Wer hat Lust auf ein bisschen Post-Punk, No-Wave und New-Wave? Ich habe eine Playlist mit 27 Songs für Euch zusammengestellt.

Es ist schon ein paar Tage her, da schickte mir Valentin den Song „Crystal Machete“ von Wes Borland. Weil der Musiker eher für einen ganz anderen Musikstil bekannt ist, wundert es Euch vielleicht, dass mich der Song zu einer Playlist mit New-Wave, No-Wave und Post-Punk inspiriert hat. Beim Hören stellt Ihr dann unter Umständen fest, dass das doch eigentlich ziemlich gut zusammenpasst. Vielleicht hat sich Wes ja Inspiration bei eben jenen Musiker⋆innen geholt? Möglich wäre es.

Post-Punk, New Wave und No-Wave

Meine Musikliste ist nach Gary Newman und Siouxie & The Banshees gleich im Anschluss an Wes Borland ziemlich schnell in Richtung Iggy Pop abgedriftet. Doch hört am besten einfach selbst.

Wie Ihr es von mir kennt, gibt es zu jedem Stück ein paar Worte. Die komplette Playlist für iTunes und Spotify findet Ihr am Ende dieses Artikels.

Wes Borland – „Crystal Machete“ vom Album „Crystal Machete“ (2016)

Wes Borland macht seit den 1990ern Musik. Bekannt wurde er vor allem für seine Arbeit mit Limp Bizkit und Black Light Burns. Seit 2016 ist er solo unterwegs und zeigt sich nach wie vor gerne mit ausgefallenen Body Paintings. Sein instrumentales Soloalbum „Chrystal Machete“ ist 2016 erschienen. 2018 folgte „Matadors And Daughters“.

Tubeway Army & Gary Numan – „Me, I Disconnect from You“ vom Album „Replicas“ (1979)

Synthie-Pionier und Industrial-Experimentalist Gary Newman gründete sein Projekt Tubeway Army bereits Anfang der 1970er. Nach einer längeren Auszeit von Mitte der 1980er bis 1994 kam er mit wesentlich düsterer Musik zurück.

Siouxsie & The Banshees – „Cities In Dust“ vom Album „Tinderbox“ (1986)

Diese Londoner Dark Wave Truppe galt bereits kurz nach ihrer Gründung als Kult – obwohl ein Plattenvertrag noch lange auf sich warten ließ. Im Dunstkreis von Iggy Pop, Roxy Music, bei deren Konzert sie sich kennenlernten und den Sex Pistols gehörten sie fest zur Londoner Szene der später 1970er Jahre.

Joy Division – „Disorder“ vom Album „Unknown Pleasures“ (1979)

Im selben Jahr (1976) wie die Siouxies gründeten sich auch Joy Division. Mit dem tragischen Ende von Sänger Ian Curtis kam auch das Ende der Band, die sich 1980 als New Order neu gründete.

Bauhaus – „Dark Entries“ vom Album „In the Flat Field“ (1980)

Die britischen Dark Waver machten mit progressiver und finsterer Musik auf sich aufmerksam, die gerne auch mal ins Experimentelle kippte. Mit ihrem dunklen Make-up und der schwarzen Kleidung prägten sie die Szene nachhaltig.

The Cure – „A Forest“ vom Album „Seventeen Seconds“ (1980)

Robert Smith gründete The Cure im zarten Alter von 17 Jahren. Nach über 40 Jahren Bandgeschichte hat die Gruppe die unterschiedlichsten musikalischen Epochen durchlebt und beeinflusst noch heute zahlreiche Musiker⋆innen.

The Human League – „Together in Electric Dreams“ – Single (1981)

Die britische New Wave Band The Human League wurde zwischen 1981 und 1982 gegründet. Die experimentierfreudigen Sheffielder ebneten den Weg für den heutigen Electro-Pop.

Idles – „Television“ vom Album „Joy as an Act of Resistance“ (2018)

Idles gibt es seit 2009. Von Bristol aus machten sie sich auf, die Post-Punk Welt im Sturm zu erobern. Thematisch beschäftigen sie sich mit den gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten der heutigen Zeit.

New Order – „Temptation“ vom Album „Movement“ (1981)

New Order sind, wie vorhin schon kurz erwähnt, die Nachfolgeband von Joy Division. Ohne Ian Curtis gab sich die Band einem poppigeren Stil hin. Gitarrist Bernhard Sumner übernahm bei der Neugründung den Gesangspart. Die Band gilt als einer der Wegbereiter für die spätere House Music.

The Fat White Family – „Is It Raining In Your Mouth“ vom Album „Champagne Holocaust“ (2013)

Wenn man The Fat White Family mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es auf jeden Fall „provokant“. Vom Namen über die Texte bis hin zu den Plattencovers ist bei ihnen einfach alles auf Krawall gebürstet. Und das ist gut so.

The (International) Noise Conspiracy – „Communist Moon“ vom Album „Armed Love“ (2004)

Die Schweden aus Umeå machen schon seit 1998 Krach. Als ich Sänger Dennis Lyxzén vor Kurzem mit seinem 1992 gegründeten und ebenfalls sehr erfolgreichen Hardcore Bandprojekt Refused mal wieder live erleben durfte, hatte er von seiner puren Energie kein Stück eingebüßt.

Soft Cell – „Fun City“ vom Album „Non-Stop Erotic Cabaret“ (1981)

Die Synthie Popper aus Leeds beispielten Anfang der 1980er die Bühnen. Lange Zeit weitestgehend unbekannt, landeten Sie mit „Tainted Love“ ihren wohl größten Hit.

