Heute findet das inzwischen achte musikalische Blogger Blind Date statt. Natürlich wollte ich es mir nicht entgehen lassen, auch dieses Mal wieder teilzunehmen. Die Musikwahl fiel dieses Mal auf den Song „Take On Me“ von a-ha.

Für diejenigen unter Euch, die es noch nicht kennen: Beim musikalischen Blogger Blind Date verabreden sich Blogger⋆innen, um zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt frei zu einem Song zu schreiben. Dabei entstehen ganz unterschiedliche Geschichten. Denn: Niemand weiß, was die anderen schreiben. Alle drücken gleichzeitig auf „veröffentlichen“ und dann geht der Spaß so richtig los: Alle schmökern sich genüsslich durch die Geschichten und tauchen in die Welt ihrer Blogger-Kolleg⋆innen ein.


Es ist also wieder so weit. Bei der demokratischen Abstimmung fiel die Wahl dieses Mal auf einen für mich nicht ganz einfachen Song. Verknüpft mit dem vorgegebenen Thema „Kindheits-Erinnerungen“, das ich nicht unbedingt mit dem Song verbinde – obwohl ich ihn in meiner Kindheit sicher sehr oft gehört habe.

a-ha haben mit „Take On Me“ keinen One-Hit-Wonder gelandet

"Take On Me" – a-ha

„Take On Me“ – a-ha

a-ha haben seit ihrer Gründung im Jahr 1982 (dem Jahr meiner Geburt) mehr als 100 Millionen Tonträger unters Volk gebracht. Verteilt auf insgesamt 10 Studioalben ist das eine ganze Menge. 2010 löste sich die Gruppe auf. 2015 gab es dann eine Neugründung. Ich selbst hatte von a-ha nicht viel mehr bewusst mitbekommen, als ihren Welthit „Take On Me“. Dabei hatte die Band bei Weitem nicht nur einen One-Hit-Wonder.

„Take On Me“ ist ein Song, den ich in meinem Leben zwar schon unzählige Male gehört habe, aber noch nie mit Absicht. Was nicht bedeutet, dass ich ihn nicht gut finde. Das Stück ist eines von denen, die seit den 1980er Jahren in Deutschland permanent im Radio laufen. Und ich gebe zu: Ich habe mich irgendwie immer mehr mit den „Outsidern“ beschäftigt. Versteht Ihr, was ich meine?

a-ha stammen aus Norwegen. Ich stelle mir vor, dass Morten Harket (Gesang), Pål Waaktaar-Savoy (Gitarre) und Magne Furuholmen Keyboard dort sicher eine schöne Kindheit verbracht haben. Mit ganz vielen Abenteuern.

Eine spannende und behütete Kindheit in Norwegen

Im Winter waren die drei sicher ganz oft beim Rodeln und haben vielleicht sogar Höhlen und Tunnel im Tiefschnee gegraben. Als sie etwas älter waren, haben sie ganz bestimmt jedes Jahr eine Schneebar gebaut. Vielleicht haben sie Schneehasen beobachtet. Zu Hause haben sie sicher mit ihren Eltern Waffeln gebacken und sich vor dem warmen Ofen gegenseitig Geschichten vorgelesen. Und Papiersterne für den Weihnachtsbaum ausgeschnitten.

Im Sommer gab es dann Blaubeerpfannkuchen mit ganz viel Zimtzucker. Sie sind sicher auf Streifzüge gegangen, haben selbst gemachtes Eis am Stiel gegessen und ziemlich bunte T-Shirts getragen. Ich frage mich, welche Musik sie damals wohl gehört haben? Die Beatles? Oder eher die Stones? Wer und was hat sie beeinflusst und dazu inspiriert, eine Band zu gründen? Was hat die Gruppe zusammengeführt? Wann sind sie sich das erste Mal begegnet?

