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Wer Galathain noch nicht kennt, sollte das auf jeden Fall nachholen. Der Post-Rocker aus Venezuela mischt Doom-Elemente mit Ambient. Ich habe Klaus im Interview gefragt, wie es zu dem Projekt kam, und wo seine musikalischen Wurzeln liegen.

Galathain hat vor Kurzem den ersten Teaser seiner bald erscheinenden EP „And The Rain Tasted Like Blood“ veröffentlicht. Ihr könnt das Stück in meiner Musikliste für den August hören.

Anne: Hi! Danke für das Interview! Wie geht es Dir? Wie läuft es derzeit in Venezuela?

„Im Moment ist Galathain ein Solo-Projekt“

GalathainKlaus: Mir geht es gut, danke. In Venezuela ist es ziemlich hart im Moment mit den ökonomischen sozialen Problemen, die wir haben. Aber immerhin geht es meiner Familie und meinen Freunden gut!

Anne: Erzähl mir von Deinem Projekt! Ich bin sehr neugierig auf Galathain! Wann ging es los? Was genau steckt dahinter?

Klaus: Im Moment ist Galathain ein Solo-Projekt. I profitiere aber von der Unterstützung meiner Freunde in meiner anderen Band Anfiorester. Eigentlich ist das Projekt durch einen Zufall entstanden. Ich habe eine Menge Demos für meine andere Band geschrieben und ein paar davon sind übrig geblieben. Ich habe einfach spontan entschlossen, ihnen eine zweite Chance zu geben. Also habe ich angefangen, Songs zu komponieren. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, ein konsistentes und festes Projekt zu haben.

Anne: Du vermischst mit Deiner Musik Elemente aus Doom und Ambient. Wo liegen Deine musikalischen Wurzeln? Welche Bands hörst Du Dir an?

„Ich höre sehr viel venezolanischen Folk“

Klaus: Ich höre eine ganze Menge Classic Rock aus den 1970er Jahren und venezolanischen Folk. Eine meiner größten Inspirationen ist im Moment Simón Díaz. Er ist der Vater der venezolanischen Folk Music. Aus dem Reich des Ambient, Post-Rock und Shoegaze inspirieren mich Sigur Rós, Oh Hiroshima, Holy Fawn besonders. Vor Kurzem ist durch Dein Interview Of The Vine dazugekommen. Außerdem mag ich Caspian und die ganze klassische Post-Rock Szene mit Ef, Godspeed You! Black Emperor, Swans und so weiter.

Anne: Wow! Das freut mich ja, dass Du Of The Vine durch mein Interview entdeckt hast!

Krass, ja Swans habe ich auf dem DUNK! Festival mal live erlebt. Sie haben beinahe das komplette Gelände mit ihrer Musik zum Einsturz gebracht, so laut waren sie. Ungelogen: Wir waren zuerst in der ersten Reihe aber nach ein paar Songs lagen wir mit unserem Gehörschutz tief in den Ohren im Auto und haben und die Schlafsäcke über den Kopf gelegt und es hat immer noch in den Ohren weh getan. Man konnte es im ganzen Körper spüren. Man ahnt das gar nicht, wenn man diese Band auf Platte hört, finde ich. Was inspiriert Dich abgesehen von Musik besonders?

Klaus: Ich würde sagen, dass mich die Natur und die Einsamkeit am meisten inspirieren. Diese beiden Dinge sind der perfekt Mix, um jede Art von Kunst zu erschaffen. Ich finde, es liegt eine Menge Weisheit in der Natur und die Menschen sollten noch viel mehr von ihr lernen.

Anne: Sollten mehr Menschen Post-Rock und Shoegaze hören?

„Die Menschen sollten es mal mit Post-Rock versuchen“

GalathainKlaus: Unbedingt! Ich weiß, dass die Songs nicht mit klassischen Songstrukturen aufgebaut sind (vor allem Post-Rock), aber I denke, die Menschen sollten dieser Musik eine Chance geben.

Anne: Gab es für Dich noch andere Projekte.

Klaus: Ja, meine Band Anfiorester. Wir arbeiten gerade an einer EP mit einer sehr düsteren und spacigen Stimmung. Wir freuen uns schon darauf, sie bald zu veröffentlichen!

Anne: Ich bin schon sehr gespannt! Genau wie auf die dritte Galathain EP „And The Rain Tasted Like Blood“. Wann wird sie erscheinen? Wird es eine Vinyl-Ausführung davon geben?

Klaus: Bald! Ich arbeite gerade an den letzten Songs. Vermutlich werde ich die Platte auch als Vinyl veröffentlichen. Bis jetzt gibt es noch keine festen Pläne. Aber mal sehen, ob das Universum sich eine Vinyl-Edition wünscht (lacht)!

Anne: Deine Artworks sind etwas ganz Besonderes. Wer gestaltet sie?

Manchmal entsteht das Artwork vor dem Song

Klaus: Im Moment mache ich das. Ich studiere gerade Grafikdesign. Die Artworks sind für mich also eine Möglichkeit, meine Fertigkeiten zu testen. Ich mache gerne Artworks mit Landschaften in Island oder Bäumen und leuchtenden Dingen. Manchmal gefällt es mir besser, das Artwork zu gestalten, bevor der Song entsteht. Ich kann meine Inspiration für die Musik dann aus einer visuellen Quelle ziehen. Eine gute Methode ist für mich auch, den Song aus dem Titel entstehen zu lassen. Mir hilft das sehr, wenn ich zum Beispiel eine Schreibblockade habe.

