„1994 war ein wichtiges Jahr“ – immer wieder höre ich diesen Satz und habe ihn selbst auch schon das ein oder andere Mal ausgesprochen.

Warum das so ist? Musikalisch stellt 1994 einen ganz entscheidenden Punkt in der Entwicklung dar. Diverse prägende Alben wurden veröffentlicht, ein ganz besonderes Festival fand erneut statt und auch sonst war so einiges los in der Musiklandschaft – Dub und vor allem auch Grunge befanden sich in der Hochphase, das Britpop-Süppchen kochte schon fröhlich vor sich hin und Skater-Punk stand in den Startlöchern.

Kreativität und Dunkelheit

1994Insgesamt war 1994 nicht nur ein glückliches, sondern auch ein sehr düsteres Jahr. Das kann man auch aus vielen Songtexten und Kompositionen heraushören, die in diesem Jahr entstanden sind.

Am 5. April ereignete sich eine Tragödie, die Musikfans in tiefe Trauer stürzte: Nirvana Sänger Kurt Cobain nahm sich mit einer Flinte das Leben. Zuvor hatte er eine Überdosis Heroin genommen. Kurts trauriges Ableben beendete damit auch den kometenhaften Aufstieg der Band. Seine Frau Courtney Love hatte bereits am 3. April eine Vermisstenanzeige aufgegeben, zwei Tage darauf fanden Elektriker seinen Leichnam in der Garage des Cobain Anwesens in Seattle.

Sein Abschiedsbrief endete mit einem Zitat aus Neil Youngs Song „My My, Hey Hey (Out Of The Blue):

„It’s better to burn out than to fade away.“

Abschied von Kurt Cobain

Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie ich damals mit meinen Freund*innen auf dem Boden sitzend CDs von Nirvana gehört habe und wir nicht fassen konnten, was da passiert war. Mit unserem zarten Alter von 12 bis 17 Jahren waren wir am Boden zerstört. Eine von uns war sogar kurz vor Kurts Selbstmord noch einem Konzert gewesen. Unsere Infos hatten wir nach und nach aus der Bravo sowie aus dem Privatfernsehen zusammengetragen – Internet hatten wir ja noch keins.

Das kurz zuvor aufgenommene Nirvana Album „MTV Unplugged In New York“ erschien sieben Monate später und brach die Verkaufsrekorde.

Seattle war 1994 ein musikalisches Zentrum. Neben Nirvana brachte es unter anderem Bands wie Pearl Jam, Alice In Chains, Soundgarden, Foo Fighters, Mudhoney, Mother Love Bone, Green River, Tad und die Walkabouts hervor. Sie alle prägten mit ihrem ganz besonderen Stil, damals unter dem Namen „Grunge“ bekannt, die Rockmusik.

Woodstock II

Vom 12. bis zum 14. August 1994 fand in Saugerties, New York das legendäre Woodstock II. statt. Das Festival brachte Bands der verschiedensten Stilrichtungen zusammen und rückte viele von ihnen das erste Mal groß ins Rampenlicht. Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie ich mit der ganzen Familie vor dem Fernseher saß und gebannt den Konzerten lauschte. Mein Vater hatte extra für das Event Premiere für uns besorgt.

Besonders beeindruckt haben mich damals der unvergessliche Schlamm-Auftritt von Nine Inch Nails, der nicht weniger dreckige Gig von Green Day sowie Primus, The Red Hot Chili Peppers, und Placebo, die ich damals für mich entdeckt habe. Alle fünf Bands begleiten mich bis heute. Sie sind aus meiner Plattensammlung einfach nicht mehr wegzudenken.

Woodstock fungierte nach 1969 zum zweiten Mal als musikalischer Schmelztigel. Neben den von mir bereits erwähnten Musikern und einigen weiteren kamen Salt ’n‘ Pepa, Aerosmith, Arrested Development, Blind Melon, Spin Doctors, Rollins Band, Cypress Hill, Melissa Etheridge, Violent Femmes, Del Amitri, Sheryl Crow, Collective Soul, Metallica, Neville Brothers, Orleans Counting Crows, The Cranberries, sowie „alte Hasen“ wie Johnny Cash, Country Joe McDonald, Joe Cocker, Santana, Sweetwater, Crosby, Stills and Nash, Peter Gabriel, The Allman Brothers Band, Bob Dylan und sogar Greatful Dead und The Band auf die Bühne.

