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    Dimwind – "Slow Wave Violence"

    Post-Metal ohne Grenzen

    Review von Anne
    22.05.2021 — Lesezeit: 2 min
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    Dimwind haben vor Kurzem ihr Debüt-Album "Slow Wave Violence" veröffentlicht. Das Werk des Göteborger Post-Metal Duos ist absolut hörenswert – sieben Songs, die unter die Haut gehen, stehen Euch bevor.

    Gitarrist Andreas Hansen und Drummer Jonas Eriksson veröffentlichen ihre Musik selbst. Gegründet haben sie sich bereits vor zwei Jahren. Genauer gesagt: im Januar 2019.

    Der Opener "Blinds Drawn" ist klanglich erste Klasse und wartet gleich mal mit einem Mix aus gut gelaunter Leichtigkeit und getragener Düsternis auf.

    Dimwind sprengen den Rahmen

    Dimwind – "Slow Wave Violence"

    Das zweite Stück "4 AM" beginnt daraufhin mit einer locker-flockigen Überraschung. Viele würden zuerst vielleicht mit einem Pop-artigen Songverlauf rechnen, doch nach rund einer Minute klärt sich auf, dass das Gegenteil der Fall ist. Der Song ist unglaublich durchdacht und rhythmisch sehr ausgeklügelt. Ich mag die spontan wirkenden Wechsel sehr.

    Andreas und Jonas machen in verschiedenen Konstellationen seit den späten 1990er Jahren zusammen Musik. Man hört, dass die beiden ein eingeschworenes Team sind. Das bringt mich zum dritten Song auf der Platte. "Slow Wave Deceit" ist eine Post-Rock Hymne, falls es so etwas geben sollte. Eingeleitet von gesprochenen Lyrics, die von verzerrtem Gitarrenspiel abgewechselt werden und sich anschließend in einem Klangbad der Sinne auflösen.

    Was für ein Drive! Teilweise ist das Stück Bass-lastig und hart, dann wieder beflügelt und spielerisch. Die Einflüsse können genauso aus der Deftones Ecke wie auch aus der Cult of Luna Nische kommen. Höre ich da versteckte Keyboard Klänge? Wie wundervoll! Nach einer kurzen Entspannungspause bei Minute 4:50 gibt es nochmal voll drauf. Nach 7:57 kommt dann der Schlussakkord und ich fliege einfach weiter.

    Dimwind sprechen eine melancholische Sprache

    Mit ihrem Duo-Projekt verfolgen die Göteborger einen Genre-übergreifenden Ansatz, was ihnen ganz hervorragend gelingt. Sie lassen die Grenzen zwischen Post-Rock und allen angrenzten Musikrichtungen verschwimmen und machen genau das, was ihnen selbst gut gefällt – mit sehr viel Herzblut und positiver Energie.

    "False Awakening" zum Beispiel ist so melodisch und vielfältig, dass sich das Stück nur schwer einordnen lässt. Aber warum muss denn auch immer alles ordentlich sein? Hier gibt es Metal-Anleihen und sogar rockige Anflüge. Aber God Is An Astronaut haben Andreas und Jonas sicher auch gehört, als sie das Stück geschrieben haben.

    Der fünfte Song heißt "Håglös". Wer weiß, dass das soviel wie "hoffnungslos" bedeutet, kann sich ausmalen, um was es in dem Stück gehen könnte. Dimwind haben so viel Schmerz in den Song gepackt, so viel Verzweiflung und Schwere. Der atmosphärische Einstieg lässt es schon ein bisschen erahnen, doch in dem Moment, in dem sich die Wolkendecke hebt, bricht das Wetter über mich herein. Ein Spaziergang an einem menschenleeren Strand. Eiskalter Wind ist der einzige Begleiter.

    "Slow Wave Violence" ist einzigartig

    Auch hier sprengen Dimwind den Rahmen. Die eingängigen Harmonien liefern schöne Filmmusikzitate. Gefolgt wird der Song von "Pelagic Vim", das den sperrigen Post-Metal Kontrast zu seinem Vorgänger liefert. Auch hier sprechen Andreas und Jonas eine durchaus melancholische Sprache – allerdings auf eine ganz andere Art – spannend!

    "Slow Wave Violence" ist definitiv einzigartig. Dimwind zeigen, dass sie mit Bands wie Pelican, Russian Circles und LDC durchaus mithalten können. Ich würde mich freuen, die beiden bald mal live erleben zu können.

    Zum Schluss wird es nochmal schwermetallisch. Das Duo spielt mit Disharmonie und bringt die Nacht Funken sprühend zum Glänzen. Der letzte Song "Broken Silver Chord" ist ein würdiger Ausklang eines wertvollen Musikschatzes, der hoffentlich bald weiter wächst. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie es mit Dimwind weitergeht.

    Dimwind – "False Awakening"

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