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Vor Kurzem bin ich durch einen lustigen Zufall auf die Zahnbürsten von Biobrush Berlin gestoßen – weil mir das Konzept gleich gut gefiel, habe ich mir Zeit genommen, sie zu testen.

Auf dem Hamburger Heldenmarkt hatte ich mich eingehend mit einer sehr netten Dame über die Biobrush Bürsten unterhalten und auch gleich noch einen Flyer mitgenommen. Nachdem ich Gründerin Nannett anschließend per Mail kontaktierte, stellte sich heraus, dass sie mit Biobrush gar nicht auf dem Heldenmarkt zugegen gewesen war. Super Mund-Zu-Mund-Propaganda, oder? Ihr Interesse an meinem Blog war auf jeden Fall geweckt und meine Neugierde im Anschluss an ihre nette Antwort noch etwas größer.

Biokunststoff statt Bambus

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Biobrush Berlin im Test

Die Biobrush Berlin Bürsten samt Verpackung werden im Gegensatz zu den Bambusbürsten, die ich normalerweise verwende, aus Holzresten aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt. Das Nylon für die Borsten wird aus Rizinusöl gefertigt. Die Biobrush Bürsten sind zu 94 Prozent biologisch abbaubar.

In meinem Testpaket waren fünf Bürsten für Erwachsene sowie eine Kinderzahnbürste in kunterbunten Farben enthalten. Gleich als Erstes fielen mir die angenehm glatten Borsten auf. Nach längerer Nutzung zeigt sich jetzt, dass sie zudem ziemlich robust sind.

Die Biobrush Verpackung kann kompostiert werden

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Keine Panik – die Verpackung kann kompostiert werden.

Die Folienverpackung soll nach 42 Tagen im Blumentopf verrotten und ist somit kompostierbar. Die CO2 -Bilanz ist laut Biobrush Berlin sehr gering. Auf Weichmacher und andere giftige Inhaltsstoffe wird bei der Herstellung aus Prinzip verzichtet. Die großen Bürsten sind in sechs verschiedenen Farben erhältlich, die kleinen in vier. Die Borsten der Kinderbürste sind besonders weich und abgerundet. Der Bürstenkopf ist außerdem kleiner und die Form ist speziell für Kinderhände gemacht.

Bei der Entwicklung der Bürsten hat sich Gründerin Nanett von unabhängigen Zahnärzten und Forschungseinrichtungen beraten lassen. Die Borsten haben somit die optimale Form, die Härte ist perfekt darauf abgestimmt, den Mundraum zu schonen und gleichzeitig für saubere Zähne zu sorgen. Ein leichter Winkel unterhalb des Bürstenkopfes soll außerdem dafür sorgen, dass auch die Backenzähne optimal erreicht werden können.

Ungiftiger Kunststoff aus Holzresten

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Der Kunststoff ist aus Holzresten.

Und wie entsteht das Plastik? Wie Holzreste sehen die fertigen Bürsten ja schließlich nicht aus. Auf der Homepage von Biobrush Berlin steht dazu folgendes:

„Bevor Holzreste in Heizkraftwerken zu Strom oder Wärme umgesetzt werden, machen wir Zahnbürsten daraus – und das nahezu CO²-neutral. In unserer Biozahnbürste und deren Verpackung sind nur noch wenig fossile Rohstoffe verarbeitet. Für unseren Biokunststoff und unsere Folie werden Reste aus der holzverarbeitenden Industrie genutzt. Daraus werden unser Bürstenstiel und unsere Verpackung produziert. Für das Nylon unserer Borsten bildet Rizinusöl die Basis.“

Alles klar. Die Bürsten sind also nicht aus Holz, sondern aus kompostierbarem Kunststoff, der zu einem Großteil aus Holzresten hergestellt wird.

Der Biokunststoff ist biologisch abbaubar nach DIN EN ISO 14855. Sprich: Wie bereits oben erwähnt zum Großteil. Die verwendeten Farben entsprechen der gängigen DIN EN 13432. Hergestellt wird in Deutschland.

Eine gute Alternative

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Biobrush Berlin – eine gute Alternative

Zu herkömmlichen Bürsten aus Erdöl-Plastik sind sie auf jeden Fall eine gute Alternative. Da sie aus Resten hergestellt werden, müssen außerdem keine Bäume dafür gefällt oder fossile Ressourcen in Anspruch genommen werden.

