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    Repetita Iuvant – "3+1"

    Quadrofonische Klangkunst

    Beitrag von Anne
    23.07.2021 — Lesezeit: 2 min
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    Repetita Iuvant gründeten sich aus einer Gruppe von Freund⋆innen, die sich durch ihre Liebe für gute Instrumental-Musik gefunden haben. Ihre neue EP "3+1" ist für sie die natürliche, musikalische und mathematische Konsequenz ihres Werks "3" von 2020. Sie schlagen damit das nächste Kapitel ihrer Trilogie auf. Alle drei Platten werden zusammen ihre erste LP ergeben.

    Die im italienischen La Spezia beheimatete Post-Rock/Noise Band Repetita Iuvant besteht aus Andrea Testa (Schlagzeug), Christoforo da Costa (Gitarre, Synthesizer) und Daniele Isetta (Gitarre).

    Repetita Iuvant – "3+1"

    In ihrem musikalischen Zusammenspiel spiegelt sich ihr gemeinsames Gespür für die richtige Dosis an der richtigen Stelle wider. Außerdem erforschen die drei gerne Aufnahmetechniken aus den vergangenen Jahrzehnten, in denen die Rockmusik entstanden ist.

    Repetita Iuvant experimentieren mit dem Stereo8 Format

    Der letzte Song auf "3+1" ("Piuno") wurde mit vier Ambient Mikrofonen aufgenommen und in sieben Kopien ins quadrofonische Stereo8 Format übertragen. Der Gitarrist von Repetita Iuvant Christof beschreibt das so:

    "Es gibt eine numerische Begründung für diese Herangehensweise und es ist unser Lob an die Ära der Quadraphonie und Psychedelia"

    Das klingt schon mal ziemlich spannend, oder? Das ist es auch. Die am 18. Juni auf Loudnessy Sonic Factory erschienene Platte ist deutlich mehr als nur eine von diesen EPs, die man mal hören kann. Sie öffnet die Tür zu einer vielfältigen Klangwelt, die man immer wieder durchschreiten möchte.

    Repetita Iuvant

    Ein farbenfrohes Gesamtbild

    Der erste Song "Sagiadi" ist elektronisch, eklektisch und vielseitig. Hypnotischer Rhythmus mischt sich mit spielerischen Drums. Durch die vielschichtigen Synthesizer-Klänge ergibt sich ein farbenfrohes Gesamtbild. Trotz seiner zahlreichen Elemente klingt dieses und auch das nächste Stück angenehm einfach und nicht überfrachtet.

    Der zweite Song "Polloni" fügt der Vielseitigkeit eine überraschende Zartheit hinzu, die diesen Song zu meinem Favoriten auf der Platte macht. Es lässt sich ganz schwer in Worte zu fassen, was hier passiert, das Hin und Her zwischen Härte und Fragilität erinnert an das Spiel der Gezeiten.

    Repetita Iuvant

    "Metloping" bildet einen würdevollen Übergang zum Finale der Platte – Lautmalerei eingeschlossen. Bei "Piuno" handelt es sich, wie oben beschrieben, um ein quadrofonisches Experiment – das im übrigen voll aufgegangen ist. Die 1970er lassen grüßen. Aufmerksamen Hörer⋆innen dürften außerdem die Perspektivwechsel sofort auffallen. Was mich hier besonders fasziniert, sind die schönen Percussion-Highlights, die hier und da einen bunten Farbklecks auf dem Klangteppich hinterlassen.

    Ein Cliffhanger zur nächsten Platte

    Mit den insgesamt vier Stücken auf "3+1" erzählen Repetita Iuvant eine Geschichte, für die gar keine Worte nötig sind. Am Ende meint man sogar einen Cliffhanger zur nächsten Platte der Trilogie zu erkennen. Genauso ging es mir auch schon mit "3". Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, was uns hier als Nächstes erwartet.

    "3+1" von Repetita Iuvant ist auf Tape und auf allen bekannten Streaming-Plattformen erschienen. Dort findet Ihr auch die erste EP "3".

    Repetita Iuvant – "3+1"

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