Gestern waren Archive bei uns in Hamburg zu Gast – das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und hatten uns schon vor ein paar Monaten die Tickets gesichert.

Schon an der S-Bahn-Station begegneten uns die ersten Fans, von denen offensichtlich noch ein paar aufgeregter waren, als wir.

„Wo geht’s denn hier zur Großen Freiheit 36? Ich bin spät dran?“, meinte einer und unserem Hinweis folgend war er auch schon wieder in der Menge verschwunden. Dabei war doch noch so viel Zeit!

Warm-up in der Menge

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  <div class="row">Um 20 Uhr sollte es losgehen. Als wir etwa zwanzig Minuten vorher im Club eintrafen, war schon gut was los. Das Publikum keilte sich um die besten Plätze.

„25“ heißt das aktuelle Werk – dabei handelt es sich um eine Retrospektive der Konzeptalben der letzten 25 Jahre, in denen die britischen Musikkünstler durchgehend von den Kritikern gelobt wurden.

Insgesamt 43 Songs sind auf insgesamt 4 Scheiben enthalten. Angeordnet sind sie nicht etwa chronologisch – die Band hat sich auch hier ihre künstlerischen Freiheiten erlaubt. Das ist wirklich schön: durch die neue Aneinanderreihung erlebt man ganz neue Momente mit dieser Musik, die einen schon so lange Jahre begleitet.

Archive sind eine Gesamtkunstwerk

Archive sind verspielt und das spiegelt sich in der Vielfalt ihrer Songs wider. Von Trip-Hop und Grunge- bis hin zu Noise-Rock-Elementen und Elektro-Beats ist einfach alles mit dabei. Jedes Genre wurde schon bereist und dabei nicht nur gestreift, sondern verinnerlicht und in das Herz der Band integriert.

Natürlich wurden gestern Abend nicht alle 43 Songs von der Best-of-Sammlung gespielt – auf eine Spielzeit von über zwei Stunden kamen Archive trotzdem. Ein gelungenes Konzert voller guter alter bekannter Melodiespiele und frischer Überraschungen. Ein überaus gelungener Abend. Auf so vielen Ebenen.

Eine Band, die mich schon lange begleitet

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  <div class="row">20 Jahre und viele Konzerte ist es her, seit ich die Band das erste Mal erlebt habe und sie scheinen keine Sekunde gealtert zu sein. Genau wie damals scheint mich ihre Musik davonzutragen. Sie bringt mich an einen anderen Ort. Einen Ort, an dem die Sonne scheint und die Menschen sich gegenseitig die Wahrheit sagen und ihre Diversität akzeptieren und anerkennen.

Kennt Ihr diese paar Minuten, bevor ein Konzert losgeht und die Spannung ins schier Unermessliche steigt? Bei Archive konnte man gestern die Luft mal wieder schneiden. Als die Band aus London um viertel nach acht schließlich die Show einläutete, fühlte sich das wie eine Erleichterung an.

Alle waren sichtlich froh „ihre“ Band da vorne mal wieder live zu sehen. Und was soll ich sagen? Archive waren sichtlich bester Stimmung und machten uns von der ersten Minute an glücklich.

Musik für Introvertierte

Zarte Töne hatte die Band im Gepäck – gepaart mit einer gesunden Portion Wut. Wie wir es von Archive gewohnt sind, verzogen sie keine Miene, als ein paar übermotivierte Lautstarke versuchten, ihnen in ruhigen Momenten in die Partie zu brüllten. Nach 25 Jahren Bandgeschichte sind die Musiker cooler denn je. Von mir gibt es dafür tiefsten Respekt.

Die Musik der Introvertierten lässt sich nicht zerschreien. Wer sich lautstark unterhalten und filmender Weise zweieinhalb Stunden am Stück sein Mobiltelefon schwenken muss, wenn da vorne jemand steht und seine Seele offenlegt, ist eben selbst schuld und sollte vielleicht über sein Konsumverhalten nachdenken.

Liebe kommunikationsfreudigen Selbstbewusstseinsbolzen: Wie wäre es, wenn Ihr in Zukunft zum Fachsimpeln lieber eine Lokalität ohne Band aufsucht? Ihr würdet Euch dann auch das Geld für die Karten sparen. Ihr könnt die Musik ja dann einfach online streamen. Dann müsst Ihr auch nicht in Eurer Musikerkennungsapp nachschauen, welcher Song gerade läuft, sondern bekommt das in Druckschrift auf Eurem Bildschirm angezeigt – feine Idee, oder?

Mein Fazit

Ein wundervolles Konzert von einer wunderbaren Band, die uns hoffentlich auch in den kommenden 25 Jahren noch viele Überraschungen, schöne Momente und wunderbare Melodien schenkt.

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