In ihrem Buch „Girl In A Band“ beschreibt die Sängerin und Künstlerin Kim Gordon ihr Leben und die Bandgeschichte von Sonic Youth auf autobiografische Art und Weise.

Das Werk ist sehr persönlich und wirklich unterhaltsam geschrieben. Seit ich es das erste Mal gelesen habe, nehme ich es immer wieder zur Hand und stöbere darin.

Girl In A Band

„Girl In A Band“ – Autobiografie einer Ikone

Kim hat „Girl In A Band“ mit Fotos aus ihrer Kindheit und der Zeit mit Sonic Youth angereichert. Es ist sehr spannend, sie auf ihrem Lebensweg zu begleiten.

Die Tochter einer Schneiderin und eines Soziologie-Professors erzählt von ihrer frühesten Jugendzeit, den zahlreichen Umzügen mit ihrer Familie und der Liebe zu ihrem Bruder Keller, der früh seiner Krankheit erliegt.

Eines der Hauptthemen ist natürlich die Gründung und Entwicklung von Sonic Youth. Kim beschäftigt sich dabei nicht nur mit ihren persönlichen Erfahrungen, sondern geht auf eine sehr emphatische Art auch auf die ihrer Mitmusiker⋆innen ein. Die Autobiografie ist daher sehr lebendig und keinesfalls einseitig.

Persönliches und Historisches

Besonders auch ihre Beziehung mit Sonic Youth Mitgründer Thurston Moore und deren Ende beschreibt sie sehr detailliert. Dabei wird klar, wie schwierig und belastend das ewige Tourleben beizeiten sein kann.

Trotz harter Phasen und widriger Umstände, sie sich ihr immer wieder in den Weg stellen, schafft es die Powerfrau am Ende dennoch immer alles unter einen Hut zu bringen: Band, Familie, Kindererziehung und Kunst. Zwischenzeitlich gründet sie sogar noch ein erfolgreiches Independent-Modelabel. Einzig ihre 27 Jahre andauernde Ehe mit Thurston zerbricht nach und nach unter der permanenten Anspannung.

„Girl In A Band“ ist lesenswert

Girl In A Band

In „Girl In A Band“ erzählt Kim Gordon ihre Geschichte.

Ich würde „Girl In A Band“ immer wieder lesen und lege das Buch allen ans Herz, die sich für Kunst und Musik interessieren. Nicht nur glühende Sonic Youth und Kim Gordon Fans wie mich werden von der Lektüre profitieren. Man erfährt beim Lesen ganz nebenbei so einiges über die Musikgeschichte zwischen Blondie, Iggy Pop, New Wave, No Wave, Punk und der heutigen alternativen Rockmusik-Szene.

Als Bassistin, Sängerin und Songwriterin war Kim Gordon das Herz von Sonic Youth und über viele Jahre nicht nur mein erklärtes Vorbild. Die Indie Band hatte ihre Hochphase in den 1980er und 1990er Jahren. Zusammen mit Gruppen wie Nirvana, Hole, Pixies und The Smashing Pumpkins war sie Teil einer großen Welle. Musikalisch in Gefilden wie No Wave, Punk, Noise und Avantgarde angesiedelt, hoben sich Sonic Youth jedoch immer von allem ab. Wer einmal Sonic Youth gehört hat, wird in einen Strudel gezogen und wird nie wieder aufhören, diese ganz besondere Musik zu konsumieren.

Letztes Jahr veröffentlichte Kim Gordon ihr erstes Solo-Album „No Home Record“. Das Stück „Murdered Out“ von dieser Platte hat es 2019 auf meine Songs des Jahres Liste geschafft.

Die gebundene deutsche Ausgabe von „Girl In A Band ist unter der ISBN 9780062295897 am 2. April 2015 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.