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Kein Geringerer als Of the Vine Gitarrist Samuel Laubscher hat eine Playlist für meinen Blog zusammengestellt. Es ist mir eine große Ehre, sie Euch heute präsentieren zu dürfen.

Of The Vine Playlist PinVor ein paar Wochen lernte ich Sam bei unserem Interview kennen. Unser Gespräch und meine Fragen nach seinen musikalischen Wurzeln und seinen Lieblingsbands inspirierten ihn dazu, eine Playlist mit Songs zusammenzustellen, die ihm und seiner Band viel bedeuten.

Die Künstler⋆innen sind von ihm und von Of the Vine hochgeschätzt. Ihre Kunst begleitet ihn täglich. Auch, wenn er selbst gerade an neuen Songs schreibt.

Das Wort hat ab jetzt Sam. Hier sind für Euch exklusiv 13 Songs aus seiner Plattenkiste:

The Twilight Sad – „Reflection Of The Television“ vom Album „Forget The Night Ahead“

The Twilight Sad sind wahrscheinlich mit die Künstler, die mich von allen am längsten begleiten. Ich habe gesehen, wie sie 2010 als Vorband von Mono gespielt haben und sie haben mich echt umgehauen. Die Gitarren sind erfrischend laut und dann sind da diese Cosmic Music Style Drums. Ich liebe auch den Gesang von James. In der Regel versuchen Sänger⋆innen ja gerne, ihren Akzent zu verstecken aber er lebt sein kerniges Schottisch voll aus.

Emma Ruth Rundle – „Protection“ vom Album „Marked For Death“

Ich hatte schon früher Musik von ihr gehört, aber als ich sie auf dem DUNK! USA 2017 spielen sah, wurde ich zum eingefleischten Fan. Die Mischung aus verzerrten Bariton-Gitarren und Gesang mit diesem leichten Country-Twang sind einfach genial. Ganz zu schweigen davon, dass dieses Konzerte eine der gefühlvollsten Darbietungen war, die ich seit langer Zeit gesehen hatte. Sie hat mich mit ihrer Musik einfach auf der ganzen Linie überzeugt. Ich liebe es, wie schwer er wird, während dieser Appalachian-Sound immer am Boden bleibt.

Explosions In The Sky – „The Moon Is Down“ vom Album „Those Who Tell The Truth Shall Die, Those Who Tell The Truth Shall Live Forever“

Mit diesem Album kam ich zum ersten Mal mit instrumentaler Rockmusik in Kontakt. Das war im Jahr 2004. Ich konnte damals nicht glauben, wie sehr mich diese Musik bewegt. Wie Musik ohne Gesang mich tiefer treffen konnte, als welche mit Gesang, hat mich regelrecht schockiert. Ich frage mich noch heute immer wieder, ob das daran liegt, dass sie es uns erlaubt, unsere persönlichen Geschichten nutzen können. Statt uns sagen zu lassen, was wir fühlen sollen. Das ist sehr introspektiv. Diese Platte (und auch „The Earth Is Not A Cold Dead Place“) hat die Art und Weise, wie ich Musik höre, verändert. Ich wusste, dass ich „das“ machen wollte.

„The Moon Is Down“ ist wahrscheinlich der Song, den ich am häufigsten gehört habe. Seine erzählerische Abfolge ist unglaublich. Sie lassen das alles so einfach klingen, dabei ist es eigentlich ziemlich komplex strukturiert. Es lässt Teile ohne wahrnehmbare Übergänge zurück und ruft Motive wieder zurück. Es hat mich komplett umgehauen und das tut es nach wie vor. Würde es dieses Album nicht geben, hätte ich mich vielleicht nicht mit dieser Art von Musik beschäftigt, die wir machen. Vielleicht würde ich tatsächlich immer noch einfach so Musik hören.

Phoebe Bridgers – „Smoke Signals“ vom Album „Stranger In the Alps“

Ihre Lyrics… Ich kann nicht mal ansatzweise verstehen, wie ihr Gehirn funktioniert. Einige ihrer Assoziationen und Anekdoten entziehen sich der natürlichen Denkweise (Ich bin zwar ganz bestimmt kein Texter, aber egal). Dieses Album hat einen besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen. Während einer schwierigen Zeit in meinem Leben würde ich mich ins Bett legen und diese Platte hören. Die Sanftheit ihrer Stimme und die einfache aber durchdachte Instrumentierung bringen etwas Einzigartiges hervor. Ich höre nicht viel Folk, aber dieses Werk hat mich in der Seele getroffen.

