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Taucher des WWF haben jetzt vor Warnemünde ein Geisternetz aus dem Meer gezogen. Das meldete die Umweltschutzorganisation am 8. August. Das rund 500 Meter lange Stellnetz wurde 60 bis 70 Fischen, vor allem Schollen und Dorschen, sowie zwei Kormoranen zum Verhängnis. Sie erstickten qualvoll darin.

Geisternetze werden weltweit immer wieder zur Todesfalle für Seevögeln, Fische und Meeressäuger. Immer mehr davon schwimmen zusammen mit anderem Plastikmüll in unseren Ozeanen. Die Tierschützer berichteten nach der Bergung, das Netz habe zum Teil noch aufrecht am Meeresboden gestanden.

Im Vorfeld an das Entfernen des Geisternetzes hatten sie bei einem Erkundungstauchgang die toten Meeresbewohner darin gefunden. Damit keine weiteren Lebewesen zu Schaden kommen konnten, wurde anschließend schnell gehandelt. Glücklicherweise gab das Umweltamt in Rostock den Einsatz schnell frei.

Fachgerechte Entsorgung von Geisternetzen kaum möglich

Ein Problem bei der Bergung von Geisternetzen ist nach wie vor die fachgerechte Entsorgung. In den Hafenstädten stehen keine Möglichkeiten zur Verfügung, organisches Material von Wertstoffen zu trennen. Das für die Sinkleinen verwendete Blei ist beispielsweise ein giftiger, jedoch wiederverwertbarer Rohstoff. Das berichtet die Projektmanagerin Andrea Stolte für das Geisternetzprogramm des WWF in der der Pressemitteilung.

Eigentlich sind Berufsfischer dazu verpflichtet, ihre Netze mit Fahnen oder Bojen zu markieren. An dem aus der Ostsee geborgenen Netz waren keine derartigen Markierungen mehr zu erkennen. So kam es dazu, dass sich über einen langen Zeitraum hinweg unentdeckt Tiere darin verfangen konnten.

Andrea Stolte erzählt weiter, dass es sich dabei keineswegs um einen Einzelfall handelt. Es passiert einfach immer wieder. „Ein Netz ohne Markierung zu stellen, ist illegal. Gerade solche Funde zeigen, wie wichtig es ist, die Kennzeichnungspflicht für Stellnetze durchzusetzen“, sagt sie. Sie fordert, dass Markierungsbojen entwickelt werden, die das Auffinden und die Zuordnung von Netzen erleichtern. Viel zu oft reißen die Markierungsbojen ab und Netze driften aufs Meer hinaus.

Die Meeresschützer sind auf Hinweise angewiesen

Das Netz von Warnemünde konnte aufgrund eines Tipps von einem Mitarbeiter der Uni Rostock geortet und entfernt werden. Er hatte es beim Schnorcheln im Meer entdeckt und die Stelle sofort gemeldet. Die Meeresschützer von WWF, Sea Shepherd und Co. sind auf derartige Hinweise angewiesen. Je genauer, desto besser.

„Es ist schwierig, ein verlorenes Netz aufzuspüren“, meint auch Andrea Stolte. „Wir sind dankbar für jeden Hinweis dieser Art.“

Für das Jahr 2019 plant der WWF eine App, mit deren Hilfe Wassersportler Fundstellen melden können. Bis dahin freuen sich die Naturschützer über Hinweise unter geisternetze@wwf.de.

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Quelle: Pressemitteilung des WWF Link hier
Titelbild: HeidelX, pixabay