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Alle, die sich ab und zu von etwas düsteren Klängen angezogen fühlen, sollten diesem Musiktipp auf jeden Fall ihre Aufmerksamkeit schenken. Denn: Schon bald erscheint eine neue Perle auf diesem Gebiet – „Alter“ ist eine Kooperation von Lustmord und Karin Park von Årabrot.

Gute Kollaborationen haben bei Pelagic Records Tradition. Die Berliner Musikschmiede um die Post-Metal Giganten von The Ocean haben nun mal ein Gespür für hochwertige Musik. Dabei werden vor allem die Post-Musik Genres bedient. Dazu zählt unter anderem auch die Horror Score Ecke.

Freund⋆innen von Portishead, Dead Can Dance und Hans Zimmers Werken werden auf jeden Fall voll auf Ihre Kosten kommen und auch Fans von Tool Kopf und Soundgenie Maynard James Keenan (mit dem Lustmord schon mehrfach zusammengearbeitet hat) und Godspeed You! Black Emporer sollten auf jeden Fall weiterlesen.

Fantasievoll und furchteinflößend

Dark Ambient Karin Park Lustmord Pelagic

Karin Park & Lustmord – „Alter“

„Alter“ ist unglaublich furchteinflößend und bringt zugleich jede Menge Seelenheil – ein entspannter Kinoabend ganz ohne Kino erwartet Euch. Die acht Stücke sind der perfekte Soundtrack für einen kreativen Horrorfilm der Fantasie.

Die bedrohliche Finsternis schwingt in jeder Note mit. Unbekannte Geister schleichen durch die Lüfte und ergreifen Besitz von der Atmosphäre. Mit dem ersten Stück „Hiraeth“ öffnet sich eine staubige Truhe mit lange gehegten Geheimnissen, die dringend ans Licht wollen. Über der bleiernen Schwere und entzückenden Leichtigkeit schwingt Karin Parks Gesang wie ein wohl balanciertes Pendel.

Durchdachte Dramaturgie

Lustmord sorgt mit seiner Musik für spannende Dramatik und zeichnet den Bogen geschickt zum nächsten Stück „The Void Between“. Der Track reißt mich beim Zuhören (der Name deutet es schon an) tief in den Abgrund. Raben kreisen in einem dunklen Himmel.

Der dritte Song „Perihelion“ schleicht sich fast unbemerkt in mein Ohr und zieht mich in seinen Bann. Auch hier ist die Überleitung geradezu brillant.

Karin Parks Gesang ist ergreifend. Von den Klängen der kinematischen Gruselmusik von Lustmord hat sie längst Besitz ergriffen. Sie nutzt sie zu ihrem Vorteil und veredelt damit den Tonträger. Ihren Kollaborations-Partner Brian Williams beschreibt die Sängerin so:

„Er ist der Gustave Doré der Musik. Er malt magische Bilder mit einem Sound, der so groß ist, dass er Raum für die eigene Vorstellungskraft lässt.“

Schmeichelnde Worte, die besser formulieren, was Euch da erwartet, als ich es jemals könnte.

Karin Parks Stimme hat mir den Kopf verdreht

Auch der vierte Track „Twin Flames“ hat mir von Anfang an den Kopf verdreht. Ich vermute, das Stück ist sogar mein Lieblingssong auf der Platte. In der Musik schlagen zwei Herzen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch dieselbe Sprache sprechen.

Der Waliser und die Schwedin liefern ab und wirbeln die musikalische Vorstellungskraft ordentlich auf. „Entwined“ heißt der fünfte Track. Er bringt eine Kühle mit, die durch Mark und Bein geht. Das gespenstisches Ambiente wird schon bald von Karins traumhaftem Gesang davon geweht, um sich sogleich wieder zu vertiefen. Szenen aus bekannten Gruselmärchen ziehen vor dem inneren Auge vorbei.

Die ganze Platte ist sensationell aufwändig und gleichzeitig stilvoll. Wie die Szenen aus einem David Lynch Film ziehen die Stücke nach einander auf der Bühne auf und senden ihre Message. Der sechste Song „Kindred“ ist der dramaturgische Höhepunkt des Albums.

Gruseleffekte bis zur letzten Note

„Song Of Sol“ ist im Anschluss fast schon fröhlich beschwingt. Die orchestrale Note steht dem Song gut zu Gesicht. Er macht die Bühne frei für den letzten Song „Sele“. Dieser zieht mich nochmal hinein in die Kühle gotischer Gemäuer und lässt mich durch finstere Säle der Vergangenheit wandern. Insgesamt hebt der letzte Song sich vor allem durch seine Härte von denen anderen auf der Platte ab. Der Gruseleffekt wird dabei nochmal auf die Spitze getrieben und findet nach 9:11 ein jähes Ende. Und jetzt erstmal raus ans Tageslicht!

