Die Musikliste, die wir diesen Monat für Euch vorbereitet haben, hat es in sich. Mit dabei sind einige besonders hochwertige Post-Rock Stücke und mal wieder mehr „hartes Zeug“.

Draußen fangen die Rosen an, die ersten Dornen des Jahres auszubilden, während es weiter fröhlich stürmt und hagelt. Da passen die Stücke von Kauan („Taistelu“ vom Album „Ice Fleet“), Amenra („De Evenmens“, Vorauskopplung vom Album „De Doorn“) und Twenty One Pilots („Choker“, Vorauskopplung vom Album „Scaled And Icy“) thematisch besonders gut. Aber wir haben noch mehr Highlights für Euch.

Wie immer haben wir uns beim Platten Selektieren in allen Genres bedient. Alle Empfehlungen sind wie immer mit Hörproben ausgestattet und ganz unten findet Ihr wie immer die gesamte Playlist zum komplett Hören bei Spotify und iTunes. Und jetzt viel Spaß mit der Musik.

Kauan – „Taistelu“ vom Album „Ice Fleet“

Kauan haben sich bereits 2005 gegründet. Seitdem ist die Band aus dem estnischen Tallinn ihrem fabelhaften Stil, der Ambient mit Doom und progressivem Post-Rock verbindet, treu geblieben. Gleichzeitig haben sie sich hörbar weiterentwickelt. Das neue Album „Ice Fleet“ ist ein großer Hörgenuss, den ich in seiner Gesamtheit empfehlen kann. „Taistelu“ ist, denke ich, ein ziemlich guter Einstieg.

Wander – „Unwind“ (Vorauskopplung vom Album „Home“)

Das wunderbare neue Album „Beyond“ von Wander erscheint schon bald auf Vinyl. Vorbestellungen werden ab sofort angenommen. Ich habe für Euch die traumhafte Vorauskopplung „Unwind“ selektiert, die ganz bestimmt Lust auf mehr macht. Wenn Ihr noch mehr Beispiele hören wollt, bevor Ihr Euch die Platte komplett holt, empfehle ich Euch auch die Split LP mit Young Lovers von 2018 und das offizielle Debüt-Album „March“ von 2019 mal in Augenschein zu nehmen. Die digitalen Versionen findet Ihr unter anderem bei Spotify.

Scale & Feather „Day Unto Night“ (Single)

Wer es progressiv und experimentell mag, könnte in Scale & Feather ein neues Lieblingsprojekt entdecken. Natürlich nur, falls die Band aus Tucson, Arizona zu Euren Neuentdeckungen zählt, die gibt es nämlich schon länger. Die Single „Day Unto Night“ ist allerdings brandneu – hören lohnt sich!

Health + Nine Inch Nails – „Isn’t Everyone“ (Single)

Valentin:

„Mein erstes Stück für die Juni-Liste kommt von Health. Die Industrial- und Noise-Combo aus Los Angeles, die ich ursprünglich aus dem Videospiel ‚Max Payne 3‘ kenne, für das sie den Soundtrack beigesteuerte hat, hat den neuen Track gerade veröffentlicht. Für die Produktion konnten Health tatsächlich Trent Reznor und Atticus Ross gewinnen und danach klingt der Song auch. Für mich ist ‚Isn’t Everyone‘ eine gute Mischung aus dem Sound von den NIN Alben ‚Downward Spiral‘ und ‚Year Zero'“.

Crippled Black Phoenix – „Painful Reminder“ (Single)

Matze:

SNFU sind die kanadischen Skater-Punks, die ich leider nie so richtig auf dem Radar hatte. Sie lieferten einst das Original für diese Cover-Version einer meiner Lieblingsbands, Crippled Black Phoenix. Anlass ist der tragische Tod des SNFU-Sängers Ken Chinn aka. Mr. Chi Ping nach langer Krankheit. Kurz zuvor hatte er noch eine letzte EP aufgenommen – ebenfalls mit einer Version dieses Stücks. Bitte hört Euch alle drei Versionen an (von SNFU, Mr. Chi Ping und CBP). Ich habe selten so unterschiedlich und doch gleich eindringliche Versionen eines Songs gehört.

Mehr über den Song und die Geschichte dahinter könnt Ihr hier nachlesen.

