🇬🇧 Click here for English version

À Terre haben sich dem Post-Metal und Post-Hardcore verschrieben. Die Musiker aus dem französischen Nouvelle-Aquitaine haben mit ihrer selbst veröffentlichten Debüt-EP „Notre Ciel Noir“ gleich mal bewiesen, dass sie wissen, wie das Genre funktioniert.

Erschienen ist „Notre Ciel Noir“ (das bedeutet übersetzt übrigens so viel wie „Unser dunkler Himmel“) bereits im Januar. Leider ist die Platte erst jetzt bei mir gelandet. Da ich mir sicher bin, dass es vielen von Euch wie mir geht und Ihr bis jetzt noch nichts von der Band gehört habt, nehme ich mir Zeit für diese Review. Denn ich finde: À Terre haben unsere Aufmerksamkeit mehr als verdient.

À Terre verbinden Melancholie mit Härte

À Terre - Notre Ciel NoirÀ Terre also: „An Land“. Ob es dabei um eine Interpretation davon geht, dass die meisten von uns mehr als ein Jahr „an Land“, sprich daheim verbracht haben, kann ich nur mutmaßen. Die drei Titel „Bordeaux Traumatisme“, „L‘ Éternel Retour“ und „La Réponse“ sprechen eine angenehm rohe Sprache und lassen mich endlich mal wieder an etwas anderes denken.

Die fünf möchten die Welt mit ihrer Musik in Schwarz-Weiß tauchen und das gelingt ihnen sehr gut. Ihre Songs leben von ihrer Melancholie, Schwermut, Introspektion und dem fest in der Post-Music verankerten Wechsel aus Härte und Leichtigkeit.

Der französischsprachige Gesang drückt ordentlich aufs Gemüt – knallhart, nachdenklich und verzweifelt zugleich. Genau das möchte ich hören, wenn ich Lust auf Post-Metal habe.

„Der Sound einer Katharsis“

Die Band selbst formuliert es so, besser könnte ich es vermutlich auch nicht in Worte fassen:

„Der Sound einer Katharsis geschrieen in französischer Sprache“

Der Opener „Bordeaux Traumatisme“ besitzt einen unglaublichen Sog, der mich sofort mitgehen lässt. Ich befindet mich in einem faszinierenden Bann. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Band schon ewig zu kennen, obwohl ich sie gerade erst entdecke.

Die Musik kommt gut bei mir an und lässt sich mit der von Größen wie Cult Of Luna oder The Ocean durchaus aneinanderreihen. Daher landet das Stück auch gleich mal in meiner Lieblingsliste für diese Woche. In der Mitte des Songs gibt es einen wunderbar nachdenklichen und sanften Teil. Nach und nach melden sich wieder die Gitarrenriffs und das Schlagzeugspiel setzt erneut ein – weiter geht es zum zweiten Höhepunkt des Songs. Am Ende sind gerade mal 6:42 vergangen und ich habe schon das Gefühl, eine große Bandbreite musikalischer Vielseitigkeit erlebt zu haben.

Bitte mehr von À Terre

Weiter geht es mit „L‘ Éternel Retour“. Langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, warum À Terre ihre EP nach einem dunklen Himmel benannt haben. Beim Hören des Stücks sehe ich dunkle Wolken vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Vereinzelt mischen sich ein paar Sonnenstrahlen in das Bild, die sogleich von Regentropfen und Wind vertrieben werden. Das Spiel aus Schwarz und Weiß, Finsternis und Licht ist auch hier mehr als nur gelungen. Ich wünsche mir auf jeden Fall mehr Songs wie diesen.

„La Réponse“ – die Antwort

Mit dem leider schon letzten Stück auf der Platte „La Réponse“ werde ich nicht enttäuscht. À Terre liefern mit dem Stück die Antwort auf so viele Fragen und haben mich damit wohl endgültig als Fan gewonnen. Der harte, in Teilen fast trotzige Gesang und die elektrische Wand aus Gitarren und Wut schaffen es ohne Umweg direkt in mein Herz.

Allen, die Cult Of Luna, Converge sowie diverse Post-Hardcore und Screamo Bands verehren, kann ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen, sich die Musik von À Terre mal anzuhören. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es bald mehr gibt von dieser Band.

À Terre – „Bordeaux Traumatisme“


[⋆] English version

„Notre Ciel Noir“ by À Terre

„The soundtrack of a catharsis screamed in French“

À Terre have dedicated themselves to post-metal. With their self-released debut EP „Notre Ciel Noir“, the musicians from Nouvelle-Aquitaine, France, have proven their knowledge about how the genre works.

„Notre Ciel Noir“ (which, by the way, means „Our Dark Heaven“) was already released in January. Unfortunately, I just became aware of the release only now. Since I’m sure many of you are like me and haven’t heard anything from the band yet, I’m taking the time to write this review. I am pretty sure about one thing: À Terre deserve our attention – much more than that.

À Terre combine melancholy with heaviness

À Terre - Notre Ciel NoirÀ Terre – „On land“. I can only speculate if this is an interpretation of the fact that most of us have spent more than a year „on land,“, i.e. at home. The three pieces „Bordeaux Traumatisme“, „L‘ Éternel Retour“, and „La Réponse“ speak a pleasantly plain language and finally let me think about something else again.

The guys told me they want to immerse the world in black and white with their music, and they are doing it very well. Their songs live from their melancholy, introspection, and the alternation of hardness and lightness. The French vocals are powerful, complex, thoughtful and desperate at the same time. It’s just what I want to hear when I feel like listening to post-metal.

„Bordeaux Traumatisme“

In their invitation to listen to their album they sent me some days ago, the five band members themselves put it into words like this, and I think it describes their music pretty good:

„The sound of a catharsis screamed in French“.

The opener „Bordeaux Traumatisme“ has an unbelievable pull that immediately carries me away. I find myself under a fascinating spell. Somehow I feel like I’ve known the band forever, even though I’m only just discovering them.

The music goes down well with me and can definitely be put in line with icons like Cult Of Luna or The Ocean. That’s one of the facts why the song ended up in my „favourite songs of the month“ list pretty intuitively. In the middle of the piece, there is a wonderfully thoughtful and gentle part. Gradually the guitar riffs come back, and the drumming starts again – and on it goes to the second highlight of the song. In the end, just 6:42 have passed, and I already feel like I’ve experienced a wide range of musical versatility.

„La Réponse“ – the answer

The next song on the record is called „L‘ Éternel Retour“. The next song on the record is called „L‘ Éternel Retour“. I think while listening to it I finally get why À Terre named their EP after a dark heaven. While listening to the track, I see dark clouds passing by in front of my inner eye. Occasionally, a few rays of sunlight mingle in the picture, just to be immediately driven away by heavy raindrops and strong wind. The play with black and white darkness is also entirely professional in this song. I definitely wish for more songs like this.

The sadly already last track on the records „La Réponse“ („The Answer) also is anything else but disappointing. With this song, À Terre provide the answer to so many questions, and they have probably finally won me over as a fan. The brutal, partly, almost defiant vocals and the electric wall of guitars and rage directly won my heart – without a diversion.

For all those of you who adore Cult Of Luna, Converge, and all those great post-hardcore and screamo bands out there, I can highly recommend listening to À Terre. I hope there will be more from this great band soon.

À Terre – „Bordeaux Traumatisme“