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Heute möchte ich Euch das Buch „How To Create A Vegan World – A Pragmatic Approach“ von Tobias Leenaert vorstellen. Es ist 2017 erschienen und der Titel sagt eigentlich schon ziemlich genau, um was es geht: Tierschutz, Tierethik und Veganismus.

Tobias Leenaert hat sein Buch für Menschen geschrieben, die dabei helfen möchten, eine bessere Welt für Tiere zu schaffen. Es soll allen Veganer*innen und sonstigen Tierfreund*innen neue Fakten und Argumente bieten. „How To Create A Vegan World“ soll eine nüchterne Strategie vermitteln, mit der die Leser*innen es schaffen können, innerhalb der Gesellschaft sichtbar auf das menschliche Verhalten gegenüber Tieren, insbesondere denen in Massentierhaltung, hinzuweisen. Dabei stützt sich Leenaert auf Fakten.

„How To Create A Vegan World“ zeigt eine neue Herangehensweise

In der Einleitung weist er darauf hin, dass immer mehr Menschen weltweit Fleisch essen – einige von ihnen sogar drei Mal täglich. Er bezeichnet diese Menschen als „Steakholder“ – eine interessante Wortwahl, wie ich finde. Per Definition handelt es sich ja auch um eine „Anspruchsgruppe“, nach deren Wünschen das System funktioniert. In diesem Fall kein Unternehmen, sondern die weltweite Lebensmittelindustrie. Leenaert ist überzeugt davon, dass Argumente, die sich auf die Ethik beziehen, nicht ausreichen, um diese große Gruppe zu überzeugen.

„Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen“, schreibt er auf Seite eins. „In der Vergangenheit hat die Animal Rights Bewegung stets darauf gesetzt, zu versuchen, das Verhalten der Menschen zu verändern, indem sie ihre Gewohnheiten ändern. In meinem Buch möchte ich Fürsprechern dieser Vorgehensweise zeigen, wie das viel einfacher funktionieren kann.“

Leenaert möchte das schaffen, indem sich Tierschützer*innen auf die folgenden Punkte fokussieren:

  • Statt sich auf die Message „Go Vegan“ zu konzentrieren, macht es für ihn besonders viel Sinn, den Menschen zu zeigen, wie gut es ist, ihren Konsum zu reduzieren. Zwar ist die vegane Lebensweise für ihn die bestmögliche – die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand sofort für diesen Schritt entscheidet, ist in seinen Augen jedoch sehr gering. In Leenaerts Worten klingt das so: „Wir werden den Wendepunkt schneller erreichen, wenn sich eine große Masse erst dazu entscheidet, ihren Konsum einzuschränken, als mit einer kleinen Gruppe Veganer*innen.“
  • Er findet, dass man Menschen grundsätzlich die Möglichkeit geben sollte, sich aus welchem Grund auch immer dazu zu entscheiden, keine Tierprodukte mehr zu konsumieren. Aus Erfahrung kann er dazu berichten „Menschen ändern ihre Einstellung sehr oft, nachdem sie ihr Verhalten geändert haben.“ Für mich ist das ein interessanter Punkt. Ich kenne einige Veganer*innen, die sich zum Beispiel aus gesundheitlichen oder Klimaschutzgründen für vegan entschieden haben. Nach einiger Zeit sind aus ihnen überzeugte Tierrechtler*innen und Tierschutzaktivist*innen geworden.
  • Leenaert ist außerdem überzeugt davon, dass sich die Gesellschaft automatisch mit verändert, wenn die Alternativen zu Tierprodukten besser, günstiger und leichter verfügbar werden.
  • Schließlich wünscht er sich, dass ein entspannteres Bild vom veganen Lifestyle vermittelt wird.

Was mir an „How To Create A Vegan World“ besonders gut gefällt, ist der Schritt-für-Schritt-Aufbau, der sich auf sechs Kapitel aufteilt.

  1. Überlegung, was man erreichen möchte, und was einem dafür zur Verfügung steht.
  2. Mit welchen Fragen weckt man Interesse?
  3. Argumente und Möglichkeiten der Motivation,
  4. Umfeld und Umgebung.
  5. Wie kann ich meine Unterstützung anbieten?
  6. Überzeugung: Es war gut, sich zu ändern und es macht Sinn, daran festzuhalten.

