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    Wie ich zu Zoos stehe

    Tierquälerei oder Artenerhalt?

    Beitrag von Anne
    18.04.2015 — Lesezeit: 3 min
    Wie ich zu Zoos stehe

    Noch bis vor Kurzem war mir in Bezug auf Tierrechte einiges nicht bewusst. Doch durch das Schreiben und Recherchieren für meine Seite und die beiden veganen Magazine, für die ich aktuell schreibe, lerne ich jeden Tag dazu.

    Auf diesem Wege wurden mir auch die Augen geöffnet, was Zoos angeht. Auch ich habe früher den ein oder anderen Zoo besucht und dort die Tiere fotografiert. Genau, wie ich früher Käse gegessen habe.

    Heute tue ich das nicht mehr. Inzwischen ist mir nämlich so einiges klar geworden. Manchmal liegt das auf den ersten Blick vielleicht nicht klar auf der Hand aber: Tiere gehören nicht in Zoos.

    Enge Zoos sind kein Ort für Giraffen

    Eigentlich kann man sich doch denken, dass enge Zoos nicht der richtige Ort für Braunbären, Giraffen und Löwen sind? Klar, ein mulmiges Gefühl hatte ich schon immer dabei, wenn ich die Bären auf ihrem künstlichen Felsen hin und her wandern sah.

    Das geht sicher einigen so. Doch dann verdrängt man es gleich wieder. Spätestens, wenn man bei den niedlichen Kaninchen im Streichelzoo am Ausgang angekommen ist, hat man den traurigen Tiger in seinem Betongehege mit dem schmalen Grünstreifen wieder vergessen. Dass man durch schlichtes Boykottieren solcher Anlagen zumindest schon mal ein kleines Zeichen setzen kann – auch ich bin sehr lange nicht auf diese Idee gekommen.

    Seit ich vegan lebe, fallen mir nach und nach einfach immer mehr Dinge auf, die ungerecht sind, Tiere entwürdigen, quälen und herabsetzen. Dazu zählen auch Zoos. Viele würden jetzt vielleicht sagen: Aber Moment mal: Zoos dienen doch dem Artenerhalt? Das ist allerdings nicht ganz so einfach.

    Ich finde, dass man hier klar differenzieren muss: Tiger, Affen und Löwen quer durch Europa immer wieder hin und her zu transportieren, um sie an passender Stelle auszustellen: Ein ganz klares No-go (Nach meinem heutigen Stand der Erkenntnisse). Elefanten an Ketten zu halten, das Ganze als "Elefantenwaisenhaus" zu tarnen, die Tiere abzurichten und nach der Pfeife des Menschen tanzen zu lassen: Ein schwerer Verstoss gegen die Rechte der Tiere.

    An Ort und Stelle für den Artenerhalt kämpfen

    Eine Station im Dschungel, die verletze Aras aufnimmt, gesundpflegt, verpartnert und AN ORT UND STELLE für deren Artenerhalt sorgt: Das ist hingegen der richtige Weg.

    Artenerhalt – dieses Wort haben sich die meisten Zoos auf die Fahnen geschrieben. Doch inwiefern trägt es zum Artenerhalt bei, wenn man Tiere fernab von ihrer Heimat züchtet und in engen Käfigen, auf Betonböden, in Gitterboxen oder Ställen hält, wo sie (nachdem sie mit viel Glück) eine neue Generation gezeugt haben, kümmerlich, traurig und in ihren Instinkten unterdrückt nach einem kurzen Leben eingehen. Hierzu gibt es diverse Berichte. Ich glaube, ich muss an dieser Stelle keine Beispiele aufzählen. Mir geht es hier nicht darum, blutige Schlagzeilen aufzugreifen. Ich möchte schlicht meine persönlichen Überlegungen zum Ausdruck bringen.

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    Klar, vor Ort ist häufig der Lebensraum der aussterbenden Arten bereits stark bedroht, weshalb das Beispiel sicher nicht auf jede Art passt. Dennoch denke ich, dass auf räumlichen Bezug definitiv geachtet werden muss, wenn es um den Artenerhalt geht. Wird ein lebender Pinguin im dritten Untergeschoss eines Einkaufszentrums in der arabischen Wüste ausgestellt, kann davon ganz klar keine Rede mehr sein.

    Wilde Tiere gehören nicht hinter Panzerglas

    Ihr wollt wissen, wie ich zu Zoos stehe? Für mich gehört der klassische Standardzoo ganz klar abgeschafft. Zu oft schon las ich Artikel wie "Wieder eine Giraffe gegen das Gitter gerannt und gestorben" oder "Eisbär geht vor Kummer ein". Naturparks hingegen, die dem Erhalt bedrohter Arten (auch hierzulande!) dienen und Rettungs- oder Aufzucht-Stationen aus dem Ara-Beispiel oben: Bitte mehr davon.

    Ich denke, es ist an der Zeit, dass hier ein Umdenken erfolgt. Die Zeit der beschnittenen Flügel, Ketten, Volieren, Betonfelsen und Panzerglas-Gehege ist ganz klar vorbei. Mit einem gut durchdachten, von Experten wie Tierschützern, Ökologen und Tierärzten erstellten Konzept kann man vielleicht sogar die Arche der Zukunft schaffen. Das, was etliche Zoos schon seit Jahrzehnten zu sein vorgeben. Und dann fehlt doch wieder das Geld für das neue Affenhaus. Dann lieber gleich die Tore schließen.

    Das Ara-Projekt "First Hand Costa Rica" bietet zum Beispiel Stellen für Freiwillige an, falls sich jemand gerne informieren möchte, hier ist der Link.

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