Gänse

Im Gänsemarsch geht es durch den Park

Heute geht es weiter mit meiner Fotoserie aus Finnland. Gestern habe ich Euch meine Möwenbilder gezeigt, heute stelle ich Euch ein paar Finnland-Emigranten vor: Weißwangengänse besuchten Finnland früher nur auf der Durchreise. Seit den 80er-Jahren sind sie dort heimisch.

Besonders wohl scheinen sie sich in Helsinkis Parkanlagen zu fühlen. Bei unserem Spaziergang durch den Hagasundsparken sind uns sogar gleich einige Familien begegnet. Die Fotos möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Ihr findet sie unten.

Gänse aus dem hohen Norden

Die Branta leucopsis, so lautet der lateinische Name der Weißwangengans, ist eine eher kleine Gänseart. Ihr deutliches Muster, ihr nach unten gebogener Schnabel und der charakteristische Kopf unterscheiden sie deutlich von der Graugans oder Kanadagans. Ihren Nistplatz richtet sie gerne auf trockenen Böden ein, dort legt sie bis zu neun Eier ab, die nach rund 25 Tagen ausgebrütet sind. Nach weiteren 40 bis 45 Tagen sind die Jungen flügge.

Nachdem sie zunächst nur in Spitzbergen und Grönland brüteten, siedelten sich die Weißwangengänse Anfang der 80er auch in Finnland an. Rund um Helsinki leben heute über 750 Paare, in ganz Finnland wird die Population auf rund 5.000 Paare geschätzt. Im Winter fliegen die Gänse zum Überwintern nach Holland oder auf die Britischen Inseln. Die Laute der ziehenden Schwärme erinnern an das heisere Bellen eines Hundes.

In Finnland leben außer den Weißwangengänsen auch noch Ringelgänse, Rothalsgänse sowie Kanadagänse. Letztere wurden übrigens auch Anfang der 80er Jahre sesshaft in Finnland. Der Mensch sorgte damals für ihre Ansiedlung innerhalb des Europäischen Raums.

Nils Holgerson und seine Gänse

Gänse haben mich von jeher fasziniert. Und das geht sicher einigen so. Wer erinnert sich nicht an „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgerson mit den Wilgänsen“. Das Buch der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf ist ein echter Klassiker. Der Roman für Kinder wurde mehrfach verfilmt und sogar eine Oper wurde nach der Geschichte komponiert.

Besonders schön fand ich damals in den 80er/90er-Jahren auch die Kinderserien „Die Kinder vom Mühlental“ und „Klemens und Klementinchen“, in denen sich alles um zwei Gänse drehte. Ach und auch die Serie „Tagebuch einer Gänsemutter“, in der eine Frau ein paar junge Gänse großzieht, trieb mir regelmäßig die Rührungstränen in die Augen. Ja, da werden Erinnerungen wach. Aber genug erzählt, meine Bilder von den Weißwangengänsen aus Helsinki möchte ich Euch nicht vorenthalten.