Cookie's Veggies

Janina

Im Cookie‘s Veggies Café & Restaurant tut man Gutes, indem man isst. Auf der Speisekarte findet man jede Menge vorwiegend vegane Köstlichekeiten, die stets frisch zubereitet werden. Ich habe die Gründerinnen Iris Koczwara und Janina Braconier jetzt interviewt.

In gemütlicher Atmosphäre genießt man im Cookie’s Veggies in der Halterner Straße 93 in Dorsten vegane und vegetarische Gerichte. Das Lokal ist ein Projekt der Iris Koczwara Stiftung und des Vereins Graues Gold e. V.*. Der Erlös des Restaurants fließt zu 100 Prozent in die Stiftung, dessen Ziel es ist, einen Generationenhof zu verwirklichen. Dabei handelt es sich um einen Ort der Begegnung für Mensch und Tier, Alt und Jung.

Iris Koczwara rief die Stiftung ins Leben, um damit finanziell aufwändige Projekte, wie der Hof, zu ermöglichen. Die Stiftung fungiert als Betreiber des Cookie’s Veggies. Das Restaurant soll wiederum dabei helfen, die Projekte der Stiftung zu finanzieren. Die Dorstener haben das Lokal gut angenommen. Es gibt inzwischen viele Stammgäste. Einige von Ihnen haben durch das Cookie’s sogar ihre Liebe zu veganen und vegetarischen Gerichten entdeckt.

Ich habe mich jetzt mit Stiftungsgründerin Iris Koczwara und Restaurantfachfrau Janina Braconier zum Interview verabredet.

Anne: Hallo! Schön, dass ich Euch kennenlernen darf. Wie geht es Euch? War heute schon viel los im Café?

Janina: Danke, gut! Und ja, jeden zweiten Dienstag wechselt die Speisekarte, was zur Folge hat, dass wir uns auf die neuen Gerichte einstellen müssen, was immer wieder interessant und eine Herausforderung ist.

Anne: Iris, wie kam es dazu, dass du die Stiftung gegründet hast?

„Schon als Kind war mir der Respekt vor Tieren wichtig“

Cookie's VeggiesIris: Das ist eine lange Geschichte. Ich versuche, es mal kurz zu fassen. Schon als Kind war mir ein Leben mit Tieren und Respekt vor dem Leben als solches sehr wichtig. Später nahm ich eine verwahrloste Katze aus einem Tierheim bei mir auf. Schicksalsschläge führten dazu, dass ich mich im sozialen Bereich weiterbildete. Und dadurch habe ich schnell erkannt, wie wichtig und vor allem wie therapeutisch wirkungsvoll Tiere für Menschen sind. So begann die Zusammenarbeit mit Pflegeheimen. Ich baute die Hundevisite auf. Dabei besuchen ehrenamtliche Mitarbeiter mit ihren lieben Vierbeinern das Graue Gold, wie Senioren in Skandinavien liebevoll genannt werden. Sie schenken ihnen Momente des Glücks. Diese Erfahrungen erweckten sehr schnell den Wunsch nach einem Generationenhof. Darum gibt es die Stiftung.

Anne: Alle Erlöse gehen an die Stiftung. Arbeiten Eure MitarbeiterInnen auch ehrenamtlich?

Janina: Teilweise. Vor allem KollegInnen im Hintergrund, die administrative Aufgaben bewältigen oder die Homepage kreieren und aktualisieren. Wir stecken alle unsere Leidenschaft in dieses Projekt, können aber nicht alle ausschließlich ehrenamtlich tätig sein.

Anne: Wie groß ist Euer Team?

Iris: Aktiv im Restaurant sind wir zu viert. Zusätzlich hilft Steffi immer wieder aus, wenn der Betrieb ihre Hilfe braucht. Und all die lieben Menschen im Background, die uns  und den Verein ehrenamtlich unterstützen dürfen wir nicht vergessen.

Anne: Und wer ist für was zuständig?

Janina: Aaron und Babette sind hauptsächlich in der Küche, Iris, Steffi und ich im Service. Es ist aber auch so, dass wir uns alle auf allen Ebenen gegenseitig unterstützen. Eine Leidenschaft von mir ist das Backen und ich bin froh, im Cookie’s so viel darüber lernen und umsetzen zu dürfen.

Anne: Auf Eurer Speisekarte findet man vegane und vegetarische Gerichte. Was kommt besser an?

