Vor ein paar Wochen haben wir Helgoland einen Besuch abgestattet. Dort sind uns einige lebensfrohe Kreaturen begegnet.

Mit der Fähre ging es vom Hamburger Hafen durch die Elbe im Richtung Nordsee-Insel. Im Gepäck durfte neben jeder Menge leckerem Proviant die Kameraausrüstung natürlich nicht fehlen.

Vom Hafen zur Langen Anna

Nach einer sonnigen Überfahrt ohne Seegang landeten wir am Hafen von Helgoland. Von dort aus ging es zu Fuß über den Wanderweg hoch zur langen Anna. Unser Ziel: die dort ansässigen Vogelkolonien.

Schon von Weitem wurden wir vom Geschrei der Trottellummen und Basstölpel begrüßt. Letztere ließen uns dann ganz nah ran an ihren geschäftigen Familienbetrieb. Unzählige Mehr-Generationen-Haushalte der Meeresvögel hatten es sich auf den Felsvorsprüngen bequem gemacht und genossen das sonnige Herbstwetter.

Die Basstölpel von Helgoland

Was an Helgoland besonders toll ist: man begegnet dort nicht nur Tieren, sondern trifft auch nicht selten auf naturbegeisterte Exemplare der Gattung Mensch.

Bei meinem letzten Besuch dort war es eine Meeresbiologin gewesen, die mich in die faszinierende Welt der Quallen einführte und mir einige Seehunde präsentierte, dieses Mal trafen wir auf eine Ornithologin. Sie war gerade mit der Zählung der Jungtiere im Basstölpel-Verbund beschäftigt und klärte uns nebenbei über das Gefieder und die Lebensgewohnheiten der geselligen Vögel auf.

Basstölpel kommen nur zum Brüten an Land – wir haben also bei unserem Besuch auf Helgoland große Glück gehabt und genau den richtigen Moment erwischt. Ihre Brutgebiete liegen neben Deutschland unter anderem auch in Großbritannien, Kanada, Island und Norwegen.

Stattliche Riesen der Lüfte

Die Tiere können es bei einer Körpergröße von 80 Zentimetern zu einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 Meter bringen und stellen damit selbst die größten Möwen in den Schatten.

Die erwachsenen männlichen und weiblichen Basstölpel unterscheiden sich im Gegensatz zu anderen Vögel äußerlich auf den ersten Blick nicht. Die Weibchen sind lediglich etwas stämmiger. Die jungen Tölpel kommen mit einem dunkelgrauen Gefieder zur Welt. Nach und nach bildet sich dann ein weißer Flaum, der später in das feste weiße Gefieder mit dem charakteristischen gelblich abgesetzten Kopf wird. In der Phase der ersten Mauser wirken sie daher wie weiß gesprenkelt.

Das Weibchen legt pro Jahr nur ein einziges Ei. Das Schlüpfen kann bis zu 36 Stunden dauern und kostet das Junge viel Kraft. Dennoch erreichen bis zu 94 Prozent der Küken das Erwachsenenalter.

Reise in Richtung Süden

Wenn die jungen Basstölpel flügge sind, legen sie oft große Strecken zurück – es zieht sie mit aller Macht in Richtung Süden. Ein Teil der jungen Vögel kehrt bereits ein Jahr später wieder zur Brutstätte zurück. Die größte Bedrohung der Basstölpel ist der Mensch. Anfang des 20. Jahrhunderts stand die Gattung kurz vor der Ausrottung.

Bedrohung durch den Menschen

In der heutigen Zeit macht den Tieren eine neue Gefahr das Leben schwer: Immer mehr Müll landet in ihrem angestammten Lebensraum. Die Vögel wissen nicht um das Risiko, das von den für sie unbekannten Stoffen ausgeht. Sie nutzen Plastik und Seile beim Nestbau. Das wurde leider schon zahlreichen Jungvögeln zum Verhängnis – sie verstrickten sich oder erstickten an Abfällen. In nahezu allen Nestern finden die Tierschützer heute Plastikmüll – eine traurige Tendenz.

Ich weiß, ich wiederhole mich aber: versucht bitte, Abfall zu vermeiden und hebt am Strand und auf der Straße auch mal was auf, das andere achtlos weggeworfen haben. Danke.

Wissenswertes über Helgoland

Helgoland wird auf Friesisch „Deät Nun“ genannt, was so viel bedeutet wie „Das Land“. Die Insel hat sich im Jahr 1721 gespalten. Seither existiert die kleinere vorgelagerte Insel „Düne“. Beides gehört sich 1890 zu Deutschland.

Das Klima auf Helgoland ist typisch Nordsee – es ist von geringen tageszeitlichen Temperaturunterschieden und ganzjährigen Niederschlägen geprägt. Im Winter sinkt die Temperatur selten auf unter Null. Der Winterdurchschnitt liegt bei zwei Grad, was für unsere Breitengrade sehr mild ist. Im Sommer ist es meistens um die zwanzig Grad. Das macht die Nordseeinsel für Besucher besonders attraktiv.

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