Das war 1994 los

Um zu verdeutlichen, was 1994 los war, habe ich mir erlaubt, eine Veröffentlichungsliste zusammenzustellen. Mit der Auswahl habe ich mich die letzten Tage beschäftigt. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht und ich bin dabei in meinem Plattenregal wieder auf den ein oder anderen unvergessenen Juwel gestoßen. Darum gibt es zu jeder Platte auch ein Video und im Anschluss je eine Playlist mit 47 Titeln für iTunes und Spotify, damit auch Ihr meine musikalische Reise ins Jahr 1994 genießen könnt.

Veröffentlichungen des Jahres 1994

Januar

Green Day – „Dookie“

Dieses Album hat mich selbst maßgeblich beeinflusst. „Dookie“ ist die dritte Platte von Green Day und war die erste, die bei einem Major Label veröffentlicht wurde. Nach ihr wurde die Band richtig berühmt. Inzwischen füllen die Punkrocker aus den USA seit vielen Jahren regelmäßig Stadien und gehören weltweit auf allen großen Festivals zum Inventar. Basket Case hat sich längst zu einer Hymne gemausert.

The Offspring – „Smash“

Ihr drittes Studioalbum „Smash“ brachte The Offspring 1994 endgültig den Durchbruch. Dieses Album ist so gut wie jedem ein Begriff. Ich habe den Titel „Gotta Get Away“ ausgesucht. „Self Esteem“ ist zwar nach wie vor toll, war mir aber einfach schon ein bisschen zu durchgenudelt. Ich nehme an, die Band selbst hätte es vermutlich auch nicht ausgewählt. Irgendwie hat ja jede Band ihr „Smells Like Teen Spirit“ – bei Offspring heißt es „Self Esteem“. Daher hier für Euch: „Gotta Get Away“.

Alice In Chains – „Jar Of Flies“

Auch Alice In Chains veröffentlichten 1994 ihre dritte Studio-EP. Sie erschien bei Columbia und war die erste EP, die jemals Platz eins der Billboard 200 erreichte. Für AIC war es der erste Nummer Eins Song. Zur Zeit der Albumveröffentlichung verbreiteten sich die ersten Gerüchte über Layne Staleys Heroinsucht, der er 2002 erlag.

Februar

Therapy? – „Troublegum“

Die Band aus Nordirland veröffentlichte 1994 ihr zweites Album bei einem Major-Label. Zuvor waren bereits zwei EPs sowie zwei weitere Alben erschienen. Seit „Troublegum“ ist der Bandname mit dem Fragezeichen weltweit bekannt. Für Euch habe ich „Nowhere“ in die Liste gepackt. Ich finde, dass es nach wie vor Ohrwurmcharakter hat.

Meatpuppets – „To High To Die“

„To High To Die“ – ein Album das für Fans der Meat Puppets auf keinen Fall fehlen darf. „Backwater“ liegt gut in der Kurve und geht ins Ohr, daher habe ich es in meine Liste aufgenommen. Die Band aus Phoenix, Arizona existiert bereits seit 1980 und hat sich 1999 und 2006 nach zweimaliger Auflösung neu gegründet – eine musikalische On-Off-Beziehung mit Höhen und Tiefen.

März

Weezer – „Weezer“

Der Song des Sommers 1994 kann nur einer sein: „Buddy Holly“. Weezer gründete sich zwei Jahre vor Veröffentlichung des gleichnamigen Albums in Los Angeles. Die College Rocker haben inwischen zahlreiche Platten veröffentlich und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Aphex Twin – „Selected Ambient Works, Vol. 2“

Aphex Twin ist ein musikalisches Phänomen. Hinter dem Namen verbirgt sich der Musiker und DJ Richard David James aus Limerick. Bekannt wurde er durch seine gruseligen Musikvideos zu den Songs „Come To Daddy“ und „Windowlicker“, für die er unter anderem mit Chris Cunningham zusammengearbeitet hat. Freunde hat er nicht nur in der Digitalmusikszene. Mit „Selected Ambient Works, Vol. 2“ erschien 1994 sein zweites vollständiges Album. Ich habe „#3“ ausgewählt, weil es so schön nach Twin Peaks klingt.

