Das Centro de Arte Contemporáneo de Málaga ist für mich mehr als nur ein Museum für zeitgenössische Kunst. Bei unserem Besuch dort im letzten Jahr habe ich mich – zugegeben – in den Ort verguckt.

Als es im Frühjahr mit dem ersten Lockdown losging, habe ich mir vorgenommen, statt der üblichen Slow Travel Artikel auf meiner Seite ein paar Sehnsuchtsorte zu zeigen, die ich in der letzten Zeit besucht habe. Einer davon ist das Centro de Arte Contemporáneo de Málaga.

Kunst im urbanen Raum

Das Museum in der ehemaligen Großmarkthalle von Málaga wirkt von außen fast schon unscheinbar. Eingebettet in wuchtige Betonbauten, die zum Teil von farbenfrohen Murals geschmückt sind, fällt es zunächst kaum auf. Die in Málaga allgegenwärtigen Papageien umschwirren das besondere Gebäude. Der Besuch der Kunsthalle lohnt sich sehr. Wir waren am letzten Tag unserer Spanientour 2019 dort. Eigentlich wollten wir uns nur ein bisschen die Zeit vertreiben und am Schluss waren wir überzeugte Fans das Centro de Arte Contemporáneo.

Ich hoffe sehr, dass das Reisen schon bald wieder möglich sein wird und gehe im Geiste schon die Zugverbinungen durch. Eines meiner festen Ziele ist auf jeden Fall Málaga und das Centro de Arte Contemporáneo nochmal zu besuchen. Es ist einfach viel zu schön, um nur einmal hinzufahren.

Centro de Arte Contemporáneo – moderne Architektur und zeitgenössische Kunst

Das Centro befindet sich, wie schon kurz erwähnt, in einer ehemaligen Großmarkthalle der Stadt Málaga – dem Mercado de Mayoristas. Das Haus wurde 1937 von dem bekannten, spanischen Modern Movement Architekten Gutiérrez Soto geplant und nach dem Ende des spanischen Bürgerkrieges im Jahr 1942 eröffnet. Auf den ersten Blick wirkt es sehr schlicht, beschäftigt man sich näher mit dem Bau, fallen einem die gut durchdachten Details auf.

Der eigentliche Baukörper ist kubisch. Er bildet die Zentrale des dreieckigen Grundstücks. Elemente aus Marmor und kleine, schwer wirkende Fenster erinnern an die Meister der modernen Architektur.

Kunst in Andalusien

Nach dem Auszug der Großmarkt-Stände wurde das Zentrum von Miguel Ángel Díaz umgebaut. Christina von Spanien eröffnete dann am 7. Februar 2003 das Centro de Arte Contemporáneo. Im trubeligen, bunten Stadtteil Soho ist es gut aufgehoben. Die zeitgenössischen Werke in seinem Inneren sorgen für einen weiteren Farbfleck im urbanen Raum.

Beim Centro handelt es sich um eines der bekanntesten Museen für zeitgenössische Kunst in Andalusien. Auf insgesamt 6.000 Quadratmetern findet ihr dort wechselnde Sonderausstellungen. Gezeigt werden spanische und internationale Kunstwerke. Uns begegneten bei unserem Besuch unter anderem Skulpturen und Bilder von Künstler⋆innen und Kollektiven wie Anselm Kiefer, Marina Abramović, Art & Language, Olafur Eliasson, Thomas Hirschhorn, Damien Hirst, Thomas Ruff, Miquel Barceló, Louise Bourgeois und Santiago Sierra.

Mir persönlich haben am Centro die starken Gegensätze besonders gut gefallen. Das Spiel aus Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Kunst und Werbung, Klarheit und Verspieltheit. Klar – zeitgenössische Kunst polarisiert und es liegt in ihrer Natur, die Phantasie anzuregen. Dennoch muss ich sagen, dass mich selten eine Ausstellung so unterhalten und zugleich künstlerisch so stark angesprochen hat, wie das Centro. Als Freundin ausdrucksstarker und zugleich selbstverständlich wirkender, Bildener Kunst habe ich mich dort sehr aufgehoben gefühlt und ich habe eine große Portion Inspiration mit nach Hause genommen.