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    Das Finale 2021

    Der letzte Artikel des Jahres

    Beitrag von Anne
    30.12.2021 — Lesezeit: 4 min
    Das Finale 2021

    Ich habe eine Weile überlegt, wie der letzte Artikel des Jahres 2021 wohl aussehen könnte. Ein Rückblick? Glückwünsche? Gute Vorsätze für 2022? Nichts von alledem? Oder alles? Schlussendlich habe ich mich dafür entschieden, einfach drauflos zu schreiben und Euch alles Gute für das neue Jahr zu wünschen. Eigentlich ist der 1. Januar ja ein Tag wie jeder andere, aber ein bisschen Feiern haben wir uns wohl alle verdient.

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    TW: Angst, Trauma, Flucht, Tod, COVID-19

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    Irgendwie kommt mir das alles ein bisschen wie ein Déjà-vu vor. Alles läuft ähnlich ab, wie schon im letzten Jahr. Oder genauso? Ich kann es kaum fassen, dass ich wirklich schon letztes Jahr (also 2020) im März wegen COVID angefangen habe, von zu Hause aus zu arbeiten und nicht dieses Jahr. Irgendwie verschwimmt das alles inzwischen ziemlich. Vielleicht möchte ich auch genau aus diesem Grund auf den farbenfrohen Jahresrückblick verzichten. Dieses Mal. Vielleicht gibt es ja Ende 2022 wieder einen – sehen wir mal.

    Dieses Jahr mal kein Rückblick

    Insgesamt kann ich mit diesem Jahr auf jeden Fall zufrieden sein. Ich habe hier im Blog einige gute Storys und Interviews veröffentlicht und privat geht es mir gut. Genau wie den Menschen, die mir wichtig sind. Ich klopfe auf Holz. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Und dafür, dass ich von daheim arbeiten kann (was früher undenkbar gewesen wäre, als ich noch in Läden/im Service tätig war). Und dass ich meinen festen Job habe.

    Trotzdem würde ich natürlich, genau wie alle anderen, gerne wissen, wann und ob es irgendwann wieder "back to normal" gehen wird. Und damit meine ich nicht mal, dass uns Masken, vor allem in der Erkältungszeit, vermutlich immer erhalten bleiben werden. Das finde ich auch eigentlich gar nicht schlecht. Immerhin geben sie mir Sicherheit und ich traue mich damit zumindest ab und zu in öffentliche Verkehrsmittel. Ich meine eher diese Unbeschwertheit untereinander. Die Lockerheit, die man vor Corona erlebt hat. Kommt die zurück? Werde ich sie irgendwann wieder leben können? Ehrlicherweise kann ich mir im Moment nicht vorstellen, wie früher dicht gedrängt zwischen anderen Leuten vor einer Konzertbühne zu tanzen, zu schwitzen und mitzusingen. Irgendwie hat man doch immer diese Angst im Nacken. Geht die wieder weg?

    Wie geht es weiter?

    Wie läuft es mit den Impfungen weiter? Mit den Varianten? Wird es weitere Viren geben? Das wird es ganz bestimmt. Doch: Wie werden sie unser Leben beeinflussen? Das alles ist uns heute nicht bekannt. Dennoch sollten wir uns gegenseitig ein gutes neues Jahr wünschen. Klar ist der 1. Januar auch nur ein Tag. Genauer gesagt ein Samstag. Zumindest im Jahr 2022. Allerdings kann man ihn doch gut dazu nutzen, neue Hoffnung zu schöpfen, sich zu motivieren und den Fokus nach vorne zu richten. Auch, wenn ich selbst das mit den guten Vorsätzen lieber anderen überlasse. Ich nehme mir gerne spontan etwas vor und warte damit nicht auf ein bestimmtes Datum. Aber in diese Kategorie würde ich das auch gar nicht einordnen. Ich sehe es mehr als eine Art Aufatmen. Sich kurz hängenzulassen und dann das neue Jahr alles übernehmen zu lassen – "Surrender" würde das eine meiner Lieblings-Online-Yoga-Lehrer⋆innen nennen, die mir das letzte Jahr ein bisschen gerettet haben.