Soundgarden – „Superunknown“

Wer kann sich nicht an den Moment erinnern, in dem zum ersten Mal die gegrillte Barbie aus dem „Black Hole Sun“ Video über den Bildschirm schwirrte. Diese Platte hat zahlreiche Bands nachhaltig geprägt und prägt sie noch.

Nine Inch Nails – „The Downward Spiral“

Für mich als eingefleischten Nine Inch Nails Fan darf „The Downward Spiral“ in diesem Artikel selbstverständlich auf keinen Fall fehlen. Für Euch habe ich „Closer“ im Directors Cut als Video rausgesucht. Bei der Platte, die auch als „Halo 8“ bekannt ist, handelt es sich um die achte Veröffentlichung der Band um Trent Reznor. Das Konzeptalbum handelt von einem Menschen mit Depressionen und Selbstmordgedanken.

Pink Floyd – „The Division Bell“

„The Division Bell“ ist das sage und schreibe 14. Studioalbum der legendären britischen Band. „High Hopes“ hat mich damals schwer beeindruckt und tut es noch heute, daher ist es auch in meine Liste gewandert. Wenn jemand die heutige Prog-Musik beeinflusst hat, dann sind es auf jeden Fall Pink Floyd. Auch wenn die Gründung schon 1965 erfolgte, sollte das Album „The Division Bell“ auf jeden Fall erwähnt werden. Übrigens ist es im Gegensatz zu anderen Pink Floyd Platten kein Konzeptalbum. Die Aufnahmen fanden unter anderem in den Abbey Road Studios statt.

April

Nick Cave & the Bad Seeds – „Let Love In“

1983 gründete Nick Cave nach einem Konzert der Einstürzenden Neubauten zusammen mit Mick Harvey und Blixa Bargeld die Band Nick Cave & The Bad Seeds. Streitigkeiten innerhalb Nicks und Micks damaliger Band „The Birthday Party“ hatten zu dieser Entscheidung geführt. Geprägt von der Indie und Dark-Wave Szene der damaligen Zeit nahmen sie zwischen 1984 und 1994 acht Alben auf. „Let Love In“ war für mich der Einstieg in Nick Caves Musik. Auch heute höre ich es nach wie vor gerne. „Red Right Hand“ könnte mein Lieblingssong auf der Platte sein – wenn die anderen nicht genauso gut wären.

Johnny Cash – „American Recordings“

Nachdem Rick Rubin keinen Bock mehr auf überproduzierte Country-Musik hatte, nahm er mit Johnny Cash „American Recordings“ auf. Es ist auf seinem gleichnamigen Label erschienen. „The Beast In Me“ hat es mir besonders angetan.

Blur – „Parklife“

Es war tatsächlich meine Mutter, die mir eines Tages Blur näherbrachte. „Hör Dir doch diese Band mal an! Die müssen richtig gut sein!“, meinte sie damals zu mir. Sie hatte einen Artikel in der Süddeutschen gelesen und war sich sicher, dass diese Jungs aus England genau das Richtige für ihre Tochter wären. Und was soll ich sagen: Sie hatte recht! Ein paar Wochen später konnte ich alle Blur Songs auswendig und war ein glühender Fan der 1989 unter dem Namen Seymour gegründeten Brit-Popper. 2004 kam es zu einer Auflösung, 2008 fanden sich Blur jedoch wieder zusammen. „Parklife“ war nach „Leisure“ und „Modern Life Is Rubbish“ bereits das dritte Album.

Warren G – „Regulate…“

„Regulate“ ist eindeutig noch so ein Song des Sommers 1994 – es gab einfach niemanden, der ihn damals nicht vor sich hin summte. Ganz großes Storytelling.

