Heute möchte ich eine Musikliste mit Euch teilen, die für mich eine ganz wichtige Bedeutung hat. Sie besteht aus 28 Songs von Künstler⋆innen, die beim diesjährigen DUNK! Festival aufgetreten wären – wenn es stattgefunden hätte.

Geplant war, dass das Festival diese Woche stattfindet. Drei Tage voller Post-Rock, Drone, Math-Rock, Ambient, guter Stimmung, Pommes und Kirschbier. Weil das dieses Jahr leider nicht klappt, verzichte ich nicht auf die Musik und möchte Euch gerne daran teilhaben lassen.

Das DUNK! Festival 2020 hören

Im Moment kämpft das Festivalteam dafür, dass die Veranstaltung 2021 stattfinden kann. Wer eine Karte für 2020 hat kann dafür einen Teil des Preises bei der Rückerstattung spenden. Mehr dazu lest Ihr hier im Blog. Ich hoffe sehr, dass es 2021 wieder ein DUNK! geben wird. Für mich ist das Open Air im belgischen Zottegem eines der schönsten Festivals überhaupt – wenn nicht sogar das schönste. Und nun: Vorhang auf für 28 ganz besondere Musikstücke.

Im Anschluss an die Videos findet Ihr, wie Ihr es von mir gewohnt seid, Playlisten für iTunes und Spotify. Ihr könnt die Musik dann also ganz bequem der Reihenfolge nach anhören.

Flash The Readies – „New Order“ vom Album „Duna“

Das offizielle Musikvideo zu diesem Song ist ganz im DUNK! Records Stil gemacht. Mir gefällt das Zusammenspiel aus Farben und verspielten Sounds sehr. Ich kann es mir auf der Leinwand im Bühnenzelt des DUNK! Festivals mehr als gut vorstellen. Hoffen wir, dass wir das 2021 erleben werden.

Noir Reva – „Goraiko“ vom Album “ Continuance“

Das Festival hat mit dieser Band einen großen Wurf gelandet. Inzwischen gibt es bei drei Alben von Noir Reva aus Koblenz und ich glaube, da kommt noch einiges. Schaut Euch das schöne Video an!

Iiah – „From Nothing“ vom Album „Terra“

Diese unglaublich faszinierende Post-Rock Gruppe gründete sich 2013 im australischen Adelaide. Ihr Sound erinnert an Experimentalmusik aus den 70ern, bringt aber auch immer wieder Ambient Themen der 90er Jahre auf.

Sagor Som Leder Mot Slutet & Martin Mileros – „1/16“ vom „Iris“ Soundtrack

Diese Skandinavier mixen instrumentalen Post-Rock und Post-Metal. Die Mischung aus Düsternis und Leichtigkeit ist dabei perfekt.

Coldbones – „The Flooding Of The World“ vom Album „The Cataclysm“

Die Flutung der Erde? Das klingt nach Dystopie. Der Sound von Coldbones hat aber durchaus auch Positives. Die Dreiercombo aus England veröffentlichte ihr erstes Album „Where It Al Began“ 2018. Ihr zweites Werk „Cataclysm“ finde ich fast noch besser. Aber hört Euch am besten beide an.

Feed Me To The Waves – „Patterns in Static“ vom Album „Intill“

Feed Me To The Waves kommen aus Schweden. Sie lassen sich von der Vielfalt der dortigen Natur zu ihrem faszinierenden Sound inspirieren. „Intill“ bedeutet soviel wie „nebenan“. Es wurde im November letzten Jahres veröffentlicht.

Jambinai – „Event Horizon“ vom Album „ONDA“

Kennt Ihr schon Jambinai? Die Süd-Koreaner möchten laut eigener Aussage „Mit Leuten kommunizieren, die keine traditionelle koreanische Musik hören“. Was auch immer das bedeutet. Ihre Musik ist außergewöhnlich und verdient es, gehört zu werden.

De Osos – „At Least (Be Human)“ von der EP „Under These Restles Skies

De Osos aus Mexiko greifen tief in die elektronische Trickkiste und sie tun es verdammt gut. Sie auf der Waldbühne des DUNK! auftreten zu sehen ist definitiv einer der wichtigen Bucketlist-Punkte für den Festivalsommer 2021.

Big Brave – „Sibling“ vom Album „A Gaze Among Them“

Big Brave hauen so richtig auf die Ohren. Das Duo aus Montreal ist vor allem in der industriellen Post-Rock, Noise und Sludge Ecke unterwegs. Mir gefällt nicht nur der besondere Gesang.

The Trees & The Wild – „Zaman, Zaman“ vom Album „Zaman, Zaman“

Vorsicht! Wer auf Farben, Blitze und schnelle Bildfolgen empfindlich reagiert, sollte sich dieses Video besser nicht anschauen. Allen anderen sei geraten, es auf jeden Fall zu tun. Falls Ihr an dieser Stelle nicht in den Genuss kommt, rate ich Euch, die Playlist unten aufzurufen. The Trees & The Wild sind übrigens das Post-Rock Projekt von Matt Pond aus Kingston, New York. Er nutzt es für ausgefallene Sound-Experimente, wie ihr an diesem Song unschwer erkennen könnt.