„Unsere Stammgäste lieben die veganen Gerichte“

Cookie's Veggies

Iris

Iris: Ehrlich gesagt, bieten wir fast ausschließlich vegane Küche an. Das gilt auch für unser Brot, die Torten und alles andere. Es gibt inzwischen etliche Stammgäste, die Zuhause gar nicht vegan oder vegetarisch leben und dennoch unsere kreativen Speisen lieben.

Anne: Habt Ihr schon mal darüber nachgedacht, nur noch vegane Speisen anzubieten?

Janina: Wir sind ja schon so gut wie vegan. Wenn aber Kuhmilch oder Kuh-Käse gewünscht wird, wollen wir das auch zukünftig anbieten.

Anne: Lebt Ihr selbst vegan oder vegetarisch? Wenn ja, seit wann?

Iris: Ich lebe schon seit über 20 Jahren vegan, das heißt, ich versuchte es zumindest. Weil es bislang doch sehr schwierig war, Restaurants zu finden, die auch attraktive vegane Speisen anboten, habe ich mich selbst zu Hause vegan bekocht. Aber ich gehe eben auch sehr gerne auswärts essen. Nur war es in Dorsten für mich kaum möglich, lecker satt zu werden. Die Vielfalt der veganen Zauberküche wurde einfach nicht angeboten. Deshalb war die Eröffnung des Cookie’s quasi eine logische Schlussfolgerung.

Janina: Ganz ehrlich: Ich bin eine sogenannte Flexitarierierin. Das heißt, ich esse sehr wenig Fleisch. Wenn, dann nur gutes. Jetzt im Cookie’s stelle ich jedoch fest, dass man sich auch ohne Fleisch vielseitig und vor allem richtig lecker ernähren kann. Ich muss gestehen, dass sich mein Ess-Verhalten seit es das Cookie’s gibt geändert hat. Das gilt auch für meine Einstellung zu Lebewesen im Allgemeinen. So rette ich jetzt jede Spinne und jede Fliege, was mir früher nicht ganz so wichtig war. Manchmal muss ich richtig schmunzeln, wenn ich mal wieder eine Spinne vor die Türe setze.

Anne: Warum spielt das Thema Generationen für Euch so eine große Rolle?

„Träumt nicht jeder liebevolle Mensch davon, dass sich die Generationen wieder vereinen?“

Janina: Ist es nicht der Traum von uns allen? Ich glaube, dass sich eigentlich jeder liebevolle Mensch danach sehnt, die Generationen wieder zu vereinen. Wir lernen doch auch alle voneinander.

Anne: Erzählt mir noch ein Bisschen was über den Hof. Was genau muss man sich darunter vorstellen?

Iris: Wir suchen im nahen Umkreis von Dorsten ein Grundstück ohne Bodenbelastung von mindestens 10.000 qm. Gerne auch mit Nutzgebäuden. Wir möchten Tieren eine Heimat geben, die zu alt oder gehandicapt für eine Vermittlung sind oder ein zu schlechtes Leben fristen mussten, um sie unter akzeptablen Umständen vermitteln zu können. Betreut werden die Tiere von einer ehrenamtlichen Fachkraft pro Tierart und unseren Tierschützern.

Aber wir wären nicht das Graue Gold, wenn wir nicht den Integrationsgedanken fortführen würden. Alt und Jung, Jugendliche und Senioren werden sich Seite an Seite – entsprechend ihrer Fähigkeiten – um die Tiere kümmern. Neue Erfahrungen sammeln, eine andere Perspektive auf das Leben kennenlernen und im Umgang mit den Tieren, letztendlich mehr über sich selbst erfahren. Das ist das Ziel des Generationenhofs. Idealerweise möchten wir auch Wohneinheiten auf dem Hof verwirklichen, was natürlich von den Gegebenheiten und finanziellen Möglichkeiten abhängt. Wir freuen uns über jede Spende.

Anne: Stichwort Generationen: Wie ist das im Café? Stellt Ihr fest, dass eine bestimmte Altersgruppe unter den Gästen besonders stark vertreten ist oder verteilt sich das gleichmäßig?

„Hier treffen sich die Generationen“

Cookie's Veggies

Cookie’s Veggies

Janina: Es gibt keine Altersgruppe, die besonders hervorsticht. Hier treffen sich die Generationen. Was ich aber beobachte ist die Tatsache, dass es deutlich mehr weibliche Gäste sind.

Anne: Was ist Euer Lieblingsgericht auf der Speisekarte?

Iris: Ich glaube, jeder hat so seine eigenen Favoriten. Zudem wechseln wir die Karte ja alle 14 Tage. Vielleicht sollten wir mal eine Umfrage bei den Gästen starten? Der Gedanke gefällt mir gerade sehr gut (lacht).

