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Zum Start in 2021 habe ich eine ganz besondere Sensation vorbereitet. Vor Kurzem habe ich über Social Media Mark Owen von We Lost The Sea kennengelernt. Er fragte mich nach einem Interview und voilá: hier ist es!

Könnt Ihr Euch vorstellen, einen Eurer absoluten Lieblings-Musiker zu interviewen? Alles was Euch jetzt durch den Kopf schießt: Genau so ist es mir gegangen. Vor lauter Freude, war ich kaum dazu in der Lage meine Fragen möglichst knapp zu halten. Wie Ihr Euch denken könnt, ist dieser Artikel daher durchaus etwas länger geworden. Lesen lohnt sich natürlich ganz besonders. Mark hat nicht nur völlig offen über die Bandgeschichte und die Pläne von We Lost The Sea gesprochen. Er hatte auch noch Musiktipps für mich, die ich heute mit Euch teile.

Anne: Vielen Dank für dieses Interview! Ich bin so gespannt, eine meiner absoluten Lieblingsbands näher kennenzulernen! Wie geht es Dir heute? Wie ist es im Moment in Sydney? Bist Du dort im Moment?

Mark: Vielen Dank für Deine Einladung! Mir geht es gut, ich mache gerade Mittagspause bei der Arbeit. Es ist alles in Ordnung. In Sydney ist es wie an vielen anderen Orte auf der Welt im Moment. Es ist alles ein bisschen komisch, aber man kann eigentlich nicht viel mehr tun, als es zu akzeptieren und zu versuchen, sich zu schützen, vermute ich. Wir leben alle im weiteren Umkreis von Sydney, zwei von uns ungefähr 150 entfernt. Wir sind also ziemlich weit verstreut und haben schon lange keine Zeit mehr zusammen verbracht. Die paar Male, die es geklappt hat, waren lustig. Wir haben an vier Abenden vier Shows in unserer Lieblings-Location gespielt. Das hat wirklich Spaß gemacht!

Anne: Leider musstet Ihr Eure 2020 Tour verschieben. Was macht Ihr stattdessen? Arbeitet Ihr an neuen Songs?

„Wenn wir nicht touren können, veröffentlichen wir eine neue Platte“

We Lost The Sea

Mark. Picture: We Lost The Sea

Mark: Wir mussten alles verschieben und genau wie alle anderen sind wir ziemlich niedergeschlagen deswegen. Zu unserem Glück leben wir nicht vom Touren, es ist also OK. Mir tun die Bands leid, denen es so geht. Wir kennen sehr viele von ihnen und sie machen eine wirklich harte Zeit durch. Das Schreiben geht eher langsam los, aber Matt und ich haben Ideen hin und hergeschickt. Wir hatten außerdem ein echt starkes Wochenende mit Tim Carr, der „Departure Songs“ mit uns aufgenommen hat, in einem Studio verbracht. Wir haben angefangen, an neuem Stoff zu arbeiten und wir freuen uns alle sehr darauf, uns noch tiefer ins Songwriting zu stürzen. Falls wir dieses Jahr wieder nicht auf Tour gehen können, können wir stattdessen hoffentlich eine neue Platte veröffentlichen!

Anne: Plant Ihr 2021 nach Europa zu kommen?

„Wir können es nicht erwarten, wieder in Europa zu spielen“

Mark: Wir haben unsere 2020 Tour umgeplant und ich denke, dass wir, genau wie alle anderen, warten, wie es weitergeht, bevor wir etwas bekannt geben. Im Moment gibt es für Australien nach wie vor Reisebeschränkungen, wir könnten also hier nicht mal weg, wenn wir es wollten. Ich kann mir im Moment noch nicht vorstellen, dass wir 2021 wieder auf der Bühne stehen werden. Aber lass uns die Daumen gedrückt halten. Ich kann es nicht erwarten, wieder nach Europa zu kommen.

Anne: Die Post-Rock Szene ist ziemlich vertraut – Alle sind miteinander verbunden und die wenigen Labels pflegen einen offenen Kontakt. Events wie das Dunk!festival fühlen sich wie große Familientreffen an. Warum ist das in dieser Szene möglich? Was unterscheidet Post-Rock von anderen Genres?

