Irgendwie fragen mich immer wieder Leute, ob Hefe vegan ist. Weil ich es gewohnt bin, unser Brot selbst zu backen, gehe ich ganz selbstverständlich damit um und bin überhaupt noch nie auf die Idee gekommen, sie wäre nicht vegan. Dabei ist das gar nicht so abwegig. Oder?

Hefe – im Grunde sind das massenhaft Mikroorganismen. Sie kommen, wie bereits erwähnt, ins Brot sowie in andere Backwaren und werden zum Beispiel bei der Wein- und Bierherstellung eingesetzt. Außerdem kann man mit Hefe zum Beispiel auch prima Saucen anreichern oder eine Art „Käseersatz“ zubereiten. Doch dazu später mehr.

Hefekulturen unter der Lupe

Es handelt sich bei Hefe also um Mikroorganismen. Das sind doch streng genommen auch Lebewesen, oder? Das ist nicht ganz so einfach, wie es sich anhört. Denn: Organismus bedeutet nicht immer auch „Lebewesen“.

Hefe besteht aus Abermillionen kleinsten Pilzorganismen. Diese Einzeller haben (genau wie Pflanzen, wir erinnern uns: vegan kommt von „Vegetation“) kein zentrales Nervensystem. Sprich: sie können auch keine Schmerzen empfinden. Anders als Menschen, Affen, Rinder, Schweine, Kaninchen, Hühner, Katzen, Hunde, Fische und so weiter. Wo ich gerade so überlege: Ob ich als Veganerin eigentlich auch auf Pilze verzichte, hat mich komischerweise noch nie jemand gefragt.

So entsteht Hefe

Die Hefekulturen, die ich in meinen Brotteig gebe, stammen aus der Zuckerherstellung. Das funktioniert so: Neben feinem Zucker fällt bei diesem Prozess auch sogenannte Melasse an – die perfekte Grundlage für die Hefe-Zucht. Die Kulturen reifen über viele Jahre auf der Melasse heran. Anschließend bleiben sie zur Weiterverarbeitung im Kreislauf der Lebensmittelindustrie oder sie landen als Frischhefe oder Trockenhefe in Küchen und Backstuben.

Zu den Mikroorganismen gehören neben Hefe unter anderem auch Bakterien und Viren. Genau wie diese brauchen auch die Hefe-Organismen eine Art „Wirt“. Wenn ich zum Beispiel einen Hefeteig mache, ernähren sie sich vom enthaltenen Zucker (der kann zugesetzt oder zum Beispiel natürlich im Mehl vorhanden sein). Der Zucker macht jetzt eine interessante Metamorphose durch: Er verwandelt sich in Kohlendioxid und Alkohol (Den Wein habe ich ja bereits erwähnt. Winzer machen sich diesen Effekt zunutze und auch aus Brauereien ist Hefe nicht wegzudenken). Die Hefe beginnt zu gären. Der Teig geht auf.

Hefe ist vegan – Hefe als Käseersatz

Das Einzige, was an Hefe möglicherweise nicht vegan ist, sind  eventuelle Zusatzstoffe (z. B. Vitamin D, welches jedoch auch problemlos vegan hergestellt werden kann, daher ist die Wahrscheinlichkeit wirklich äußerst gering). In der Regel sind die Hefe-Päckchen im Supermarkt und im Reformhaus jedoch gut sichtbar mit dem Hinweis „vegan“ beschriftet. Falls das mal nicht der Fall sein sollte, könnt Ihr im Zweifel auch einfach beim Hersteller nachfragen. Ihr könnt also beruhigt sein: Hefe ist vegan (zumindest in den meisten Fällen).

Kennt Ihr schon mein Rezept für selbst gemachten „Käseersatz“ zum Überbacken von Pizza? Als Basis dafür verwende ich Hefeflocken. Ihr findet das Rezept in meinem Artikel zum Thema „Warum Käse süchtig macht“. Vielleicht habt Ihr ja auch Lust auf ein schönes Bierbrot aus dem Römertopf?

Quelle: Wikipedia: Hefe
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