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    Crippled Black Phoenix

    Musik als Aktivismus

    Interview von Anne
    20.12.2020 — Lesezeit: 11 min
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    Crippled Black Phoenix

    Crippled Black Phoenix ist eine der Bands, die mich immer wieder aufs Neue beeindrucken – zuletzt mit ihrem aktuellen Album "Ellengæst". Jetzt konnte ich mich mit Sängerin und Songwriterin Belinda Kordic und Bandleader Justin Greaves zu einem Interview per Videocall verabreden.

    Das Gespräch, an dem auch Justins Katzen rege beteiligt waren, war unglaublich spannend. Ich habe mich mit den beiden über ihre Pläne, Tierrechte, Veganismus, Musik und Aktivismus unterhalten. Und natürlich über ihre Platte.

    Anne: Vielen Dank für dieses Interview! Ich muss sagen, dass ich mich sehr geehrt fühle! Hier vor meinem Bildschirm zu sitzen und mit Euch zu sprechen, fühlt sich überwältigend an!

    Justin: Vielen Dank! Du schreibst tolle Sachen!

    Belinda: Ja! Auf jeden Fall! Diese Dinge sind uns auch sehr wichtig!

    Anne: Vielen Dank für Eure freundlichen Worte! Wie geht es Euch heute? Wo seid Ihr beiden gerade? Es sieht sehr gemütlich bei Dir aus, Belinda!

    Justin: Ich bin in Nordengland und Belinda sitzt in Stockholm. Manchmal sind wir zusammen und manchmal an unterschiedlichen Orten. Im Moment sitzen wir beide in unseren kleinen Verliesen (lacht).

    "Es geht um den Verlust der Menschlichkeit"

    Belinda. Bild/Picture: © Crippled Black PhoenixAnne:  Der Song "Lost" von Eurem neuen Album hat Matze und mich nicht mehr losgelassen. Ich habe ihn daher darum gebeten, einen Gastartikel darüber zu schreiben. Ich hatte das Gefühl, dass er der Richtige dafür ist, das alles in Worte zu fassen. Und diese Intuition hat sich als richtig erwiesen, denn Ihr habt mir erzählt, dass Ihr es genossen habt, ihn zu lesen! Der Artikel ist ziemlich politisch und bezieht sich nur teilweise auf Euren Song. Ich denke, wir hatten, genau, wie Ihr mit Eurer Musik, den Wunsch, etwas tiefer zu blicken. Warum habt Ihr Euch darauf bezogen?

    Belinda: Er ist toll! Er fasst wirklich alles ziemlich gut zusammen.

    Justin: Es geht um die Dinge, die uns besonders wichtig sind. Es war schön zu sehen, dass sich Euer Artikel nicht nur um das Video dreht. Er beschäftigt sich viel mehr mit dem großen Ganzen und genau das wollten wir mit dem Video auch zum Ausdruck bringen.

    Anne: Ich bin sehr gespannt auf die Geschichte hinter dem Video. Wer hatte die Idee?

    Belinda: Im Song "Lost" geht es darum, wie wir nach und nach unsere Menschlichkeit verlieren. Wie den Menschen ihre Seele abhanden gekommen ist. Wir haben uns mit Guilherme (Guilherme Henriques, Regisseur) unterhalten und er wusste sofort, was wir meinen. Wir wollten in dem Clip all das Leid zeigen: Wie Menschen Tiere behandeln, Obdachlosigkeit und schlechte Politik. All das, was in Summe das Ende unseres Planeten bedeuten kann – zusammengefasst in einem Video. Nicht nur auf die Tiere bezogen, wie in einigen unserer älteren Songs, sondern einfach alles. Die ganze Geschichte. Und Guilherme hat das so großartig umgesetzt.

    "Der Song ist eine Entschuldigung im Namen der Menschheit"

    Justin: Genau wie im Song "Nebulas" (CBP Album "Great Escape, 2018). Dieses Stück ist wie eine Entschuldigung im Namen der Menschheit. "Lost" greift auf gewisse Weise um sich. Man realisiert nach und nach, dass so viele Dinge das auf dieselbe Art beeinflussen. Es kann die Art sein, wie wir Tiere behandeln, Gier, Korruption und alles andere. Mit alledem gießen wir Benzin in dasselbe Feuer. Die falschen Leute haben die Macht und das heizt die Flamme an. Es macht alles noch schlimmer. Es ist so ein harter Kampf. All das macht das so hoffnungslos.

