Heute ist der 30. August. Für Tool-Fans wie mich bedeutet dieses Datum, dass ein langjähriger Wunsch endlich in Erfüllung geht: Das neue Album „Fear Inoculum“ ist nun endlich vollständig verfügbar.

Bereits am 7. August veröffentlichten Tool als Teaser eine Vorauskopplung unter dem gleichen Namen. Der Song ist Track 1 auf der Platte. Meine Rezension könnt Ihr hier lesen.

Wir haben uns 13 lange Jahre lang nach einem neuen Album von Maynard James Keenan, Danny Carey, Adam Jones und Justin Chancellor gesehnt.

Tool gibt es jetzt auch online

Zu Tool muss man wissen, dass die Band sich lange Jahre gegen die Veröffentlichung ihrer Werke im Internet gewehrt hat. Inzwischen erfolgte jedoch ein Umdenken. Im Vorfeld der Neuveröffentlichung teilten Tool zuerst alle Coverbilder in den sozialen Netzwerken und stellten anschließend ihren gesamten musikalischen Schatz in iTunes und Spotify zur Verfügung.

„Fear Inoculum“ kann bis jetzt auf zwei Arten erworben werden: digital in der Cloud oder als ganz besondere CD Special Edition inklusive wiederaufladbarem 4-Zoll-HD-Screen mit exklusivem Videomaterial, USB-Charger, zwei-Watt-Lautsprecher, extra dickem Booklet und Download-Card. Rund 90 Euro soll der Spaß kosten. Von einer klassischen Vinylausführung ist derzeit noch keine Rede. Aber vielleicht kommt sie ja noch.

Ich für meinen Teil (auch, wenn einige andere Toolfans jetzt schreien werden) beschränke mich erstmal auf die iTunes Version und genieße meinen Nachmittag auf der musikalischen Wolke 7. Denn genau dorthin versetzt mich „Fear Inocolum“. Es ist, als ob etwas, das die ganze Zeit gefehlt hat, plötzlich wieder da ist. Die Musikwelt ist wieder vollständig.

Hinab in die Tiefen

Auf den beeindruckenden Opener folgt mit „Pneuma“ ein Stück, dessen Klängen wir wie verzaubert lauschen. Verspielte Melodien werden von harten Drumrhythmen abgelöst. Sie stürmen in einem Wirbel aus Gitarrenriffs davon und reißen uns mit sich über die Klippen in die Tiefen des Ozeans. Maynards Gesang schweißt die zerklüfteten Einzelteile anschließend wieder zusammen.

Mit „Litanie contre la Peur“ wird es dann endgültig mystisch. Wir sind im Tool-Königreich 2.000 Meilen unter dem Meer. Die Litanei gegen die Angst bettet uns sanft ein und trägt uns hinauf in bunte Sphären. Sonnige Gefilde warten auf uns. Weitere acht Stücke breiten ihre Schwingen aus und nehmen uns mit. Alle zusammen bilden sie ein Mosaik aus Geschichten und erzählen, was die Band in den letzen 13 Jahren erlebt hat. Bildgewaltig ist diese Sprache. Eine Aneinanderreihung phantastischer Szenen. Das Konzept(-album) geht auf. Ich möchte es wieder und wieder hören. Ein Lied nach dem anderen. „Fear Inoculum“ ist ein Gesamtkunstwerk. Am besten überzeugt Ihr Euch selbst.

Übrigens ist auf der CD nicht alles drauf. Wer alle Lieder hören möchte, muss entweder den beiliegenden Download-Code einlösen oder das Album digitial in HiRes oder CD-Qualität kaufen. Tut man dies nicht, glänzen drei kurze Zwischenspiele durch Abwesenheit und der letzte Track fällt weg. Es lohnt sich also auf alle Fälle, für die Platte zu zahlen.

Das sagen die drei von der Bande

Wer die Konzerte bei Rock am Ring und in Berlin live erleben konnte, durfte Invincible (Track 4) und Descending (Track 6) bereits hören. In Berlin setzte Danny sogar noch eins obendrauf und gab Chocolate Chip Trip (Track 8) zum Besten, das zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen hatte. Matze und ich haben das Konzert am Nürburgring sehr genossen. Es hat die Vorfreude auf das neue Album auf die Spitze getrieben. Valentin erging es beim Konzert in Berlin ebenso.

„Fear Inoculum“ von Tool sorgt für Glückseeligkeit

„Fear Inoculum“ macht mich glücklich. Es ist diese ganz besondere Art von Glückseeligkeit, die man nach einer anstrengenden Wandertour, einem Tauchgang oder vielen Saunagängen verspürt: Man fühlt sich gleichzeitig aufgekratzt und abenteuerlustig und ist müde und zufrieden. Erledigt, wenn man so will. Und eines kann ich jetzt schon klar sagen: gleich, wenn es zu Ende ist, werde ich es wieder hören.

Und Ihr solltet das auch tun. Gönnt Euch eine Auszeit. Schließt Fenster und Türen. Nehmt auf dem Teppich Platz, schließt die Augen und lasst Euch von der Musik davontragen.

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Psst: Das Bild von der frisch ausgepackten Special Edition habe ich mir vom Schallplattenhändler meines Vertrauens ausgeliehen. wink

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