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    À Terre – "Notre Ciel Noir"

    "Soundtrack einer Katharsis"

    Review von Anne
    19.05.2021 — Lesezeit: 2 min
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    À Terre haben sich dem Post-Metal und Post-Hardcore verschrieben. Die Musiker aus dem französischen Nouvelle-Aquitaine haben mit ihrer selbst veröffentlichten Debüt-EP "Notre Ciel Noir" gleich mal bewiesen, dass sie wissen, wie das Genre funktioniert.

    Erschienen ist "Notre Ciel Noir" (das bedeutet übersetzt übrigens so viel wie "Unser dunkler Himmel") bereits im Januar. Leider ist die Platte erst jetzt bei mir gelandet. Da ich mir sicher bin, dass es vielen von Euch wie mir geht und Ihr bis jetzt noch nichts von der Band gehört habt, nehme ich mir Zeit für diese Review. Denn ich finde: À Terre haben unsere Aufmerksamkeit mehr als verdient.

    À Terre verbinden Melancholie mit Härte

    À Terre – "Notre Ciel Noire"À Terre also: "An Land". Ob es dabei um eine Interpretation davon geht, dass die meisten von uns mehr als ein Jahr "an Land", sprich daheim verbracht haben, kann ich nur mutmaßen. Die drei Titel "Bordeaux Traumatisme", "L' Éternel Retour" und "La Réponse" sprechen eine angenehm rohe Sprache und lassen mich endlich mal wieder an etwas anderes denken.

    Die fünf möchten die Welt mit ihrer Musik in Schwarz-Weiß tauchen und das gelingt ihnen sehr gut. Ihre Songs leben von ihrer Melancholie, Schwermut, Introspektion und dem fest in der Post-Music verankerten Wechsel aus Härte und Leichtigkeit.

    Der französischsprachige Gesang drückt ordentlich aufs Gemüt – knallhart, nachdenklich und verzweifelt zugleich. Genau das möchte ich hören, wenn ich Lust auf Post-Metal habe.

    "Der Sound einer Katharsis"

    Die Band selbst formuliert es so, besser könnte ich es vermutlich auch nicht in Worte fassen:

    "Der Sound einer Katharsis geschrieen in französischer Sprache"

    Der Opener "Bordeaux Traumatisme" besitzt einen unglaublichen Sog, der mich sofort mitgehen lässt. Ich befindet mich in einem faszinierenden Bann. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Band schon ewig zu kennen, obwohl ich sie gerade erst entdecke.

    Die Musik kommt gut bei mir an und lässt sich mit der von Größen wie Cult Of Luna oder The Ocean durchaus aneinanderreihen. Daher landet das Stück auch gleich mal in meiner Lieblingsliste für diese Woche. In der Mitte des Songs gibt es einen wunderbar nachdenklichen und sanften Teil. Nach und nach melden sich wieder die Gitarrenriffs und das Schlagzeugspiel setzt erneut ein – weiter geht es zum zweiten Höhepunkt des Songs. Am Ende sind gerade mal 6:42 vergangen und ich habe schon das Gefühl, eine große Bandbreite musikalischer Vielseitigkeit erlebt zu haben.

    Bitte mehr von À Terre

    Weiter geht es mit "L' Éternel Retour". Langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, warum À Terre ihre EP nach einem dunklen Himmel benannt haben. Beim Hören des Stücks sehe ich dunkle Wolken vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Vereinzelt mischen sich ein paar Sonnenstrahlen in das Bild, die sogleich von Regentropfen und Wind vertrieben werden. Das Spiel aus Schwarz und Weiß, Finsternis und Licht ist auch hier mehr als nur gelungen. Ich wünsche mir auf jeden Fall mehr Songs wie diesen.

    "La Réponse" – die Antwort

    Mit dem leider schon letzten Stück auf der Platte "La Réponse" werde ich nicht enttäuscht. À Terre liefern mit dem Stück die Antwort auf so viele Fragen und haben mich damit wohl endgültig als Fan gewonnen. Der harte, in Teilen fast trotzige Gesang und die elektrische Wand aus Gitarren und Wut schaffen es ohne Umweg direkt in mein Herz.

    Allen, die Cult Of Luna, Converge sowie diverse Post-Hardcore und Screamo Bands verehren, kann ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen, sich die Musik von À Terre mal anzuhören. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es bald mehr gibt von dieser Band.

    À Terre – "Bordeaux Traumatisme"

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