Wahnsinn, oder? Es ist schon 25 Jahre her, seit mir zum ersten Mal die berühmte Pelzfrei-Kampagne von PETA aufgefallen ist. Damals sorgte ein ganz besonderes Plakat, auf dem unter anderen Naomi Campbell gegen Echtpelz posierte, für Furore.

Ich weiß noch, dass ich seit ich das Plakat das erste Mal gesehen hatte, jeden Schnipsel zur Kampagne gesammelt habe. Die Message, die PETA damit aussendete, ergriff mich zutiefst. Für mich war es einer der ersten Momente, in denen ich mich aktiv mit dem Tierschutzgedanken auseinandersetzte.

In der aktuellen Ausgabe der Animal Times stellt die Tierrechtsorganisation zum 25-jährigen Jubiläum jetzt eine neue Kampagne vor, die in Anlehnung an „We’d rather go naked than wear fur“ („Wir würden lieber nackt rumlaufen, als im Pelz“) entstanden ist. Fotografiert wurden die Models für die Neuauflage von der Hamburger Agentur PMA.

„Lieber nackt als im Pelz“ ist ein voller Erfolg

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Originalplakat von 1994. Emma Sjöberg, Tatjana Patitz, Heather Stewart-Whyte, Fabienne Terwinghe und Naomi Campbell (von links nach rechts) zogen sich für das Wohl der Tiere aus. / © Patrick Demarchelier für PETA

In den 25 Jahren, die seit der spektakulären PETA Kampagne vergangen sind, hat sich einiges getan. Die Aufklärungsarbeit der Aktivisten hat dafür gesorgt, dass das Thema Pelze für die meisten in Verbindung mit Tierquälerei steht. Große Hersteller und Modeketten wie Zalando, H&M und Zara haben Echtpelz aus dem Sortiment genommen. Dieses Jahr schloss dann tatsächlich auch die letzte Pelzfarm in Deutschland ihre Türen.

Der große Erfolg freut die Tierschützer. Allerdings ist dieser mit Vorsicht zu genießen. Zahlreiche Anbieter verkaufen nach wie vor Pelze und Kleidungsstücke, für die zumindest Teile davon verarbeitet werden. Auf den Pelzfarmen, von denen die Tiere stammen, herrscht großes Leid. Die Tiere werden in winzigen Käfigen gehalten und im Anschluss an ein Leben in Dunkelheit und Angst erschlagen, vergast oder durch einen 440-Volt-Stromschlag in den After getötet. Die Nachfrage auf dem Markt ist nach wie vor sehr groß.

Besonders gefährlich ist die Tatsache, dass Pelz schon lange nicht mehr (nur) als Luxusgut gilt. Bommel an Mützen, Fellbesätze und Kragen an Jacken sowie Westen im Pelzlook gelten als modisch. Diese Produkte werden häufig als „Kunstpelz“ gekennzeichnet, bestehen aber (zumindest teilweise) aus echtem Pelz. Dem Fell unschuldiger Tiere, denen es unter Qualen mit samt ihrer Haut vom Körper gezogen wurde.

Kunstpelz ist häufig echt

Nach wie vor besteht  keine Auszeichnungspflicht für diese Pelzbesätze – auf dem Etikett einer Jacke kann also einfach stehen: Material: Polyacryl, Futter: Polyester, obwohl am Kragen Katze, Hund oder Kaninchen hängt. Klar, dass die meisten Menschen davon ausgehen, dass das Fell an der Kapuze auch aus Polyacryl ist. Das stimmt allerdings leider nicht immer.

Dazu kommen Bezeichnungen, die sich die Hersteller ausgedacht haben, um die Kunden von der Tatsache, dass Tierhaut verarbeitet wurde, abzulenken. Katzenfell und Katzenleder wird zum Beispiel als Goyangi, Mopee oder Lipi bezeichnet. Loup d’Asie, Bio-Wolf, Corsac Fox und Gaewolf stehen für Hundefell und Hundeleder.

Auch Wolle und Leder sind nicht frei von Tierleid

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Kampagne 2019. Emily Lucia Harnack, Svenja Holtmann, Lara Koch, Roxi Heltriegel und Kathie Lam (von links nach rechts) machen sich gegen Tierleid stark. / © Nela König für PETA

Vom Pelz einmal abgesehen: Natürlich handelt es sich auch bei Leder um die Haut von Tieren. Dabei handelt es sich übrigens nicht, wie häufig behauptet wird, um ein Abfallprodukt aus der Fleischproduktion (Allen, die es genauer wissen möchte, lege ich hierzu gerne den Film Earthlings ans Herz. Er ist frei verfügbar und kann jederzeit kostenlos online angeschaut werden.) Hinzukommt, dass es durch den Einsatz hochgiftiger Chemikalien bei der Herstellung eine große Umweltbelastung darstellt.

Auch Wolle ist nicht tierfreundlich: Bei der industriellen Gewinnung werden Schafe nicht nur grob geschoren und geschlagen. Beim sogenannten „Mulesing“ werden Lämmern große Fleischstücke aus dem Hinterteil geschnitten, um die Wolle sie später einfacher scheren zu können. Anschließend werden die Wunden ohne Betäubung wieder zusammengenäht. Mehr über das Thema erfahrt Ihr hier.

Mode ohne Tierleid, das sollte doch eigentlich nicht so schwer sein, oder? Ich bin jedenfalls dieser Meinung und werde weiter für Euch in diese Richtung recherchieren. Dass sich Organisationen wie PETA für die Rechte der Tiere einsetzen und denen eine Stimme geben, die sich nicht wehren können, finde ich mehr als wichtig.

Wer mehr über das Thema „Fakepelz ist Echtpelz“ erfahren möchte, kann hier im Blog weiterlesen.

Übrigens war 1994 ein äußerst spannendes Jahr. Zu diesem Thema entsteht derzeit ein Artikel, den ich bald mit Euch teilen werde. Also bleibt am besten dran.

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Quelle

PETA

Fotos

  • Aktuelle Kampagne: Emily Lucia Harnack, Svenja Holtmann, Lara Koch, Roxi Heltriegel und Kathie Lam / © Nela König für PETA
  • Kampagne 2019: Emma Sjöberg, Tatjana Patitz, Heather Stewart-Whyte, Fabienne Terwinghe und Naomi Campbell / © Patrick Demarchelier für PETA