Eine aktuelle PETA Recherche zeigt: Zwei der größten Kokosnuss-Produzenten in Thailand zwingen Affen, Kokosnüsse zu ernten. Es drängt sich die Frage auf: Sind Kokos-Produkte fair?

Einige Händler haben ihre Geschäfte mit den betreffenden Firmen bereits eingestellt. Insgesamt wollen in Folge des Skandals mehr als 15.000 Geschäfte keine Kokosnuss-Produkte mehr von Aroy-D beziehen.

Aufruf zum Boykott

Die Verlobte des britischen Premiers Johnson rief alle Supermärkte auf den Inseln dazu auf, Kokosnuss-Produkte von Produzenten, die mit Affenarbeit in Verbindung gebracht werden können, zu boykottieren.

Die Behörden in Thailand streiten den Missbrauch von Affen und ihren unfreiwilligen Einsatz als Arbeitskräfte unterdessen weiter ab. Thailands Handelsminister Jurin Laksanawisit stellt die von PETA aufgedeckten Beweise infrage. Er behauptete, die Kokosnuss-Industrie in seinem Land würde keine Affen im industriellen Maßstab einsetzen. Er räumte lediglich ein, dass die Praxis in geringem Rahmen zur Unterhaltung von Tourist⋆innen genutzt werde.

Sind Kokos-Produkte fair?

Die Nachforschungen der Tierrechtsorganisation PETA Asia ergaben, dass die großen Kokosnuss-Lieferanten Army-D und Chokoh Affen zur Herstellung ihrer Produkte ausnutzen.

Die Aktivist⋆innen haben insgesamt acht Farmen besucht und sich dort umgesehen. Sie erzählen, wie die Bauern gefesselte Affen zum Pflücken von Kokosnüssen gezwungen hätten. PETA entdeckte außerdem Trainingseinrichtungen für Affen sowie einen Wettbewerb, bei dem Affen Kokosnüsse ernten müssen.

Affen werden mit schwerer Folter bestraft

Die Ermittler⋆innen veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchungen sowie Bilder und ein Video. Sie sagten aus, sie hätten verängstigte Jungtiere gesehen, die frustrierende und anstrengende Aufgaben ausführen müssen. Sie erzählten außerdem, dass rebellische Affen manchmal mit dem Ziehen von Zähnen bestraft werden.

Insgesamt ernten die Affen laut PETA bis zu 1.000 Kokosnüsse pro Tag. Außerdem sollen die Tiere in einigen Fällen vor Besucher⋆innen zum Fahrradfahren und Bälle Werfen gezwungen worden sein.

Die Direktorin von PETA Asien, Elisa Allen berichtete gegenüber dem BBC:

„Diesen neugierigen und hochintelligenten Tieren wird alles verweigert, was ihr Leben lebenswert macht. Sie werden dazu gezwungen, auf psychologische Stimulation, Gesellschaft und Freiheit zu verzichten. Alles mit dem Ziel, die Ernte zu maximieren.

Wir von PETA möchten anständige Menschen dazu auffordern, niemals den Einsatz von Affenarbeit zu unterstützen und Kokos-Produkte aus Thailand zu meiden.“

Die Ausbeutung der Affen hat eine lange Tradition

Es ist nicht das erste Mal, dass Beweise für die Grausamkeit gegenüber Affen in der Kokos-Produktion ans Tageslicht kommen. Bereits im Jahr 2015 wurde über den Einsatz von Affen bei der Kokosnuss-Ernte berichtet.

Damals wurde publik, dass die Kokosnuss-Industrie in Thailand bereits seit 400 Jahren Affen bei der Ernte einsetzt. Der Grund dafür ist, dass sie flinker sind und effizienter vorgehen, als Menschen. Diese schaffen nur etwa 80 Kokosnüsse pro Tag zu ernten.

Traurige Affen auf den Kokos-Farmen in Thailand

Das Video von PETA zeigt, wie den Affen auf den Kokosnuss-Farmen die Freiheit genommen wird. Sie können sich nicht frei bewegen und verlieren nach und nach den Verstand. Die in Ketten gelegten Tiere wandern verzweifelt auf dem mit Müll und Fäkalien übersäten Boden im Kreis.

Mit dem Konsum von Kokosnüssen aus Thailand unterstützt man also möglicherweise Grausamkeit gegenüber Affen. Um das zu verhindern, sollte man den Kauf am besten boykottieren. Neben Kokosmilch aus anderen Ländern empfiehlt sich als Alternative beim Kochen, Backen und für den Kaffee zum Beispiel Hafermilch. Sie ist gesund, angenehm im Geschmack und der CO2-Fußabdruck ist wesentlich geringer.

Augen auf bei der Reisebuchung

Tourist⋆innen wird häufig das Bild von tropischen Paradiesen vermittelt, in denen Menschen und Tiere harmonisch zusammenleben. Die Wirklichkeit sieht leider in vielen Fällen anders aus. Um auf Euren Reisen die Begegnung mit Gewalt gegenüber Tieren auszuschließen, macht Euch vor der Buchung schlau. Je häufiger nachgefragt wird, desto schneller werden die Reisbüros sensibler für dieses heikle Thema. Noch heute bieten viele Anbieter zum Beispiel Elefantenreiten an. Dass die Tiere unter fragwürdigen Bedingungen an Ketten gehalten werden, steht natürlich nicht im Katalog.

Hinweis: Die Affen auf dem Foto leben nicht auf einer Kokos-Farm. Ich habe sie auf Sri Lanka in freier Wildbahn fotografiert.

Quellen / Sources