Ist das dieses Leben, von dem alle sprechen? Überall fliegen die Fetzen, es ist laut und ständig nervt jemand mit Fragen. Wie soll man denn da die Ruhe bewahren?

Zugegeben: Manchmal ist es gar nicht so leicht, sich so durch den Alltag zu hangeln. Negativität, Zeitfresser und andere Ärgernisse lauern überall. Wer kennt das nicht: Kaum hat man sich ein kreatives Projekt vorgenommen, kommen die Kritiker*innen um die Ecke und vorbei ist es mit der Motivation – doch wie kommt man aus der grauen Wolke wieder raus? Ich habe zehn Ideen für Dich zusammengestellt.

  1. Nimm Dir nicht alles so zu Herzen

    Kritik ist etwas, das jedem zu schaffen macht. „Kritikfähigkeit“ ist tatsächlich eines der Worte, die ich gerne aus dem Wörterbuch streichen würde. Man kann sie nicht erlernen und sie wird einem nicht in die Wiege gelegt. Jeder ist vom Typus her ein kleines bisschen anders – vielen Menschen sieht man es vielleicht einfach nicht an, wenn sie etwas verletzt hat. Trotzdem geht es ihnen nach einem harschen Hinweis schlecht. Der Rat „nimm es Dir nicht so zu Herzen“ ist leicht gegeben und macht es gerne mal noch schlimmer. Glaubt es mir, ich spreche da aus Erfahrung. Warum aber steht er dann hier an erster Stelle? Ganz einfach: Mit ein paar Kniffen kann man es schaffen, etwas nicht in die persönliche Zone eindringen zu lassen, auch wenn es einem im ersten Moment durch Mark und Bein geht.

    Kritik, besonders persönliche, kann eine destruktive Wirkung haben und einen mitunter sehr lange beschäftigen. Doch wie kann man es schaffen, sie nicht an sich ran zu lassen? Versuch mal, sie nicht als Kritik zu betrachten. Präge Dir außerdem ein, dass viele Menschen sich einfach nicht besonders gewählt ausdrücken und es vielleicht gar nicht so gemeint haben, wie es bei Dir angekommen ist. Falls es doch so ist, kann Dir das herzlich egal sein.

    Sagt Der Nachbar im Aufzug z. B. zu Dir „Du siehst so müde aus, hast Du schlecht geschlafen?“ ist das vermutlich keine Kritik an Deinem Äußeren, sondern eine ernst gemeinte Frage nach Deinem Befinden. Du kannst sie ja ganz leicht mit einer Gegenfrage beantworten, falls Dir das zu persönlich ist.

    Was außerdem ziemlich gut hilft: Denk daran, dass die Kritik viel mehr mit dem*der Kritiker*in zu tun hat, als mit dem*der Kritisierten. Frag Dich mal, was er*sie für ein Problem hat und wie er*sie zu seiner*ihrer Überzeugung gekommen ist. Vermutlich wirst Du feststellen, dass er*sie nur seine Missgunst oder seine schlechte Laune loswerden wollte und Du baust automatisch Distanz zu seiner Kritik auf.

    Wenn das alles nicht hilft, schütte jemandem Dein Herz aus (siehe Punkt 3) oder schreib es auf. Das hilft Dir, Deine Gedanken zu sammeln. Im Anschluss kannst Du die Person, die Dich kritisiert hat, darauf ansprechen, ob es wirklich so gemeint war, wie Du es aufgefasst hast. Falls das dann überhaupt noch nötig ist.

  2. Behalte auch etwas erstmal nur für Dich

    nervenEtwas geht Dir tierisch auf die Nerven und Du hast das dringende Bedürfnis, Deinem Ärger Luft zu machen? Das ist auch gut so und ganz natürlich. Gönn Dir trotzdem erstmal einen Moment Bedenkzeit und lass es sacken, bevor Du es weiter trägst. „Eine Nacht drüber schlafen“ kann manchmal wirklich Wunder bewirken. Am nächsten Morgen sieht Deine Situation vielleicht gar nicht mehr so verfahren aus und wenn Du Deine Gedanken geordnet hast, kannst Du auch gleich viel besser erzählen. Das kann unter Umständen auch dazu führen, dass Dir Dein Gegenüber einen tollen Ratschlag gibt, der Dir wirklich weiterhilft.

  3. Schütte häufiger Menschen ungefragt Dein Herz aus

    Dein Tag war furchtbar. Dein Chef hatte schlechte Laune, Dein Freund geht nicht ans Telefon, der Wasserhahn tropft und zu allem Überfluss hast Du auch noch Bauchweh. Tu mir einen Gefallen: Verzweifel jetzt nicht. Atme tief durch, schnapp Dir Deine Kollegin, ruf Deine Cousine an oder lade Deine Nachbarin auf eine Tasse Tee ein und schütte Dein Herz aus. Sobald alles raus ist, was Dich bedrückt, wird es Dir zumindest ein kleines bisschen besser gehen. Versprochen!