Mark: Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, Post-Rock ist eine ziemliche Nische und Menschen, die ihn lieben, lieben ihn WIRKLICH und kennen sich damit aus – Es ist also keine Überraschung, dass sich da eine ziemlich enge Online Community gebildet hat. Ich denke, das Genre versucht, so inklusive wie möglich zu sein. Es fühlt sich wie eine Szene an, in der Menschen sich wirklich nur an der Musik erfreuen und nicht so sehr an der sogenannten „Szene“. Ich sehe immer noch ziemlich dummen und belanglosen Scheiß auf Facebook. Aber es sind schließlich Menschen, oder?

Anne: Ich habe Euer Konzert auf dem Dunk!festival 2017 sehr genossen. Ihr seid damals mit einigen australischen Post-Rock Bands dort aufgetreten. Das waren viele unvergessliche Konzerte. Ich werde dieses Wochenende niemals vergessen. Konntet Ihr seitdem eine Verschiebung Eurer Fan-Basis erkennen? Habt Ihr jetzt mehr Fans hier drüben in Europa?

„Das Dunk!festival war eine großartige Erfahrung“

We Lost The Sea

Picture: We Lost The Sea

Mark: Das Dunk! war unsere allererste Tour-Erfahrung in Übersee. Unsere erste Show außerhalb von Australien. Es war für uns etwas ganz Besonderes. Es war die Belohnung für eine Menge harte Arbeit. Eine Menge Herzschmerz und viele viele gute und schlimme Jahre. Es war so eine großartige Erfahrung und die Europa-Tournee die darauf folgte, war wohl eine der besten Zeiten meines Lebens. Wir waren so überwältigt davon, überall Leute zu treffen, die unsere Musik mögen. Wir haben uns mit so vielen Menschen aus so vielen Ländern unterhalten und so viele Geschichten ausgetauscht. Ich denke, aus einer pragmatischen Sichtweise hat es uns dabei geholfen, unsere Fan-Basis zu vergrößern. Wenn ich es von der persönlichen Seite aus betrachte, hat es uns darin bestärkt, dass es richtig ist, was wir tun. Wir haben jede einzelne Minute davon genossen.

Anne: Wie würdest Du Eure Beziehung mit Dunk!records beschreiben?

Mark: Wir lieben Dunk! Wout und Luc und sie alle sind wie eine Familie für uns. Jede⋆r, den⋆die wir jemals von Dunk! getroffen haben oder mit dem⋆der wir zu tun hatten, ist so freundlich und hilfsbereit. Sie sind so begeistert von unserer Band und davon, was wir machen. Sie haben einfach so eine wundervolle, positive Einstellung. Ich kann mir nicht vorstellen, in Europa jemals mit jemand anderem zusammenzuarbeiten. Sie machen sich Gedanken um die Band, ihre Fans und das Festival. Sie nehmen Rücksicht auf das Soziale und die Umwelt – sie sind einfach die Besten.

Anne: Ihr wart in Australien, Europa und China auf Tour. Ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich kontrastreich und aufregend sein kann. Würdest Du sagen, dass sich die Musikszenen auf den einzelnen Kontinenten sehr voneinander unterscheiden?

„Wir wollen mit unserer Musik Menschen verbinden“

Mark: Die Musikszenen sind sehr unterschiedlich und sich auf eine Art auch wieder sehr ähnlich. Ich glaube, die Schönheit, instrumentale Musik zu spielen liegt darin, dass sie alle Arten von sprachlichen Grenzen aufhebt. Überall auf der Welt reagieren die Menschen auf dieselbe Art auf unsere Musik. Es gibt ein paar große Unterschiede im Sozialverhalten. Die Art, wie Gigs funktionieren und das ganze Drumherum. Aber am Ende des Tages ist es immer noch eine Band, die Musik spielt und sich mit den Menschen verbindet.

Anne: Welche Post-Rock Events würdest Du außer dem Dunk!festival noch empfehlen?

„Wir würden gerne auf dem ArcTanGent spielen“

Mark: Alle! Ich vermute, alle von ihnen kämpfen im Moment ums Überleben. Wir träumen davon, eines Tages auf dem ArcTanGent zu spielen. Ich würde unglaublich gerne in den Staaten auf dem POST spielen, auf dem After Hours in Japan, auf dem Bergmal, auf dem Post in Paris – Ich will überall hin! Ist Glastonbury ein Post-Rock Festival? Es sollte eins sein!