Lustmord aka Brian Williams hat in der Vergangenheit mit Größen wie Wes Borland, Puscifer und Melvins zusammengearbeitet. Außerdem sorgte er unter anderem mit Soundtracks für Filme wie „The Crow“, „Underworld“ und „First Reformed“ für Aufsehen. Karin Park dürfte Euch durch ihr Mitwirken bei den Noise-Rockern von Årabrot ein Begriff sein. Sie ist seit 2012 festes Mitglied der Band. Sie spielte außerdem unter anderem im norwegischen Horrorfilm „Hidden“ mit und hat sich mit ihren Solo-Projekten einen Namen gemacht. Hier bedient sie vor allem die Genres Elektropop, Folk und Indie. Mit ihrem Debüt-Album „Superworldunknown“ war sie 2003 sechs Wochen lang in den norwegischen Albumcharts vertreten.

„Alter“ von Karin Park und Lustmord erscheint am 25. Juni. Ihr könnt die Platte hier vorbestellen.

Karin Park & Lustmord – „Twin Flames“


[⋆] English version

„Alter“ by Karin Park and Lustmord – Fascinating horror movie sounds

All those of you who can relate to the more dark sounds should definitely pay attention to this music tip. A new gem in this field will soon hit the record stores – „Alter“ is a collaboration between Lustmord and Karin Park from Årabrot.

Good collaborations are a tradition at Pelagic Records. The Berlin-based music forge around the post-metal giants of The Ocean has a sense for high-quality music. They mainly serve the post-music genres – which, of course, also includes the horror music score niche.

Friends of Portishead, Dead Can Dance, and Hans Zimmer’s Soundscapes will definitely get their money’s worth, and fans of Tool head and sound genius Maynard James Keenan (with whom Lustmord has already collaborated several times) and Godspeed You! Black Emporer should also carry on reading.

Imaginative and terrifying

Dark Ambient Karin Park Lustmord Pelagic

Karin Park & Lustmord – „Alter“

„Alter“ is incredibly terrifying and brings plenty of soulfulness at the same time – a relaxing night at the movies without visiting the cinema awaits you. The eight tracks are the perfect soundtrack for a creative horror film of the imagination.

The menacing darkness resonates in every note. Unknown ghosts creep through the air and take possession of the atmosphere. The first track, „Hiraeth“, opens a dusty chest with long-held secrets that desperately wait to come to life. Above all this heaviness in the music swings Karin Park’s voice – like a well-balanced dark pendulum.

Well-thought-out dramaturgy

Lustmord’s music provides exciting drama and draws the bow to the next track, „The Void Between“, in a pretty clever way. The track pulls me deep into the void while listening to the song. Ravens are circling in a dark sky.

The third track, „Perihelion“, creeps almost unnoticed into my ear and draws me under its spell. The transition is also nothing but brilliant.

Karin Park’s singing captivates me. She has already taken possession of the sounds of Lustmord’s cinematic horror music. She uses it to her advantage and ennobles the recording with her voice. The singer describes her collaboration partner Brian Williams like this:

„He is the Gustave Doré of music. He paints magical pictures with a sound so big it leaves room for your imagination.“

Flattering words that phrase what awaits you better than I ever could.

Karin Park’s voice makes my head spin

The fourth track, „Twin Flames“, also messed with my head right from the start. I’m not exactly sure, yet but it might be my favourite song on the record. Two hearts are beating in this musics chest that couldn’t be more different and yet speak the same language.

The Musician from Wales and the Swedish singer know how to deliver, and they are stirring the musical imagination properly. „Entwined“ is the name of the fifth track. There lies a chill in it that goes through marrow and bone. The spooky ambience is soon blown away by Karin’s dreamlike vocals, only to deepen again immediately. Scenes from well-known horror tales pass before the inner eye.

The whole record is sensationally elaborate and stylish at the same time. Like scenes from a David Lynch movie, the pieces unfold on stage, sending their messages one after. The sixth song, „Kindred“, is the dramaturgical highlight of the album.

Scary effects from the first to the last note

After all this darkness, „Song Of Sol“ almost seems cheerful. Its orchestral note suits the song quite well. It sets the stage for the last track, „Sele“. It draws me back into the coolness of Gothic halls and lets me wander through dark aisles of the past. All in all, the last piece on the records stands out from the others, mainly because of its heaviness. The creepy effect is taken to the extreme and comes to an abrupt end after 9:11. Time for some sunlight!

Lustmord, aka Brian Williams, has worked with giants like Wes Borland, Puscifer, and Melvins. He has also created soundtracks for films such as „The Crow“, „Underworld“, and „First Reformed“. Karin Park might be familiar to you from her work with the noise-rockers Årabrot. She has been a permanent member of the band since 2012. The singer-songwriter also played in the Norwegian horror film „Hidden“ and has made a name for herself with her solo projects. Here she mainly serves the genres of electropop, folk and indie. Her debut album „Superworldunknown“ was on the Norwegian album charts for six weeks in 2003.

„Alter“ by Karin Park and Lustmord will be released on 25 June. You can pre-order the record here.

Karin Park & Lustmord – „Twin Flames“