    Ich denke, dass viele Menschen mir zustimmen würden. Wir fühlen uns alle irgendwie ausgestoßen, weil wir es nicht aufhalten können. Es gibt massenhaft Menschen, die wissen, was auf der Welt los ist. Aber sie wollen es nicht sehen.

    Belinda: Ja, ich glaube, viele Menschen denken sich "Wenn ich es nicht sehe, existiert es nicht" und dadurch lastet es auch nicht auf ihren Schultern. Sie setzen also Scheuklappen auf. Aber eine Menge Menschen da draußen haben auch absolut keine Ahnung, wie Tiere in der Massentierhaltung und auch sonst behandelt werden. Es hat auch mal eine Zeit gegeben, als ich das nicht wusste. Dass männliche Küken zu Tode geschreddert werden, weil "ihr Dasein keinen Sinn hat". Das Kälbchen von ihren weinenden Müttern getrennt werden, damit wir Menschen ihre Milch trinken können.

    Anne: Ich finde, das war eine ziemliche Glanzleistung, das alles in einem achtminütigen Video zusammenzufassen. Es ist wirklich großartig geworden.

    "Ich konnte mir das Video nicht komplett ansehen"

    Belinda: Guilherme hat wirklich einen guten Job gemacht. Er war regelrecht am Boden zerstört und unglaublich aufgewühlt, nachdem er stundenlang dagesessen und die Bilder für das Video editiert hatte. Genau wie die Sache mit den Tieren. Es hat ihn wirklich gepackt. Ich habe es bis heute nicht geschafft, mir das komplette Video anzusehen.

    Anne: Für mich war es fast wie, als ich "Earthlings" das erste Mal gesehen habe. Es hat mich in seinen Bann gezogen. Es war ziemlich intensiv. Ich hoffe, dass sich viele Menschen dieses Video ansehen werden.

    Belinda: Danke schön! Das ist die Reaktion, die wir uns erhofft hatten. Wir wollten, dass die Menschen diese Warnungen sehen. Darum haben wir uns zum Beispiel auch gegen eine Trigger Warnung entschieden. Nachrichten in visueller Form sind ein sehr effektives Werkzeug. Das ist ein guter Aspekt von Social Media. Du kannst damit die Massen erreichen. Und wenn Du einmal Szenen, wie die in "Lost" gesehen hast, kannst Du es nicht mehr rückgängig machen.

    Justin: Man muss das in den richtigen Kontext stellen und es möglichst behutsam machen. Das ist wirklich wichtig. Ich finde, es ist nichts Provokatives an unserem Video. Alles steht in einem Kontext. Und ich denke, genau auf diese Art und Weise sollten wir es den Menschen vermitteln. Uns ist der Teil mit der Grausamkeit gegenüber Tieren besonders wichtig. Das schockiert uns und macht es schwierig, sich den Clip anzuschauen.

    Anne: Ihr seid auch beide Veganer⋆innen und engagiert Euch für Themen wie die Klimakatastrophe und die Ausbeutung der Erde. Menschlichkeit und Tierrechte sind häufig Thema Eurer Songs. Selbst, wenn ein Text nicht davon handelt, kann man es in Euren Melodien hören. Macht Ihr Musik, um diese sehr wichtige Message zu verbreiten oder ist es eher andersrum? Sprich: Seht Ihr Euch eher als Aktivist⋆innen oder als Musiker⋆innen?

    "Wenn ich mich nicht bremse, geht es in jedem Song um die Tiere"

    Belinda: Ich versuche meinen Teil in Form meiner Lyrics beizutragen. In ihnen liegt ein kleiner Teil meines Aktivismus. Ich muss eine Menge zurückhalten. Sonst würde wohl jeder Demosong, den Justin mir gibt, am Ende von den Tieren handeln. Den Tieren eine Stimme geben.

    Ich spende auch, so viel ich kann, an Tierrechtsorganisationen und kleine Hilfsprojekte. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich definitiv häufiger auf die Straße gehen und mich engagieren. Aber genau, wie ich es in einem anderen Interview schon mal erwähnt habe: Ich könnte einen Teil des Aktivismus nicht ertragen. Zum Beispiel mich im Kampf gegen die Schlachthäuser einzusetzen. Es würde mich zerstören. Ich glaube, es würde mich dazu bringen, von einer Brücke zu springen.