Anne: Kommt bitte zum ArcTanGent! Ich würde Euch so gerne dort treffen! Ich bin auch ein Fan Deiner Glastonbury Post-Rock Festival Idee. Die Landschaft ist dort so wunderschön. Es würde so perfekt passen. Sollten mehr Menschen Post-Rock hören?

Mark: Ja! Bitte kauft unsere Platten, damit ich weiter auf Tour gehen kann! Wie Pheobe Bridgers gesagt hat: „Das Einzige, was schlimmer ist, als Touren, ist nicht zu Touren“. Ehrlich gesagt glaube ich aber, dass viele Leute Post-Rock hören, ohne es zu ahnen. So viele Filme, Fernsehsendungen usw. verwenden Post-Rock-Musik und die Leute konsumieren sie, ohne es aktiv zu wissen. Wenn wir nur fünf Prozent der Menschen auf die Bands aufmerksame machen können, die sie hören, wäre das Leben für viele Bands komplett anders.

Anne: Das ist so wahr. Ich habe mir das schon so oft gedacht. Ihr habt We Lost The Sea 2007 gegründet. Was hat sich seitdem geändert?

„Wir sind leidenschaftliche Geschichten-Erzähler“

Mark: Es hat sich so viel verändert! Ich war 2007 noch ein Baby. Es ist so viel Leben passiert seitdem. Für uns alle. Wir haben zusammen einige wirklich tolle Erfahrungen gemacht und auch wirklich schreckliche. Neben dem Offensichtlichen, dem Verlust von Chris, hatten wir mit einer Menge persönlichen Problemen zu kämpfen. Gesundheitlichen Problemen, den Herausforderungen des Alltags eben. Inzwischen befinden wir uns in einer wirklich glücklichen und guten Position. Ich hatte die Möglichkeit, die Welt zu sehen und mit so vielen tollen Menschen Musik zu machen.

Es fühlt sich manchmal so an, als hätte ich sechs Freundinnen. Wir kämpfen und zanken und gehen uns gegenseitig auf die Nerven. Die sechs Kerle (inklusive unserem Sound-Mann Mikey) sind für mich wie eine Familie. Was sich nicht verändert hat, ist unsere Leidenschaft, mit Musik Geschichten zu erzählen, die Menschen mit auf eine Reise zu nehmen und mit Herzblut Musik zu machen.

Anne: Erzähl mir von Euren Vorbildern. Welche Bands/Musik mögt Ihr am liebsten? Welche Künstler⋆innen hatten den größten Einfluss auf Eure Arbeit?

„Der erste Teil von ‚Parting Ways‘ ist von Gospel beeinflusst“

Picture: We Lost The Sea

We Lost The Sea in Bejing. Picture: We Lost The Sea

Mark: Wir bringen alle so unterschiedliche Blickwinkel mit. Wenn es darum geht, Musik für We Lost The Sea zu schreiben, versuche ich Inspiration aus den verschiedensten Bereichen zu ziehen. Das sind dann zum Beispiel die Nick Cave und Warren Ellis Soundtracks, Hans Zimmer, GY!BE, Cult of Luna, Sigur Rós, Radiohead, Queen, Pink Floyd und Soul und Gospel Klassiker. Die Einflüsse kommen aus allen Ecken. Der erste Teil von „Parting Ways“ ist stark von einem evangelikalen Gospel Album beeinflusst, das ich durch Zufall gefunden hatte. Also wirklich aus allen Ecken.

Anne: Hast Du schon immer Musik gemacht? Gab es Projekte vor We Lost The Sea?

Mark: Ich habe während meiner frühen Teenager-Jahre angefangen, Gitarre zu spielen. Seit diesem Zeitpunkt hat sich für mich alles nur noch um Musik gedreht. Das bedeutet nicht, dass sie gut war. Ich habe in einer schrecklichen Metal Band Schlagzeug gespielt. Ich dachte, dass sie gut ist. Bis zu dem Tag, als ich in die Bandprobe von Matt, Carl und D’Ugo gegangen bin. Sie nannten sich „Omeratá“ und ich erinnere mich daran, dass ich mich in ihre Probe geschlichen und diesen Song namens „Left to settle“ gehört habe. In diesem Moment hat sich alles verändert. Ich entschied, die Drums an den Nagel zu hängen und mich auf die Gitarre zu konzentrieren.

