Auch, wenn er schon ein paar Tage zurückliegt, möchte ich diesen besonderen Moment gerne mit Euch teilen. Vier Jahre nach dem ganz besonderen NINE INCH NAILS Konzert in der Zitadelle in Berlin Spandau war es diesen Sommer wieder soweit: Trent Reznor samt Band war mit neuer Musik im Gepäck angereist und trat wie schon 2014 im Rahmen des Citadel Music Festival auf.

Seit Weihnachten schon lagen die Tickets in meiner Schublade. Vielen Dank nochmal an den Schenker. Das Konzert fand am 2. Juli statt. Viel Zeit für Vorfreude also. An dieser Stelle wechsle ich mal (künstlerische Freiheit und so) die Zeitform. Ich möchte, dass Ihr live dabei seid.

ZitadelleBei traumhaftem Wetter finden wir uns am Ort des Geschehens ein. Erster Stopp: Der Merch-Stand. Erstmal T-Shirts für die, die zu Hause bleiben mussten, sichern. Bevor es ernst wird. Genau wie beim NIN Konzert 2014, herrscht dort schon reges Treiben.

Die Fans sind von überallher nach Spandau gekommen

Wie wir es von NINE INCH NAILS Konzerten gewohnt sind, sind die Fans aus aller Herren Länder angereist. Gegen 20 Uhr betritt die Band die Bühne und alle werden für ihre Geduld belohnt. Mit „Branches/Bones“ wird das Konzert eingeläutet. Andächtiges Schweigen gefolgt von Euphorie und Mitsingen im Publikum. Alle sind froh, „ihre“ NIN wieder live erleben zu dürfen. Eine rohe Bühnenshow, wie wir sie von Auftritten wie dem legendären Woodstock Gig von 1994 (den wir damals auf dem Teppich sitzend vom elterlichen Wohnzimmer aus bestaunten) kennen, beginnt. Fast genau wie damals. Nur der Schlamm fehlt.

NIN sind reifer geworden. Sie besinnen sich nach Ausflügen in die verschiedensten musikalischen Ecken auf ihre Wurzeln. Industrial soll es sein. Abgespeckt. Kühl, hart und düster. Trents Stimme ist sehr präsent. Ein paar kleine Schnitzerchen machen nichts. Sie gehören dazu. Das, was sich da oben auf der Bühne abspielt, ist authentisch. Mehr als das. Diese Band ist angekommen. Attikus Ross an den Keyboards genauso, wie Trent Reznor. Soloausflüge und Projekte mit anderen Künstlern haben die Ausnahmemusiker geerdet. Und das färbt ab.

Die Band hat sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, der ein ganz persönlicher ist. Für alle Fans der ersten Stunde, die heute Abend hier sind. Für alle, die Trents Phasen mit durchlebt haben. Ob an seiner Seite, oder aus der Ferne.

Raves und Rockkonzerte

ZitadelleAuch für etwas Wehmut ist dabei Platz. Die abgewickelten Musikkassetten an Ross Keyboard erinnern uns an damals. Damals, als wir zwischen Raves und Rockkonzerten auf der Suche nach uns selbst waren. Mit NINE INCH NAILS auf den sperrigen Kopfhörern. Den Kopf in den Wolken. Endzeitstimmung und Neubeginn. „Head Like A Hole“ von 1990. Im Video zum Song entdeckten wir die wirren Tonbänder zum ersten Mal. Ein Zeichen des Aufbruchs in eine neue Ära. Musikalisch und auch sonst. Alles schien damals offen zu sein. Das Ende der Generation Mixtape. Weg von auf zweimal 45 Minuten beschränkten Kassetten kopfüber vorwärts in den virtuellen Raum.

„Head Like A Hole“ spielen NIN auch an diesem Abend in der Zitadelle. Als letzten Song vor der Zugabe. Das Publikum befindet sich zu diesem Zeitpunkt in seeliger Musik-Trance. Um kurz danach von „Even Deeper“ einfach weggeblasen zu werden. Das traditionell als letztes Encore zum Besten gegebene „Hurt“ sorgt dann für Gefühlsausbrüche. Viele sind in diesem Moment in Gedanken bei Trents Freund und Vorbild David Bowie. Der Schlussakkord lässt uns ein weiteres Mal erfüllt zurück. Mit der Hoffnung, diesen magischen Moment hoffentlich so bald als möglich wieder erleben zu können. Mit genau den Menschen, mit denen wir ihn teilen möchten, an unserer Seite. An die Bande gelehnt. Aufgeregt, schwitzend und ein kleines Bisschen verheult vor Glück.

Neben den drei Songs „Shit Mirror“, „Ahead Of Ourselves“ und „God Break Down The Door“ von der aktuellen Platte „Bad Witch“ spielten NIN unter anderem wieder den Bowie Song „I’m Afraid Of Americans“ und überraschten mit dem Joy Division Stück „Digital“. Außerdem gab es auch Klassiker wie „Copy Of A“, „The Frail“, „Less Than“, „March Of The Pigs“ und natürlich „The Hand That Feeds“ und wie schon erwähnt „Head Like A Hole“ auf die Ohren. Hier die komplette Setlist des Konzerts:

Setlist NINE INCH NAILS Zitadelle Spandau 2. Juli 2018

  1. ZitadelleBranches/Bones
  2. Wish
  3. Less Than
  4. March Of The Pigs
  5. The Frail
  6. The Lovers
  7. Reptile (mit Teaser: Closer)
  8. Shit Mirror
  9. Ahead Of Ourselves
  10. God Break Down The Door
  11. Copy Of A
  12. Gave Up
  13. I’m Afraid Of Americans (David Bowie)
  14. I Do Not Want This
  15. Digital (Joy Division)
  16. The Hand That Feeds
  17. Head Like A Hole
  18. Even Deeper (Encore 1)
  19. Hurt (Encore 2)

💬 Jetzt einen Kommentar hinterlassen

💬 Jetzt einen Kommentar hinterlassen

Euch gefällt meine Art zu Schreiben? Dann freue ich mich über Eure Reaktionen. Wenn Ihr gerne immer up to date bleiben wollt und Euch neben Musik auch Themen wie Nachhaltigkeit, veganes Leben, Hamburg und Reisen nicht kaltlassen, könnt Ihr meinen Newsletter abonnieren. Ich freue mich auf Euch!