Anne: Ist Dorsten ein besonders guter Ort für ein vegan/vegetarisches Café & Restaurant?

Janina: Na klar, weil es in Dorsten noch keins gab. Außerdem besuchen uns viele Gäste aus dem nahen Münsterland.

Anne: Beendet diesen Satz: „Das Cookie’s Veggies ist etwas ganz Besonderes, weil…“

Iris: …man mit gutem Essen Gutes tut!

Janina: … unser Konzept ungewöhnlich, originell und kreativ ist. Einmalig eben.

Anne: Warum Cookie’s Veggies? Was hat euch zu diesem Namen inspiriert?

„Der Name Cookie’s Veggies war sofort klar“

Iris: Das ist eine lustige Geschichte. Ich habe mal eine Zeitlang in einer Küche gearbeitet. Weil mein Nachname Koczwara ist, wurde dort daraus Cookie. Es war von Anfang an klar, dass das mal der Name „meines“ Restaurants sein würde.

Anne: Womit beschäftigt sich die caritative Organisation Graues Gold e. V.?

Iris: Sie engagiert sich mit ehrenamtlichen Helfern für die soziale Integration von Jugendlichen und Senioren mit und durch den Tierschutz. Durch den Umgang mit Tieren erreichen wir ein Stück Lebensqualität.

Junge Menschen erfahren Sozialkompetenz und Verantwortung und unseren Senioren wird ein Stück Nähe, Glück und Licht im Alltag geschenkt.

Anne: Welche weiteren Projekte gibt es noch?

Iris: Das Fördertürmchen fördert den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. Im Rahmen dieses Programms besuchen Tierhalter mit ihren Tieren Kindergärten, Schulen und Familieneinrichtungen, um den Kindern einen artgerechten Umgang mit dem Lebewesen zu vermitteln.

„Der Tierschutz ist für uns von zentraler Bedeutung

Cookie's Veggies

Lecker essen im Cookie’s Veggie’s

Der Tierschutz ist für den Verein von zentraler Bedeutung und beinhaltet viele Facetten. Training von Hunden zum Umgang mit Menschen ist genauso dabei, wie Übungen für Kinder im Umgang mit Haustieren. So wird ein verantwortungsvoller Umgang mit den Vierbeinern gelehrt, damit der Tierschutz schon bei der Auswahl der Hausgenossen anfangen kann.

Aber auch klassischer Tierschutz im Bereich Wildtiere ist Aufgabe des Vereins. Graues Gold e. V. unterstützt die Arbeit der Eichhörnchen Auffangstation Wilde Kreaturen* in Dorsten in vielfacher Hinsicht. Wir gehen rücksichtsvoll mit Tieren um.

Anne: Was steht in Zukunft an? Sind neue Projekte geplant? Wie geht es mit dem Cookie’s Veggies weiter?

Janina: Das Cookie’s ist ja noch jung. Zunächst kümmern wir uns darum, dass es weiterhin gut läuft und noch besser laufen wird. Wir sind unter anderem auch auf vielen Märkten mit einem Stand vertreten. So waren wir auch bei der ExtraSchicht dabei, sind auf den Weiberkram-Märkten und werden auf dem Lichterfest sogar mit insgesamt starten, einschließlich den Wilden Kreaturen.

Aber ja, natürlich gibt es auch schon die Idee, weitere Cookie’s zu eröffnen, für die Freunde des vegan/vegetarischen Lebens und natürlich für unser Groß-Projekt, dem Generationenhof. Ganz getreu unserem Motto: Gutes essen, Gutes tun.

Iris: Genau so, Schritt für Schritt (lächelt).

Anne: Die meisten meiner Leser stammen nicht aus Dorsten. Wie kann man Euch aus der Ferne unterstützen?

Iris: Posaunt bitte in die Welt hinaus, wie gut unser Cookie’s ist, damit wir mehr Umsatz generieren können und unser Traum vom Generationenhof schneller wahr wird. Außerdem sind wir bei solch einem Groß-Projekt natürlich auf Spenden angewiesen.*

Anne: Vielen Dank für das liebe Interview! Alles Gute für Euch!

Iris und Janina: Wir haben zu danken. Es hat Spaß gemacht.

Links:

Spendenkonto Iris-Koczwara-Stiftung

IBAN DE 1442 6501 5000 9024
6661BIC WELADED1REK
Sparkasse Vest Recklinghausen

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