Dann ging alles sehr schnell. Unser Bassist Kieran und zwei unserer früheren Gitarristen spielten in einer Band namens „Sound the Mute“. Sie waren echte Wunderkinder. Sie spielten überall in Sydney Bands mit weitaus erfahreneren Musiker⋆innen von der Bühne. Chris musste damals wegen seines Alters immer wieder lügen oder es verheimlichen, bis er es auf die Bühne geschafft hatte.

Deine Leser⋆innen finden die beiden Bands hier:


Anne: Euer letztes Album „Triumph and Disaster“ von 2019 ist eine der besten Platten, die ich jemals gehört habe. Jedes Mal, wenn ich sie auf den Plattenspieler lege, entdecke ich neue Details. Was ist die Geschichte dieser LP?

„Wir sind stolz auf ‚Triumph and Disaster'“

Mark: Vielen Dank. Wir sind unglaublich stolz darauf. Es war eine ziemliche Schinderei, das zu schreiben. Es bedeutet also eine Menge für uns, wenn sie bei den Leuten ankommt. Wir hatten ganz schön Angst nach „Departure Songs“. Wir wollten etwas mit Herz machen. Der Story eine Seele geben. Wir beschäftigen uns alle sehr viel mit dem Klimawandel und der Zerstörung, die wir unserem Planeten antun. Wir dachten, wir könnten eine Erzählung dazu nutzen, die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. Gleichzeitig wollten wir eine Geschichte erzählen, die bei den Leuten ankommt. Es ist also gleichzeitig eine Geschichte über das Ende der Welt, über Liebe, Hoffnung und die Lieber einer Mutter zu ihrem Kind.

Anne: Wer ist die Frau, die Eurer Platte „The Quietest Place On Earth“ von 2012 im Stück „Forgotten People“ ihre Stimme geliehen hat?

Mark: Sie heißt Bel und ist Carls Frau! Als ich diesen Song am Klavier geschrieben habe, hatte ich eine bestimmte Vorstellung davon, wie er klingen sollte. Bel kam rein und machte einen Vorschlag, der besser war, als ich jemals zu träumen gewagt hatte. Sie schreibt Songs und singt in einem Projekt names „Olive“.

Ihr könnt Euch ihre Musik hier anhören:

Anne: Eure Musik ist sehr vielseitig. Ich liebe diese Räume dazwischen. Du weißt schon, diese Phasen zwischen der Ruhe und den harten Parts. Man spürt schon, dass jeden Moment etwas passieren wird, dass Dich komplett in seinen Bann ziehen wird. Wie kommt Ihr auf diese Ideen? Was inspiriert Euch, wenn Ihr Musik komponiert?

„Wir wollen unsere Hörer⋆innen auf eine Reise schicken“

Mark: Wir versuchen, Musik zu machen, die Energie hat, Spannung, etwas Kinematografisches, etwas, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht, das Dich aufsaugt. Wir wollen, dass Du mit uns auf die Reise gehst und dort ankommst, wo auch wir ankommen.

Zuallererst sind wir Leute, die Musik und das Musizieren und Komponieren lieben. Das würden wir vermutlich auch tun, wenn niemand zuhören würde – obwohl ich natürlich ziemlich froh bin, dass die Leute das tun.

Wir versuchen also, Musik zu machen, die uns gemeinsam begeistert. Wir schreiben, was wir mögen und was wir selbst hören möchten. Das bedeutet manchmal, dass wir durch die schiere Anzahl der Band-Mitglieder bei einer Idee Kompromisse eingehen. Manchmal beißt sich auch mal jemand fest und kämpft für seine Idee. Diese Spannung schafft einen interessanten Raum für Kreativität. Die Kehrseite ist, dass spontane Ideen manchmal zur Hauptidee werden oder die komplette Richtung einer Idee verändern können. Ich denke, wenn man offen für etwas ist und versucht, sich nicht zu schnell zu verschließen, kommt man immer auf einen gemeinsamen Nenner.

Anne: Sind Eure Proben mehr wie große Jam Sessions oder seid Ihr mehr für einen strukturierten und klar skizzierten Prozess?

„Am wichtigsten ist das Gefühl“

We Lost The Sea

Tour Life. Bild/Picture: We Lost The Sea

Mark: Ehrlicherweise starren wir uns manchmal einfach wie fassungslose Fische an. Am meisten Spaß haben wir, wenn wir vor dem Proberaum stehen, Bier trinken und uns zusammen kaputt lachen. Wir bleiben gerne entspannt. Wenn wir wie so oft eine einzelne Idee aufdröseln, sind wir völlig offen dafür, einfach darauf sitzen zu bleiben und sie bis zum Erbrechen immer wieder zu spielen, bis sie anfängt, gut zu klingen.