Bolt Ruin – „Psilentze“ von der EP „Bolt Ruin“

Auf Ihrem Bandprofil schreiben Bolt Ruin über sich selbst „Wir schreiben den Soundtrack zu überwucherten Industrieruinen“. Soll ich Euch was sagen? So gut hätte ich es nicht in Worte fassen können. Die Belgier haben mit „Obriultn“ gerade den Nachfolger zur EP „Bolt Ruin“ angekündigt. Er kann bereits vorbestellt werden und erscheint am 29. Mai.

We Stood Like Kings – „Grand Illuision“ vom Album „USA 1982“

Und noch eine Band aus Belgien. Diese hier ist beim Hamburger Label Kapitän Platte registriert. Die bisherigen Werke tragen die klangvollen Namen „Berlin 1927“, „USSR 1926“ und „USA 1982“. Hört unbedingt mal rein! In Ermangelung des Einzeltracks packe ich Euch hier einfach mal das komplette Album als Video rein. Unten in der Playlist findet Ihr natürlich auch das von mir erwähnte Stück.

Fly Pan Am – „Nice Est En Feu!“ vom Album „Fly Pan Am“

Diese Band aus Montreal ist bereits in Hamburg auf der MS Stubnitz aufgetreten. Gegründet wurde das Projekt bereits im Jahr 1996. Gespielt wurde bereits mit Größen wie Godspeed You! Black Emperor und Exhaust. Nach einer kurzen Trennung im Jahr 2006 fand man 2018 wieder zusammen. Zum Glück.

Lethvm – „Schisme“ vom Album „Acedia“

Diese belgische Band live zu sehen ist einer meiner Herzenswünsche. Jetzt für 2021. Ihre atmosphärische,  harte Musik zieht mich schon länger in ihren Bann. Ein tragischer Reigen zwischen Hochgefühl und melancholischen Tälern.

Kinder – „Irukandji“ vom Album „Migraciones“

Wie soll ich den Stil von Kinder nur beschreiben? „Verspielte Liebe zur Musik trifft es wohl am ehesten. Denn genau das bringen sie mit ihren Stücken rüber. Die Freude an kleinen Details und Ausschmückungen machen die Werke der Band aus dem fernen Lima zu einem ganz besonderen Genuss.

Collapse Under The Empire – „Beyond Us“ vom Album „The End Of Something“

Diese Hamburger machen spätestens seit ihrem Gründungsjahr 2008 alles richtig. Schon ihre Debütplatte „Systembreakdown“ 2009 hat mich schwer begeistert. Seidem sind bereits sechs weitere Alben erschienen. Hinzu kommen zahlreiche Singles sowie fünf EPs. Dieses Stück stammt vom letzten Werk von 2019. Ihre Mischung aus Shoegaze, Post-Rock und elektronischer Musik deutet auf Einflüsse aus Rock, Hardcore, Trip Hop und sogar Pop hin.

Infesting Swarm – „Ending“ vom Album „Desolation Road“

Auch diese Combo kommt aus Deutschland. Das Post-Black Metal Projekt sorgt für düstere Töne. Harte Riffs wechseln sich mit melodischen Instrumentalteilen und Lyrics aus anderen Welten ab.

Bersarin Quartett – „Das ist alles, was wir haben“ vom Album „Methoden und Maschinen“

Habt Ihr Euch das aktuelle Bersarin Quartett Album „Methoden und Maschinen schon angehört? Falls nicht, solltet Ihr das dringend nachholen. Die Berliner erzählen mit ihrer Musik Geschichten. Geschichten aus der Zukunft. Nach dreizehn Jahren Bandgeschichte gelingt es ihnen nach wie vor perfekt, Minimalismus und Pomp miteinander zu verbinden. Blitzende Spitzlichter treffen auf weiche Soundbeete.

And So I Watch You From Afar – „These Secret Kings I Know“ vom Album „Heirs“

Diese Typen aus Belfast haben eine der für mich wichtigsten Bands überhaupt gegründet. Ihre Shows machen mich glücklich, ihre Songs begleiten mich täglich. Rory Friers, Tony Wright, Jonathan Adger und Chris Wee lassen gemeinsam die Bühnen brennen und schütteln die Satelliten im All ordentlich durch.

