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    Das Ende der Bärengalle-Farmen in Vietnam

    "Kein Bär bleibt zurück"

    Beitrag von Anne
    27.05.2022 — Lesezeit: 3 min
    Das Ende der Bärengalle-Farmen in Vietnam

    Zehntausende Bären – hauptsächlich Mondbären, aber auch Sonnenbären und Braunbären – werden auf Bärengalle-Farmen in Asien gefangen gehalten. Ein Land möchte jetzt gemeinsam mit Animals Asia mit gutem Beispiel vorangehen. Die letzen 310 Bären, die sich in vietnamesischen Bärengalle-Farmen befinden, sollen jetzt befreit werden.

    Wer nicht weiß, was Bärengalle-Farmen sind:

    Die Farmer zapfen den Bären in einem grausamen Verfahren regelmäßig Galle ab. Diese findet vorwiegend in der traditionellen Medizin sowie in Shampoos und Zahnpasta Einsatz – obwohl es inzwischen viele kostengünstige, pflanzliche Alternativen gibt.

    Die Bären müssen auf den Farmen in winzigen Käfigen leben. Meistens können sie sich darin nicht mal umdrehen. Manche von ihnen können nicht auf allen Vieren stehen. Sie sind dehydriert, leiden Hunger und bösartigen Tumoren, an denen sie am Ende sterben.

    Vietnamesische Staatsangehörige möchten jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und die letzten Bären aus den Gallen-Farmen des Landes retten. Insgesamt ist von noch 310 verbleibenden Bären die Rede. Sie sollen dank der seit 28 Jahren andauernden Initiative durch Animals Asia nun bald in Freiheit leben.

    Animals Asia wurde 1998 offiziell gegründet und setzt sich für verbesserte Bedingungen und Rechte für verschiedene Tierarten in ganz Asien ein. Die Organisation betreibt preisgekrönte Schutzgebiete in Vietnam und China.

    Schutz für die Tiere von den Bärengalle-Farmen

    Bären in der Schutzzone: Drei Bären klettern auf einem Gerüst aus Bambus. Im Hintergrund ist der Regenwald zu sehen. Bild: Animals Asia
    Bären in der Schutzzone. Bild: Animals Asia

    Die Bärenschutzgebiete dienen den aus den Bärengalle-Farmen befreiten Tieren als Schutzzonen. Hunderte Bären haben in diesen Sanctuaries ein Zuhause gefunden. Animals Asia ist die einzige Organisation mit einem derartigen Bärenschutzgebiet in China.

    Bis heute hat Animals Asia 640 Bären aus dem Gallenhandel befreit. Weil sich die Bären-Auffangstation in Tam Dao der Kapazitätsgrenze nähert, hat die Organisation jetzt ein neues Zentrum angekündigt, in dem alle noch verbleibenden Gallenbären in Vietnam aufgenommen werden sollen.

    Das 12 Hektar große Schutzgebiet in der bergigen Umgebung des Bach-Ma-Nationalparks wird am heutigen 27. Mai eingeweiht. Wenn irgendwann alle Farm-Bären in Vietnam befreit und in das Schutzgebiet entlassen worden sind, wird der Handel mit Bärengalle im Land offiziell der Geschichte angehören.

    Jill Robertson ist stolz auf diese Entwicklung:

    "Gemeinsam und in Zusammenarbeit mit der vietnamesischen Regierung werden wir es schaffen, diesen Meilenstein in der Geschichte der Tierbefreiung in diesem Land zu erreichen",

    sagt sie1.

    2017 hatten Animals Asia und die Regierung von Vietnam ein Memorandum of Understanding (MOU) unterschrieben. Die Absichtserklärung verpflichtet Vietnam zur Schließung aller Bärengalle-Farmen. Sie skizzierte eine Vereinbarung zwischen den beiden Parteien, wonach sie zusammenarbeiten würden, um die damals 1.000 Tiere zu befreien, die sich noch in der Branche befanden.2

    Courage und Hartnäckigkeit zahlen sich aus

    Im Hinblick auf die neue Einrichtung sagte Jill Robinson:

    "Heute zeigen wir, dass Courage, Empathie, Hartnäckigkeit und Entschlossenheit zu bedeutenden Veränderungen führen. Wir haben es geschafft: Indem wir zusammengehalten haben, konnten wir aktiv zur Rettung der gefährdeten Arten der Welt beitragen."