Anne: Das klingt nach einer sehr spannenden Technik! Planst Du, in Zukunft für Live-Konzerte nach Europa zu kommen?

Klaus: Hier kommt die Überraschung! Ich bin schon in Europa! Ich bin vor drei Jahren nach Spanien gezogen. Es war eine sehr positive Erfahrung für mich. Ich bin sehr dankbar dafür. Für Konzerte fehlt mir derzeit noch die Motivation, aber es ist definitiv eines meiner Ziele, irgendwann welche zu geben.

„Ich konzentriere mich im Moment auf den Schreibprozess“

Im Moment liegt mein Fokus mehr darauf, mehr über den Schreibprozess und das Soundengineering zu lernen. Vielleicht fange ich ja an, in Madrid aufzutreten, wenn ich mehr Projekte veröffentlicht habe. Und wer weiß? Vielleicht ja irgendwann auch in anderen Ländern. Für mich würde damit ein Traum wahr werden.

Anne: Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast! Lass uns auf alle Fälle in Kontakt bleiben!

Klaus: Danke für diese Möglichkeit!

„And The Rain Tasted Like Blood“ von Galathain bei Spotify hören

„And The Rain Tasted Like Blood“ von Galathain bei iTunes hören


[⋆] English version

„And The Rain Tasted Like Blood“

If you’re into dark and heavy Post-Rock you should listen to Galathain. The post-rock Project from Venezuela just released the first teaser for the upcoming EP „And The Rain Tasted Like Blood“. You can find it in my music list for August.

In our interview, I asked Klaus about his project his musical roots, and his plans for the future.

Anne: Hi! Thank you very much for this interview! How are you doing? How are things going these days in Venezuela? I hope you are all doing well!

„Galathain is my solo project“

GalathainKlaus: I’m doing very good thanks. Well in Venezuela things are still pretty rough with all the economic and social Issues but going fine, at least family and friends are good!

Anne: Tell me about your project! I am very curious about Galathain! When did you start it?

Klaus: Galathain right now is one-man project though I count with the support of my friends in my other band Anfiorester. This project started by accident really, I was writing a lot of demos for my first band, and some of those demos were left aside so I decided to do something with those ideas and give it a second chance. So I started to compose songs with the intention and mindset of making a project more consistent and firm.

Anne: You are mixing doom with ambient elements. Where are your musical roots? Which bands do you like?

„I listen to a lot of Venezuelan folk music“

Klaus: I listen to a lot of classic rock from the 70’s and Venezuelan folk music. One of my biggest inspirations right now is Simón Díaz. He is the father of folk music in Venezuela. In the realm of ambient, post-rock, and shoegaze music my inspirations are Sigur Rós, Oh Hiroshima, Holy Fawn, Caspian, recently Of the Vine (I discovered them because of your interview) and the whole classic post-rock scene like EF, Godspeed You! Black Emperor, Swans, and so on…

Anne: Wow! I’m so glad that you discovered Of the Vine through my interview!

Swans, yes. I’ve seen them live once at DUNK! Festival. It was quite intense. They almost brought down the whole area with their music – I mean literally! They are so loud! No lie: We were in the front row first, but after a few songs we where laying in the car doors closed with our ear protection deep inside our ears covering our heads with our sleeping bags and it still kept on hurting in our ears. You could feel it in your whole body. You wouldn’t suspect that when listening to their music on a record, would you? These guys are legendary. And a little bit crazy I guess.

Besides Music: What inspires you most?

Klaus: What inspires me the most I would say are nature and solitude. Those two things are the perfect mix for creating any kind of art. I think there’s a lot of wisdom in mother nature and humans should learn a little bit more from her.

Anne: Should more people listen to post-rock and shoegaze?

„People should give post-rock a try“

GalathainKlaus: Absolutely! I know the songs are not made with „usual“ song structures and sounds (especially post-rock) but I think people should give it a try.

Anne: Did you work on another project before you started Galathain?

Klaus: Yes with my first band Anfiorester. We are currently making an EP with a very dark and spacy mood and we are very excited to release it soon.

Anne: When will your third EP „And The Rain Tasted Like Blood“ be released? Will there be a vinyl edition?

Klaus: Soon! I’m working on the last songs right now. Probably I’ll release it in vinyl but for now, I don’t have plans to do it. But let’s see if the universe wants a vinyl edition, haha!

Anne: Your artworks are very special. Who creates them?

Sometimes the artwork comes to my mind before the song

Klaus: For now me. I’m currently studying graphic design so the artworks are a way for me to test my skills. I always like to make the artworks with Icelandic landscapes or trees and gloomy things. Sometimes I like to make the artwork before I create the song just to get inspiration from a visual source. A good method also is writing the song from the title. It’s very helpful when you have an artist’s block or when you can’t come with any ideas.

Anne: This sounds like a creative method to me! Are you making plans on coming to Europe for some concerts someday?

„I’m focused on the writing process“

Klaus: Well here comes the surprise! I’m already in Europe! I moved to Spain three years ago. It has been quite a good experience thankfully. Regarding concerts, I don’t have the motivation to start doing it now but in time it’s one of my goals. At the moment I’m more focused on learning more about the writing process and the sound engineering field, maybe when I release more projects I’ll start gigging around Madrid and who knows maybe other countries that would be a dream come true!

Anne: Thank you very much for your time! All the best to you! Let’s keep in touch!

Klaus: Thanks to you Anne! I’m very grateful for this opportunity!

Listen to „And The Rain Tasted Like Blood“ by Galathain on Spotify

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