Im Vergleich mit meinen Bambuszahnbürsten liegen sie schätzungsweise ungefähr gleich auf. Bei Bambus handelt es sich um den am schnellsten nachwachsenden Rohstoff überhaupt. Das Naturprodukt kann völlig rückstandslos entsorgt werden, muss jedoch auch erst nach Deutschland geholt werden. Auch bei den Bambusbürsten sind die Borsten bis jetzt noch nicht kompostierbar. Das dafür verwendete Nylon wird aus Zuckerrohr hergestellt.

Was passiert, wenn ich meine Biobrush wegwerfe?

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Zu 94 Prozent biologisch abbaubar.

Wirft man seine Biobrush weg, gibt man sie derzeit am besten in den Hausmüll. Hier wird sie dann der thermischen Verwertung, sprich Verbrennung, zugeführt. Sie verbrennt dann nahezu CO²-neutral. Landet sie in der Gelben Tonne passiert das Gleiche. Bekannte Kunststoffe wie PET oder PP können von modernen Anlagen herausgefiltert und dem Recycling zugeführt werden. Biokunststoff gehört derzeit noch zu den Exoten.

Die Wiederverwertung wird erst wirtschaftlich vertretbar sein, wenn eine bestimmt „kritische Masse“ erreicht ist. Was man auf keinen Fall tun sollte, ist, die Bürsten in den Biomüll oder auf den Komposthaufen zu werfen. Zwar wären 94 Prozent der Bürste bereits nach wenigen Jahren komplett verrottet. Die Borsten bestehen derzeit jedoch noch aus nicht kompostierbarem Material und würden somit als Fremdkörper in der Umwelt landen.

Die Suche nach biologisch abbaubaren Borsten geht weiter

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Hoffentlich sind auch die Borsten bald kompostierbar.

Biobrush Berlin forscht und entwickelt permanent weiter. Es wird eine nachhaltige Alternative zu den derzeit verwendeten Borsten zum Einsatz kommen, sobald ein gleichwertiger und hygienischer Rohstoff gefunden ist. Soviel also zum Klartext. Und wie putzt es sich damit?

Jedem/r, dem/der das „Eisstielgefühl“ beim Zähneputzen mit der Bambusbürste unangenehm ist, kann ich die Biobrush auf jeden Fall empfehlen. Wie ich außerdem bereits verraten habe, sind die Borsten schön robust. Mit den Knallfarben sind sie echte Hingucker. Wenn man morgens schlaftrunken ins Bad wankt, stechen sie einem definitiv sofort ins Auge.

Transparenz und faire Preise

biobrushWas mir neben der wirklich guten Haptik, Optik und Alltagstauglichkeit der Berlin Biobrush besonders gefällt ist, dass das Startup in seiner Kommunikation kein Blatt vor den Mund nimmt. Es wird auf der Homepage und in den Werbemitteln klar kommuniziert, wie es um die Verwertbarkeit der einzelnen Komponenten steht und dass die Borsten derzeit noch nicht wirklich umweltfreundlich sind. Außerdem wird auch auf das Plastic Garbage Project hingewiesen.  Es soll Menschen weltweit die Augen im Hinblick auf die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll öffnen soll.

Von mir bekommt Ihr auf jeden Fall eine Kaufempfehlung. Im Vergleich mit herkömmlichen Bürsten schließt die Biobrush in meinen Augen definitiv gut ab. Im Onlineshop kann man sie in Packs zu zwölf, sechs oder vier Stück kaufen. Das ist so geregelt, damit sich Porto und Transport auch lohnen. Teuer sind die bunten Dinger übrigens nicht: Sechs gemischte Bio Brush Bürsten für Erwachsene gibt es zum Beispiel zum Preis von 15 Euro.

Gründerin Nannett wurde übrigens bei den diesjährigen EMOTION-Awards in der Kategorie „Gründerin“ nominiert. Pro Kategorie gibt es drei Finalistinnen. Ein Online-Voting entscheidet nun, wer das Rennen macht. Abgestimmt werden kann unter diesem Link noch bis zum 17. April 2019.

Weiterführende Links

Plastic Garbage Project Wanderausstellung

Biobrush Berlin Hompage

Onlineshop Bio Brush Berlin

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