    Justin: Ich würde sagen, das hält sich bei mir die Waage. Mental war ich immer ein Aktivist. Aber wir können nur unser Möglichstes tun und was unserer Situation angemessen ist. Ich hatte nicht immer diese Möglichkeiten. Als Musiker⋆in hast Du eine Stimme. Ich denke, das ist, was unsere Aktivist⋆innen-Seite ausmacht. Wir können jetzt endlich ein bisschen mehr unternehmen. Was wir wirklich tun können, ist unsere Stimme zu nutzen! Auch, wenn es schwierig ist, da die richtige Balance zu finden. Den Menschen wird das sonst schnell unangenehm. Tierrechte sind kein politisches Problem, sondern ein soziales. Die Menschen mögen es nicht.

    "Man darf das Thema Tierrechte nicht zu oft ansprechen"

    Justin. Bild/Picture: © Crippled Black PhoenixBelinda: Ja, sie nennen Dich "militant", wenn Du das Thema zu oft ansprichst.

    Mit unserem Song "Nebulas" entschuldige ich mich bei den Tieren dafür, dass ich nicht mehr tun kann. Ich möchte damit sagen "Es tut mir leid, dass ich Euch nicht retten kann".

    Justin: Das Verrückte ist, Du sprichst diese Themen an und versuchst dabei konstruktiv zu sein, zu informieren und darauf aufmerksam zu machen. Und die Leute sagen sofort "Du wirst mir nicht vorschreiben, ob ich Fleisch esse oder nicht". Sie fangen an, sich mit Dir über die Lebensmittel, die Du zu Dir nimmst, zu streiten. Ich denke mir dann immer "Es geht nicht um die Ernährung! Es geht darum, wie wir mit Tieren umgehen!" Sie scheinen sich immer Sorgen darum zu machen, was Du zum Abendbrot isst.

    Ich streite mich nicht mit Leuten, die Fleisch essen. Wir werden die Menschen niemals davon abhalten, Tiere schlecht zu behandeln und zu töten. Das wird traurigerweise niemals passieren. Aber wir werden verdammt nochmal nicht damit aufhören, es zu versuchen! Wir müssen weiter das Bewusstsein dafür vermitteln. Aber ohne die Menschen unter Druck zu setzen. Denn je mehr Du das tust, desto mehr sträuben sie sich dagegen.

    Anne: Ich kann mir vorstellen, dass Ihr viele Menschen inspiriert habt, auch Veganer⋆innen zu werden. Habt Ihr eine Idee, wie viele es sind? Gibt es Bandmitglieder oder Fans, die Ihr überzeugt habt?

    "Meine Mutter schmuggelt meinem Vater veganes Essen auf den Teller"

    Justin: Unser Toningenieur ist so ziemlich das Gegenteil von uns, wenn es ums Essen geht. Er liebt seinen Pie mit Pommes – er ist einfach "very British". Wir haben ihn in ein veganes Restaurant eingeladen und er musste zugeben, dass es ziemlich großartig war. Ich glaube, er hat danach angefangen, sich etwas besser zu ernähren. Er wird nie zum Veganer werden. Aber darum mögen wir ihn nicht weniger. Ich weiß, dass meine Mutter ab und zu ein paar vegane Speisen auf den Teller meines Vaters schmuggelt.

    Generell sind die Leute immer interessiert. Wenn Du auf Tour rumhängst, wird es jeden Tag zum Thema. Beim Mittagessen wird immer gefragt, wer "die Veganer⋆innen" sind. Alle zeigen Interesse. Manche erzählen auch, dass sie es mal ausprobieren wollen. Ich denke aber, dass die meisten es wieder vergessen, wenn Du nicht mehr da bist.

    Anne: Wann seid Ihr Veganer⋆innen geworden? Wer oder was hat Euch inspiriert?

    "Belinda hat mich inspiriert, Veganer zu werden"

    Justin: Ich habe mich seit meinem 14 Lebensjahr vegetarisch ernährt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wann ich dann zum Veganer wurde. Aber Belinda hat mir den letzten Schubs gegeben. Es war also sie, die mich inspiriert hat!

    Belinda: Ich wurde vor zwanzig Jahren Vegetarierin. Ich war viele Jahre lang so eine typische "Teilzeit-Veganerin" – falls es so etwas wirklich gibt. Ich habe zum Beispiel Eier von "glücklichen Hühnern" gegessen, die mir Freunde gegeben haben. Den finalen Schritt habe ich vor sechs Jahren gemacht. So dramatisch es auch klingen mag – und glaub mir, wenn ich Dir das sage – Ich habe diese grausamen Schuldgefühle. Sie werden mich bis zum Tag meines Todes verfolgen. Ich bereue zutiefst, dass ich nicht schon vor Jahrzehnten Veganerin wurde.

