Am Sonntag hatten wir hier schon echtes Frühlingswetter. Wir haben das zum Anlass genommen, mal wieder einen Ausflug an die Nordsee zu machen. Genauer: Nach Cuxhaven.

Unser Zug kam schon gegen 10 Uhr in Cuxhaven an. So waren wir bei der ersten Welle an Ausflüglern, die an diesem Tag die Sonne in der Hafenstadt genießen wollten, dabei und zunächst noch ziemlich unter uns. Vom Bahnhof machten wir uns auf den Weg zur Alten Liebe, um den ersten Blick des Jahres aufs Meer zu erhaschen.

Ausflügler sehnen sich nach Sonne

Auf der rund fünf Kilometer langen Strecke von dort in Richtung Kugelbake wurde es dann schon merklich voller. Ein wundervoller Anblick: Lauter sonnenhungrige, blasse Großstädter*innen, auf dem Pilgerweg in Richtung Frühling. Birdwatching war trotzdem möglich. Im Watt und am Strand sind mir sogar ein paar Schnappschüsse gelungen.

cuxhavenVon Hamburg aus ist Cuxhaven ein gutes Ausflugsziel. Mit dem Regionalzug ist man in gut zwei Stunden da, es gilt das Niedersachsen-Ticket. Die Kreisstadt an der Elbmündung beherbergt das größte Seeheilbad Deutschlands. Im Nordwesten liegt der Nationalpark Wattenmeer, der zu ausgedehnten Wanderungen und Entdeckungstouren einlädt. Bis 2008 befand sich in Cuxhaven die Schiffsmeldestelle für Hamburg und den Nord-Ostsee-Kanal.

Was ist die „Alte Liebe“?

Bei der „Alten Liebe“ handelt es sich um einen ehemaligen Schiffsanleger, der heute als Aussichtspunkt genutzt wird. Von dem Steg mit seinem weißen Geländer hat man einen tollen Blick auf die Elbe und die Nordsee. Gleich in der Nähe legen Auflugsboote ab. Sie bringen Besucher zu den Seehundbänken und brechen regelmäßig zu Hafenrundfahrten auf.

Und was ist die „Kugelbake“?

Die Kugelbake ist ein hölzernes Seezeichen. Ihre Silhouette ist auch Hauptbestandteil des Stadtwappens. Ihren Namen hat sie von den beiden Kugeln im oberen Bereich: eine kleinere sitzt ganz oben auf, eine kleinere weiter unten. Misst man bei Tidehochstand bis zur Mitte der kleineren Kugel, kommt man auf eine Höhe von 28,4 Metern. Im Mittelalter wurden alle Leuchttürme als „Baken“ bezeichnet.

Die heutige Kugelbake von Cuxhaven ist nicht die erste. Diese war etwas kleiner (24,4 Meter) und wurde im Jahr 1703 erbaut. Damals musste man sie alle 30 Jahre austauschen, da sie durch das raue Klima verwitterte.

cuxhavenHeute ist sie mit einem Wall verbunden. Diesen gibt es seit 1782. 1853 richtete man das sogenannte „Kugelbakenlicht“ auf ihr ein. 1878 wurde es durch Feuerschiffe zur Orientierung ersetzt und kam nur noch sporadisch zum Einsatz. In Kriegszeiten (Deutsch-Französischer Krieg und Erster Weltkrieg) wurde die Kugelbake abgebaut. Die derzeitige Bake wurde 1945 erbaut. Seit 2002 befindet sie sich im Besitz der Stadt Cuxhaven.

Nach dem Wandern einkehren

Wir hatten vor, am Abend zu kochen, daher reichten uns über den Tag unsere belegten Brote aus dem Rucksack. Einen leckeren Cappuccino mit Hafermilch zur Entspannung nach der Wanderung gönnten wir uns in der „Cuxhavener Kaffeerösterei“ (Alter Deichweg 21). Sie befindet sich im weltberühmten Lotsenviertel in der Altstadt von Cuxhaven. Hier findet man zahlreiche gemütliche Einkehrmöglichkeiten und kleine Geschäfte. Auch das einzige Pinguinmuseum der Welt ist hier beheimatet (Schillerstraße 64).

Weitere Sehenswürdigkeiten in Cuxhaven

Neben der Alten Liebe und der Kugelbake gibt es in Cuxhaven unter anderem das Schloss Ritzebüttel (27472 Cuxhaven), den Wasserturm (Kapitän-Alexander-Straße) und das Ringelnatz-Museum (Südersteinstraße 44). Bei schönem und auch bei wildem Wetter ist das Städtchen (Stand 31.12.2017 – 48.420 Einwohner) immer eine Reise wert. Auch Sportler*innen werden glücklich: Ein Surfstrand für Wind-, Wellen- und Kitesurfer ist gleich um die Ecke (Cuxhaven Sahlenburg).

Insgesamt war unser Sonntag wirklich perfekt: Sonne, Strand, Watt, Natur und frische Luft. Und: Wir haben sogar die ersten Krokusse gesehen! Von mir aus kann der Frühling bald kommen. Das war auf jeden Fall schon mal ein schöner Vorgeschmack.

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