Das Gefühl ist das Wichtigste. Wenn sich ein Song nicht gut anfühlt, wird er auch nie gut klingen. Es ist immer eine Menge harte Arbeit und wir überdenken und analysieren alles. Wir brechen es aber immer darauf herunter, wie es sich beim Spielen anfühlt.

Anne: Wie viele andere Post-Rock Fans auch, stehe ich ziemlich auf Vinyl. Ich kann das Gefühl nicht in Worte fassen, das ich habe, wenn ich ein Album auspacke und zum ersten Mal auf den Plattenspieler lege. Geht es Dir auch so? Was ist das, das uns in dieser schnelllebigen Zeit diese einfachen Dinge so genießen lässt?

„Ich liebe Vinyl“

Mark: Ich liebe das Vinyl-Format. Ich liebe es, mir das schöne große Artwork anzusehen und ich liebe das Gefühl so ein greifbares Produkt in der Hand zu halten. Matt macht so einen großartigen Job mit unseren Artworks und Dunk! und Translation Loss unterstützen seine künstlerische Vision so sehr, dass es wirklich keinen besseren Weg gibt, unsere Musik zu konsumieren.

Anne: Was steht als Nächstes an für We Lost The Sea?

Mark: Also, wenn sich die Welt irgendwann wieder öffnet, werden wir vermutlich ein bisschen touren. Aber ich sehe das im Moment noch nicht wirklich. Wir werden also vermutlich ein paar lokale Shows in Australien spielen und uns weiter aufs Schreiben und Aufnehmen konzentrieren.

We Lost The Sea beim Dunk!festival 2017


[⋆] English version

We Lost The Sea –“Post-Rock transcends Barriers“

For the start of 2021, I have prepared a very special sensation. I recently met Mark Owen from We Lost The Sea via social media. He asked me for an interview and voilá: here it is!

Can you imagine interviewing one of your absolute favourite musicians? Everything that is running through your head now: That’s exactly how I felt. I was so happy that I was hardly able to keep my questions short. As you can imagine, this article has become a bit longer. Of course, it is well worth reading. Mark not only talked openly about the band’s history and the plans of We Lost The Sea. He also had some music tips for me, which I am sharing with you today.

Anne: Thank you very much for this interview! I’m so excited about getting to know one of my favourite bands! How are you doing today? How are things going in Sydney? Are you staying there at the moment?

Mark: Thanks for having me! I am doing ok; I am on my lunch break at work, I just had a coffee in the sun, things are ok. Sydney is like many other places in the world at the moment, it is all a bit strange, but there isn’t much anyone can really do except try and stay safe, I guess. We all live in the greater Sydney Area, two of us are about 150km apart, so we are spread out and haven’t spent a lot of time with each other, but the few times have been fun, we played four shows at our favourite local venue over two nights, that was fun!

Anne: Sadly you had to postpone your 2020 tour. What are you doing instead? Are you working on new songs?

„If we can’t tour we want to put out a new record“

We Lost The Sea

The Grove Studios. Bild/Picture: We Lost The Sea

Mark: We did have to postpone and like everyone else we are really bummed about it, however luckily for us we don’t live off touring, so it’s ok, I really feel for the bands we know that do live off it and are doing it tough. We are writing, slowly, but Matt and I have been sending ideas back and forth to each other, and we had a killer weekend away at a studio with Tim Carr who did Departure Songs with us. We started on new stuff, and we are all pretty excited to get stuck into more songwriting. If we can’t tour this year, hopefully, we can put out another record!

Anne: Are you planning to visit Europe in 2021?

„We can’t wait to get back to Europe“

Mark: Our 2020 tour has been rescheduled, and like everyone else, I think we are just waiting to see what happens before we announce anything. There are still travel restrictions in Australia, so we can’t leave even if we wanted to. I don’t see 2021 happening at this stage but fingers crossed, I cannot wait to get back to Europe.

Anne: The post-rock scene seems to be quite intimate – everybody is connected, and the few labels maintain an open contact. Events like Dunk! Festival feel like big family meetings. Why is this possible in this music scene? What distinguishes it from other genres?

