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    Willebrant – "Coastal___"

    Ambient aus Australien

    Review von Anne
    14.02.2021 — Lesezeit: 2 min
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    Willebrant – "Coastal___"

    Die neue EP von Willebrand ist vor allem eins: Herrlich verträumt. Die Musik des Australiers lädt dazu ein, in Gedanken in die Ferne zu Schweifen und einfach mal wieder nur da zu sein.

    Karl Willebrand lernte ich vor Kurzem über Perry Frank kennen. Als Bewunderer seiner Musik war er auf meine Seite gestoßen. Ganz nebenbei erfuhr ich dann von seiner neuen EP, wofür ich wirklich dankbar bin – die Platte ist wirklich ein wunderbares Stück Ambient.

    "Coastal_" ist die zweite Installation einer Fieldwork Serie ("Fern__" war Teil eins). Mit seinen Klangbädern möchte Karl seine Hörer⋆innen dazu einladen, sich selbst zu verlieren. In der Sound-Szenerie aufzugehen und eine Welt aus Reflexionen und Fantasie zu erschaffen.

    Synthesizer, Drone-Bässe und Meeresrauschen

    Ich finde, das ist dem Australier gut gelungen. Mit seinem gekonnten Mix aus Kalimba, Piccolo-Basslines, Slides, Ebows, geschickt eingesetzten Drone-Bässen und Synthesizer-Ebenen schickt er mich auf die Reise in seine Welt. Seine wunderschönen Feldaufnahmen von der australischen Küste perfektionieren die EP.

    Die insgesamt vier Songs sind eine runde Sache. Wer bei Ambient auch an Meditation denkt, ist bei Willebrant richtig. Für die EP sollte man sich ganz bewusst Zeit nehmen. Setzt die Kopfhörer auf, legt Euch gemütlich hin und lasst die Klänge auf Euch wirken.

    Der Opener "Heath" beginnt mit dem Rauschen des Meeres. Grillenzirpen setzt ein und schon befinde ich mich in einer anderen Zeitzone. Auf Post-Rock Anleihen verzichtet Karl dabei keineswegs. Immer wieder keimen auch dunklere Spähren auf. Diese werden jedoch von dem wunderbar leichten und unbeschwerten Gefühl seiner Aufnahmen bald wieder davon gespült. Bis die nächste Welle kommt.

    Eine Reise in Gedanken

    "Gathering" lässt mich direkt in ein belebtes Strandbad reisen. Leichte Windböen lassen die Windspiele an den Reetdächern der Strandcafés tanzen. Jemand verkauft Eis. Die Sonne wärmt die Haut.

    Der dritte Song "Solos" erzählt die Geschichte einer Wanderung an den hohen Klippen vor der Küste. Ein Sturm kommt auf und trägt die Gedanken davon. Hoch hinauf in die Wolken, wo es keinen Regen und keine Sorgen mehr gibt.

    Spätestens beim letzten Song "Change" frage ich mich, warum mir Karls Musik bisher entgangen ist. In Zukunft werde ich mich ganz sicher weiter damit beschäftigen und lege sie hiermit auch Euch ans Herz. Das große Finale bringt mich an ein warmes Lagerfeuer nach einem langen glücklichen Tag voll Meeresluft, Sonne und spannender Abenteuer. Ein Gewitter prasselt auf das Blechdach. Tropfen rinnen durch die Ritzen der Markise und bilden kleine Rinnsale auf dem Sandboden. Bis irgendwann alles zu einem großen Fluss zusammenläuft, der zurück ins Meer fließt.

    "Ich möchte mit dieser Musik das Gefühl von Reise, Ruhe und Freude von Tagen am Meer vermitteln",

    erzählte mir Karl. Genau dorthin träume ich mich jetzt noch ein Weilchen und lasse Euch mit der Musik von diesem Ort hier zurück. Ich wünsche Euch viel Spaß mit Willebrant.

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