Um keinen anderen lebenden Künstler ranken sich so viele Mythen, wie um Banksy. In seiner Heimatstadt Bristol hat angeblich sogar jeder seine persönliche Banksy-Geschichte zu erzählen.

Wir hatten jetzt die Gelegenheit, ihn im Moco in Amsterdam hautnah zu erleben. Das moderne Kunstmuseum stellt viele seiner Werke aus und beleuchtet seinen Hintergrund auf lebendige Weise.

Echte Banksy-Stücke

BanksyIm Moco sind nicht nur Drucke ausgestellt, sondern echte Banksy-Stücke. Da kann auch mal ein Stück Mauer oder ein Verkehrschild dabei sein. Die meisten Exponate stammen aus privaten Sammlungen.

Vielen ist nicht bewusst, dass Banksy nicht „nur“ ein Straßenkünstler ist. Er stellt auch Bilder für den „Hausgebrauch“ her. Auch aus dieser Kategorie ist im Moco einiges zu sehen. Und nicht nur in Bildern und Graffitis drückt sich der Künstler aus. Auch einige bekannte Installationen stammen von ihm. Zwei der wohl berühmtesten Werke dieser Art sind der mit einer Viktorianischen Zeitung bemalte Elefant sowie die mit Kunst verzierten Kühe.

Politisch und schwarzhumorig

Unter anderem sind in der Ausstellung „The Monkey“, „The Girl With The Balloon“, die Ratte, die Überwachungskamera und viele weitere berühmte Werke zu sehen. Banksy startete seine Karriere als Streetartist. Seine Arbeiten sind politisch und häufig schwarzhumorig.

Er hält der Menschheit den Spiegel vor und zeigt der Gesellschaft, wie sie wirklich ist. Durch Banksy wurde Stencil Art überhaupt erst bekannt. Heute befinden sich in vielen Städten „Banksys“, ob diese echt sind, weiß nur der Künstler selbst.

Von der Dry BreadZ Crew bis zu Exit Trough The Gift Shop

BanksyIn den frühen 90er Jahren begann Banksy gemeinsam mit der Dry BreadZ Crew in Bristol Graffitis zu sprühen. Etwa zehn Jahre später spezialisierte er sich auf Schablonen (Stencils). Zuvor hatte er seine Werke zum Großteil frei Hand angefertigt. Nach und nach entwickelte er seinen individuellen Stil und seine Bilder tauchten an immer mehr Hauswänden in Bristol und London auf.

Charakteristisch für seine Arbeiten sind die Verbindung zu politischen Themen sowie die satirische Kritik an Krieg, Kapitalismus, Heuchelei und Gier. Bekannte Motive, die er immer wieder in Szene setzt, sind Ratten, Affen, Polizisten, Mitglieder der Britischen Königsfamilie sowie Kinder.

Wer mehr über Banksy und seine Kunst erfahren möchte, schaut sich am besten die Dokumentation Exit Through the Gift Shop* an. Mit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2010 erreichte das weltweite Interesse am Straßenkünstler Banksy ihren Höhepunkt.

Weiterentwicklung in New York

Im November 2013 begannen Banksys Kunstwerke auch an New Yorker Mauern aufzutauchen. Zu dieser Zeit verkaufte er auch einige seiner Werke zum Preis von 60 Dollar pro Bild auf der Straße.

Banksys Indentität ist auch heute noch unbekannt. Die zwei Namen, die am häufigsten im Zusammenhang mit ihm genannt werden sind Robin Gunningham und Robert Banks. Keiner weiß, ob er einer der beiden ist, oder die Kunstwelt auch damit nur an der Nase herumführt.

Bilder, die einen Mann zeigen, der angeblich Banksy sein soll, deuten auf Gunningham, einen Künstler, der 1973 in Bristol geboren ist, hin. Dieser zog um das Jahr 2000 herum nach London. Um diese Zeit, hatte Banksys Straßenkunst begonnen, sich in der Britischen Hauptstadt auszubreiten.

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