Talking Heads – „Memories Can’t Wait“ vom Album „Fear of Music“ (1979)

Ein paar Kunststudent⋆innen treffen sich auf Rhode Island und gründen eine Band. Der Rest ist Geschichte.

Blondie – „Dreaming“ vom Album „Eat To The Beat“ (1979)

Als Debbie Harry und Chris Stein 1974 in New York City Blondie gründeten, brachten sie einen mächtigen Stein ins Rollen, der noch heute rollt. Der Song „Dreaming“ wurde 2001 re-mastert. Durch die HBO-Serie „The Deuce“ erfreut er sich im Moment weltweit neuer Beliebtheit.

Cabaret Voltaire – „Sensoria“ vom Album „Micro-Phonies“ (1984)

Cabaret Voltaire stehen für Industrial aus Sheffield, der den Techno bis heute beeinflusst. Benannt hat sich die Truppe nach dem Zürcher Cabaret Voltaire.

New Model Army – „Vagabonds“ vom Album „Thunder and Consolation“ (1989)

Diese Punkband gründete sich bereits Ende der 1970er Jahre. Bis heute gibt es immer wieder neue Musik von den Briten.

Interpol – „Always Malaise (The Man I Am)“ vom Album „Interpol“ (2010)

Und noch eine New Yorker Band. Melodisch-melancholischer Post-Punk wie wir ihn lieben. Hoffentlich gibt es bald das siebte Album!

Editors – „All the Kings“ vom Album „In Dream“ (2015)

Wusstet Ihr, dass Editors mal im Vorprogramm von R.E.M. gespielt haben? Ich höre der Band seit ihrer Gründung im Jahr 2003 zu und freue mich über jeden neuen Song.

The Sound – „I Can’t Escape Myself“ vom Album „Jeopardy“ (1980)

Aus den Ruinen der Outsiders gründeten sich in den Wirren der frühen 1980er Jahre The Sound. Leider dauerte die Bandgeschichte nicht lange an. Mit ihren bezaubernden Aufnahmen betören sie noch heute unsere Ohren.

Pixies – „Isla De Encanta“ vom Album „Surfer Rosa & Come On Pilgrim“ (1988)

Ich kann es nicht mehr genau sagen, seit wann mich diese Band schon begleitet beziehungsweise, wann ich sie für mich entdeckt habe. Die Songs der Pixies sind für mich einfach etwas ganz Besonderes. „Isla De Encanta“ vom Album „Surfer Rosa & Come On Pilgrim“ hatte ich schon längere Zeit nicht mehr gehört, daher ist es hier in der Liste gelandet.

Sonic Youth – „Teen Age Riot“ vom Album „Daydream Nation“ (1988)

Die Band um mein Idol Kim Gordon habe ich ungefähr zur selben Zeit entdeckt, wie Pixies. Ich muss damals etwa 17 Jahre alt gewesen sein und war schwer fasziniert: Die Band hatte schon so dermaßen viel erlebt und erschaffen zu dieser Zeit! Nach ihrer Auflösung 2011 machen die einzelnen Mitglieder weiter solo Musik.

Iggy Pop – „Dum Dum Boys“ vom Album „The Idiot“ (1977)

Eine Legende dieser Typ. Mehr gibt es von meiner Seite an dieser Stelle nicht zu sagen.

Hüsker Dü – „Something I Learned Today“ vom Album „Zen Arcade“ (1984)

Hardcore Punk aus Minnesota, der die Alternative Szene stark geprägt hat – trotz des schwachen kommerziellen Erfolgs der Band.

Kleenex – „Do You Mind My Dream“ vom Album „Liliput“

Nach 1980 waren Kleenex aus der Schweiz unter dem Namen „Liliput“ unterwegs. Lediglich Gitarristin Marlene Marder machte nach der Auflösung im Jahr 1984 noch weiter Musik – schade. Das Compilation Album Kleenex/Liliput (The Complete Recordings) wurde 1993 das erste Mal herausgebracht und 2001 re-released.

Gang of Four – „Damaged Goods“ vom Album „Entertainment!“ (1979)

Ein paar Funky Vibes dürfen in dieser Liste selbstverständnlich auch nicht fehlen. Dafür sorgt die Gang Of Four.

Nick Cave & The Bad Seeds – „From Her to Eternity“ vom Album „From Her to Eternity“ (1984)

Das Lebenswerk des Musikers, Schauspielers, Dichters, Schriftstellers, Schauspielers und Drehbuchautors ist schier unüberschaubar. Den Bad Seeds ist Nick Cave bis heute treu. Das neue Album „Ghosteen“ ist erst vor Kurzem erschienen. Bei „From Her To Eternity“ handelt es sich um das Debut von Nick Cave & The Bad Seeds aus dem Jahr 1984.

Meat Puppets – „Lake of Fire“ vom Album „Meat Puppets II“

Als die beiden Brüder Curt und Cris Kirkwood 1980 gemeinsam mit Derrick Bostrom die Meat Puppets gründeten, spielten sie am liebsten Coverversionen von The Damned Songs. Zum Glück kamen sie irgendwann auf die Idee, eigene Stücke zu schreiben. Dass können sie nämlich hervorragend. 2019 haben sie das mit ihrem aktuellen Album „Dusty Notes“ mal wieder bewiesen. Dieses Stück Musik hier wurde übrigens auch mal von Nirvana gecovert. So schließt sich der Kreis.

Wenn Euch meine Liste gefällt, könnt Ihr sie jederzeit bei iTunes und Spotify anhören.

iTunes

Spotify