    Prominente Unterstützung fand das Projekt unter anderem in Judi Dench, Alan Cumming, Stephen Fry, James Cromwell, Slash und Peter Egan. Comedian Ricky Gervais rief in einem Video dazu auf,

    "Animals Asia bei dieser wichtigen Mission beizustehen und gemeinsam die Pfoten für den Mondbären zu erheben."

    Prominente Unterstützung von Dr. Jane Goodall bis Ricky Gervais

    Tierrechtsaktivistin und Forscherin Dr. Jane Goodall sprach der Organisation ihre Gratulation aus:

    "Animals Asia setzt den Bärengalle-Farmen in Vietnam ein Ende. Bitte unterstützt Animals Asia dabei, dieses letzte Bären-Schutzgebiet aufzubauen, damit wir sicher gehen können, dass in kein Bär in Vietnam vergessen wird."

    Animals Asia gestaltete jetzt einen Zeichentrickfilm zum Thema3. Gemeinsam mit der auf Wasserfarben spezialisierten vietnamesischen Künstlerin Cam Anh Ng entstand "No Bear Left Behind". Der Animationsfilm zum Thema Bärengalle-Farmen ist ab sofort auf Youtube verfügbar. Er weist auf die dringende Notwendigkeit hin, alle Bären von den Galle-Farmen in Vietnam zu befreien.

    Ein Mondbär wird gerettet

    Er zeigt die Geschichte eines Kindes, das bei einem Spaziergang mit den Eltern einen Mondbären-Teddy im Abfluss findet. Nachdem es den Bären aufgehoben hat, eilt die Familie nach Hause, um das Tier dort zu verbinden.

    Als die Wunden des Teddys verbunden sind, fängt er an zu lächeln. Das Mädchen schaut aus dem Fenster und ruft:

    "Da ist noch ein Teddy, der im Stich gelassen wurde!"

    Sie geht und holt ihn herein, damit er sich mit dem anderen Bären ausruhen kann.

    Die Geschichte setzt sich fort. Wohin das Mädchen geht – überall findet sie verlassene Teddybären, die ihre Hilfe dankbar annehmen. Sie nimmt sie alle mit zu sich nach Hause – bis schließlich das ganze Haus voll ist.

    Weil immer noch Teddys auf der Suche nach Hilfe sind, beschließen die Eltern, einen Anbau an das Haus zu bauen, damit ihre Tochter weiter Bären in Not helfen kann. Irgendwann schafft sie es dann wirklich, alles Teddys zu retten und mit ihrer liebevollen Fürsorge zum Lächeln zu bringen.

    Keine Bärengalle-Farmen mehr in Vietnam

    CEO und Gründerin von Animals Asia Jill Robinson möchte mit dem Film alle Menschen ansprechen, ungeachtet ihres Alters, Hintergrundes oder ihrer Sprache. Sie findet:

    "Die Geschichte steht für die bislang größte Herausforderung für Animals Asia: den Bau eines neuen Bären-Rettungszentrums für Vietnam. Wir wollen dort die letzten paar hundert Bären retten, die noch auf den Galle-Farmen leben."

    Die Geschichte erklärt sie so:

    "Es ist sehr menschlich – ein universelles Verhalten, denen helfen zu wollen, die in Not sind. Unsere Fähigkeit, Empathie bei dem zu empfinden, was andere durchmachen, und unser Instinkt, denen zu helfen, die sich in Not befinden, ist etwas, das uns alle verbindet."

    "No Bear Left Behind" – der Animationsfilm

    Bilder/Pictures: Animals Asia

    hr
    1. Jill Robinsons Blog
    2. Kein Bär bleibt zurück – News-Beitrag bei Animals Asia
    3. Zeichentrickfilm "No Bear Left Behind"

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