Am Montag fand im veganen Pop-up Lokal Alohachérie im Hamburger Szeneviertel Sternschanze eine Verkostung zum Thema „Vegane Hochzeit“ statt. Auf den Tisch kamen ausschließlich Gerichte, die das Alohachérie Team auch im Rahmen eines veganen Caterings bei einer Hochzeiten anbieten würde.

Die Alohachérie Gründer Fabian, Ewa und Bastian stellten ihr veganes Hochzeitscatering vor. Dabei kam man aus dem Staunen schier nicht mehr heraus.

Ein mögliches Hochzeitsmenü wäre beispielsweise Quinoa-Salat, sommerlich tomatisiert mit mediterranen Kräutern und Oliven und Antipasti-Variationen als Vorspeise. Im Anschluss ein leckeres Seitanragout in Rotweinsauce mit Gojibeeren und Rosmarinkartoffeln und zum Nachtisch ein Chili-Tonka-Mousse au Chocolat mit Waldbeeren und Minzpesto.

Dreistöckige vegane Hochzeitstorten

Dreistöckige Hochzeitstorten mit Füllung nach Wunsch gehören zum Angebot des Alohachérie genauso dazu wie die auf einer Hochzeit unverzichtbaren, herzhaften Mitternachtssnacks.

Am 7. November letzen Jahres in der Weidenallee eröffnet, hat sich das Alohachérie heute schon als Restaurant etabliert. Die wechselnden Mittagsgerichte und die gemütliche Atmosphäre, die auch für ein Candlelight Dinner die richtige Stimmung bietet, ziehen täglich zahlreiche Gäste an.

Veganes Hochzeitscatering und mehr

Im Rahmen der Veranstaltung habe ich mich mit Fabian Friedrich, einem der drei Inhaber der Alohachérie Manufaktur, über das Lokal und seine Pläne unterhalten.

Anne: Hallo Fabian! Schön, dass Du Dir die Zeit nimmst! Wie ist das Geschäft seit der Eröffnung gelaufen, was gibt es über den Standort Hamburg Sternschanze zu berichten?

Fabian: Wir haben einen großen Zulauf seit der Eröffnung unseres Alohachérie Restaurants und sind fast jeden Abend ausgebucht, was uns sehr freut. Auch das Feedback ist toll – sei es über Facebook oder direkt im persönlichen Gespräch. In der Sternschanze hat man auch viel Laufpublikum, wir merken aber, das der größte Teil unserer Gäste bereits Stammpublikum ist und von überall her kommt.

Anne: Wolltest Du schon immer ein veganes Lokal eröffnen, wie kam es dazu?

„Sie haben uns den Stand eingerannt“

Fabian: 2013 haben meine Freundin Ewa und ich uns einen Traum erfüllt: Ein veganer Stand auf einem ansonsten nicht-veganem Weihnachtsmarkt. Die Besucher des Marktes haben uns den Stand eingerannt. Durch Mund-zu- Mund-Propaganda erhielten wir die ersten Anfragen für Caterings – und deshalb gründeten wir dann die Alohachérie Manufaktur, Hamburgs erstes rein veganes Cateringunternehmen.

Da wir ziemlich schnell sehr viele Aufträge bekamen, holten wir Bastian Wittmann dazu, unseren Chefkoch. Bastian hat in der Gourmet-Gastronomie gelernt und einige berufliche Stationen in diesem Bereich durchlaufen. Deshalb war es einfach konsequent, auch ein Restaurant zu eröffnen.

Anne: Warum gibt es so wenige Catering-Services zum Beispiel für Hochzeiten, die auch veganes im Programm haben, wie erklärst Du Dir das?

Fabian: Es gibt keine Ausbildung zum veganen Koch. Will man ein hochwertiges Gourmet-Catering anbieten, empfiehlt es sich aber, einen Koch zu beschäftigen, der die Speisen kreiert und schaut, dass Qualität, Frische und Optik stimmen. Also muss ein klassisch ausgebildeter Koch erst einmal umdenken. Bastian war bereit, diese Herausforderung anzunehmen und deshalb können wir nun ein rein veganes Catering auf Gourmet-Niveau mit den besten Zutaten meisten aus der Region und entsprechend der Saison anbieten. Ich bin aber überzeugt, dass das Thema „Vegane Ernährung“ zukünftig immer mehr eine Rolle spielen wird. Natürlich auch bei Hochzeiten.

Anne: Und darum seid Ihr auch auf die Idee gekommen, veganes Hochzeitscatering anzubieten?

Die Nachfrage steigt permanent

Fabian: Ganz genau. Die Nachfrage ist da und steigt ständig. Die Anfragen für ein veganes Hochzeitscatering werden immer mehr. Wir haben für die Saison 2016 bereits zehn feste Aufträge und es kommen immer mehr dazu.

