„I like birds“ von Eels war jahrelang mein Lieblingslied und das nicht nur, weil der Name des Songs ziemlich gut zu mir passt. Auch heute noch steht das Lied in den Listen meiner am häufigsten gehörten und am heißesten geliebten Songs ganz oben. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sich herausstellte, dass beim aktuellen Bloggerevent „Blinddate mit einem Song“ „mein“ Song erwählt wurde. Und: Dass ich auch dieses Mal wieder dabei sein darf.

Eels macht für mich schon immer Musik für die Seele. Besonders „I like birds“ berührt diese eine unsichtbare Stelle sehr stark. Das ist zumindest meine Meinung. Ich werde wie bei meinem ersten Blind Date mit einem Song (Es ging um Nancy Sinatras „Summerwine„) keine klassische Rezension schreiben, wie Ihr sie von mir kennt. Ich höre den Song an und erzähle Euch, was mir dabei durch den Kopf geht.

Für alle, die die Bloggeraktion „Blind Date mit einem Song“ noch nicht kennen, hier noch eine kurze Erklärung:

I like birdsJede/r Blogger/in, der/die teilnimmt, hat ein Blind Date. Nicht mit einem Menschen, sondern mit einem Song. Alle Teilnehmer hören am selben Tag zur selben Uhrzeit das selbe Lied und schreiben ihre Assoziationen dazu auf. Dabei sind sie ganz frei und können ihrem Schreibstil und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Alle Blogger veröffentlichen Ihre Artikel am selben Tag zu selben Uhrzeit und verlinken sich untereinander.

Ausgedacht haben sich das „Blind Date mit einem Song“ Caro von Hauptstadtgarten* und Björn von Gartenbaukunst*. Bis jetzt wurde es zwei mal veranstaltet. Für mich liegt der Reiz der Aktion in der Neugierde darauf, was die anderen wohl schreiben. Das letzte Mal fiel mir auf, dass wirklich jede/r der 11 Teilnehmer/innen etwas komplett Anderes über den Song geschrieben hatte, es sich aber dennoch alles sehr gut ineinanderfügte. Die Texte passten, obwohl sie unterschiedlich waren, sehr gut zusammen. Sie harmonierten.

Mein Blind Date mit „I like birds“

Ob mein heutiges Blind Date mit Eels mit den Artikeln der anderen harmoniert und ob es insgesamt harmonisch ist und Euch gefällt, dürft Ihr selbst entscheiden. Ich fange jetzt an und drücke die Abspieltaste meines Kassettenrekorders. Alle, die gerne mithören möchten, finden unter diesem Artikel ein kunstvolles Video*. Oder, Ihr drückt einfach hier auf „play“.

Er schlendert beschwingt durch die Herbstsonne. Den Kopf in den Wolken. Die Hände lässig in die Taschen seines ausgewaschenen Hoodies gesteckt. In seinen Mundwickeln wippt ein freundliches Lächeln. Er wirkt beseelt, als käme er von einer Reise. Ruhig. Fröhlich und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Sein rechter Schuh hat ein Loch, der Rucksack nur noch einen Träger. Die achtlos zusammengebundenen Haare wirken etwas ungewaschen. Aber das macht ihm nichts. Er freut sich über das schöne Wetter, das Vogelgezwitscher und die Tasse Kaffee, die er vorhin geschenkt bekam.

Seine Habseligkeiten beschränken sich auf eine Matratze samt Bezug, Kissen und Decke, ein paar Kleidungsstücke in einem Regal aus Ziegelsteinen und Brettern, einen alten Plattenspieler und einige Platten, ganze vierzehn Bücher, sein Zahnputzzeug und ein paar Küchenartikel. Untergestellt hat er das alles in einer kleinen Dachwohnung, die er eigentlich nur zum Schlafen betritt. Den Rest der Zeit verbringt er draußen. Wenn er gerade kein Projekt hat, genießt er die Natur und lauscht dem Puls der Stadt.

„Das sind doch alles nur Gebrauchsgegenstände“

I like birdsMaterielle Dinge bedeuten ihm nichts mehr. Wenn andere sich über einen Kratzer auf ihrem glänzenden Smartphone beschweren, kann er nur müde lächeln. „Gebrauchsgegenstände. Das sind doch alles Gebrauchsgegenstände. Was das Herz wirklich braucht, können sie Dir nicht geben.“, denkt er sich und schlendert weiter. Eine Frau kniet auf einem Grünstreifen und fotografiert Pilze. Sie scheint sie alle im Detail katalogisieren zu wollen. Sie möchte sie mit nach Hause nehmen. Konservieren. Für immer für sich haben. Ins Regal stellen. Auf der Festplatte speichern. Jederzeit abrufbar.

