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    "The Shape of Everything"

    Das neue Album von SOM

    Review von Anne
    11.01.2022 — Lesezeit: 2 min
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    "The Shape of Everything"

    SOM Sänger und Gitarrist Will Benoit wachte eines Nachts auf und sah, dass er eine E-Mail von Gitarrist Joel Reynolds im Postfach hatte. Im Anhang befand sich eine mp3 mit dem Namen "Animals". Es war einer der prägenden Momente in der Entstehungsgeschichte des grandiosen neuen Albums "The Shape Of Everything".

    Weil Joel seine Nachricht zwischen drei und vier Uhr nachts verschickt hatte, wusste Will sofort, dass es sich um etwas Besonderes handeln musste. Sein Bandkollege hätte sich sonst sicher nicht die Nacht um die Uhren geschlagen. Joel lebte damals in Richmond und es war gerade die Zeit der George Floyd/Black Lives Matter Proteste. Der Musiker war die ganze Zeit ganz vorne mit dabei, sah, wie Statuen niedergerissen wurden und wurde Zeuge der kulturellen Verschiebungen. Später erzählte er dem Rest der Band, wie inspirierend das alles für ihn war. Über das Demotape berichtet Will:

    "Die Aufnahme hat mich wirklich umgehauen. Von der ersten Note dieses einsamen und eindringlichen Gitarrenintros bis hin zur anschwellenden Spannung des instrumentalen Outros. Joel hatte das alles schon in seiner Originalversion drin. Für mich fühlte es sich an, wie der sprichwörtliche Blitz aus der Flasche. Ich war vom ersten Moment an wie gefesselt.

    Ich erinnere mich, dass ich den ganzen Morgen Besorgungen gemacht habe. Im Auto bin ich immer wieder zwischen den Demos und dem Aufnehmen von Sprachmemos der Gesangsmelodien hin und her gesprungen. Die Harmonien und den Text für den Refrain hatte ich um 11 Uhr fertig ausgearbeitet. Um 14 Uhr war ich im Studio und habe alle Vocals so aufgenommen, wie sie auf dem Album zu hören sind. Als dann auch noch der Rest der Band seine Parts hinzugefügt hat, erwachte der Song zu Leben. Er ist düsterer und seltsam und für mich einer meiner Lieblingssongs, die wir bisher mit SOM aufgenommen haben."

    "The Shape Of Everything" ist ein großes Album

    SOM – "The Shape Of Everything" Plattencover (rundes geometrisches Muster auf smaragdgrünem Gund)
    SOM – "The Shape Of Everything"

    SOM haben mit den insgesamt acht Titeln auf "The Shape Of Everything" ein großes Album geschaffen. In gerade mal 34 Minuten Gesamtspielzeit ist es der Band gelungen, eine spürbare Dramaturgie aufzubauen, die von der Welt in unserer Zeit kündet.

    Wenn Ihr Projekte wie Deftones, Failure oder auch Alcest mögt, solltet Ihr Euch dringend mit der Shoegaze/Post-Music Band auf die Reise begeben – es lohnt sich. Hinter jedem Stück steckt eine Geschichte und das hört und spürt man.

    Brachiale Riffs treffen auf herzzerfetzende Lyrics, die tief gehen. Atmosphärische Sequenzen lösen metallische Wände ab und leiten in eine Traumwelt.

    Schwere, Düsternis und Hoffnung

    Die Platte ist das inzwischen zweite komplette Studioalbum der Band. Es erscheint am 21. Januar pünktlich zur ursprünglich geplanten umfangreichen Europatournee mit Katatonia und Sólstafir.

    Düster, emotional und mit einem Hauch romantischer Melancholie klingt das Werk rund und rau zugleich. Die Band wollte mit "The Shape of Everything" Schwere und Düsternis, aber auch Hoffnung zum Ausdruck bringen wollten – es ist ihr gelungen.

    Für das Video zur Auskopplung "Moment" fuhr Bassist Justin Forrest mit Filmer Alex Pace in die Wüste von Colorado. Die beiden übernachteten dort, um den Sonnenaufgang filmen zu können. Im Clip sieht man Justins kalte Hände im Wüstensand sehen. Für Will ist das die perfekte Metapher für die letzten beiden Jahre.

    SOM – "Moment"

    Die neueste Auskopplung heißt übrigens "Center". Hier kommt das Video:

    SOM – Center

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