Mai

Underworld – „Dubnobasswithmyheadman“

Die Elektroniker von Underworld, die unter anderem auch für die Gründung des Designprojekts Tomato verantwortlich sind, starteten mit diesem Album mit dem unlesbaren Titel 1994 weltweit durch. Bereits 1988 und 1989 hatten sie mit „Underneath The Radar“ und „Change The Weather“ eine Veröffentlichung, die allerdings keinen großen Erfolg brachten. 1994 hielten sie sich dann mit „Dubnobasswithmyheadman“ in den UK acht Wochen auf Platz 12. Ich habe das Album hier mit dabei, weil es den Beginn meiner neuen Ära mit eingeläutet hat.

Juni

Stone Temple Pilots – „Purple“

Das zweite Album der Stone Temple Pilots brachte der Band gleich drei Singles in den Charts. „Interstate Love Song“ ist einer davon. Er gehörte zum Jahr 1994 einfach dazu. Sänger Scott Wieland starb 2015 im Alter von 48 Jahren im Tourbus seiner Band „Scott Weiland & The Wildabouts“.  2018 veröffentlichten die Stone Temple Pilots mit seinem Nachfolger Jeff Gutt ihr bisher siebtes Studioalbum.

 Spin Doctors – „Turn It Upside Down“

Noch so ein Phänomen: Die Spin Doctors nahmen insgesamt nur drei Studioalben auf. Sie hatten mit „Two Princes“ vom 1991 erschienenen Album „Pocket Full Of Kryptonite“ einen One Hit Wonder (der hierzulande noch immer hoch und runter gespielt wird) und wurden danach nicht mehr wirklich oft erwähnt. Weil sie zu den 90ern trotzdem einfach dazugehören, habe ich sie hier mit reingepackt. Zwar hielten sie sich mit der Single „Have You Ever Seen The Rain“ neun Wochen in den deutschen Charts, „Bags Of Dirt“ gefällt mir aber (vom Album „Turn It Upside Down“) insgesamt besser.

Kyuss – „Sky Valley“

Kyuss (Gründung 1988, Auflösung 1995) sind die Begründer des Stoner Rock. Ihr charakteristischer Sound entstand dadurch, dass die Band ihre Gitarren an Bassverstärker anschloss. Zunächst unter dem Namen „Katzenjammer“ bekannt, benannte sich Kyuss mit der ersten Demo-Aufnahme nach einem Hexer aus dem Pen & Paper Spiel Dungeons & Dragons. Durch die von Josh Homme (der auch zu den Gründungsmitgliedern zählt) und seinen Freunden in der Palm Desert Wüste veranstalteten Generator Parties sprach sich ihr Können schnell herum. Nach der Auflösung gründeten Teile von Kyuss gemeinsam Queens Of The Stone Age.

House Of Pain – „Same As It Ever Was“

Das zweite Studioalbum der Band um Sänger Everlast. Eine Platte, die zu 1994 unbedingt gehört werden musste. Das ist auch heute noch der Fall – sie sollte wirklich in keinem Regal fehlen.

Outcast – „Sou­thern­play­a­lis­ti­cadil­lac­muz­ik“

Um das Hip-Hop-Duo Outcast ranken sich viele Geschichten. Ihre kreativen und ausgefallenen Bühnenauftritte und Videos reißen seit 1994 weltweit Musikfans mit. „Sou­thern­play­a­lis­ti­cadil­lac­muz­ik“ ist ein Meilenstein – nicht nur in der Geschichte des Hip-Hop.

Juli

The Prodigy – „Music For The Jilted Generation“

Prägend nicht nur für ein Jahr, sondern für eine komplette Generation war die Band „The Prodigy“. Sie schweißte Fans der unterschiedlichsten Genres zusammen, wie keine zweite. Raver und Punks ließen sich auf ihren Konzerten gemeinsam mit Hip-Hoppern und Metalheads vom Sound die Birne durchpusten. „Music For The Jilted Generation“ war nach „Experience“ das zweite Album. Es brachte entgültig alles durcheinander und das ist auch gut so. Seit dem Tod von Frontman Keith Flint am 4. März 2019 ist es ruhig um die energiegeladene Band geworden. RIP Keith. Wir vermissen Dich.