Sumac – „Thorn In The Lion’s Paw“ vom Album „The Deal“

Eine Kollaboration von Aaron Turner von Isis, Nick Yacyshyn von Baptists und Brian Cook von Russian Circles. Wie geschaffen dazu, zermalmende Töne zu kreieren. Ausgestattet mit präzisen und höllisch schweren Drums. Einige der Komplexitäten, die Nick so einfach klingen lässt, verblüffen mich sehr. Ich habe das Gefühl, dass dieser Song für Einsteiger⋆innen eine gute Einführung in die musikalische Welt von Sumac sein könnte.

Ben Frost – „Theory Of Machines“ vom Album „Theory Of Machines“

Anschwellendes Klavier-Tremolo und wachsende Verzerrung. Auf dieses Stück bin ich 2008 gestoßen, als ich mir einen Tanzfilm mit dem Titel „Mortal Engine“ des Studios Chunky Move angesehen habe. Seit dem verfolge ich die Musik von Ben Frost. Ich liebe seine Experimente und den Einsatz extremer akustischer Lautstärke. Musik, die dazu gemacht ist, die Stereoanlage beim Hören explodieren zu lassen. Sein Auftritt war mit der lauteste, den ich jemals erlebt habe. Ich konnte es kaum glauben.

Unwed sailor – „The Floating Waltz“ vom Album „The Marionette & The Music Box“

Ich habe Unwed Sailor auf ihrer „The Marionette & The Music Box“ Tour live erlebt. Ich glaube, das war 2004. Ihre Musik war damals ein weiterer großer Einfluss auf mich. Und ist es immer noch. Diese komplexen aber nicht prätentiösen Basslinien und die Drum-Begleitung. Vor allem diese Platte hat mich in Konzeptalben ohne Gesang eingeführt. Sie ist wie ein Soundtrack zu einem Film, den es nicht gibt. Auch ihre „Firecracker“ EP ist absolut brilliant. Sie sind vermutlich eine der am meisten unterschätzten Post-Rock Bands.

Early Day Miners – „In These Hills – 20th Anniversary Edition“ vom Album „Placer Found“ (20th Anniversary Edition)

Ich habe durch ein gemeinsames Projekt mit Unwed Sailor von Early Day Miners erfahren. Ich liebe ihren gekonnten Einsatz von Wiederholungen und langsamen Builds. Das Album kann ich wirklich wärmstens empfehlen. Gerade ist eine Neupressung davon zum 20. Jahrestag erschienen. Was ich an der Band wirklich schätze, ist das Zusammenspiel aus geflüsterten Vocals und akustischen und elektrischen Gitarren. Sie lassen sich Zeit.

Stars Of The Lid – „Don’t Bother They’re Here“ vom Album „And Their Refinement Of The Decline“

Ich bin etwas verspätet auf den Zug von Stars Of The Lid aufgesprungen aber ich bin froh, dass ich diese Band gefunden habe. Stars Of The Lid sind eine der Bands, die meine Einstellung zur Musik so nachhaltig verändert haben. Es ist eine seltsame und fast schon surreale Geschichte, aber ich wurde ihnen von Carlos Torres empfohlen (Ex Explosions In The Sky, er unterstützte meine Musik damals sehr, nachdem ich ihm 2006 eine unserer ersten Demo-Aufnahmen überreicht hatte).

Es war zum Ende meiner Teenagerzeit. Das Ambient-Genre hatte ich damals noch nicht ganz verstanden. Als ich aber in meinen Zwanzigern wieder damit ihn Kontakt kam, löste es einen weiteren Wandel meines Musikgeschmacks aus. Ich begann, mich nach Künstler⋆innen umzusehen, die das Gleiche mit ähnlichen Ansätzen taten und Ambient Musik absorbierten. Es führte sogar dazu, dass ich das Blog-gewordene Label Merigold Independent gründete. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass Musik einen Menschen verändern kann. Genau wie Menschen, die freundlich zu einem sind.

Mogwai – „Thank You Space Expert“ vom Album „The Hawk Is Howling“

Das hier wäre kein Blogpost über Post-Rock, wenn ich Mogwai nicht erwähnen würde. Sie haben das von Anfang an getan und mit jedem neuen Album liefern sie wieder ab. Einige der lautesten Konzerte, die ich besucht habe, waren Mogwai Shows. Vor allem diese Platte spricht mich sehr an. Ich liebe die Drone-Gitarren in Kombination mit den langsamen Klavierpassagen sehr. Ich habe sie leider nie kennengelernt aber sie scheinen auch superentspannte Menschen zu sein.