  4. Wenn Dich alles ankotzt: Hör Musik!

    Manchmal hat wirklich jede*r keine Lust mehr und braucht eine Auszeit. Und ich verrate Dir jetzt mal ein Geheimnis, falls Du es noch nicht kennst (das geht vielen so, glaub mir): Das ist völlig OK! Jetzt  ist der Moment gekommen, Deine Plattensammlung auszupacken, die Kopfhörer überzuziehen und Dich von der Musik davontragen zu lassen. Erlaubt ist alles, was Dich glücklich macht: Punk, Klassik, Post-Rock, Trip Hop, Grunge, Black Metal, Prog, Techno oder Soul – ganz egal. Sing mit, wenn es Dir gut tut. Falls nötig, bis der Hund heult und die Nachbarn klopfen. Es geht schließlich um etwas ganz besonders Wichtiges: Dein Wohlbefinden! Falls es bei Dir gerade mal wieder soweit sein sollte: Hier ist eine Playlist.

  5. Betrachte die Situation mal aus einer anderen Perspektive

    Hast Du die Nase so richtig gestrichen voll? Befindest Du Dich in einer Dir ausweglos erscheinenden Lage? Steckst Du in einer nicht enden wollenden Diskussion fest? Das ist kein Grund, gleich alles hinzuwerfen. Versuch doch mal, zu reflektieren. Versetze Dich in die Lage Deines Gegenübers oder der Person, die Deiner Meinung nach für Deine Situation verantwortlich ist. Wie fühlt sich das an? Im ersten Moment ziemlich strange, oder? Das macht gar nichts. Es kann Dir tatsächlich dabei helfen, Dein Problem dauerhaft aus der Welt zu schaffen.

  6. Erfreue Dich an den kleinen Dingen

    Die Wildbienen, die über Deinen Balkon schwirren, die Nebenkostenrückerstattung, das nette Lächeln des Bäckereiverkäufers, das Wetter, das trotz schlechter Vorhersage traumhaft ist, die nette Chatnachricht von Deiner Kollegin: All das sind Kleinigkeiten, die ziemlich glücklich machen können. Nimm sie bewusst wahr und erfreue Dich an ihnen, sobald sie Deinen Weg kreuzen. Beim Zubettgehen kannst Du sie dann nochmal Revue passieren lassen. Negative Gedanken, die Dich sonst vielleicht am Einschlafen hindern würden, lassen sich so wunderbar verbannen.

  7. Lebe die Vorfreude

    nervenDu fährst im Juni auf ein Festival? Du triffst nächste Woche Deine beste Freundin? Dein Bruder hat fürs Wochenende seinen Besuch angekündigt? Hervorragend! Vorfreude ist und bleibt die beste Freude! Nutze sie und lass Dir von ihr ein Lippen auf die Lächeln zaubern!

  8. Reg Dich nicht über Kleinigkeiten auf

    Der Straßenmusiker vor dem Bürofenster nervt? Am Ärmel Deiner neuen Jacke ist ein Faden gezogen? Der Paketdienst hat aus unerfindlichen Gründen Dein Päckchen umgeleitet? Das sind keine Gründe, gleich aus der Haut zu fahren – konzentriere Dich auf etwas anders, dann ist es schnell vergessen. Diese Kleinigkeiten haben Deine Aufmerksamkeit gar nicht verdient.

  9. Gib Dir Zeit

    Jeder kennt das: Man hat sich etwas vorgenommen und es will nicht funktionieren. Falls es Dir mal wieder so geht und etwas nicht auf Anhieb klappt: Setz Dich nicht unter Druck. Besonders, wenn es eine Aufgabe ist, die Deine Kreativität und Konzentration erfordert, kann es sehr vorteilhaft sein, sie noch einmal zu vertagen. Falls Du das Gefühl hast, sie nicht am geplanten Tag in die Tat umsetzen zu können, solltest Du auf Dich hören. Das Ergebnis ist dann vermutlich auch gleich noch einen Tacken besser, als Du es ursprünglich vermutet hattest.

  10. Lach über Dich selbst

    Alles ist grau, nichts will so richtig klappen und dann lacht im Bus auch noch jemand über Dein am Morgen nach der schlaflosen Nacht müde zusammengestelltes viel zu buntes Outfit? Ich gebe zu, das kann ganz schön frustrierend sein. Aber wie wäre es, wenn Du einfach mitlachst? Im ersten Moment ist das vielleicht komisch, das gebe ich zu. Im Nachhinein wirst Du aber ganz sicher feststellen, dass es Dir geholfen hat! Je häufiger Du es schaffst, über Dich selbst zu lachen, desto heiterer wird Deine Grundstimmung und Du nimmst Dir die fiesen Kleinigkeiten des Alltags weniger zu Herzen. Die gelbe Strickjacke und die roten Boots sehen sowieso klasse an Dir aus! Mach Dir keine Sorgen!

Wie geht es Dir? Konntest Du etwas mitnehmen? Ich freue mich, wenn Dir meine zehn Ideen gefallen haben. Klar ist es im Alltag manchmal nicht so einfach, das alles zu beherzigen. Es kann einen jedoch mitunter schön auf den Boden der Tatsachen zurückholen, wenn man einfach mal kurz tief durchatmet, reflektiert, überlegt und sich an den schönen Dingen erfreut.

 

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