    Ich sollte auch noch erwähnen, dass wir Nicht-Veganer nicht dämonisieren. Es macht Dich nicht automatisch zu einer bösen Person, wenn Du Fleisch isst. Wir haben eine Menge Freude, die wunderbare Menschen sind, aber keine Veganer⋆innen.

    Anne: Euer neues Album "Ellengæst" ist ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk – für mich ist es ein klarer Kandidat für das Album des Jahres. Ich denke, die Stimmung der Platte spiegelt die Grundstimmung 2020 wider. Habt Ihr die Songs mit diesem Eindruck geschrieben – Ich spreche vor allem vom Song "The Invisible Past"? Habt Ihr es darum nach einem bösen Dämonen benannt?

    "Wir haben 'Ellengæst' vor eineinhalb Jahren gemacht"

    Justin: Die Wahrheit ist, dass wir das Album vor etwa eineinhalb Jahren gemacht haben. Wir haben die Songs dann im Oktober 2019 aufgenommen. Es war also ein echter Zufall, dass es Bezug auf 2020 nimmt. Der Song "Lost" zum Beispiel handelt nicht speziell von diesem Jahr. Es geht darum, wie wir die Welt sehen.

    Ich würde nicht sagen, dass es schwerwiegend schlimmer geworden ist, dieses Jahr. Ich würde sagen, 2020 hat eine Menge Dinge ans Tageslicht befördert. Jeder ist schockiert und alle sagen, dass 2020 ein wirklich schlimmes Jahr ist. Aber die Menschen sind sich dessen dieses einfach bewusst geworden. Die Aktivist⋆innen versuchen zum Beispiel schon seit 50 Jahren das Thema Klimawandel auf den Tisch zu bringen. 2020 ist es zu einem öffentlichen Thema geworden.

    Belinda: Ich glaube auch, dass die Leute durch die Corona-Krise mehr Zeit haben, sich hinzusetzen und über diese Dinge nachzudenken.

    Anne: Da Ihr nicht immer am selben Ort seid – einige von Euch in England, einige in Schweden – und gibt auch jede Menge Gastauftritt auf Eurem Album: Wie schafft Ihr es, gemeinsam Songs aufzunehmen? Besonders in Zeiten wie diesen?

    "Wir haben an neuen Aufnahmen gearbeitet"

    Bild/Picture: © Crippled Black PhoenixBelinda: Wir waren letzten Monat im Studio! Einige unserer Gäste haben ihre Parts in ihren Studios in ihren Heimatstädten aufgenommen und einige sind ins Studio gekommen. Manchmal muss man es einfach geschehen lassen!

    Anne: Was haltet Ihr von Remote Recording?

    Justin: Wir nehmen unsere Alben nicht so gerne remote auf. Ich glaube, wir sind ein bisschen altmodisch, was das angeht. Mit der richtigen Art von Mikrofon kannst Du Deinen Gesang überall aufnehmen. Aber mit den Instrumenten ist das anders. Wir haben einen speziellen Sound, der sich zum Teil auch aus den Räumen ergibt, in denen wir ihn aufgenommen haben. Die Drums auf Ellengæst klingen wie Crippled Black Phoenix Drums, weil wir sie mit speziellen Mikrofonen und besonderem Equipment in einer Kapelle aufgenommen haben – auf eine ganz bestimmte Art. Das sind Dinge, die Du nicht in Deinem Schlafzimmer oder in irgend einem alten Studio machen kannst. Ich finde, es ist auf eine Art schon ein bisschen nervig aber den zusätzlichen Stress und die Arbeit auch wirklich wert.

    Anne: Das hört sich so an, als wärt Ihr mit dem Ergebnis Eurer Arbeit zufrieden?

    Belinda: Also, man hört sich seine eigene Musik ja nicht an (lacht). Was mir wirklich gefällt ist die Message. Das Video für "Lost" und so weiter. Damit bin ich wirklich sehr glücklich.

    Anne: Ihr habt den Song "Cry Of Love" zusammen mit Ryan Peterson gemacht. Es geht darin um den Verlust seiner geliebten Katze. Wie kam es zu der Kollaboration?

    "Viele unserer Songs haben wir Katzen gewidmet"

    Justin: Als wir den Song gemacht haben, hat Ryan uns gefragt, ob er den Text dafür schreiben kann. Wir hatten schon vom Tod seiner Katze erfahren. Er hat uns gefragt, ob es uns etwas ausmachen würde und wir hatten natürlich nichts dagegen. Tragischerweise waren genau zum selben Zeitpunkt zwei unserer Katzen kurz hintereinander gestorben – Tigger und Nell – wir hatten also beide jemanden verloren.

