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    "The End Of All Things"

    Das neue Album von Crown

    Review von Anne
    10.04.2021 — Lesezeit: 2 min
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    "The End Of All Things"

    Am 16. April erscheint das neue Album von Crown. Ich habe mir "The End Of All Things" schon angehört und möchte es Euch hiermit empfehlen. Als Fans von Post-Rock und Industrial kommt Ihr auf jeden Fall auf Eure Kosten.

    Die erste Single-Vorauskopplung "Illumination" habe ich Euch ja bereits in der Musikliste für den März vorgestellt. Wenn Ihr die Band daraufhin weiterverfolgt habt, kennt Ihr vermutlich auch die zweite mit dem Titel "Violence" schon. Beide machten für mich absolut Lust auf mehr, also konnte ich auf keinen Fall darauf verzichten, mir die Platte schon mal anzuhören. Einmal und nochmal und nochmal. Denn ganz ehrlich: Die Musik von Crown geht einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf.

    Crown – "The End Of All Things"Crown – "The End Of All Things"

    Pelagic Records schreibt:

    "'The End Of All Things' ist für Crown das, was 'Kid A' für Radiohead war: ein Album, das niemand von ihnen erwartet hat."

    Futuristisch und finster

    Für mich ist die Doppel-LP vor allem eins: Genau, das, was ich im Moment hören möchte. Sie ist finster und futuristisch, ohne unterkühlt zu wirken. Ich möchte sie in einem großen Raum laut hören, mit Menschen, die sich dazu bewegen. Ihr merkt schon: Reinhören lohnt sich auf jeden Fall. Wem ein Spotify-Klick zu wenig ist, kann sich das wunderschöne Doppel-Gatefold vorbestellen.

    Kopf Eins des Duos Crown ist Sound Engineer, Producer und Musiker David Husser. Er hat in der Vergangenheit bereits mit Größen wie Depeche Mode und Peter Gabriel gearbeitet und in den 1990ern mit seiner Industrial Band Y Front die Bühne für Rammstein eröffnet.

    Kopf zwei ist Sänger Stéphane Azam, der sich unter anderem als Live-Tontechniker für Alcest einen Namen gemacht hat. Sein Gesang ist auf "The End Of All Things" ruhig und steht in krassem Kontrast zum harten Geschrei der beiden Vorgängeralben aus dem Hause Crown. Seine Stimme wird zum wichtigsten Stilmittel im Repertoire der Band. Seine Vielfältigkeit hat Azam auf jeden Fall spätestens jetzt bewiesen.

    Karin Park von Årabrot hat einen Gastauftrit auf "The End Of All Things"

    Beim letzten Stück "Utopia" hat übrigens Karin Park von Årabrot einen Gastauftritt. Sie entlockt mit ihrem kraftvollen Gesang dem Vinyl erneut ein zauberhaftes Glänzen. Hoffentlich kann man diese Kollaboration irgendwann auch live erleben.

    David Husser hatte bei der Planung des Albums absichtlich darauf bestanden, dieses Mal hauptsächlich Stéphane Azams Gesang aufzunehmen, um der Platte einen speziellen Charakter zu verleihen. Während der Aufnahmen stellte sich seine besonders tiefe Stimme als wahre Herausforderung heraus, was die Stimmung der Instrumente angeht. Die Arbeit hat sich gelohnt: Das Ergebnis kann sich hören lassen.

    Veränderungen zulassen

    Mit dem Sound, den Crown in ihrer Gründungsphase um das Jahr 2011 gemacht haben, hat das neue Album kaum noch etwas zu tun. Die elektronischen Drums wurden durch ein "richtiges" Schlagzeug ersetzt und die dröhnenden Gitarren sind weg. Das Duo steht zu der Veränderung. David sagt:

    "Im Leben ist die Veränderung das Einzige, auf das wir uns immer verlassen können. Genauso ist es auch mit der Musik. Ich bin persönlich beleidigt, wenn eine Band die eigenen Ideen immer wieder wiederkäut und Kopien ihrer alten Alben abliefert. Wieder und wieder. Ich will Risiken eingehen und mich auf Abenteuer und das Erkunden neuer Gefilde einlassen. Alles andere wäre für mich keine Kunst."

    Ein schöner Satz, der ziemlich genau in Worte fasst, wie ich über Musik denke. Man muss bereit sein, Veränderungen zuzulassen. Besteht man auf das Althergebrachte, verpasst man die schönsten Momente und zu diesen zählt "The End Of All Things" definitiv. Das Album ist ein Highlight in der Veröffentlichungsliste der kommenden Wochen und ich kann mir gut vorstellen, dass es weitere Künstler⋆innen inspiriert, mal wieder etwas ganz Neues auszuprobieren. Schön wäre es.

    Ihr könnt "The End Of All Things" hier vorbestellen.

    Crown – "Violence"

    Crown – "Illumination"

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