Of The Vine – „Even If I Never See You In This Life…“ vom Sampler „Open Language Volume I“ (A-Seite)

Noch so eine Wahnsinns-Band. Erst vor Kurzem brachten Of The Vine die erste Vorauskopplung ihrer neuen Platte raus. Sie trägt den Namen „Left Alone“. Im Moment läuft es bei mir hoch und runter und wir hier auch noch Erwähnung finden. An dieser Stelle gibt es für Euch ein Stück vom 2015 erschienenen Album „East The Water“. Ist ist auch auf der A-Seite des Open Language Sampler Volume I zu finden. Eine Musiksammlung, die mich seit meinem ersten DUNK! Festival begleitet.

Ranges – „Avarice“ vom Album „Babel“

„Babel“ habe ich Euch hier im Blog bereits vorgestellt. Das aktuelle Album der Ranges war eine große Überraschung. Die Band aus Montana gehört beim DUNK! quasi zum Inventar. Sie verzaubert mit starkem Post-Rock. Immer und immer wieder. Dieses Stück handelt von der Habgier der Menschen.

YOB – „Lungs Reach“ vom Album „Our Raw Heart“

YOB kommen aus Eugene in Oregon. „Our Raw Heart“ ist bereits ihr achtes Werk. Das neue Album kommt nachdenklicher daher, als die Vorgänger. Und das hat Gründe. Es entstand inmitten einer Tragödie, die fast zum Tod von Frontman Mike Scheidt geführt hätte. Er litt an einer potentiell tödlichen und äußert schmerzhaften Krankheit. Wie durch ein Wunder erholte er sich davon und prägte mit seinem Überleben „Our Raw Heart“. Die Platte ist ein Gesamtkunstwerk und verdient es auf jeden Fall, am Stück gehört zu werden.

Oh Hiroshima – „Simulacra“ vom Album „Oscillation“

Diese schwedische Band gibt es seit 2007. Ihr Platten erscheinen bei Napalm Records. An ihrem dritten Studioalbum haben sie vier Jahre lang gearbeitet. Kein Geringerer, als Magnus Lindberg von Cult Of Luna war für dabei für das finale Mastering verantwortlich.

Pray For Sound – „The Canyon“ vom Album „Waves“

Pray For Sound aus Boston, Massachusetts liefern Klangwelten, von denen man sich davontragen lassen kann. Ihr aktuelles Album „Waves“ ist ein echter Meilenstein in der Geschichte der Instrumentalmusik.

It Was A Good Dream – „Words Dissolve, Your Voice Wanders“ von der EP „Help Me To Recollect“

Auch diese Truppe kommt aus Boston. Sie wurde dort 2018 gegründet. Vor Kurzem ist ihre neue Single „Descent / Sustain / Suppress“ erschienen. Dieses Stück stammt von der fast parallel dazu veröffentlichten EP „Help Me To Recollect“. Die Instrumentalband entstand aus einem Übungsprojekt und wuchs schnell zu einer festen Band zusammen, die heute untrennbar ist.

Turpentine Valley – „Onweer“ vom Album „Etch“

Und noch ein Zusammenschluss kreativer Musiker aus Belgien. Turpentine Valley verzichten auf Worte und bringen dafür brachialen Klang. Lasst Euch von ihren Wänden aus Gitarren, rollende Bässe und Drums erschüttern. Das Debut „Etch“ ist 2019 bei DUNK! Records erschienen.

Astodan – „Nasu“ vom Album „Ameretat“

Was kann man anderes machen, als Astodan zu lieben? Ihre Mischung aus orchestralen Klängen und verspielten Szenen macht die Brüsseler Band zu einem aufregenden Projekt.

Amenra – „Plus près de toi“ vom Album „Mass VI“

Die markerschütternden Sounds von Amenra gehen um die Welt. Die Church of Ra ist allgegenwärtig. „Die letzte Musik auf Erden, auferstanden aus der Asche seines Untergangs“ heißt es im Profil der Band.

We Lost The Sea – „A Gallant Gentleman“ vom Album „Triumph And Disaster“

Eine ganz besondere Band, ein ganz besonderer Song und ein ganz besonderes Video. Aufgenommen in den Studios 301. Die Musik der Australier klingt wie aus der Welt von Twin Peaks entsprungen. Beim Hören hüllt sie einen ein und begleitet einen auf der weiteren Reise. Dieses Stück ist auch auf der B-Seite des Open Language Samplers Vol. 1 zu finden.

Solkyri – „Time Away“ vom Album „Mount Pleasant“

Von dieser Band werdet Ihr im Blog noch häufiger lesen. Ich habe sie vor Kurzem für mich entdeckt und feiere das gerade erschienene Werk „Mount Pleasant“ momentan sehr. Solkyri stammen genau wie We Lost The Sea aus Sydney.

Hier kommen die versprochenen Playlisten:

iTunes

Spotify

Viel Spaß beim Hören. Bleibt Eurem Festival treu. Wer noch nicht genug hat und gerne weitere Bands aus diesem Genre kennenlernen möchte, hört am besten mal beim Festival-eigenen Radiosender rein. Er wurde vor ein paar Tagen gegründet und sendet rund um die Uhr.

Artwork: Error! Design