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Die neue EP von Willebrand ist vor allem eins: Herrlich verträumt. Die Musik des Australiers lädt dazu ein, in Gedanken in die Ferne zu Schweifen und einfach mal wieder nur da zu sein.

Karl Willebrand lernte ich vor Kurzem über Perry Frank kennen. Als Bewunderer seiner Musik war er auf meine Seite gestoßen. Ganz nebenbei erfuhr ich dann von seiner neuen EP, wofür ich wirklich dankbar bin – die Platte ist wirklich ein wunderbares Stück Ambient.

„Coastal___“ ist die zweite Installation einer Fieldwork Serie („Fern____“ war Teil eins). Mit seinen Klangbädern möchte Karl seine Hörer⋆innen dazu einladen, sich selbst zu verlieren. In der Sound-Szenerie aufzugehen und eine Welt aus Reflexionen und Fantasie zu erschaffen.

Synthesizer, Drone-Bässe und Meeresrauschen

Ich finde, das ist dem Australier gut gelungen. Mit seinem gekonnten Mix aus Kalimba, Piccolo-Basslines, Slides, Ebows, geschickt eingesetzten Drone-Bässen und Synthesizer-Ebenen schickt er mich auf die Reise in seine Welt. Seine wunderschönen Feldaufnahmen von der australischen Küste perfektionieren die EP.

Die insgesamt vier Songs sind eine runde Sache. Wer bei Ambient auch an Meditation denkt, ist bei Willebrant richtig. Für die EP sollte man sich ganz bewusst Zeit nehmen. Setzt die Kopfhörer auf, legt Euch gemütlich hin und lasst die Klänge auf Euch wirken.

Der Opener „Heath“ beginnt mit dem Rauschen des Meeres. Grillenzirpen setzt ein und schon befinde ich mich in einer anderen Zeitzone. Auf Post-Rock Anleihen verzichtet Karl dabei keineswegs. Immer wieder keimen auch dunklere Spähren auf. Diese werden jedoch von dem wunderbar leichten und unbeschwerten Gefühl seiner Aufnahmen bald wieder davon gespült. Bis die nächste Welle kommt.

Eine Reise in Gedanken

„Gathering“ lässt mich direkt in ein belebtes Strandbad reisen. Leichte Windböen lassen die Windspiele an den Reetdächern der Strandcafés tanzen. Jemand verkauft Eis. Die Sonne wärmt die Haut.

Der dritte Song „Solos“ erzählt die Geschichte einer Wanderung an den hohen Klippen vor der Küste. Ein Sturm kommt auf und trägt die Gedanken davon. Hoch hinauf in die Wolken, wo es keinen Regen und keine Sorgen mehr gibt.

Spätestens beim letzten Song „Change“ frage ich mich, warum mir Karls Musik bisher entgangen ist. In Zukunft werde ich mich ganz sicher weiter damit beschäftigen und lege sie hiermit auch Euch ans Herz. Das große Finale bringt mich an ein warmes Lagerfeuer nach einem langen glücklichen Tag voll Meeresluft, Sonne und spannender Abenteuer. Ein Gewitter prasselt auf das Blechdach. Tropfen rinnen durch die Ritzen der Markise und bilden kleine Rinnsale auf dem Sandboden. Bis irgendwann alles zu einem großen Fluss zusammenläuft, der zurück ins Meer fließt.

„Ich möchte mit dieser Musik das Gefühl von Reise, Ruhe und Freude von Tagen am Meer vermitteln“,

erzählte mir Karl. Genau dorthin träume ich mich jetzt noch ein Weilchen und lasse Euch mit der Musik von diesem Ort hier zurück. Ich wünsche Euch viel Spaß mit Willebrant.


[⋆] English version

Willebrant – „Coastal___“ – Australian Ambient

The new EP by Willebrant is one thing above all: wonderfully dreamy. The Australian’s music invites you to drift off into the wide and just be in the now.

WillebrantI recently got to know Karl Willebrant through Perry Frank. As an admirer of his music, he had come across my site. Quite incidentally, I then found out about his new EP, for which I am pretty grateful – the record is a wonderful piece of ambient music.

„Coastal___“ is the second installation of a fieldwork series („Fern____“ was part one). With his sound baths, Karl wants to invite his listeners to lose themselves. To become absorbed in the sound scenery and create a world of reflections and fantasy.

Synthesizers, droning basses and ocean noise

I think Karl did a pretty perfect job with that. With his skilful mix of kalimba, piccolo basslines, slides, ebows, cleverly added droning basses and synthesizer layers, he sends me on a journey into his world. His beautiful field recordings from the Australian coast are making the EP perfect.

The four songs in total are very well-rounded. If you think of meditation when it comes to ambient, you’ve are right here. Take some time off to listen to this EP. Put on your headphones, lie down comfortably and let the sounds take you away.

The opener „Heath“ begins with the sound of the ocean. Crickets are starting to chirp, and I find myself in another time zone. Karl doesn’t renounce post-rock borrowings at all. Darker spheres sprout up every once and a while. But they are soon washed away by the wonderfully light and carefree feeling of his recordings – Until the next wave arrives.

A journey of thoughts

„Gathering“ makes me travel straight to a vivid lido. A light breeze is making the wind chimes dance on the thatched roofs of the beach cafés. Someone is selling ice cream. The sun warms the skin.

The third song, „Solos“, tells the story of a hike on the high cliffs aside the ocean. A storm comes up and carries my thoughts away. High up into the clouds, where there are no more rain and no more worries.

At least since listening to the last song on the record named „Change“, I ask myself why I became aware of Willebrant so late. In the future, I will certainly continue to listen to Karl’s music. I want to recommend it to you as well. The grand finale brings me to a warm campfire after a long, happy day full of surfing, sun and exciting adventures. A thunderstorm pelts the tin roof. Drops trickle through the cracks in the awning and form little rivulets on the sandy ground. Until at some point it all converges into one big river that flows back into the sea.

„With this music, I want to imply a sense of journey, calm and delight of days spent roaming around the coast“,

Karl told me. That’s precisely where I’m dreaming myself away to now for a while. I’ll leave you back here with this beautiful music. I hope you’ll enjoy Willebrant as much as I do.