Anne: Die Eröffnung war ja ein voller Erfolg und das Essen ist auch echt klasse, erst vor Kurzem durfte ich euer tolles Curry testen. Jetzt stellt Ihr Euer veganes Hochzeitscatering vor. Was kommt als Nächstes? Gibt es schon Pläne für den nächsten großen Schachzug?

„Wir planen, ein Buch zu veröffentlichen“

Fabian: Ja, die gibt es. Wir planen, Ende des Jahres ein Alohachérie-Buch zu veröffentlichen. Darin finden die Leser⋆innen nicht nur Rezepte aus Bastis fantastischer Gourmet-Küche, sondern auch Rezepte für Einsteiger, Tipps zur veganen Ernährungsweise in besonderen Lebenssituationen wie zum Beispiel in der Schwangerschaft sowie Informationen zu den heilenden Kräften von Nahrungsmitteln.

Wir haben erst vor ein paar Tagen entsprechende Rubriken in unserem Blog auf unserer Website neu eingerichtet: „Bastis Küchentricks“, „Ewas und Fabis vegane Welt“ und „Grüne Apotheke“. Außerdem planen wir 2017 eine Kochschule zu eröffnen.

Wir geben dann hier in Hamburg vegane Kochkurse, gehen mit der Kochschule und unseren Schülern aber auch auf Reisen. Wir möchten die Möglichkeit bieten, in einer wunderschönen Urlaubsumgebung vegan kochen zu lernen und zusätzlich entspannende Kurse wie Yoga zu besuchen.

Anne: Ich wünsche Euch viel Erfolg und weiterhin gutes Gelingen.

Als kleines Geschenk hat mir Fabian eines seiner Rezept verraten.

Alohachérie Manufaktur – Hochzeitsdessert

Rote Bete Mousse mit Wildorangenragout und Kiwi-Minz-Pesto á la Alohachérie Manufaktur

Zutaten für die Mousse
  • 400 g Seidentofu
  • 50 g geschmacksneutrales Kokosfett 200 g Sojajoghurt
  • 150 g Rote Bete geschält
  • 500 ml naturtrüber Apfelsaft Zimtstange
  • Eine Vanilleschote
  • Birkenzucker oder Rohrzucker
  • Eine Prise Salz
Zubereitung

Den Apfelsaft, die Zimtstange und die ausgekratzte Vanilleschote zusammen mit ihrem Inhalt mit Zucker und der Prise Salz aufkochen. Im so entstandenen Sud die Rote Bete weich kochen. In der Zwischenzeit das Seidentofu zerkleinern und mit dem Sojajoghurt in einem feinem Sieb etwa eine Stunde abtropfen lassen. Wenn die Rote Bete fertig gegart ist, abkühlen lassen, grob zerkleinern und fein pürieren.

Das Kokosfett schmelzen. Das Seidentofu mit dem Sojajoghurt und dem Rote-Bete-Püree vermengen. Das geschmolzene Kokosfett hinzufügen. Die Masse mit Birkenzucker oder Rohrzucker nach belieben süßen und alles glatt rühren. Für etwa vier Stunden kaltstellen.

Zutaten für das Wildorangenragout
  • 100g Rohrzucker
  • 4cl Wasser
  • 250g reife Kumquats
  • 3 Orangen ausgepresst 4cl Grand Manier
  • 1 EL Speisestärke
Zubereitung

Den Zucker mit dem Wasser in einem Topf erhitzen bis der Zucker karamellisiert. Mit Grand Manier ablöschen und mit Orangensaft aufgießen. Die Flüssigkeit zur Hälfte reduzieren lassen. Die Kumquats halbieren und zum Orangensud geben. Das Ganze etwa drei Minuten ziehen lassen. Die Speisestärke mit wenig kaltem Wasser anrühren, den Sud damit abbinden und kaltstellen.

Zutaten für das Kiwi-Minz-Pesto
  • 2 reife Kiwis 50g Minze
  • 1EL Rohrzucker
Zubereitung

Die Blätter der Minze abzupfen und die Kiwi schälen. Beides in einen hohen Becher geben, Zucker hinzufügen und alles mit einem Pürierstab glatt pürieren. Die entstandene Sauce durch ein Haarsieb streichen, wenn die Kiwi-Kerne unerwünscht sind. Alle Zutaten gut gekühlt zusammen servieren.

Wer jetzt neugierig geworden ist und das Alohachérie gerne mal besuchen möchte: Ihr findet es in Hamburg in der Weidenallee 2a. Abends empfiehlt sich eine Reservierung, mittags könntet Ihr Glück haben und spontan noch ein freies Tischchen finden. Die veganen Foodkünstler sind auch im Netz unterwegs.