Sicher ist dem Ein oder Anderen schon aufgefallen, dass es in meinem Blog auch einige Zoobilder gibt. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, ein ungefragtes Statement dazu abzugeben, um den S******e-Sturm abzubremsen, noch bevor er (hoffentlich nicht) eines Tages losrollt.

Ihr werdet Euch jetzt vielleicht denken „Veganerin? Möchte sich für die Rechte von Tieren einsetzen? Und dann Zoobilder? So was Scheinheiliges hat die Welt noch nicht gesehen!!“

Man lernt nie aus

Dazu möchte ich zunächst einmal sagen: Man lernt nie aus. Auch ich wusste bis vor Kurzem noch so Manches nicht. Durch das Schreiben und Recherchieren für mein Blog und die beiden veganen Magazine, für die ich aktuell schreibe, lerne ich jeden Tag dazu.

Da ich mich in der Vergangenheit intensiv meinem zweiten Lieblingshobby, der Fotografie gewidmet habe und Tiere sich prima zum Fotografieren eignen, habe ich auch die ein oder andere Stunde im Zoo verbracht.

Gleich zuallererst: Der Zoofotografie habe ich abgedankt. Es sind in den Jahren, in denen ich dieser Beschäftigung nachgegangen bin, jedoch einige hübsche Bilder entstanden, die ich auch nach meinem Umdenken nicht löschen werde.

Enge Zoos sind kein Ort für Giraffen

Zoos sind nicht der richtige Ort für Giraffen

Zoos sind nicht der richtige Ort für Giraffen

Dass enge Zoos nicht der richtige Ort für Tiere wie Braunbären, Giraffen und Löwen sind? Klar, ein mulmiges Gefühl hatte ich schon immer dabei, wenn ich den Bären auf seinem Felsen hin und herwandern sah. Aber dass man durch schlichtes Boykottieren solcher Anlagen zumindest schon mal ein kleines Zeichen setzen kann… Ich weiß nicht, warum ich so lange nicht auf diese Idee gekommen bin.

Seit meiner Umstellung auf vegan fallen mir nach und nach immer mehr Dinge auf, die ungerecht sind, Tiere entwürdigen, quälen und herabsetzen. Dazu zählt auch das Thema Zoos.

Ich denke, dass man hier klar differenzieren muss: Tiger, Affen und Löwen quer durch Europa immer wieder hin und her zu transportieren, um sie an passender Stelle auszustellen: Ein ganz klares No-go (Nach meinem heutigen Stand der Erkenntnisse). Elefanten an Ketten zu halten, das Ganze als „Elefantenwaisenhaus“ zu tarnen, die Tiere abzurichten und nach der Pfeife des Menschen tanzen zu lassen: Ein schwerer Verstoss gegen die Rechte der Tiere.

An Ort und Stelle für den Artenerhalt kämpfen

Eine Station im Dschungel, die verletze Aras aufnimmt, gesundpflegt, verpartnert und AN ORT UND STELLE für deren Artenerhalt sorgt: Der richtige Weg.

Artenerhalt. Ein Wort, das sich die meisten Zoos auf die Fahnen geschrieben haben. Doch in wiefern trägt es zum Artenerhalt bei, wenn man Tiere fernab von ihrer Heimat züchtet und in engen Käfigen, auf Betonfelsen, in Gitterboxen oder Ställen hält, wo sie (nachdem sie mit viel Glück) eine neue Generation gezeugt haben, kümmerlich, traurig und in ihren Instinkten unterdrückt nach einem kurzen Leben eingehen. Hierzu gibt es diverse Berichte, ich denke, Beispiele müssen keine genannt werden, mir geht es nicht darum, blutige Schlagzeilen aufzugreifen, sondern darum, meine Überlegungen zum Ausdruck zu bringen.

IMG_3909Klar, vor Ort ist häufig der Lebensraum der aussterbenden Arten bereits stark bedroht, weshalb das Beispiel sicher nicht auf jede Art passt. Dennoch denke ich, dass auf räumlichen Bezug definitiv geachtet werden muss, wenn es um den Artenerhalt geht. Wird ein lebender Pinguin im dritten Untergeschoss eines Einkaufszentrums in der arabischen Wüste ausgestellt, kann davon ganz klar keine Rede mehr sein.

Viel Gerede um den heißen Brei. Wie ich nun also zu Zoos stehe? Für mich gehört der klassische Standardzoo ganz klar abgeschafft. Zu oft schon las ich Artikel wie „Wieder eine Giraffe gegen das Gitter gerannt und gestorben“ oder „Eisbär geht vor Kummer ein“. Naturparks hingegen, die dem Erhalt bedrohter Arten (auch hierzulande!) dienen und Rettungs- oder Aufzuchtstationen aus dem Ara-Beispiel oben: Bitte mehr davon.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass hier ein Umdenken erfolgt. Die Zeit der beschnittenen Flügel, Ketten, Volieren, Betonfelsen und Panzerglasgehege ist ganz klar vorbei. Mit einem gut durchdachten, von Experten wie Tierschützern, Ökologen und Tierärzten erstellten Konzept kann man vielleicht sogar die Arche der Zukunft schaffen. Das, was etliche Zoos schon seit Jahrzehnten zu sein vorgeben. Und dann fehlt doch wieder das Geld für das neue Affenhaus. Dann lieber gleich die Tore schließen.

Das Ara-Projekt „First Hand Costa Rica“ bietet übrigens auch Helferstellen für Freiwillige an, falls sich jemand gerne informieren möchte, hier ist der Link.

Einen Artikel über die 10 größten Irrtümer, Zoos betreffend findet Ihr auf der Seite der PETA.