Mark: That’s a hard one, I think that post-rock is pretty niche and people who love it REALLY love it and are quite vocal about it – so it’s no surprise that that has fostered into a pretty tight online community. I think it tries to be reasonably inclusive, and it feels like a genre where people are just excited about the music, not so much the „scene“. I still see some pretty stupid and petty shit on Facebook and things like that, but that’s just people, right?

Anne: I pretty much enjoyed your gig at the 2017 Dunk! Festival. You played there in a row with several Australian post-rock bands. Those were lots of incredible concerts. I will never forget these days. Did you see some shift in your fanbase since then? Do you have more fans over here in Europe now?

„We loved every minute of Dunk!festival“

We Lost The Sea

Picture: We Lost The Sea

Mark: Dunk! was our first overseas touring experience, our first show outside Australia. It was extraordinary for us – the culmination of a lot of hard work, a lot of heartaches and many many years of excellent and terrible times. It was such a great experience and the European tour that followed I consider one of the best times of my life. We had such a blast meeting people who enjoyed our music, and we got to talk and share stories with so many people from so many countries. From a pragmatic point of view, it helped grow our fan base, but from a personal point of view, it really helped to solidify why we do this, and we loved every minute of it.

Anne: How would you describe your relationship with Dunk! Records?

Mark: We LOVE Dunk! They are like family to us. Wout and Luc and everyone we have ever met or dealt with have been so supportive and excited about the band and what we do, and have such an amazingly positive attitude. I cannot imagine wanting to work with anyone else in Europe. They care about the bands, their fans, the festival, they are socially and environmentally aware—the best.

Anne: You’ve been on tour in Australia, Europe, and China. I can imagine this very rich in contrast and exciting. Would you say that the music scenes are very different?

„We want to connect people with our music“

Mark: The music scenes are very different, yes, but at the same time, they aren’t really. I guess the beauty of playing instrumental music is that it transcends any language barrier, and we have people responding to our music the same way all over the world. There are a few significant differences in social behaviour, the way gigs operate all that kind of thing, but it’s still a band playing music and connecting with people at the end of the day.

Anne: Besides Dunk! Festival – Which post-rock events would you recommend?

„We would love to play ArcTanGent“

Mark: All of them! I bet all of them are struggling at the moment. We’d love to play ArcTanGent one day; I would love to get to POST in the states, After Hours in Japan, Bergmal, Post in Paris – All of them! Is Glastonbury Post-Rock? It should be.

Anne: Please come to ArcTanGent! I would really love to meet you there! I am also a big fan of the Glastonbury post-rock festival. The landscape is so beautiful over there. It would be a perfect fit, I guess. Should more people listen to Post-Rock? Should more people listen to Post-Rock?

Mark: Yes, please buy our records so I can keep touring! As Phoebe Bridgers says „the only thing worse than touring is not touring.“ Insincerity though, I think a lot of people listen to post-rock without even knowing they do. Many movies, TV shows etc. are using post-rock music, and people are consuming without actively knowing they are. If we can make five per cent of those people aware of the bands they hear, then life would look very different for many bands.

Anne: That is so true. I have thought about that so many times. You’ve founded We Lost The Sea in 2007. What has changed since then?

„Telling stories is our passion“

Mark: So much has changed! I was a baby in 2007, so much life has happened, for all of us. We’ve been through some memorable experiences and some really horrible things, apart from the obvious of losing Chris, we’ve dealt with a lot of personal issues together, health issues, just the trenches of the everyday banality of life. We’ve ended up in an amazing and lucky position – I’ve been able to see the world and play music to so many people from all walks of life.

It feels like I’ve got six girlfriends sometimes and we fight and bicker, and we do things that annoy each other, but the six dudes (including Mikey, our sound guy) are family to me. The thing that hasn’t changed is the passion for telling stories with music, taking people on a journey, and playing music with heart.

Anne: Tell me about your influences. Which bands/music do you like best? Which artists had the most significant impact on your work?

„The first part of ‚Parting Ways‘ was influenced by Gospel“

We Lost The Sea

Picture: We Lost The Sea

Mark: We all come from such a varied point of view but for me personally when it comes to writing music for We Lost The Sea, I try to draw influence from all kinds of places such as The Nick Cave and Warren Ellis soundtracks, Hans Zimmer, GY!BE, Cult of Luna, Sigur Ros, Radiohead, Queen, Pink Floyd, old soul and gospel music – anywhere! The first part of „Parting Ways“ was heavily influenced by this old big evangelical gospel album I found randomly – so anywhere!

