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    Haarlem verbietet Werbung für Fleisch

    Die erste Stadt ohne Fleischwerbung

    Beitrag von Anne
    21.09.2022 — Lesezeit: 2 min
    Haarlem verbietet Werbung für Fleisch

    Die niederländische Stadt Haarlem ist weltweit die erste Stadt, die Werbung für Fleisch im öffentlichen Raum ab 2024 verbietet. Das Verbot ist eine Reaktion auf die Erkenntnis, dass Fleisch ein großer Treiber des Klimawandels ist. Haarlem möchte versuchen, den Fleischkonsum der Menschen einzuschränken und damit die Treibhausgasemissionen senken.

    Nachdem Fleisch auf die Liste der klimaschädlichsten Produkte gesetzt wurde, möchte die westlich von Amsterdam gelegene 160.000-Einwohner-Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. Das Verbot kann aufgrund bereits bestehender Verträge erst ab 2024 anlaufen.

    Darum wird die Werbung für Fleisch auf öffentlichen Plätzen, in Bussen, an Haltestellen sowie auf Werbetafeln und Bildschirmen schon bald nicht mehr erlaubt sein. Die Fleischbranche beschwert sich indes, die Stadtverwaltung sei mit ihrer Kampagne zu weit gegangen. Im O-Ton heißt es

    "Es kann nicht sein, dass uns eine Stadt vorschreibt, was das Beste für uns ist."

    Die jahrzehntelange Forschung der Wissenschaftler⋆innen wurde bei dieser Aussage vermutlich ignoriert. Denn nicht nur die aktuellsten Studien zeigen: Vegane Ernährung ist die beste Möglichkeit, die menschlichen Vitalwerte zu verbessern. Allerdings geht es der Stadt Haarlem vorwiegend um etwas anderes:

    Erst kürzlich wurde wieder belegt, dass die weltweite Lebensmittelproduktion für ein Drittel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Die Verwertung von Tieren für die Fleischproduktion ist etwa doppelt so belastend für die Umwelt, wie die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel. Informationen von der Albert Schweitzer Stiftung dazu findet Ihr hier und vom IPCC hier.

    Die grüne Stadträtin der Stadt Haarlem Ziggy Klazes zeigte sich verwundert darüber, dass ihre Stadt die Erste ist, die das Verbot von Fleischwerbung ausspricht. Gegenüber Haarlem105 sagte sie

    "Es geht nicht darum, was die Leute daheim in ihren Küchen backen und braten. Wenn sie weiterhin Fleisch essen wollen, ist das erstmal OK. Wir können den Menschen jedoch nicht sagen, dass wir uns in einer Klimakrise befinden und sie weiter dazu ermutigen, Produkte zu kaufen, die Teil der Ursache sind. Es gibt natürlich Leute, die unsere Entscheidung empörend und herablassend finden, einige finden sie jedoch auch gut. Unsere Aktion ist für uns ein Signal, das wir senden. Es wäre schön, falls es landesweit aufgegriffen wird. Ich habe gehört, dass einige Grüne unsere Idee ziemlich gut und sie auch gerne ausprobieren möchten."

    Um tierische Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Milchprodukte herzustellen, müssen zunächst Flächen für die Haltung der Tiere geschaffen werden. Weil diese immer weiter wachsen, werden auch immer mehr Wälder abgeholzt, die schädliches Kohlendioxid absorbieren könnten. Weitere Flächen fallen dem Anbau von Futterpflanzen zum Opfer. Diese werden wiederum mit stickstoffreichem Dünger übergossen, der nicht nur zum Klimawandel sowie zum Abbau der Ozonschicht beiträgt –  er sorgt auch noch für Luft- und Wasserverschmutzung sorgt. Hinzu kommen die nahezu unüberschaubaren schädlichen Mengen an Methan, die bei der Viehhaltung entstehen. Es gilt als eines der stärksten Treibhausgase.

    Falls Ihr findet, das Verbot könnte noch weitergehen: In Haarlem wird ab 2024 nicht nur die Werbung für Fleisch, sondern auch für Urlaubsflüge, fossile Brennstoffe und Autos, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, verboten sein.

    Bild/Image: Hendrik, Pixabay

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