Umzüge und MTV Unplugged

Das Ende meiner Kindheit lag mitten in der MTV Unplugged Ära. Zwei meiner größten Gesangs-Idole starben kurz nach ihren Auftritten auf der berühmten Bühne. Eines von ihnen machte sie erst so richtig bekannt. Was ich gar nicht wusste: Auch a-ha haben einen MTV Unplugged Set gespielt. Natürlich haben Morten, Pål und Magne dort auch ihren wohl bekanntesten Song zum Besten gegeben.

„Take On Me“ ist gerade im Moment wieder besonders beliebt. Vielleicht liegt das daran, dass sich die Menschen in traurigen Zeiten besonders davon angesprochen fühlen.

Es geht darin um eine Person, die sich nach Liebe sehnt und gerne aufgenommen werden möchte. Sie spricht über das Unaussprechliche und schüttet ihr Herz aus. Sie gibt zu, dass es ihr schlecht geht und dass sie sich gerade erst von den Tiefen des Lebens erholt. Sie erzählt, dass sie sich ganz elend fühlt und versucht, ihre Sorgen zu überspielen. Ich denke, das passt auch sehr gut in unsere heutige Zeit. Die Melodie, traurig und aufmuntert zugleich, unterstreicht die Worte und transportiert sie für alle, die sie nicht verstehen. Was genau Morten damit ausdrücken wollte, weiß nur er ganz alleine. Fühlen können wir es dennoch alle. Egal, ob wir noch ganz klein sind, oder schon lange erwachsen.

Bunte Kassettenrekorder und Nickerchen im Kinderwagen

Ich hätte Euch hier von einem bunten Kassettenrekorder mit einer klemmenden Taste erzählen können, mit dem ich das Lied zum ersten Mal aufgenommen habe. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, wie mein erster Kassettenrekorder aussah. Nur, dass ich irgendwann angefangen habe, Mix Tapes aus dem Radio aufzunehmen. „Take On Me“ war jedoch nie auf einer dieser Kassetten.

Was ich gemacht habe, als das Lied zum ersten Mal im Radio lief? Vermutlich habe ich im Kinderwagen gepennt. Später lief es dann im Radio, wenn wir im Auto unterwegs in den Urlaub waren. Oder in den Supermarkt. Oder zu meiner Oma. Sicher lief er auch im Radio, als wir das erste Mal umgezogen sind. Ich kann mich aber mehr an „Hier kommt Kurt“ erinnern. Beim zweiten Umzug habe ich ihn nicht gehört, da bin ich nämlich mit dem Zug gefahren. Das war für mich ein großes Kindheitsabenteuer.

Ein Kindheitsabenteuer

Inzwischen sind aus zwei Umzügen sehr viele geworden, ich finde Abenteuer nach wie vor spannend und höre die Musik, die im Radio läuft immer noch nicht. Im Moment finde ich „Take On Me“ aber gerade ziemlich super. Läuft es inzwischen vielleicht nicht mehr im Radio? Schaltet Ihr das manchmal ein?

Weil ich in meiner Kindheit leidenschaftlich gerne Erdbeeren geerntet und gegessen habe (so erzählt man sich), hatte ich unter anderem den Beatles Song „Strawberry Fields Forever“ vorgeschlagen. Der lief während meiner Kindheit auch sehr oft – meine Mutter liebt das Doppelalbum „Penny Lane / Strawberry Fields Forever“. Und besonders das White Album. Dazu habe ich auch ein passendes Titelbild aus dem Familienalbum gekramt. Es geht zwar hier eigentlich um einen anderen Song, aber zum Thema „Kindheitserinnerungen“ passt es ja trotzdem sehr gut.

aha – „Take On Me“ (MTV Unplugged)

Beim Blogger Blinddate sind dieses Mal dabei: Beetkultur, Der Hagenberg, thebohoshack, Rock ’n‘ Roll vegan, Garteninspektor, Faun & Farn, Gartenbaukunst, Laubenhausmädchen, Ein Stück Arbeit, WirGartenkinder und Berlingarten.