„Wenn Du frische Lebensmittel möchtest, dann bitte die Landwirte darum, sie für dich anzubauen“, sagen die Leute von Crowdfarming. Wie das funktionieren soll und was genau das ist, CrowdFarming, dem bin ich mal nachgegangen.

CrowdFarming ist eine neue direkte und transparente Lebensmittellieferkette, die von jungen Landwirten ins Leben gerufen wurde. Jeder kann Crowdfarmer werden, indem er zum Beispiel einen Olivenbaum von einem Farmer adoptiert. Als Farmer werden die Landwirte bezeichnet, die die Produkte auf ihren Feldern anbauen. Weil direkt auf Bestellung produziert wird, soll Lebensmittelabfall vermieden werden. Die Produktionseinheiten, die man bestellt, sind bis zum Erzeuger zurückverfolgbar. Dieser steht mit dem Endverbraucher in direktem Kontakt steht. So wird das auf der Homepage crowdfarming.com grafisch dargestellt:

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Adoptieren kann man zum Beispiel Clementinen, Reis, Oliven, Kaffee und Mandeln. Keine schlechte Vorstellung, einen Mandelbaum auf Granada, oder einen Kakaobaum auf den Philippinen zu adoptieren und die Ernte konsumieren zu können, oder? Für die produzierenden Landwirte ist das vielleicht die einzige Möglichkeit, wie sie in ihren oft sehr kleinen Betrieben weiterhin ihre Produkte anbauen können. Die Menschen in den Städten hingegen können auf diese Art sicher sein, woher ihre Lebensmittel kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden.

CrowdFarming – Alles begann mit einer kleinen Orangenplantage

Gabriel und Gonzalo Urculo

Gabriel und Gonzalo Urculo riefen CrowdFarming ins Leben. 2010 entschieden sich die Brüder, sich voll und ganz dem Wiederaufbau der Orangenplantage ihres Großvaters zu widmen und ihre Bürojobs aufzugeben. Durch die niedrigen Preise, war diese leider zusehends verfallen. Den beiden wurde schnell klar, dass die Kluft zwischen den Landwirten und den Konsumenten ihrer Orangen sehr tief war. Außerdem beklagten sie fehlende Transparenz innerhalb der althergebrachten Lieferkette.

Traditionell bauen die Landwirte an, ohne zu wissen, wohin und zu welchem Preis ihre Ernte verkauft wird. Dieser liegt meist weit unter den Produktionskosten. Meistens erfährt ein Bauer ihn erst, wenn es soweit ist und ein Zwischenhändler ihm seine Ware abkauft. Ein großer Teil der Landwirte muss sich Jahr für Jahr einem nahezu aussichtslosen Kampf im Handel mit der Bank stellen. Sie selbst tragen dabei alle Risiken, wie Witterungsbedingungen oder Nachfragebedingungen. Einen fairen Preis erhalten nur die wenigsten. Darunter leidet die Qualität und nach und nach natürlich auch die Motivation. Irgendwann geht es einfach nur noch ums blanke Überleben, wenn niemand für den Mehraufwand aufkommt.

Ein neues Anbaukonzept

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Aprikosen

Die Gebrüder Urculo haben beschlossen, dass sich das ändern muss. Sie haben erkannt, dass die einzige Möglichkeit, wirklich gute Orangen anzubauen, in einer direkten Verbindung zum Konsumenten liegt. Sie riefen nicht nur ein neues Anbaukonzept, sondern auch eine neue Lieferkette ins Leben, indem sie begannen, direkt an die Endverbraucher zu verkaufen.

Bäume werden nur nachgepflanzt, wenn es nötig ist, die Nachfrage bestimmt das Angebot und beides ist perfekt aufeinander abgestimmt. Die Uculos gründeten CrowdFarming im Dezember 2015. Die ersten stolzen Orangenbaum-Adoptiveltern erhielten ihre Ernte. Und das Feedback ist großartig. Immer mehr Bauern möchten sich anschließen. Gonzalo ist begeistert:

“Immer mehr interessierte Landwirte kontaktieren uns, um das CrowdFarming auch auf ihren Plantagen anzuwenden. Wir hatten so die Gelegenheit, unglaubliche Produkte zu entdecken und zu probieren, die für viele Verbraucher normalerweise verborgen bleiben, da kleine Erzeuger oft nicht die Möglichkeit haben, diese zu erreichen.”

Das Fenster zur Welt

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Oliven

Er stellt sich crowdfarming.com wie ein Fenster vor, durch das kleine Landwirte von der Welt gesehen werden. Sie bauen auf Bestellung von Menschen an, die sich über ihre Produkte freuen.

Aus der verlassenen Plantage, die Gonzalo und Gabriel geerbt haben, ist ein lebendiger Ort geworden. Jeder Baum, der dort wächst, gehört einer anderen Person. Sie kann seine Entwicklung verfolgen und Orangen über die Webseite bestellen.

Die Crowdfarmer möchten die Art und Weise, in der die Europäer ihre Lebensmittel kaufen, demokratischer, transparenter und direkter machen. Damit möchten die Gründer Arbeitsplätze schaffen, der Verschwendung von Nahrungsmitteln entgegenwirken und faire Preise für Ernten erzielen.

Stand heute werfen wir durch die fehlende Abstimmung von Angebot und Nachfrage rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weg.

Weitere Infos findet Ihr auf der Homepage von CrowdFarming.

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Fotos und Pressemitteilung: CrowdFarming