NOFX – „Punk In Drublic“

Punkrock, der aufs Ohr haut – den liefern NOFX seit 1988 ab. Mit „The Brews“ vom Album „Punk In Drublic“ zog mich die aus der Bostoner Hardcore-Szene stammende Band das erste Mal in ihren Bann.

August

WIZO – „Uuaarrgh!“

Noch eine Punkband, von der ich um 1994 das erste Mal gehört habe. Noch heute ist „Raum der Zeit“ vom Album „Uuaarrgh!“ ein Song, den ich ab und zu einfach hören muss.

Motorpsycho – „Timothy’s Monster“

Zugegeben, von Motorpsycho habe ich erst viel später gehört. Wahrscheinlich muss man sich einfach schon ein bisschen mit Musik auseinandergesetzt haben, bis man auf diese Art Psychedelic Rock stößt. „Timothy’s Monster“ war ihr viertes von bisher 22 Alben. Vor Kurzem ist mit „The Crucible“ Nummer 22 erschienen. „Feel“ zeigt für mich sehr schön die Ursprünge der Band aus Trondheim, die ihren Ursprung in der Alternative Metal Szene hat.

Machine Head – „Burn My Eyes“

Metal. Muss auch sein. Gehört zu 1994 nämlich untrennbar dazu. Speziell diese Band, die man vermutlich dem Nu-Metal zuordnen kann. Der Name wurde übrigens nicht vom Deep Purple Album „Machine Head“ ausgeliehen. Noch heute ist die Band aus Oakland (Gründung 1991) erfolgreich damit unterwegs.

Melvins – „Prick“

Sänger und Gitarrist King Buzzo gründete die Melvins 1983. Seitdem spuckt die Band wie ein musikalischer Vulkan ein Album nach dem anderen aus (Dazu später mehr). „Prick“ ist ein besonders gutes. Stilistisch bewegt sie sich zwischen Grunge, Stoner Rock, Noise Rock und Sludge.

Stereolab – „Mars Audiac Quintet“

Stereolab ist vermutlich eine der ersten Post-Rock Bands, die ich bewusst gehört habe. Das dritte Album „Mars Audiac Quintet“ passte für mich in den 90ern nur einfach noch nicht in irgendeine Schublade. Ich mag es noch heute sehr gerne.

Die Goldenen Zitronen – „Das bisschen Totschlag“

Coole Punkmusik mit einem dicken Klatsch Satire aus Hamburg. Man munkelt, Die Goldenen Zitronen sollen unter anderem Die Sterne maßgeblich geprägt haben. Was will man mehr? Vor kurzem waren sie ja wieder mal auf Tour und ich frage mich, wie ich das verpassen konnte.

Beastie Boys – „Ill Communication“

„Ill Communication“ war tatsächlich ein Album, das jede*r in meiner Klasse besaß. Und das ist nicht übertrieben. Egal, welcher Art Musik man sich zugehörig fühlte – bei den Beastie Boys war man gut aufgehoben. „Sabotage“ war die Hymne unserer Schulzeit. Der Tod von Gründungsmitglied Adam Yauch und die anschließende Auflösung der Beastie Boys 2012 waren ein großer Verlust für die Musikszene.

Mother Tongue – „Mother Tongue“

1990 gründete sich in Austin, Texas eine Band, die sich das Ziel gesetzt hatte, die Musik der 70er Jahre zurückzuholen. „Mother Tongue“ war das erste Album der gleichnamigen Combo, zu deren Fans sich unter anderem Trent Reznor und Ian Astbury zählen.

Portishead – „Dummy“

Die Trip-Hop Band um die zurückhaltenden Sängerin Beth Gibbons gründete sich 1991 im britischen Bristol. Schon das erste Album „Dummy“ schlug ein wie eine Bombe. Es folgten „Portishead“ (1997) und „Third“ (2008). Seitdem warten wir sehnsüchtig auf ein neues Album. Man hört zwischendurch immer mal wieder von Keyboarder und Schlagzeuger Geoff Barrow, auf dessen Label Invada Records unter anderem Crippled Black Phoenix und Gonga ihre Musik veröffentlichen. Um Portishead ist es im Moment ruhig.

