Habt Ihr Lust, im neuen Jahr mal was richtig Ausgefallenes zu probieren? Wie wäre es mit Mikroben-Protein? Das Nachhaltigkeit-Start-up Nature’s Fynd entwickelt derzeit veganen Fleischersatz auf dieser Basis.

Die Mikroben, die das Unternehmen für die Herstellung seiner Produkte nutzt, wurden ursprünglich im Yellowstone National Park entdeckt. Sie gedeihen dort in den geothermalen Quellen, die Teil von einem der größten aktiven Vulkanen auf der Welt sind.

Bei der Herstellung des Vorzeigeprodukts namens „Fy™“ fermentiert Nature’s Find die Pilze in einem besonderen Verfahren. Im Vergleich zu anderen Proteinquellen benötigt der Hersteller aus Chicago laut eigenen Angaben für sein Produkt nur einen Bruchteil der Wasser- und Landressourcen. Außerdem wird wesentlich weniger Treibhausgas erzeugt. In Zahlen heißt das: 99 Prozent weniger Landnutzung, 90 Prozent weniger Wasserverbrauch und 99 Prozent weniger CO2-Emissionen.

Hochwertiges Mikroben-Protein mit allen Aminosäuren

Das Protein soll besonders hochwertig sein – es soll alle neun essenziellen Aminosäuren enthalten. Das „Pflanzenfleisch“ soll außerdem jede Menge Vitamine, Ballaststoffe und wertvolle Mineralien liefern.

In einer Serie-B-Finanzierung, die unter anderem von Bill Gates und Al Gore geleitet wurde, hatte das Start-up 80 Millionen Dollar erhalten. Unlängst gab Nature’s Fynd außerdem bekannt, man habe zusätzliche 45 Millionen Dollar gesammelt. Das Geld soll dazu genutzt werden, das neuartige Protein auf den Markt zu bringen.

Koryphäen aus dem Lebensmittelzirkus

Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, holte sich das Unternehmen Experten aus führenden Lebensmittelunternehmen wie Cargill, Kind Snacks und Bell Brands ins Boot.

„Diese Top-Fachleute sollen den kommerziellen Erfolg unserer Produkte schnell vorantreiben. Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt. Es kommt jetzt darauf an, die Art und Weise, wie wir alle essen, zu verändern, wenn wir den Planeten schützen und uns gleichzeitig gesünder ernähren wollen.“,

heißt es in einem Statement von Mitbegründer und CEO Thomas Jonas. Derzeit arbeiten 100 Beschäftige bei Nature’s Find – Tendenz steigend. Neben dem Hauptsitz in Chicago gibt es noch ein Entwicklungszentrum in Bozeman, Montana. Die Initiatoren gründeten ihr Start-up auf der Basis von Forschungsergebnissen der NASA. Das Raumfahrtbehörde hatte Organismen beobachtet, die dazu in der Lage sind, unter den unwirtlichen Bedingungen der geothermischen Quellen im Yellowstone Nationalpark zu überleben.

Ich bin schon sehr gespannt, wann es die Produkte von Nature’s Find auch bei uns zu Kaufen geben wird. Ich werde sie auf jeden Fall probieren, wenn es so weit ist. Für mich hört sich das ganz danach an, als könnte es sich um das Nahrungsmittel der Zukunft handeln. Besonders, da man die Mikroben, überall anbauen kann – selbst wenn der Klimawandel (so wie es heute leider aussieht) weiter voranschreitet. Wir könnten das Mikroben-Protein in Zukunft also vermutlich getrost als „veganes, lokales Bio-Superfood“ bezeichnen. Oder doch eher als „Astronautennahrung“? Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

Quellen/sources: Nature’s Fynd, NASA

Bild/picture: © GidonPico, pixabay