Anne: Did you always make music? Where there any projects before We Lost The Sea?

Mark: I started playing the guitar in my early teens, and from that point, everything was just all about music. That doesn’t mean it was all good. I played drums in a terrible metal band that I thought was good until literally the day I walked into Matt, Carl and D’Ugo’s band’s rehearsal. They were called „Omeratá“, and I remember sneaking into their rehearsal and watching them play this song „Left to Settle“.

Everything changed – I basically quit playing the drums and decided that I was going to focus on guitar and then it all changed from there. Kieran our bass player and our singer Chris and two of our previous guitarists played in a band called „Sound The Mute“. They were like child prodigies. They were blowing bands with much older seasoned players off stages all over Sydney, often Chris having to lie about his age or hideout the front until just before his set and getting on stage because he was underage.

Check both out here:


Anne: Your latest album „Triumph and Disaster“ from 2019 is one of the best records I’ve ever listened to. Every time I put it on the record player, I discover new details. What’s the story behind it?

„We are proud of ‚Triumph and Disaster'“

Mark: Thank you so much. We are immensely proud of it. It was a slog to write that’s for sure, so it means a lot to us that it’s connecting to people. We had a lot of anxiety about following up Departure Songs, and we wanted to write still something that had a heart to it, a soul to the story. We are all big believers in Climate Change and the damage we are all doing to the planet and thought we could use a narrative to raise awareness about that, while at the same time telling a story that people could connect to. So its a story about the end of the world but it’s also about love and hope and the love between a mother and her child.

Anne: Who is the woman singing on the track „Forgotten People“ on your record „The Quietest Place On Earth“ from 2012? I like her voice.

Mark: Her name is Bel and she’s actually Carl’s wife! When I wrote that song on the piano I had an idea for how I wanted it to sound and Bel came in and brought something to the table better than I could have ever hoped for. She writes music and sings in a project called „Olive“.

You can check it out here:

Anne: Your music is very versatile. I love the spaces in-between. You know, these phases between the quiet and the heavy parts when you can feel the energy of something that will happen in a glimpse of an eye, and it’s going to capture you completely. Where do you get your ideas from? What inspires you when writing music?

„We want to take you on a journey“

Mark: We try to write music that has an energy, that has tension, something that is cinematic, something that holds your attention, that sucks you in. We want you to come on the journey with us and end up where we end up as well. First and foremost we are guys who love music, love playing music, love writing music, we’d probably be doing this even if no one was listening – although I am happy people are. So we try and write music that collectively excites us. So we write what we like, what we want to hear.

This means that sometimes due to the sheer number of band members, we compromise on an idea and sometimes someone will really dig their heels in and fight for an idea; this tension creates an exciting space for creativity. The flip side is that occasionally spontaneous ideas become the main idea or change the complete direction of an idea, I think if you are open to and try to not close off to something too quickly, there is always the sweet spot.

Anne: Are your rehearsing session more like big jam sessions or are you more for structure and an exact planned process?

„The most important thing is the vibe“

We Lost The Sea

Bild/Picture: We Lost The Sea

Mark: Honestly sometimes it is just us staring at each other like stunned fish. Most of the fun action happens outside the jam room, standing around having a laugh and a beer. We like to keep it pretty relaxed, and while we often drill down on a single idea, we are entirely open to just sitting on an idea and playing it over and over again horribly until it starts sounding good. The vibe is the most important thing; if the song doesn’t feel good, it isn’t going to sound good. It is always a lot of hard work, and we overthink and over analyse everything, but we continuously are drawn back to how something feels to play.

Anne: Like many other post-rock fans I’m pretty much into vinyl. I can’t even describe the feeling when putting a new record on the turntable and listening to it for the first time. Do you think so, too? What is it that makes us enjoy the simple things so much in these fast-moving times?

„I love vinyl“

Mark: I love the format of Vinyl, I love seeing the artwork nice and big, and I love the feeling of holding a tangible product. Matt does such an amazing job with our artwork, and Dunk! and Translation Loss are so supportive of his artistic vision that there really isn’t a better way to consume our music.

Anne: What’s up next for We Lost The Sea?

Mark: Well if the world suddenly opens back up we might tour a bit, but I cannot see that happening, so for now, we’ll play a few local Australian shows and focus on writing and recording a new album.

We Lost The Sea At Dunk!festival 2017