.

„I’ve started playing in Bands when I was 16“

Jason: I’ve played in bands since I was 16 and I’m 39 now, so I’ve had a few. I played guitar in a metal band in my teens called Eighth Ground (back in the late 1990s/early 2000s). It was sort of a mixture of nu-metal and hardcore. After that, I played guitar in an alternative metal band called Subcore which morphed into another band called Furthest From the Star.

Those two bands took me through most of my 20’s. Then I dropped out of the music scene for almost a decade. I joined an indie band for a short time on guitar back in 2015, but then decided it wasn’t really what I wanted to do.

Then I met my wife, and we moved up to Richmond, VA (from Austin, TX) back in 2017. She really supported me to start playing again, so I found a band here and played the guitar with them for a bit. It was supposed to be an instrumental band, but I had always wanted to sing in a band and eventually convinced them to let me try. We settled on the name Conductor and released a 3-song EP back in 2019. That was my first recording where I did lead vocals, which helped me feel like I could do it.

„CHNNLR is a remote project“

Then I started CHNNLR remotely with my friend back in Austin as Conductor was coming to an end, and then Breaths after about a year of working on CHNNLR.

Anne: Who are your influences? I mean musical and in general?

Jason: Musically, so many. I have a soft spot for the metal I grew up on, but then it expands outward from there. Deftones, Cave In, Dredg, Radiohead, Converge, Boysetsfire, Agent Fresco, Leprous, Deafheaven, Isis, Underoath, Zao, Hum, Nothing, Between the Buried and Me, Mono, Copeland, Thrice, Thursday are some of my favourite bands – I could go on forever.

I also really love dystopian fiction (both books and movies), which influences a lot of how I exaggerate specific ideas and emotions into more grandiose concepts.

Anne: If you’ve had to choose one favourite record of all times: Which one would it be?

Jason: Dredg – El Cielo. Since the day it was released back in 2002, I have listened to that record, and it’s never once gotten old. It’s timeless, and every time I listen to it, I discover new things that I love about it. That would probably be my most played album of all time if that data were out there.

Anne: That’s cool. That’s exactly how I feel about „El Cielo“. It’s true. Every time you put the album back on after a while, you discover something new. It’s fascinating. But Dredg is also a fantastic band. You told me you and your family went vegan about four years ago. Who or what convinced you to do it? Did you have any role models?

„Earthlings changed everything“

Jason: I gave up red meat when I was 22, so 17 years ago. Chicken and pork (everything but fish) came later when I was around 29 or 30. Then I went back and forth between being vegetarian and pescatarian for probably 5 or 6 years. My wife (girlfriend at the time), who had been vegan before and gone back to being vegetarian, challenged me to be vegan for a month with her. It just meant giving up cheese and eggs at the time, since I had decided to be entirely vegetarian again, so I said sure. A few weeks into that month, I watched the documentary „Earthlings“ with her, on her recommendation.

That documentary just flipped a switch inside for me. I cried, got super angry, felt all the emotions watching that documentary. From that point, I decided I couldn’t go back, and I committed (alongside my wife) to living an ethical vegan lifestyle, not just eating plant-based. We’ve since been living the lifestyle with no regrets other than not doing it sooner. Side note, my kids and dog, are also vegan, and they are doing perfectly well.

Anne: There seem to be a lot of people who keep telling you all the time how much they love animals while chewing on their steaks. Since I went vegan, it happens nearly every day that I think „Dude, it is so obvious! You need to stop eating animals if you say you love them!“ What do you think why is that?

„If you are not vegan you love pets – not animals“

Interview with BreathsJason: My stance on that is that you don’t love animals if you are not vegan – you only love pets. I think it’s that people separate what they eat from the actual animals themselves. There’s a disconnect between them seeing a cute calf, cow, or pig and then eating that dead animal. For me, there was that separation until I saw „Earthlings„. That documentary just helped me make that connection and really feel empathy and passion for veganism. I’ve also talked to those who get the connection, and just don’t care or claim not to care. That’s another issue altogether, I feel.

Anne: Only like two per cent of all humans are vegans. Shouldn’t there be more of us?

Jason: I feel it should come naturally that we as people would not want to harm animals. However, the issue comes from learning through culture and traditions and just general societal norms that eating animals is okay and normal. It’s not; we need to unlearn this. Vegans have unlearned that programming.

Anne: Blackgaze, shoegaze, post-rock: As good as f*** but only a small crowd. I think I can sense some sort of similarity here. Is this the sound of veganism?

Music and veganism – the dichotomy of beauty and brutality

Jason: I feel like being entirely vegan takes a lot of passion, love and dedication. Being a musician playing a style of music that isn’t going to (most likely) do a lot for you career-wise also takes a lot of the same passion, love and dedication. Also, heavy music has the dichotomy of beauty and brutality or can be both simultaneously. Being vegan is like that, too, in a way. You have to see and own the brutality of living as a non-vegan to start to see the beauty of being vegan.

Earth Crisis actually introduced me to the idea of veganism back in the 1990s, long before I became vegan. Then there was Cattle Decapitation, who showed me that you don’t need to present the idea nicely or easy to digest. I can be brutal and graphic, as it is in reality. So veganism definitely has strong roots in the realm of extreme music.

Anne: Belinda and Justin from Crippled Black Phoenix, who are also both vegans for many years now, told me they are using their music to transport the message of compassion and empathy towards animals. Would you say that this is also one of your intentions when it comes to music?

„In the future, I would like to write more songs with a vegan reference“

Jason: Absolutely! I plan on writing more vegan-centric songs on the next album and in the future. ‚The Forgotten Ones‘ was kind of my first attempt at it. Now I feel comfortable that I can write about veganism in a way that can still be up for interpretation. But I may have a few more direct songs in the future. That is the beauty of not answering to anyone (label, PR, management, etc.) and also not looking at this as a career – I am free to explore sounds, genres and themes with my music.

Anne: How did you come up with your band name? I think it sounds quite catchy and it also leaves a lot of room for interpretations though. Does it have a special meaning to you?

Jason: I was thinking of band names after I had an idea for the album concept, so the theme of Covid affecting breathing came to mind. Then with the murder of George Floyd, the thought of just how terrible and scary that must have been for him to die that way. Also, with COVID-19 patients suffocating, their lungs failing them. It’s just one of the scariest ways to pass to me, suffocation. The name was sort of an idea that stemmed from all that, trying to give something back to those still with breaths left to take.

Anne: What’s up next for Breaths? Did you already make plans for the time after your big release? I guess touring is not much of an option in these weird times of the pandemic.

„I’m already working on my next album“

Jason: I am just trying to promote the release as much as I can on my own, and with a full-time career and family. I have already started writing the next Breaths album. I’m not far along but have a decent amount tracked for a song. I’ve been mainly working on getting the right drum tones to make this next record even that much bigger.

I’m also working on the debut full-length from my other project, CHNNLR with my friend and collaborator. We’ve got a concept for the album and a working title. We’ve got two songs in progress, with more in the works.

Anne: Thank you very much for this sympathetic interview! It was great to hear a few insights about your music and life! I am looking forward to „Lined In Silver“ and wishing you all the best for the release! I am pretty sure it will be a great success for you!

Jason: Thank you for challenging me with these questions, and for letting me be a part of this. I really appreciate it!

With his mixture of post-metal, post-rock doomgaze and blackgaze, Jason hits the pulse of our times. You can get a taste of his upcoming LP in my review of the pre-released song „The Forgotten Ones“.

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