Arvo Pärt – „Cantus in Memoriam Benjamin Britten“ vom Album „Part, A: Berliner Messe / Fratres / Collage Uber B-A-C-H / Summa / Cantus In Memoriam Benjamin Britten“

Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass es etwas Emotionaleres und Herzzerreißenderes geben kann, als dieses Stück. Für die logischer denkenden unter uns, kann ich sehr die Lektüre des Wikipedia Eintrags über „Cantus In Memoriam Benjamin Britten“ empfehlen, um mehr über diese Bewegung und seinen Tintinnabuli Style zu erfahren.

Rafael Anton Irrisari – „Watching As She Reels“ vom Album „Hopes And Past Desires“

Zu diesem Song habe ich viele Male geweint (lacht). Ich bin mit diesem Album in Dauerschleife auf den Ohren im Wald spazieren. Einfache Klavierlinien und eine entspannten Cello-Führung. Ich habe das Gefühl, dass viele der Musiker in diesem Genre versuchen, Layer über Layer zu legen. Aber um Brian Eno zu zitieren:

„Es braucht so wenig Klang, um etwas wie Musik zu erkennen. So etwas Einfaches, wie das Läuten einer Glocke.

Ich versuche, mir das Stück ins Gedächtnis zu rufen, während ich das hier schreibe. Rafael ist ein Gott. Er macht minimalistische Musik mit Bedeutung.

Sea Oleena – „Shallow“ vom Album „Shallow“

Sea Oleena ist ein passender Name für dieses Projekt. Diese Musik bringt so viel Frieden mit. Man kann einfach nur dasitzen und dieses Gefühl in sich aufnehmen – als würde der Ozean über einen hinwegspülen. Ich bin nicht ganz sicher, ob sie immer noch Musik macht. Das hier war ihr letztes Album. Sie hat es 2014 veröffentlicht. Ich glaube, aus dieser Zusammenarbeit sind danach nur noch ein oder zwei Songs erschienen. Ich hoffe wirklich, dass sie weiter Stücke veröffentlicht. Wir alle können diese Ruhe im Moment mehr denn je gebrauchen.

In unserem Interview habe ich mit Sam über das aktuelle Of the Vine Album „East The Water“ und die Entwicklung und Pläne von Of the Vine gesprochen. Ihr könnt es hier lesen.

Sams Playlist bei Spotify

Hier sind für Euch Of the Vine mit „An Event Of Moon Disaster“

[⋆] English version

„What made us“ – a special playlist by Of the Vine

Non-other than Of the Vine guitarist Samuel Laubscher has compiled a playlist for my blog. It is a great honor for me to present it to you today.

Of The Vine PinA few weeks ago I did an interview with Sam. Our conversation and my questions about his musical roots and his favorite bands inspired him to create a list of songs that mean a lot to him.

These artists are highly appreciated by him and Of the Vine. Their art accompanies them every day. Even when he is writing new songs.

From now on the stage is Sam’s. Here are 13 songs from his record shelf. Exclusively for you guys.

The Twilight Sad – „Reflection Of The Television“ from the album „Forget The Night Ahead“

The Twilight Sad has been probably one of my longest-running favorite artists. I saw them open for MONO back in 2010 and they absolutely blew me away. Terrifyingly loud guitars with Cosmic Music style drumming. I also love James‘ vocals – usually, artists try to hide their accent but he leans into the thick Scottish burr.

Emma Ruth Rundle – „Protection“ from the album „Marked For Death“

I had heard some of her music before but after I saw her play at Dunk! USA 2017 I became a die-hard fan. The mix of distorted baritone guitars and vocals with a slight country twang, not to mention being one of the most emotive performances I had seen in some time completely sold me. I love how heavy it gets while keeping a grounding in an Appalachian sound.

Explosions In The Sky – „The Moon Is Down“ from the album „Those Who Tell The Truth Shall Die, Those Who Tell The Truth Shall Live Forever“

This album is what first introduced me to lyric-less rock. This was way back in 2004 and I couldn’t believe how moved I was by music without words. I was shocked by how I could feel more deeply my emotions than with music containing vocals. I always wonder if this is because it allows us to be using our own stories as opposed to being told what to feel. Very introspective. This album (also „The Earth Is Not A Cold Dead Place“) changed how I heard music.

I knew I wanted to make „that“. This song was probably my most listened to at the time; the narrative progression is incredible. They make it sound so simple but it is structured quite complexly, leaving parts behind with no perceivable transitions, calling back with motifs, it blew my mind and still does. If it weren’t for this album I may not have gotten into the type of music we play, or maybe even still play music in general.

