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    Dream Vision Gründer Jan Oblak

    Psychologie fasziniert mich

    Interview von Anne
    30.05.2022 — Lesezeit: 3 min
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    Dream Vision Gründer Jan Oblak

    Jan Oblak kennt Ihr vielleicht als eines der Gründungsmitglieder des Atmospheric Post-Metal Projekts Zorya aus Slowenien. Im Dezember startete er sein Soloprojekt Dream Vision. Seine Debüt-Platte "Rêves" ist ein traumhafter Mix aus elektronischem Blackgaze und Post-Rock mit Einflüssen aus dem Post-Black und der Depressive Black Metal Genre. Ich hatte jetzt die Gelegenheit, mich mit dem Multi-Instrumentalisten, der das komplette Album in Eigenregie aufgenommen hat, zu unterhalten.

    Anne: Hey! Danke, dass Du Dir die Zeit nimmst. Wie geht es Dir im Moment? Gratulation zu Deinem brandneuen Album "Rêves"! Es ist wundervoll!

    Jan: Hey! Danke für Deine Worte! Im Moment bin ich etwas erschöpft, aber sehr glücklich, weil die sich die harte Arbeit für die Platte auszuzahlen scheint.

    Anne: Möchtest Du mir die Geschichte dahinter verraten? Erzählt es ein? "Rêves" ist ja französisch für "träumen". Also denke ich mal, es könnte etwas mit Deinem Bandnamen zu tun haben, denn der dreht sich ja auch um Träume?

    "Ich habe angefangen Blackgaze und Darkwave Metal mit Post-Rock Elementen zu vermischen"

    Dream Vision – "Rêves"
    Dream Vision – "Rêves"

    Jan: Nein, es erzählt keine Geschichte. Ich war auf der Suche nach einem Bandnamen und wusste nicht, was das Beste für mich und meine Zuhörer⋆innen ist. Ich habe also zahllose Websites zum Thema besucht und irgendwann fand ich diese Worte.

    "Dream Vision" besitzt innerhalb der Psychologie viele Bedeutungen. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, dass ich mich so für Psychologie begeistere, aber wenn Du Dir Metal anhörst, hast Du mindestens eine 30-prozentige Chance, dass es um Depressionen oder Psychologie geht. Und ja, Du hast natürlich recht: Der Name des Albums ist mit dem Bandnamen verknüpft. Beide Worte stammen aus der Psychologie. Und ich habe mir gedacht, "Rêves" passt doch perfekt!

    Anne: Deine Musik ist nicht nur düster und traurig, sondern auch verträumt. Wolltest Du immer diesen Mix aus Blackgaze, Dreamgaze, Post-Metal und Ambient machen? Es klingt so, als würdest Du Dich in dieser Welt sehr zu Hause fühlen – was wunderschön ist.

    Jan: Oh nein. Als Kind habe ich vorwiegend Metal und Rockmusik gehört. Als ich dann vor ein paar Jahren angefangen habe, mich für Black Metal zu interessieren, habe ich mich nach frischer und neuer Musik umgehört und bin auf Post-Rock und die verwandten Genres gestoßen. Mit meiner ersten Band Zorya mache ich Post-Black Music, aber mit meinem Soloprojekt wollte ich in ein neues Gebiet aufbrechen, das noch nicht komplett erforscht ist. Also habe ich angefangen, Blackgaze und Darkwave Metal mit Elementen aus dem Post-Rock und einigen komplexeren Genres zu mischen.

    Anne: Hast Du einen Lieblingssong auf der Platte?

    Jan: Das ist auch eine knifflige Frage. Ich denke nicht. Eigentlich mag ich alle Songs. Obwohl natürlich alles immer irgendwie noch besser sein kann. Ich würde aber sagen, nein. Ich habe keinen Lieblingssong.

    Anne: Wen würdest Du als Deine drei größten Einflüsse bezeichnen?

    Jan: Alcest, Abstract Void und Dance with the Dead.

    Anne: Du bist aus Slowenien – Ich wollte schon immer mal dort hinreisen. Hast Du Reisetipps für mich?

    Sorry, ich habe mich ablenken lassen. Was ich eigentlich fragen wollte: Wie würdest Du die slowenische Musikszene beschreiben? Ich stelle sie mir inspirierend und kreativ vor. Ist sie das?

    "Ich habe Dream Vision im Dezember gegründet und im Januar die erste Musik veröffentlicht"

    Jan: Komm uns besuchen! Ich kann Dir Reisetipps geben. Du weißt ja, Slowenien ist klein. Du kannst das komplette Land in ein paar Stunden durchqueren. Wir haben aber auch ein paar wirklich schöne Schlösser und tolle Landschaften zu bieten. Es lohnt sich also wirklich.

    Ich würde sagen, unsere Musikszene ist viel besser, als früher. Aber es ist und bleibt ein kleines Land, also gibt es auch nicht so viele Menschen, die diese Art von Musik hören.

    Anne: Wann hast Du Dream Vision gegründet?

    Jan: Ich habe Dream Vision im Dezember letzten Jahres gegründet und im Januar die erste Musik veröffentlicht.

    Anne: Du hast Zorya ja bereits erwähnt. Gibt es noch andere Bands, in denen Du vor Dream Vision gespielt hast?

    January: Vor einigen Jahren war ich mal gemeinsam mit meinem Bruder in einer Pop-Rock Band.

    Anne: Das komplette Genre rund um Post-Metal und Blackgaze ist ziemlich düster und die Musik tendiert in eine nachdenkliche Richtung – was ich sehr gerne mag. Was meinst Du, warum wir hin und wieder eine gute düstere und harte Platte brauchen? Dass es auf der anderen Seite aber auch Leute gibt, die diese Musik als depressiv bezeichnen würden? Glaubst Du, dass dieser Sound die Kraft besitzt, die Grundstimmung zu heben? Was unterscheidet uns von den Menschen, die all diese fröhliche Tanzmusik hören?

    "Die Menschen haben die falsche Vorstellung von Musik"

    Jan: Ich denke, dass die Menschen die falsche Vorstellung von Musik haben. Ich mache diese Art von Musik und ich bin nicht depressiv. Ich versuche, mit meiner Musik Effekte zu erzielen. Wenn Du sie hörst, kann es Dich glücklich machen, aber wenn Du glücklich bist, kannst Du auch mal traurig sein. Es ist eine musikalische Enthüllung. Ich denke, dass wir anders sind: Wir besitzen die Courage, Tabuthemen anzusprechen.

    Anne: Was steht als Nächstes auf dem Programm für Dream Vision? Schreibst Du schon wieder an neuen Songs? Hast Du Tour-Pläne?

    Jan: Als Erstes werde ich eine EP mit Zorya veröffentlichen. Anschließend werde ich weiter an neuen Songs schreiben. Tour-Pläne wird es wohl nicht geben, da ich nicht so gerne auf der Bühne stehe.

    Dream Vison – "Rêves"

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