Jedes Jahr zum Earth Overshoot Day veröffentliche ich einen Artikel. Jedes Jahr erscheint der Artikel noch ein paar Tage früher – das sollte uns Sorgen bereiten.

2017 fiel der Earth Overshoot Day auf den 2. August. Letztes Jahr war es schon am 31 Juli soweit und dieses Jahr sogar noch früher. Bereits morgen, am 29. Juli 2019 ist der Tag, an dem die Menschheit die Ressourcen der Natur für dieses Jahr verbraucht hat. Berechnet wird der Stichtag seit 1987 vom Global Footprint Network.

Die Rechnung funktioniert ganz einfach: Aktueller globaler ökologischer Fußabdruck (sprich: Ressourcen, welche die Menschheit Stand heute benötigt) im Verhältnis zur Biokapazitiät, die uns zur Verfügung steht mal 365 Tage. Am Kehrwert der Rechnung kann man die Anzahl der Erden sehen, die wir benötigen würden, um unseren Bedarf zu decken. Inzwischen sind es 1,75. Das ist ganz schön erschreckend, oder?

1987 war der Earth Overshoot Day noch im Dezember

Was sich aus den Erkenntnissen noch ergibt ist, dass wir handeln müssen und zwar sofort. Es gibt keinen Grund und schon gar keine Zeit, um das noch weiter zu verschieben. Hält man sich vor Augen, dass der Earth Overshoot Day 1987 am 19. Dezember war und es schon damals Handlungsbedarf gab, wird einem das Ausmaß der Dringlichkeit bewusst.

Jedes Jahr nehmen wir der Erde mehr weg. Das Global Footprint Network rechnet übrigens auch aus, wie viele Erden wir benötigen würden, wenn alle Menschen so leben würden, wie es dem Standard bestimmter Länder entspricht. Bei den USA wären es 5, bei Deutschland 3, bei England 2,7 und bei Spanien 2,5.

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Eine weitere Berechnung zeigt, wie oft es ein Land geben müsste, damit es den Bedarf seiner Bewohner decken könnte. Auch diese Zahlen machen sprachlos:
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Weltweit finden am morgigen Earth Overshoot Day 2019 Veranstaltungen statt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. So auch bei uns in Hamburg:

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Informiert Euch am besten direkt beim Global Footprint Network, was in Eurer Stadt los ist und schließt Euch den Demos und Vorträgen an. Je mehr Menschen darauf aufmerksam machen, wie es um unsere Erde bestellt ist, umso besser. Die Organisation spricht von „Raubbau“ und trifft dabei die einzig richtige Wortwahl. Wir gefährden die Regenerationsmöglichkeit der Natur in Gefahr und damit auch unsere und die Zukunft unserer Nachfahren.

„Wir können die Erde nicht ewig übernutzen!“

Mathis Wackernagel ist der Miterfinder des Global Footprint und des Earth Overshoot Day. Auf der Seite des Earth Overshoot Day findet man ein Zitat von ihm, in dem er sich sehr deutlich ausdrückt:

„Wir können die Erde nicht ewig 75 Prozent übernutzen. Wir haben nur eine, nicht 1,75! Die Übernutzung der Erde wird ein Ende finden. Die Frage ist nicht ‚ob‘, sondern ‚wie‘. Per Desaster, oder per Design.“

Um den Trend umzukehren und bis zum Jahr 2050 wieder zurück zum Verbrauch von nur einer Erde zu kommen, müssten wir es schaffen, das Datum des Earth Overshoot Day pro Jahr um fünf Tage hinauszuschieben. Das geht aus der aktuellen Pressemitteilung des Global Footprint Network zum Earth Overshoot Day 2019 hervor.

Earth Overshoot Day 2019 – die Kampagne #MoveTheDate

Damit immer mehr Menschen aufmerksam werden und sich für dieses Ziel einsetzen, wurde die Kampagne #MoveTheDate ins Leben gerufen. Sie zeigt alle Stellschrauben, die jedem als Individuum zur Verfügung stehen. Hier zwei Beispiele:

Teil der Kampagne ist unter anderem auch ein Footprint-Rechner, mit dem man sich seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck ausrechnen kann. Ich kann ihn wirklich jedem*r ans Herz legen. Es hilft sehr dabei, sich in Richtung nachhaltigerer Lebenswandel zu orientieren und das eigene Verhalten zu hinterfragen.

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Schaubilder im Artikel / pictures in this article: Global Footprint Network, overshootday.org