    Für mich war es ein großartiger Zufall, dass Ryan zu diesem Zeitpunkt die Idee für diesen Song hatte. Es war eine Art glückliche Fügung. Tatsächlich haben wir das komplette Album diesen drei Katzen gewidmet. Und es war nicht das erste Mal. "No Sadness Or Farewell" haben auch einer Katze gewidmet.

    Belinda: Tigger, der in Justins Armen gestorben ist, ist auch die Katze auf unserer EP "Horrific Honorifics"!

    Anne: Ihr habt Ellengæst während der COVID-Pandemie veröffentlicht. Wie hat sich das auf die Album-Promotion ausgewirkt? Inwiefern war sie anders, als die für die Vorgänger-Alben? Gab es Nachteile für Euch? Also zum Beispiel die Tatsache, dass Ihr die Platte nicht bei Live-Konzerten vorstellen konntet?

    Justin: Also nicht dazu in der Lage zu sein, live zu spielen, war auf jeden Fall ein Nachteil für uns. Aber ich würde sagen, wir schätzen es genauso, Interviews zu geben. Wir sind unserem Plattenlabel sehr dankbar. Sie machen wirklich einen sehr guten Job und bringen uns mit Magazinen und Blogs zu verbinden. Aber es ist auch ein Black Metal Label. Also kommt eine Menge unserer Presse aus dieser Ecke. Das war auf eine Art also auch eine kleine Hürde. Es ist nicht so leicht, die Menschen für sich zu gewinnen, indem man darüber redet, was einem wichtig ist. Also schätzen wir es auch immer, so reden zu können, wie wir es gerade tun. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie COVID unsere Arbeit beeinflusst hat. Wir sind ja irgendwie immer ein bisschen lose miteinander vernetzt.

    Anne: Apropos Tour. Einige Bands posten gerade fleißig Konzerttermine auf Facebook. Findet Ihr das zu optimistisch?

    "Wir wollen 2021 auf Tour gehen"

    Belinda: Wir hoffen nicht, weil wir auch ein paar tolle Sachen geplant haben! Wir hoffen alle das Beste.

    Anne: Könnt Ihr schon sagen, wann wir Euch hier in Hamburg wieder auf der Bühne sehen können? Das letzte Mal, als wir Euch gesehen haben, hatten wir wirklich eine fantastische Zeit – für mich war es einer der besten Konzertmomente des Jahres 2019.

    Justin: Wir hoffen, dass wir 2021 wieder in Hamburg sein können. Es ist cool, dass Du das Konzert in Hamburg erwähnst! Das war im "Knust", oder? Ich liebe diese Location!

    Anne: Was steht als Nächstes auf dem Plan für Crippled Black Phoenix?

    Belinda: Wenn alles klappt, werden wir 2021 auf jeden Fall auf Tour gehen.

    Justin: Wir haben einige Shows für 2021 gebucht. Es gibt jede Menge Termine in Deutschland und eine paar weitere auf dem Kontinent. Wir schauen uns auch die Festivals an. Aber wir können leider noch nichts Genaues in diese Richtung sagen. Also lasst uns die Daumen drücken!

    "Wir hoffen, dass uns der Brexit nicht ausbremst"

    Ich hoffe sehr, dass uns 2021 der Brexit nicht so bremsen wird, wie es COVID 2020 getan hat. Wir haben uns das mal angeschaut und es scheint, dass das Touren dadurch ziemlich teuer wird. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das sein wird. Ab Januar werde ich nicht mehr die Freiheit besitzen, wann immer ich will in die EU zu reisen. Ich meine, wie verrückt ist das bitte? Neben vielen anderen Punkten natürlich. Meine Mutter ist Schottin. Also hoffe ich darauf, dass Schottland unabhängig wird. Dann kann ich mir einen schottischen Pass besorgen und wieder reisen.

    Anne: Arbeitet Ihr schon wieder an neuen Songs?

    Belinda: Wir wollen den zweiten Teil unseres neuen Projekts im April aufnehmen.

    Justin: Ja, wir haben die erste Hälfte des nächsten Albums schon fertig. Also denke ich, dass wir es irgendwann Ende nächsten Jahres veröffentlichen werden. Außerdem werden wir hoffentlich bald einen neuen Song veröffentlichen.

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