Phoebe Bridgers – „Smoke Signals“ from the album „Stranger In the Alps“

Her lyrics… I can’t even understand how her mind works since some of her word associations and anecdotes escape natural thought (I am in no way a lyricist, however.) This album holds a special place in my heart as during a particularly difficult time in my life I would go to sleep with this on. The mellowness of her voice and simple yet thoughtful instrumentations really bring something unique. I don’t listen to too much folk music but this one hit me in the soul.

Sumac – „Thorn In The Lion’s Paw“ from the album „The Deal“

A collaboration between Aaron Turner of Isis, Nick Yacyshyn of Baptists, and Brian Cook of Russian Circles creates simply crushing tones stacked with precise and heavy-as-hell drumming. Some of the complexities Nick makes sound so simple astounds me. I feel like this song is a good introduction to their sound.

Ben Frost – „Theory Of Machines“ from the album „Theory Of Machines“

Swelling tremolo piano and a rising distortion – I came across this song in 2008 when I saw a dance film called Mortal Engine by Chunky Move dance studio. I’ve been following Frost’s music ever since. I love his experimentations and the use of compression and extreme sonic loudness. Music that is made to be listened to with your stereo just blasting. Live…one of the loudest acts I have ever seen, I couldn’t even believe it.

Unwed sailor – „The Floating Waltz“ from the album „The Marionette & The Music Box“

I saw Unwed Sailor on their Marionette and the Music Box tour back in, I want to say 2004. Their music was another huge influence on me at the time (and still is). Complex but not pretentious bass lines and accompanying drums. This album in particular really helped introduce me to concept albums that have no lyrics; Like a score to a film that doesn’t exist. Their Firecracker EP is also absolutely brilliant and they are probably one of the most underrated bands in post-rock.

Early Day Miners – „In These Hills – 20th Anniversary Edition“ from the album „Placer Found“ (20th Anniversary Edition)

I heard about Early Day Miners from a collaboration they did with Unwed Sailor and loved their use of repetition and slow builds. This album just had a 20th-anniversary repressing and I highly recommend it. Whispering vocals, acoustic and electric guitar interplay, they take their time and I appreciate that about them.

Stars Of The Lid – „Don’t Bother They’re Here“ from the album „And Their Refinement Of The Decline“

I fell on board the Stars Of The Lid train a bit late but am I ever so glad I found them. They were another band that changed my entire outlook on music. It’s a weird surreal story but I was recommended them by Carlos Torrez (Ex-Explosions In The Sky, he was so supportive of my music back when I handed him our first demos in 2006) when I was still in my late teens and I didn’t quite understand the ambient genre of music at the time, but when I revisited in my twenties it snowballed another music taste shift in me.

I started seeking any artists who were doing the same with similar approaches and just absorbing all the ambient music I could find. This even led me to start the blog-turned-label Merigold Independent. So, I can definitely say that music can change a person. And so can people being kind to you.

Mogwai – „Thank You Space Expert“ from the album „The Hawk Is Howling“

This wouldn’t be a post-rock blog if I didn’t mention Mogwai. They have been doing this from the beginning and every album still delivers. Some of the loudest shows I’ve been to have been Mogwai gigs, as well. This album in particular speakers to me quite a bit, I love the drone guitars paired with slow piano passages. I’ve never met them but they also seem like super laid-back guys.

Arvo Pärt – „Cantus in Memoriam Benjamin Britten“ from the album „Part, A: Berliner Messe / Fratres / Collage Uber B-A-C-H / Summa / Cantus In Memoriam Benjamin Britten“

I honestly don’t think there is anything more emotive and heart-rending as this piece.

For the more logic-driven among us, I highly recommend reading up on this movement and his tintinnabuli style check out the Wiki about „Cantus In Memoriam Benjamin Britten“.

Rafael Anton Irrisari – „Watching As She Reels“ from the album „Hopes And Past Desires“

I’ve cried many times to this song, haha. I would go for walks out in the woods with this album on repeat. Such longing is captured. Simple piano lines with a chilling cello lead. I feel like a lot of music in this genre tries to put layer upon layer on the track but to paraphrase Brian Eno, it takes so little sound for one to register something like music, something as simple as a ringing bell. I try to remember this as I write and Rafael is a god and making minimal pieces that are meaningful.

Sea Oleena – „Shallow“ from the album „Shallow“

Sea Oleena is a fitting project name as she brings such peace with her music… you can just sit there and absorb it as it feels like it washes over you like an ocean. I’m not sure if she is still making music, this was her last album released in 2014 and I think she has only done one or two collaborations songs since then. I really hope she does release something again, we all need the calm it brings, now more than ever.

In our interview, I talked to Sam about the current Of the Vine Album „East The Water“ and the band’s development. You can read it here.

Sam’s playlist on Spotify


Here are Of The Vine with „An Event Of Moon Disaster“