Year Of No Light – „Réalgar“ (Vorauskopplung vom Album „Consolamentum“)

„Anne hat zwar schon so ziemlich alles Wissenswerte zu dieser Platte in einem eigenen Artikel zusammengefasst. Mir war es trotzdem wichtig, dass dieses Meisterwerk auf unserer Liste erscheint und habe dem Post-Metal-Stück mit den vielen Stimmungen einen meiner vier Plätze überlassen. Leider war ich schon zu spät für die spektakuläre rote Erstpressung der LP – das wäre ein echtes Highlight in der Vinylsammlung gewesen.“

Amenra – „De Evenmens“ (Vorauskopplung vom Album „De Doorn“)

Das neue Album von Amenra wird dornig. Soviel lässt sich aus dem bereits veröffentlichten Titel und dem ziemlich gelungenen Cover-Bild ableiten. Die erste Auskopplung „De Evenmens“ ist schon mal ziemlich klasse. Ich liebe die Mischung aus Gesang (auf belgisch) und Gebrüll und die Stimmung ist wieder schön magisch und düster. Da fällt es einem richtig schwer, noch bis zum 25. Juni zu warten – so lange dauert es noch, bis „De Dorn“ komplett enthüllt wird.

Bossk – „Menhir“ (Single)

Valentin:

„Hier auch mal wieder was Härteres aus meiner Sammlung. Bossk aus Ashford haben ihre neue Single mit Johannes Persson von Cult of Luna veröffentlicht, mit denen sie früher auch als Vorgruppe auf Tour unterwegs waren. Mir ist die Band seit 2010 bekannt. Damals habe ich mir ihre EP-Collection gekauft und seitdem freue ich mich über jede neue Veröffentlichung der Jungs.“

Gojira – „Grind“ vom Album „Fortitude“

Matze:

„Wir hatten schon mal eine Vorauskopplung von ‚Fortitude‘ in der Liste. Für manche Bands muss man, ähnlich wie bei Year Of No Light, einfach ausreichend Platz reservieren. Der Song passt außerdem perfekt in diesen streckenweise etwas härteren Monat. ‚Grind‘ ist sogar für Gojira Verhältnisse ein brachialerer Song. Er hebt die typische Rohheit und die metallischen Gitarren der Franzosen noch einmal mit einem Textmarker hervorhebt. Etwa bei der Hälfte beginnt ein melodischen Gitarrenpart, der den ersten Teil des Stücks noch heftiger erscheinen lässt.“

Avi Kaplan – „Change On The Rise“ vom „Resident Alien“ Soundtrack

Valentin:

Über den Soundtrack der Serie ‚Resident Alien‘ bin ich auf einen Song von Avi Kaplan gekommen. Der Singer/Songwriter aus Visalia, Kalifornien war früher Teil der A-Capella-Gruppe Pentatonix, bei der er den Bass sang. Nachdem ich Euch im April Michael Kiwanuka vorgestellt hatte, habe ich diesen Monat wieder was für die Stimmen-Fanatiker unter Euch. Der Song ‚Chance On The Rise‘ stammt vom 2020er Album ‚I’ll Get By‘.“

Twenty One Pilots – „Choker“ (Vorauskopplung vom Album „Scaled And Icy“)

Valentin

„Für mich ist im Monat Mai das neue Album von Twenty One Pilots ein Highlight. In vielen virtuellen Sessions während der Pandemie sind elf Songs entstanden. Hoffentlich kann das Duo aus Columbus, Ohio auch bald endlich wieder live damit auftreten. Ihre Shows sind einfach sensationell. ‚Scaled And Icy‘ ist bereits das vierte Album beim Major Label – Dazu kommen noch zwei Alben, die TOP am Anfang im Eigenvertrieb veröffentlicht haben.“

Motorpsycho – At Empire’s End vom Album „Kingdom Of Oblivion“

Matze:

„Auch Motorpsycho zählen zu meinen Lieblingsbands. Nachdem sie erst letzten September den starken Vorgänger veröffentlicht haben, gibt es nun schon wieder Nachschub. Dieses Mal – so finde ich – noch stärker. In ‚Kingdom of Oblivion‘ führt die Gruppe aus Norwegen ihre Hörer auf eine Reise, die man nicht nur zu Corona-Zeiten nicht in der Realität antreten kann. Sie starten mit Stoner-Elementen in einer Mad-Max-Wüste und spielen sich immer weiter in eine faszinierende Fantasy-Landschaft hinein. ‚At Empire’s End‘ ist ein starker, proggiger und vielseitiger Ausschnitt aus dem Album, das Ihr Euch natürlich unbedingt am Stück anhören müsst.

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