Kennt Ihr das auch? „Auf Fleisch kann man locker verzichten. Aber Käse? Ich lasse mir doch meinen Käse nicht nehmen!“ Tatsächlich kann man richtig süchtig danach sein. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen.

Vor einiger Zeit fragte mich die liebe Sabine, ob ich nicht Lust hätte, mal über Casomorphine zu recherchieren. Ich verstand erst mal nur Bahnhof. Casomorphine? Käse? Morphium? Hatte ich was falsch verstanden? Ich muss wohl ziemlich verwirrt geguckt haben.

Sabine hatte sofort meine Neugier geweckt und so begann ich zu lesen, um möglichst alles über Käsesucht herauszufinden – damit hatte ich es nämlich zu tun, das hatte ich inzwischen herausgefunden.

Auf Käse verzichten? Das konnte ich mir nicht vorstellen!

Ich kann mich noch genau an das Gespräch erinnern, das ich vor rund zwei Jahren mit einer Kollegin führte, die damals schon Veganerin war. Zu dem Zeitpunkt war ich selbst noch Vegetarierin und bewunderte sie sehr. An meine Frage an sie kann ich mich noch sehr genau erinnern: „Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, auf Käse zu verzichten!“ Ein Satz, den ich später noch von sehr vielen Menschen gehört habe, Menschen, mit denen ich mich über den Veganismus unterhalten habe, Vegan-Interessenten, die kurz vor dem „Absprung“ stehen, ein Satz, den auch ich damals durchaus ernst meinte.

Heute ruft schon der Gedanke an Käse, die Käseproduktion oder alles, was mit Milchprodukten zu tun hat, Ekel in mir hervor. Damals konnte ich mir nicht mal im Traum vorstellen, keinen Käse mehr zu mir zu nehmen. Ich aß überall Käse dazu, alles habe ich überbacken, es gab Käsebrot, Käse im Salat, Käse auf der Pizza und manchmal sogar Käse pur. Als Ofenkäse zum Beispiel oder einfach so, zwischendurch ein Stück Käse aus dem Kühlschrank. Heute kann ich mir eine Pizza mit Käse nicht mehr vorstellen. Der würde ja schließlich auch den ganzen tollen Gemüsegeschmack überdecken.

So viel zu meiner persönlichen „Käsegeschichte“, wie ich schließlich den „Absprung“ geschafft habe, weiß ich nicht mehr, vermisst habe ich den Käse bis heute nicht, ich habe weder Heißhungerattacken, noch Schweißausbrüche und im Traum werde ich auch nicht von Käsehäppchen verfolgt. Ich begab mich also auf die Recherche und was ich las, öffnete mir die Augen.

Meine Recherche öffnete mir die Augen

Bei den Casomorphinen handelt es sich um Opiat-ähnliche Stoffe, sogenannte Peptide1, die bei der Verdauung aus dem in Milchprodukten häufigsten Protein, dem Kasein entstehen. Es passiert die Blut-Hirn-Schranke und reizt die Rezeptoren im Gehirn, die auch für den Rausch nach der Einnahme von Morphinen verantwortlich sind.

Casomorphine dämpfen das Bewusstsein, sie lindern Schmerzen und beeinflussen den Blutdruck und die Bewegung des Darms. Die Morphine in der Milch sollen dazu dienen, die Beziehung des Kälbchens zu seiner Mutter zu stärken, beim Säugen wirken sie beruhigend auf das Junge. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Kälber nicht nur über einen völlig anderen Verdauungsapparat verfügen, als wir Menschen, sondern dass es sich dabei um deren Muttermilch handelt, die wir Menschen ihnen wegnehmen.

Die menschliche Muttermilch hat einen sehr viel geringeren Anteil an Protein und somit auch an Casomorphinen. Sie ist genau auf die Bedürfnisse eines menschlichen Säuglings angepasst, würde man einem Baby Kuhmilch einflößen kann man von einer regelrechten „Überdosierung“ reden, die schlaffördernde, beruhigende Wirkung der Muttermilch wäre um ein vielfaches überschritten. Ich stelle mir ab heute jedenfalls nicht mehr die Frage, warum man früher immer der Meinung war, ein Glas Milch würde gut gegen Einschlafstörungen helfen.

Käse im Zusammenhang mit Migräne und Asthma

Der menschliche Organismus gewöhnt sich sehr schnell an die Suchtstoffe im Käse und in der Milch. Ein Hauptgrund dafür, dass sich einige Menschen nicht vorstellen können auf Käse zu verzichten. Vielen Fleischessern fällt der Umstieg zum Veganismus daher leichter, als Vegetariern, die es gewohnt sind, alle Fleischprodukte durch Käse zu ersetzen.

Käse enthält ungesunde, gesättige Fettsäuren, Cholesterin und Salz in hoher Konzentration. Das begünstigt Übergewicht, Herz-Kreislaufbeschwerden und Diabetes. In Milchprodukten sind außerdem Östrogene enthalten, welche durch den Verarbeitungsprozess im Käse noch konzentrierter sind. Milchproteine tragen außerdem zu Erkrankungen wie Arthritis, Migräne und Asthma bei. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge werden sie noch mit weiteren Krankheiten und Störungen in Verbindung gebracht.

Dr. Neal D. Barnard, außerordentlicher Professor für Medizin an der George Washington University in Washington und Präsident des PCRM – Physicians Commitee for Responsible Medicine (Ärztekommitee für verantwortungsvolle Medizin), forscht schon lange auf diesem Gebiet. Unter anderem berichtet er in einem seiner Fachbücher auch von einer Patientin, die durch den Verzicht auf Käse ihre Endometriose heilen konnte.

Käse macht also nicht nur dick, entzieht dem Körper lebenswichtiges Kalzium, verklebt die Arterien und den Darm und riecht nicht besonders gut, er macht auch noch krank.

Zusätzlich zu den Casomorphinen enthält Käse unter anderem die dem Amphetamin ähnliche Chemikalie Phentylethylalamin. Diese soll auch für die süchtig machende Wirkung von Wurst verantwortlich sein.

Es ist also bewiesen, das Käse süchtig macht. Doch: Keine Angst vor dem „Ausstieg“, es kommt zu keinen Entzugserscheinungen, ich habe das für Euch getestet.

Süchtig nach Käse? Ich verrate Euch mein Geheimnis

Auf Überbackenes stehe ich übrigens auch heute noch, ich verrate Euch hiermit mein Geheimnis:

Man nehme

  • 1 Tasse Hafermilch
  • 1 Tasse Hefeflocken
  • 2 Handvoll Nüsse
  • 2 Esslöffel Speiseöl
  • 1 Teelöffel Salz
  • etwas Pfeffer und Chili

Einfach alles in den Mixer packen, bis eine schöne glatte Masse entstanden ist, über den Auflauf oder die Pizza geben und backen – fertig.

Hier im Blog findet Ihr ganz aktuell auch ein leckeres Kartoffelauflauf-Rezept aus meiner Feder, beim Nachkochen könnt Ihr meinen selbstgemachten „Gratinierkäse“ gleich mal ausprobieren.

Ihr möchtet gerne wissen, warum Pflanzenmilch für mich die bessere Wahl ist? Dann könnt Ihr direkt hier weiterlesen.

Literaturtipps: „Raus aus der Käsefalle“ von Dr. Neal D. Barnard, „Milch besser nicht“ von Maria Rollinger
Quellen: Vegane Beratung, Dr. Hanno Platz, Dr. Neal D. Barnard

Fußnote