September

Bad Religion – „Stranger Than Fiction“

War Euch bewusst, dass es Bad Religion bereits seit 1980 gibt? Nicht schlecht, oder? Ihr legendäres achtes Album „Stranger Than Fiction“ erblickte 1994 das Licht der Welt. Inzwischen sind neun weitere erschienen. Zuletzt 2019 „Age Of Unreason“.

Sinhead O’Connor – „Universal Mother“

In Gedenken an Kurt Cobain veröffentlichte Sinéad O’Connor auf ihrem 1994 erschienenen Album „Universal Mother“ ihre Version von „All Apologies“. „Universal Mother“ war das vierte von insgesamt zehn Alben der Sängerin, die 1990 ihren Durchbruch mit dem Song „Nothing Compares 2 U“ hatte und heute unter dem Namen Magda Sadaqat lebt und zum Islam konvertiert ist.

R.E.M. – „Monster“

„Bang And Blame“ lief gefühlt fünf Jahre in Dauerschleife im Radio. Weil es 1994 auf dem R.E.M. Album „Monster“ erschienen ist, ist es hier selbstverständlich auch mit von der Partie. Die Band um Sänger Michael Stipe hat sich 2011 nach 31 Jahren Bandgeschichte aufgelöst.

Massive Attack – „Protection“

Nochmal Trip-Hop aus Bristol. Ohne Massive Attack hatte es Trip-Hop vielleicht nie gegeben – die Musik einer Generation. Genau wie Tricky ist die Band um Robert „3D“ Del Naja aus dem Kollektiv The Wild Bunch hervorgegangen.

The Notorious B.I.G. – „Ready To Die“

Über das Leben und Sterben des Hardcore-Rappers Notorious B.I.G. kann man sagen, was man möchte: Man kommt um seine Musik auf keinen Fall herum. Seine Verkaufszahlen sind noch heute rekordverdächtig. Seine Musik hat den heutigen Hip-Hop nachhaltig geprägt.

Oktober

The Cranberries – „No Need To Argue“

Der 15. Januar 2019 war ein trauriger Tag. Cranberries Sängerin Dolores O’Riordan starb überraschend im Alter von 46 Jahren. Ihr Vermächtnis sind acht Studioalben und viele Erinnerungen. Eine davon ist die an den Tag, an dem wir das erste Mal das Musikvideo zu „Zombie“ vom zweiten Album „No Need To Argue“ gesehen und die Geschichte dazu gehört haben. Uns wird Dolores für immer im Gedächtnis bleiben. Mit Ihren Texten und ihrer wunderbaren Stimme hat sie viele Menschen bewegt.

The Smashing Pumpkins – „Pisces Iscariot“

OK, „Pisces Iscariot“ ist kein Studioalbum. Wenn es um die Musik des Jahres 1994 geht, darf man die Band aber auf keinen Fall auslassen. Zu wichtig war ihre Musik für diese Zeit und zu prägend für diese (und weitere) Phase(n) meines Lebens. Könnt Ihr Euch an „Landslide“ noch erinnern? Wenn nicht, hört es trotzdem mal wieder.

Ash – „Trailer“

Da gründet man eine Band und landet sofort einen Volltreffer. Unglaublich, oder? Ash ist das mit dem ersten Album „Trailer“, das 1994 erschien und dem Nachfolger „1977“ eindeutig gelungen. Ihre Mischung aus Britpop und Indie traf einfach genau den damaligen Zeitgeist. „Petrol“ zeigt, denke ich sehr gut, was ich damit meine.

Melvins – „Stoner Witch“

Nochmal die Melvins! Was soll man machen, wenn die zwei Alben in einem Jahr veröffentlichen? Insgesamt ist man das von der Combo um King Buzzo ja durchaus gewohnt. Das Video von „Revolve“ finde ich großartig – schaut mal, wie jung er damals noch war!