Auf dem Weg nach Veganstadt

Der Autor bezeichnet diese „Stufen“ als „Road To Veganville“ (Straße nach Veganstadt). Die Wanderung auf dieser Straße hat er immer wieder liebevoll illustriert – womit er mich persönlich abholt. Das und seine lockere Art zu formulieren, machen das Buch für mich zu einer guten Lektüre, aus der ich definitiv einiges mitnehmen konnte. Seine erklärten Ziele

  1. soviel wie möglich Tierleid zu vermeiden,
  2. so viele Tötungen wie möglich zu verhindern
  3. und soviel Unrecht gegenüber Tieren wie möglich zu vermeiden,

decken sich mit denen der veganen Community. Ich denke, dass sein Werk dazu einen guten Teil beitragen kann. Geschrieben wie eine Art Anleitung für weniger Tierausbeutung ist es ganz sicher nicht ausschließlich für Veganer*innen interessanter Lesestoff. Es lässt einen das eigene Verhalten überdenken. Das wiederum gilt nicht nur für Menschen, die Tierprodukte (noch) nicht aus ihrem Alltag ausschließen. Ganz im Gegenteil: Ich als Veganerin habe mir beim Lesen immer wieder Fragen gestellt wie „Was mache ich, wenn jemand meinen Lebensstil nicht ernst nimmt?“ und „Reagiere ich wirklich richtig ich auf Standardsätze wie ‚Auf Käse kann ich aber nicht verzichten‘ oder ‚Was kannst Du denn überhaupt noch essen?'“.

Eine interessante Lektüre – nicht nur für Veganer*innen

Ich finde es generell immer gut, dazu angeregt zu werden, meine Außenwirkung zu reflektieren. Es kann nie schaden, wenn man etwas über das eigene Verhalten lernt. Allen, die das ähnlich sehen, kann ich „How To Create A Vegan World“ auf jeden Fall ans Herz legen. Die Lektüre lohnt sich. Die Vision von einer veganen Welt, in der Tiere nicht ausgenutzt oder gequält werden, klingt für mich ziemlich gut.

Ein Zitat von Seite 16 sollte jedem zu denken geben:

„Die meisten Menschen essen Fleisch, weil die meisten Menschen Fleisch essen.“

Das ergibt doch Sinn, oder? Warum sollte man immer das tun, was alle tun? Tobias Leenaert selbst wurde zwischen seinem achten und zehnten Lebensjahr zum ersten Mal bewusst, dass es nicht richtig ist, Fleisch zu essen. Er sah seinen Hund vor dem Kamin liegen und fragte sich, warum er die einen streichelte, während er die anderen aß. Dennoch nahm er weiterhin Fleisch zu sich, weil er den Geschmack mochte. Jedes Mal, wenn er eine*r Vegetarier*in begegnete, brachte in das ins Schwitzen. Er wollte es nicht wissen und sich nicht ändern. Von sich selbst sagt er, dass er „in der Fleischfalle saß“.

Mit „Animal Liberation“ wurden die Zweifel lauter

Auf der Uni las er das Buch „Animal Liberation“ von Peter Singer (von keinem Geringeren stammt übrigens das Vorwort in „How To Create A Vegan World“) und sein innerer Konflikt wuchs weiter. Er schloss eine Wette mit einem Freund ab, der selbst Fleisch aß und seine Zweifel kannte. Würde er es schaffen, einen kompletten Monat auf Fleisch zu verzichten, würde er ihm 25 Dollar geben.

Zunächst aß Leenaert weiter Fleisch, dabei beschränkte er sich auf das in den Pastagerichten, die es in der Mensa gab, sowie Fisch. Nach und nach gab er auch das auf – bis er zwei Jahre nach der Wette zum Veganer wurde.

Der Autor kennt die Zweifel, die viele Menschen haben. Er selbst brauchte viele Jahre, bis er erkannte, dass er zum Wohl der Tiere auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichten wollte. Gerade deshalb plädiert er für eine langsame Herangehensweise. Nicht jeder ist dazu bereit, sich von heute auf morgen komplett zu verändern. Hier setzt das Buch an.

Tobias Leenaert – ein engagierter Aktivist

how-to-create-a-vegan-worldTobias Leenaert ist Mitbegründer der belgischen Organisation „Ethical Vegetarian Alternative“ (EVA). Dabei handelt es sich um die erste vegane/vegetarische Organisation, die strukturelle Unterstützung von einer Regierung erhält. Die EVA rief unter anderem eine sehr erfolgreiche Kampagne ins Leben, aus der die Stadt Ghent das erste Stadt weltweit hervorging, die einen vegetarischen Tag unterstützt.

Gemeinsam mit Melanie Joy („Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen„) gibt er Tierrechtsseminare für das „Centre Of Effective Vegan Advocacy“ (CEVA). Außerdem ist er Mitbegründer von ProVeg International. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, den Konsum tierischer Produkte bis 2014 weltweit um 50 Prozent zu reduzieren.

Infos

How To Create A Vegan World“ ist im Verlag Lantern Books erschienen. Das Buch trägt die ISBN-Nummer 978-1-59056-570-4. Tobias Leenaert lebt in Ghent und bloggt auf www.veganstrategist.org.

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