St. Peter-Ording – Die Umweltschützer vom Verein Küste gegen Plastik machen sich schon lange Gedanken darüber, wie sie den Strand vor noch mehr Plastikmüll schützen können. Ihre App Replace Plastic hilft ihnen dabei, Firmen und Bevölkerung zu sensibilisieren.

Tagtäglich rücken die Vereinsmitglieder aus und sammeln am Strand von St. Peter-Ording auf, was liegen bleibt: PET-Flaschen, Plastiktüten, Cremedosen, Kanister und Strohhalme. Jeden Tag wird neuer Müll angeschwemmt.

Die App Replace Plastik als Sprachrohr für genervte Verbraucher

Stündlich kann man Nachrichten über erstickte Meeresbewohner lesen und bekommt über die sozialen Medien neue Videos von Müllwellen zu sehen, die aufs Land zurollen. In den Supermärkten stapeln sich derweil nach wie vor die Plastikverpackungen. Damit muss endlich Schluss sein, findet der Umweltschutzverein und entwickelte die App Replace Plastic.

„Wir sind Küstenmenschen, die nicht mehr hinnehmen, dass ihnen der Plastikmüll am Meer buchstäblich vor die Füße gespült wird“

Unter diesem Motto läuft das schlaue Handyprogramm. Es soll als direkter Draht zwischen Verbrauchern und Herstellern dienen. Kunden können Produkte, die sie in Verwendung haben, ganz einfach mithilfe des Barcodes einscannen. Wurde ein Produkt auf diese Art und Weise zwanzigmal gemeldet, bekommt der Hersteller eine E-Mail mit einer Erklärung, was er mit der Umstellung auf eine umweltfreundlichere Verpackung alles bewirken könnte.

Die Firmen müssen merken, dass Plastik nicht erwünscht ist

Jennifer Rot, die Gründerin von Küste gegen Plastik sagte gegenüber Njoy ganz klar: „Wir werden das Problem nicht lösen, indem wir den Plastikmüll am Deich sammeln und in Säcke verpacken“. Und damit hat sie recht. Aufklärung ist gefragt. Außerdem ist es wichtig, dass die Firmen, welche die Waren des täglichen Bedarfs in Plastik einpacken, immer wieder darauf hingewiesen werden, dass sich die Menschen nachhaltiger Lösungen wünschen.

Seit dem Launch der App im Jahr 2017 gingen schon 5.000 derartige Mails an Firmen raus. Insgesamt wurden bereits 52.000 Produkte von Kunden gescannt. Den ersten Erfolg konnte Jennifer mit ihrem Team bereits verbuchen. Ein in Eckernförde ansässiger Hersteller von Getränken hatte im Februar eine Nachricht von Replace Plastik bekommen und möchte ab sofort auf Kunststoff in seinen Verpackungen verzichten.

Küste gegen Plastik macht weiter Druck

Der Verein freut sich und man möchte auf jeden Fall weiter Druck machen. Immerhin geht eine Firma inzwischen mit guten Beispiel voran. Das könnte das Sandkorn sein, das den Steinberg zum Rollen bringt.

Übrigens freut sich man sich bei Küste gegen Plastik immer über Spenden und neue Helfer. Auf der Homepage des Vereins findet man alle Hinweise dazu. In der Vergangenheit holten die Küstenschützer bereits bekannte Firmen wie den Internetgiganten Google für Strandreinigungsaktionen an die Küste. Das ist doch mal ein sinnvolles Firmenevent liebe Chefs, oder?

Die App Replace Plastic findet Ihr im App Store und im Play Store.

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Quellen: Njoy, Küste gegen Plastik
Das Foto habe ich 2015 in St. Peter-Ording aufgenommen.