November

Nirvana – „Unplugged In New York“

Die Aufnahmen zu „Unplugged In New York“ entstanden fünf Monate vor Kurt Cobains Tod am 18. November 1993. Das Konzert wurde am Tag der Aufzeichnung weltweit im Fernsehen übertragen und danach noch oft gezeigt. Neben eigenen Kompositionen spielten Nirvana auch Lieder von David Bowie, den Meat Puppets sowie Leadbelly und den Vaselines. Curt und Chris Kirkwood von den Meat Puppets sorgten beim Auftritt für musikalische Unterstützung (Background-Vocals, Bass und Gitarre). Für mich persönlich war „Unplugged In New York“ eines der wichtigsten Alben überhaupt. Nicht nur, weil ich damit von Kurt Cobain Abschied nehmen konnte, sondern auch, weil es mich dazu brachte, mich mit vielen weiteren Bands zu beschäftigen und tiefer in die Geschichte von Nirvana einzutauchen.

Meshuggah – „None“

Was Hartes aus Schweden gefällig? Meshuggah aus Umeå veröffentlichten 1994 ihre EP „None“. Die Band hat mit ihrer virtuosen Art Heavy Metal in eine neue Richtung getrieben und verdient hier definitiv eine Erwähnung.

Method Man – „Tical“

Kennt Ihr noch Method Man? Sein Debut-Album „Tical“ sorgte 1994 ganz schön für Furore. Der Wu-Tang-Clan Rapper arbeitet auch als Schauspieler und hat schon in zahlreichen Filmen und Serien mitgewirkt.

Dezember

The Stone Roses – „Second Coming“

The Stone Roses haben den Britpop geprägt. „Second Coming“ war ihr zweites und leider auch letztes Studioalbum. Danach wurden nur noch Singles und Compilations veröffentlicht. Nach der zweiten und endgültigen Auflösung der Band 2017 bleibt heute nur noch die Frage: Wie sich die Musik wohl weiterentwickelt hätte, wäre ihr Output größer gewesen? „Don’t be sad it’s over, be happy that it happened“ sagte Ian Brown beim Abschiedskonzert im Glasgower Hampden Park.

Bush – „Sixteen Stone“

Das Debütalbum der Londoner Band Bush wird gerne mal dem Grunge zugeordnet. Später fiel diese leichte Note allerdings von Bush ab. Ein wirkliches Comeback ist den Musikern um Gavin Rossdale leider bis jetzt nicht gelungen. Vielleicht war 1994 aber auch einfach die Zeit, in die Bush am besten gepasst hat. Obwohl: Machinehead begeistert mich auf jeden Fall auch heute noch.

Pearl Jam – „Vitalogy“

„Vitalogy“ war nach „Ten“ und „Vs.“ das dritte Album von Pearl Jam. Die Ursprünge der Band liegen in der Heimat des Grunge: Seattle. Als einzige Band aus der Grungezeit lebt sie ohne Unterbrechungen weiter und begeistert die Fans mit jedem Konzert und jeder Aufnahme erneut. Eddie Vedder ist definitiv einer der besten Sänger der Welt – wäre das hier eine „Hitliste des Jahres 1994“ würde Pearl Jam an erster Stelle stehen.

Porcupine Tree – „Staircase Infinities“

Diese EP habe ich mit in meine Liste aufgenommen, weil sie die musikalische Vitalität der Zeit, um die es geht, sehr gut zeigt. Perfektionist Steven Wilson gründete Porcupine Tree bereits 1987. 2010 verkündete er die Auflösung. Seitdem ist er solo unterwegs. Manchmal wünsche ich mir die gute alte Zeit zurück.

Playlists

Spotify

iTunes

Hinweis: Ja, es stimmt. Ich war 1994 noch etwas jünger. Ich habe die hier genannten Platten daher nicht alle schon gekannt oder besessen. Zumal damals, was die Musikbeschaffung angeht, auch noch andere Zeiten herrschten. Einige habe ich erst später entdeckt. 1994 war dennoch ihr Erscheinungsjahr und daher gehören sie hier rein. Es handelt sich bei der Liste um meine persönliche Auswahl. Daher besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Falls Ihr noch etwas hinzufügen wollt, könnt Ihr dies gerne in den Kommentaren tun. Danke schön!

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