    Also: Was immer Ihr vorhabt – kommt gut an in 2022 und versucht Euch nicht allzu viele Sorgen zu machen. Falls Euch der Tag egal ist, nutzt ihn zum Lesen, Schreiben, Serien Bingen, Videospiele zocken oder Musik hören. Oder zum Wandern. Was immer Ihr gerne tut. Falls Ihr ihn bewusst erleben wollt, macht es Euch gemütlich oder feiert ein schönes Fest im möglichst kleinen Kreis. Ich weiß, dass viele von Euch auch arbeiten müssen. Lasst Euch bitte nicht ärgern!

    Habt Euch lieb, fühlt Euch gedrückt, wenn Ihr mögt und lasst Euch verdammt noch mal impfen. Anbei ein wunderbares Meme, das die Twitter Userin @kathrinresister vor Kurzem mit ihren Followis geteilt hat. Ich finde es gerade ziemlich passend. Auf dem Foto ist ein Kinoeingang zu sehen. Auf der Anzeigetafel über der Tür steht "Vaccines are a gateway drug to concerts" ("Impfungen sind eine Einstiegsdroge für Konzerte"). Da ist schon was Wahres dran, oder? Außerdem erhöhen Impfungen natürlich auch die Chance, eine eventuelle Corona-Infektion zu überleben oder schützen im besten Fall vor einer Ansteckung. Also Livemusik und gesund bleiben? Das wäre doch eigentlich perfekt. Mensch Leute, ich habe hier noch Festivaltickets liegen, die ich vor zwei Jahren gekauft habe! Ich möchte die irgendwann noch einlösen! Außerdem kenne ich da ein paar Bands, die wirklich gerne mal wieder auf Tour gehen würden!

    Auf dem Foto ist ein Kinoeingang zu sehen. Auf der Anzeigetafel über der Tür steht "Vaccines are a gateway drug to concerts" ("Impfungen sind eine Einstiegsdroge für Konzerte"))
    "Impfungen sind eine Einstiegsdroge für Konzerte". Meme: @kathrinresister, Twitter

    Eine Bitte habe ich noch in einer wichtigen Sache an Euch: Ich weiß, dass Feuerwerke auch in diesem Jahr verboten sind. Einige von Euch wissen schon, dass ich das sehr befürworte. Trotzdem weiß ich natürlich auch, dass Verbote immer auch Rebellion nach sich ziehen. Was ich eigentlich auch gut finde. Allerdings finde ich auch, dass man in diesem Fall ausnahmsweise mal aufs Dagegensein verzichten kann. Raketen und Böller hinterlassen nicht nur unnötigen Müll und Dreck, sie können zu Verletzungen führen, die Euch im schlimmsten Fall in die Notaufnahme bringen und die Menschen, die dort weit über der Überlastungsgrenze arbeiten, noch mehr belasten (das ist ja auch der Grund für das Verbot). Sie sind außerdem der Horror für alle Tiere – Haustiere und wild lebende Tiere. Sie leiden Todesangst und sind häufig Tage nach Silvester noch komplett verstört. Ich weiß, wovon ich rede, ich verbringe seit Jahren jedes Silvester mit meinen beiden Katern. Habt Ihr eine Vorstellung davon, was Silvester für ein Tierheim bedeutet? Nein? Dann fragt doch mal die Leute vor Ort!

    Bitte verzichtet auf Feuerwerke!

    Stellt Euch außerdem mal folgendes Szenario vor: Ihr habt Monate damit verbracht, aus einem Kriegsgebiet zu fliehen und habt es mit letzter Kraft über das Mittelmeer und nach Deutschland geschafft. Im Krieg habt Ihr immer wieder Schwerverletzte und tote Menschen gesehen. Jeden Tag habt Ihr Euch vor einschlagenden Bomben versteckt. Auf der Flucht habt Ihr weiter zahlreiche Menschen verloren. Nun seid Ihr endlich in einer Unterkunft angekommen und froh, dass Ihr überlebt habt. So ein paar Leute haben nichts anderes zu tun, als Böller in die Luft zu jagen. Überlegt Euch einfach mal, was die Geräusche mit Euch machen würden. Ich werde das an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Bitte verzichtet auf Feuerwerke – aus Respekt! Vielen Dank!

    Guten Rutsch!

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    Schwarz-Weiß-Fotografie die Autorin in einem schwarzen Regenmantel mit Kapuze.
    Das Finale 2021.

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