Das Virus der Vogelgruppe H10N3 wurde erstmals bei einem Menschen nachgewiesen. Im chinesischen Jiangsu wurde ein 41-jähriger Mann mit starkem Fieber ins Krankenhaus eingeliefert.

Weltweit hatten Virologi⋆innen davor gewarnt, nun gibt es tatsächlich einen Fall. Einige Wissenschaftler⋆innen halten weitere Pandemien für „unvermeidlich“. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Virolog*innen halten eine Grippe-Pandemie für unvermeidlich

Der Erkrankte soll inzwischen stabil sein und kurz vor seiner Entlassung stehen. Er war vor ein paar Tagen mit Symptomen wie hohem Fieber in eine Klinik gekommen.

Pekings nationale Gesundheitskommission (NHC) stuft den H10N3-Stamm der Vogelgrippe als „gering pathogen“ ein. Das bedeutet, dass es „unwahrscheinlich ist, dass er einen großflächigen Ausbruch verursacht“. Dennoch halten zahlreiche Virolog⋆innen eine Grippepandemie für „unvermeidlich“. Es wäre möglich, dass Stämme der Vogelgrippe mutieren und dadurch leichter übertragbar werden.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit:

„Die Ansteckungsquelle ist uns zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Bei der Notfallüberwachung wurden keine weiteren Fälle in der lokalen Bevölkerung gefunden. Derzeit gibt es noch keine Hinweise auf mögliche Übertragungen von Mensch zu Mensch. Solange Vogelgrippeviren in Geflügel zirkulieren, ist eine sporadische Ansteckung von Menschen mit dem Vogelgrippevirus nicht überraschend. Das sollte uns eindringlich daran erinnern, dass die Gefahr einer Influenza-Pandemie weiterhin besteht.“

In Schweden waren vor Kurzem 1,3 Millionen Hühner gekeult worden, nachdem beim größten Eierproduzenten des Landes Fälle von Vogelgrippe entdeckt worden waren.

Ein Bericht aus Russland warnt davor, dass die Vogelgrippe 90 Mal tödlicher sein könnte, als COVID-19. Anfang 2021 war dort der erste Fall einer Übertragung zwischen Tieren und Menschen bestätigt worden. Den Behörden zufolge infizierten sich sieben Arbeiter einer Geflügelfabrik mit der H5N8-Variante des Virus.

Zoonosen durch vegane Lebensmittel stoppen

Die Leiterin der russischen Gesundheitsbehörde, Anna Popova meldete, es ginge allen Arbeiter⋆innen inzwischen wieder gut. Man hätte die „angemessenen Maßnahmen sofort ergriffen“ und dadurch sei eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindert worden. Auch sie warnt vor einer Weiterentwicklung des Virus:

„Die Entdeckung dieser Mutationen zu einem Zeitpunkt, zu dem das Virus noch nicht die Fähigkeit erworben hat, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen, gibt uns die Zeit, uns auf mögliche Mutationen vorzubereiten und angemessen und rechtzeitig zu reagieren.“

Mit dem Ausbau der immer größer werdenden Tierfabriken und dem ständigen Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht steigt die Gefahr der Weiterverbreitung von Zoonosen permanent. Um das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen, müsste diese Industrie nach und nach abgebaut werden. Dass in einigen Industrieländern der Fleischkonsum immer weiter sinkt, ist ein gutes Zeichen. Expert⋆innen warnen jedoch, dass der Wandel wesentlich schneller von statten gehen muss, wenn wir die Gefahr, die von Zoonosen ausgeht dauerhaft stoppen wollen.