Ist Euch schon mal aufgefallen, dass wir Veganer⋆innen eigentlich fast immer was zum Knabbern auf Tasche haben? Ich verrate Euch jetzt, warum das so ist.

Es ist wahr: Veganer⋆innen kann man immer nach einen Snack fragen. Wir haben eigentlich fast immer ein paar Nüsse, einen Apfel oder einen Powerriegel im Rucksack. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Wir wollen nicht verhungern.

In den letzten paar Jahren hat sich einiges getan: In nahezu jedem Provinz-Lokal steht inzwischen (gegen Aufpreis) auch Sojamilch auf der Kaffeekarte und man kann problemlos auch Pizza ohne Käse bestellen. Im Drogeriemarkt ist alles, was vegan ist, auch so beschriftet und auf dem Tresen in der Bäckerei häufig liegt eine Zutatenliste aus.

„Ein gemischter Salat ohne Ei bitte!“

unterwegs

Doch es war nicht immer so. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als man ganz verwirrt angeschaut wurde, wenn man „den großen gemischten Salat“ bestellt hat. „Aber ohne das Ei und den Schinken bitte. Ich esse nichts Tierisches“ und dann einen großen gemischten Salat mit extra viel Joghurt-Dressing vorgesetzt bekam. Auch die Frage, in welchem Fett die Fritten zubereitet werden, führte noch vor ein paar Sommern häufig zu fragenden Blicken.

Damals (übrigens auch schon seit den langen Jahren, in denen ich mich zuvor als Vegetarierin durchgeschlagen habe) habe ich mir, genau wie viele andere Veganer⋆innen angewöhnt, immer etwas dabei zu haben, das ich im Notfall essen kann.

Ich kann mich noch gut an eine zweitägige Überfahrt mit einer Fähre vor einigen Jahren erinnern. Matze und ich hatten nur sehr wenig Proviant dabei, weil wir uns darauf verlassen hatten, dass wir schon „zumindest ein paar Brötchen oder Pommes“ finden würden. Weit gefehlt. Die beiden Tage auf dem Schiff haben wir uns von zwei Äpfeln, zwei Bananen, zwei Power-Riegeln, einer Tüte Erdnüssen und ziemlich vielen Softdrinks ernährt. Als die Fähre anlegte, machten wir uns erstmal wie zwei Geier im Sturzflug auf die Suche nach Essen. Alles andere konnte warten.

Von Hochzeiten und Snackwagen

unterwegsHochzeiten, Firmenfeiern, Mittagspausen mit Kolleg⋆innen und Co. können auch heute noch zu Fallen werden. Was macht man, wenn das einzig Pflanzliche auf der Karte das Sauerkraut ist und bei der Anlieferung am Tisch herausfindet, dass es mit Speckwürfeln verziert wurde? Genau: Die Brotdose auspacken und neidische Blicke ernten. So ein selbst gemachter Bulgur-Salat mit frischer Minze oder Glasnudeln mit Mango-Dressing machen auch optisch ganz schön was her.

Wenn auf der fünfstündigen Zugfahrt der Snackwagen mit Schokoriegeln (Milch), Gummibärchen (Gelatine) und Laugengebäck (trocken und fade) vorbeirollt, gönnen wir uns erstmal eine Portion Kürbissuppe aus dem Thermosbehälter, ein schönes Roggenbrötchen und einen Obstsalat. Vorbereitung ist einfach alles.

Heute bekommt man in nahezu jedem Hotel fünf verschiedene Sorten Aufstrich (seit Kurzem scheint das Gerücht umzugehen, dass Veganer⋆innen ohne Tomaten-Basilikum-, Auberginen- und Linsenaufstrich nicht überleben können), auf Speisekarten sind alle Allergene minutiös genau aufgelistet und man kann alles „mit Tofu statt mit Huhn“ haben.

Hast Du Nüsse in den Taschen, hast Du immer was zum Naschen

unterwegsTrotzdem haben wir sicherheitshalber immer noch ein paar vorgeknackte Nüsse, eine Möhre und einen Apfel im Rucksack – man kann ja nie wissen.

Meine Grundausstattung für Snacks to-go besteht aus einer Trinkflasche zum Nachfüllen, einer Brotdose und Marmeladengläsern für Nüsse und Co. Unterwegs gibt es bei mir zum Beispiel Rohriegel, Studentenfutter, Obst und Cracker. Je nach Umfang des Ausflugs oder Events variiere ich gerne mit belegten Broten, Salaten, Bowls und vorbereitetem Müsli.

Ein toller Vorteil der selbst zubereiteten Naschereien ist übrigens, dass man automatisch weniger Industriezucker, Transfette und Geschmacksverstärker in sich reinstopft. Die Gesundheit freut sich also gleich mit.

Chips und Riegel

unterwegsMit dem Dörrautomaten kann man neben getrockneten Beeren (die gehen je nach Beere geschmacklich stark in Richtung Gummibärchen) auch so tolle Sachen wie Energieriegel herstellen. Leere Marmeladengläser kann man abends vor dem Fernseher super mit Walnüssen füllen, die man nebenbei knackt.

Gemüsechips und Cookies kann man ganz super selbst zubereiten und was spricht eigentlich gegen die Reste vom Vortag? Angereichert mit ein paar knackigen Samen und einigen Spritzern von der leckeren scharfen Salsa wird daraus noch mal ein neues Gericht.

Freund⋆innen treffen ist toll. Natürlich möchte man als Veganer⋆in aber nicht ständig das Lokal aussuchen sondern den anderen gerne auch mal den Vortritt lassen. Leider vergessen diese aber auch gerne mal, dass sie ein zwei Blumenesser⋆innen dabei haben. Und wer möchte beim gemütlichen Umtrunk im Biergarten gerne den anderen beim Snacken zuschauen? Keiner, genau.

Schlechtes Gewissen?

unterwegsWenn man eine Tüte Chips unter dem Tisch rauszieht oder auf dem Weg nach draußen genüsslich in sein Sandwich beisst, regt das den⋆die ein oder andere gelegentlich auch dazu an, das nächste Mal dann doch in dem Laden zu reservieren, der auch vegane Burger auf der Karte hat. Klingt passiv aggressiv, oder? Ist es auch.

Aber Spaß beiseite: Leckere pflanzliche Snacks sind gesund, stillen im Notfall aufkommenden Heißhunger (ganz ohne schlechtes Gewissen!) und können andere dazu inspirieren, in Zukunft auch zu veganer Kost zu greifen. Es geht so leicht und ist einfach so unglaublich lecker!

Liebe Veganer⋆innen: Fasst Euch in diesen Momenten ein Herz und lasst Euren Kumpel nicht traurig auf sein weiches Mettbrötchen vom Bäckerstand schauen. Bietet ihm einen von Euren leckeren Muffins an!