Früher hatte er auch mal eine Sammlung begonnen. Sie war ihm sehr wichtig gewesen. Er hatte alles in sie gesteckt. Sein Geld. Seine Zeit. Seine Vierzimmerwohnung war voll von Kleidung, Zeitschriften, Büchern, Elektrogeräten und zahllosen Symbolen des modernen menschlichen Dasein gewesen. Doch das alles hatte ihm nichts gegeben. Die Einsamkeit hatte sich eines Tages nicht mehr verbergen lassen. Er hatte inmitten einer Ausstellung seiner selbst gesessen. Jeden Abend. Bis die Wände angefangen hatten, sich auf ihn zu zu bewegen und er alles verschenkt und verkauft hatte und aufgebrochen war.

Er hatte gelernt, anderen Dingen Wert beizumessen. Nicht den materiellen. Er hatte sich selbst kennengelernt und war dabei vielen interessanten Menschen begegnet. Individuen, die er heute nicht mehr missen möchte. Er hatte angefangen, sich selbst und den anderen zuzuhören. Nun war er nicht mehr einsam. Auch nicht an Tagen wie diesem, an denen er alleine durch die Stadt schlenderte, seine Gedanken kreisen lies und sich über das Wetter freute.

Er ist frei. Und er ist hier. Mitten unter vielen. Alleine. Aber nicht einsam. Glücklich.

Eels stellt sich vor – Die Musiker hinter „I like birds“

I like birdsWer Eels nicht kennt und gerne mehr über die Band erfahren möchte, für den habe ich hier eine Kurzbeschreibung: Mark Oliver Everett, auch E genannt, gründete das Musikprojekt Eels im Jahr 1995 gemeinsam mit seinem musikalischen Weggefährten Jonathan „Butch“ Norton. Seine Mitmusiker wechseln im Studio und auf der Bühne in unregelmäßigen Abständen. Bei seinen Shows präsentiert E seine Songs immer wieder unterschiedlich, daher birgt jedes Konzert viele Überraschungen für seine Fans.

Der Fankult um Eels ist sehr groß. Im Jahr 2001 nahm die Band unter anderem einen Hidden Track auf, der aus einer Kombination von Einsendungen der Fans besteht. Die Fangemeinde widmete „ihren“ Eels bereits mehrere Tribut-Alben. Zu den bekanntesten Eels Songs zählen „Novocaine for the soul“, „Dog faced boy“ und natürlich „I like birds“. Insgesamt wurden unter dem Namen Eels 11 Studioalben und 14 Compilations und Livealben veröffentlicht. Vor seiner Zeit mit Eels spielte Mark Oliver Everett in zahlreichen Musikprojekten mit. Unter anderem veröffentlichte er in den Jahren 1992 und 1993 unter seinem Pseudonym E die Alben „A Man Called E“ und „Broken toy shop“.

Hinweis

Meine Blinddate-Geschichte oben bezieht sich weder auf den Songtext noch handelt sie vom Künstler E. Sie ist frei erfunden und spiegelt das wieder, was mir in dem Moment, als ich den Song gehört habe, durch den Kopf ging.

Eels – I like Birds – Die Lyrics

I can’t look at the rocket launch
The trophy wives of the astronauts
And I won’t listen to their words
‚Cause I like
Birds

I don’t care for walkin‘ downtown
Crazy auto-car gonna mow me down
Look at all the people like cows in a herd
Well, I like
Birds

If you’re small and on a search
I’ve got a feeder for you to perch on

I can’t stand in line at the store
The mean little people are such a bore
But it’s alright if you act like a turd
‚Cause I like
Birds

If you’re small and on a search
I’ve got a feeder for you to perch on

If you’re small and on a search
I’ve got a feeder for you to perch on
I’ve got a feeder for you to perch on
If you’re small and on a search
I’ve got a feeder for you to perch on
I’ve got a feeder for you to perch on

*I like birds – Der Song

Teilnehmer beim Blind Date mit „I like birds“

*Gartenbaukunst
Hauptstadtgarten
Beetkultur
Rienmakaefer
Der kleine Horrorgarten
Ye olde Kitchen
Laubenhausmädchen
Karo-Tina Aldente

Anne bloggt cardamonchai
 (aka ich smile )
Sind im Garten

Milli Bloom

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