In unserem schönen Hamburger Stadtteil Altona wurde jüngst ein Antrag zur Erklärung des Klimanotstandes gestellt. Das geht aus einer Drucksache vom 24. Oktober hervor.

Der Bezirk Altona fordert die Bundesregierung und den Senat dazu auf, umfassend über den Klimawandel, seine Ursachen und Auswirkungen sowie die notwendigen Maßnahmen dagegen zu informieren.

„Klimaschutz gelingt gemeinsam. Wir fordern daher den Senat sowie die beteiligten Fachbehörden auf, die Klimakrise mittels einer Resolution als Klimanotstand anzuerkennen. Der Senat übermittelt diese Aufforderung seinerseits als Empfehlung an die anderen Hamburger Bezirksversammlungen sowie an Städte und Gemeinden der Metropolregion Hamburg.“,

heißt es in der Veröffentlichung von Ende Oktober.

Altona fordert den Senat und die beteiligten Fachbehörden dazu auf, ein Klimaschutzgesetz zu beschließen, das an die Verpflichtungen des Pariser Abkommens geknüpft ist. Damit soll die Erreichung der schon vereinbarten Ziele ermöglicht werden. Die Stadt Hamburg soll demnach bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität erreicht haben.

Bäume dürfen nicht mehr einfach gefällt werden

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Bald soll es bei uns neue Grünflächen geben.

Beschlossen werden soll unter anderem der Erhalt und Ausbau der Parkanlagen. Das Fällen von Bäumen soll nur noch bei eindeutiger Gefahr der Verkehrssicherheit erlaubt werden.

Das Verhältnis zwischen gefällten und nachgepflanzten Bäumen soll mindestens 1:1 betragen. Das soll auch für private Flächen gelten.

Kreuzfahrt- und Containerschiffe sollen nur noch Landstrom nutzen dürfen. Dieser soll ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden.

Der Plan soll konsequent umgesetzt werden

Mit der konsequenten Umsetzung des Plans soll nach Wunsch der Politiker*innen, die den Antrag gestellt haben, noch in diesem Jahr begonnen werden. Dazu gehört auch die Erstellung des sogenannten Klimaschutzteilkonzepts zur integrierten Mobilität.

Ein Klimarat soll ab sofort monatlich tagen – auch Kinder und Jugendlich sollen daran teilnehmen. Das Bezirksamt Altona möchte bei der Beschaffung in Zukunft ökologische Kriterien beachten. Der Fokus liegt hier auf Klima-, Arten- und Umweltschutz.

Die Lage in Altona

Ich persönlich begrüße das Engagement der lokalen Politiker*innen sehr. Als unmittelbare Anwohnerin an einer der am stärksten befahrenen Stadtstraßen in Deutschland bin ich es offen gestanden inzwischen mehr als leid, jedes Mal innerhalb der für Fußgänger vorgesehenen, gefühlt etwa fünfsekündigen Grünphase im Zickzack SUVs ausweichen zu müssen. Dabei den Schal möglichst über Mund und Nase, um die extremen Abgase nicht komplett einatmen zu müssen.

Als Radfahrerin habe ich keine Lust mehr, in Ermangelung ordentlicher Fahrradwege entweder verbotenerweise auf dem Gehsteig in die Gegenrichtung zu fahren (was ich niemals tun würde, einige jedoch schon, wodurch es immer wieder zu Unfällen kommt), oder auf einer ebenfalls sehr stark befahrenen Straße quer durch den Kiez, um morgens ins Büro zu kommen. Es sei angemerkt, dass es sich bei der von mir beschriebenen Strecke um eine der Hauptrouten für Berufstätige handelt.

Weil ich das (aus Angst vor Zusammenstößen mit LKWs, SUVs oder Geisterfahrradfahrer*innen) inzwischen nicht mehr tue, stehe ich jeden Morgen am S-Bahnhof, in der Hoffnung, dass der marode Zug den maroden Bahnsteig bald erreichen wird. Ausfälle sind an der Tagesordnung, die Bahnen verschmutzt. Kein Wunder, dass die Menschen auf andere Optionen (leider oft das eigene Auto) ausweichen. Dabei könnte Radfahren so gesund sein. Man könnte sich sogar das Fitnessstudio sparen.

Das alltägliche Verkehrschaos

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In Altona bröckelt das Ufer.

Ich habe keine Lust mehr, dass in den 100 Metern Fußgängerzone, die wir hier in Altona vor Kurzem (zum Glück – ein Anfang) bekommen haben, jedes Mal doch wieder ein Auto von hinten angerollte kommt und die Passant*innen zur Seite springen müssen, um sich in Sicherheit zu bringen. Dass jede Woche wieder ein paar Zentimeter unserer Stadt in die Elbe abrutschen, ist hingegen wirklich tragisch. Ich kann es sehen, wenn ich am Wochenende am Wasser spazieren gehe.

Es kotzt mich offen gestanden an, dass immer mehr Grünflächen betonierten Plätzen weichen müssen und dass immer mehr Dreck in unsere schöne Umwelt gepumpt wird, nur damit Menschen Fleisch essen und große Autos fahren können. Das ist definitiv alles andere als fair. Weder der Natur noch uns selbst gegenüber. Wir sollten unseren Planeten mit mehr Respekt behandeln. Soviel steht fest.

Der Regenwald brennt. Die Eisbären verhungern und ertrinken. Eigentlich sollte uns das doch schon Warnung genug sein, oder? Wie schaffen wir es sogar noch das Offensichtliche, vor unseren Augen liegende zu verdrängen? Ich hoffe sehr, dass der Antrag für die Ausrufung des Klimanotstandes für Altona zum gewünschten Ziel führen wird. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Menschen dafür stark machen. Es freut mich, dass in meiner Umgebung viele Menschen laut sind, sich einsetzen und auf die Straße gehen. Für das Klima, für die Tiere und für die Zukunft der nächsten Generationen.

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Quelle: Sitzungsdienst Altona